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Aggression Postflop (AF, AFq) - Spielertypen

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Gegner die aggressiv postflop Spielen sind meistens schwer zu lesen.
Sie können sowohl CBet und Valuebets bringen oder Check-Raises als Value oder Bluff-Bet bringen.
Leider konnte ich anhand der AF (Aggression Postflo) nie so richtig rausfinden, wie Aggressiv diese wirklich sind.
Nun habe ich im fremden Forum, einen interessanten Thread gefunden:
http://www.pokertips.org/forums/showthread.php?t=62939&highlight=Fhil

(Ich hoffe dies ist erlaubt, sonst bitte die Zeile rauslöschen).

Es geht dort um das Zusammenwirken der Faktoren AF und AFq (Aggression Frequency).

Aggression Factor is calculated just how PokerTracker does it. It's this formula:
(% Raise + % Bet) / % Call
Aggression Frequency is calculated using this formula:
(Times Raised + Times Bet) / (Times Raised + Times Bet + Times Called + Times Folded)

Fasse das Ergebnis kurz zusammenzufassen und bringe ein paar eigene Gedanken mit rein:

AF allein sagt nichts (bzw. oft fälschlich) über die wirkliche Aggression eines Spielers aus. Erst in Verbindung mit AFq erfährt man mehr über den Spieler.

Hier 4 Beispiel-Spieler:

Spieler A: (Bet: 10%, Raise: 10%, Call: 2%, Fold: 78%)
AF: 10
AFq: 20%

Spieler B: (Bet: 35%, Raise: 35%, Call: 7%, Fold: 23%)
AF: 10
AFq: 70%

Spieler C: (Bet: 10%, Raise: 10%, Call: 40%, Fold: 40%)
AF: 0,5
AFq: 20%

Spieler D: (Bet: 25%, Raise: 25%, Call: 50%, Fold: 0%)
AF: 1
AFq: 50%

Nun sind beide Spieler A und B nach AF sehr aggressiv, AFq zeigt aber, dass der Spieler A) viel seltener betet oder raised und wenn er nichts triff sehr oft foldet. Spieler B) ist dagegen extrem agressiv, da gibt es nichts zu sagen :)

Spieler C und D scheinen beide passiv postflop zu sein.
Spieler C) ist dies auch wirklich ist, obwohl er viel öfter um den Pot spielt, als Spieler A!. Spieler D) ist in Wirklichkeit extrem aggressiv. Er foldet so gut wie gar nichts!!

Daraus ergeben sich folgende Spielertypen:

Spieler A) - NIT
Spieler der nur mit den besten Starthände spielt. Oft sehr durchschaubar. Entweder betet er auf dem Flop oder foldet, callen ist selten. Bis zum Showdown geht er mit sehr starken Händen.
Strategie: Er lohnt sich gegen ihn sehr zu Conti-Beten oder Bluff-Check-Raisen. Stösst man allerdings auf Gegenwehr, sollte man aufgeben (außer mit fast-Nuts)

Spieler B) - MANIAC
Ein sehr aggressiver Spieler, der viele Hände spielt. Entweder betet und reraised wie ein wilder. Wenn er den Flop erwischt gewinnt er oft einen großen Pot, schwer auszurechnen.
Strategie: Er ist perfekt für slowplay bei (fast) Nuts. Er kann auch oft folden, weshalb ein check-raise sehr nett sein kann.

Spieler C) - CALLINGSTATION
Eine beliebte Fischart. Typ von Spieler der immer nur mitgeht. Solche Spieler denken nicht darüber nach wie die hoch die odds für die nächste Karte sind, sondern geht einfach nur mit, um zu sehen ob sie gewinnen würden. Sie spielen nicht aggressiv und bluffen wenig.
Strategie: weniger Conti-Bets ohne Outs, da recht wenig FE vorhanden. Wunderbar für Value-Bets! Wenn er wirklich raised/reraised, dann hat er wirklich was...

Spieler D) - DONK
Eine besondere Fischart. Überdenkt seine Spielzüge nicht und callt, betet und reraised bei den unmöglichsten Odds. Vertraut auf sein Glück.
Strategie: kaum Conti-Bets ohne Outs, da praktisch keine FE vorhanden. Noch besser für Value-Bets als CS, auch check-raises werden hier gecallt! Wenn er raised/reraised hat das leider wenig zu sagen. Man sollte sich schon deutlich vorne sehen...

Würde mich über weitere Gedanken zu dem Thema freuen.
- Was können diese Werte noch sagen?
- Wie kann man die Werte bei dem eigenem Spiel noch berücksichtigen?
- Welche anderen Werte findet ihr besonders wichtig für Euere Entscheidungen?
- Hat jemand eine große Pokertracker DB und kann diese Aussagen anhand der Werte ihm bekannter Spieler bestätigen? (Habe PT3 neu und bei Poker Office gab es diesen Wert nicht. Bei Holdem Manager werden die Werte etwas anders berechnet, da dort auch der Check mit einfließt und sie heißen dort auch Agg% und nicht AFq)

Vielleicht ließen sich diese Spielertypen und besonders günstige Strategien noch etwas mehr differenzieren?

OK. Das war es erst mal ;)

Nihiliste


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15 Antworten
odielee
Beigetreten: 15.06.2008

Original von Nihiliste

AFq zeigt aber, dass der Spieler A) viel seltener betet

Nihiliste

Atheismus ftw imho


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dozzo
Beigetreten: 12.07.2006

Wieso steht das hier im SNG Forum zur Diskussion?


Antwort
Zitat

Original von dozzo
Wieso steht das hier im SNG Forum zur Diskussion?

Weiß eigentlich auch nicht, wieso. Hab einfach alle meine Themen hier gepostet... ;)
Hab vor kurzem den Admin gebeten, falls das Thema interessant erscheint, es zu verschieben. Ich denke PokerTracker Forum ist dafür passender.


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nice post!

Für postflop Entscheidungen ist natürlich der WTS noch wichtig.


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Chromis
Beigetreten: 17.10.2007

Was ist eigentlich AF q ?


Antwort
Zitat

Original von Chromis
Was ist eigentlich AF q ?

Aggression Frequency. Im Detail im Ausangspost erläutert.


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rootsanarchy
Beigetreten: 10.01.2008

nice thread. aber da sich die beispiele im pokertips.org thread auf hem beziehen und somit auf die aggression pct statt auf die afq, kann man ja auch folgende tabelle nicht 1:1 anwenden:

0-20 = extrem passiv
20-24 = passiv
25-30 = zwischen passiv und aggressiv
31-35 = appropriate aggression
36-40 = very aggro
41+ = dumb aggression

die werte müssen für die afq von pt also nach oben angehoben werden. wie würdet ihr sie denn genau anpassen?


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Ajezz
Beigetreten: 20.07.2005

Ich habe den Thread kurz angeschaut und sehe da keinen Unterschied zwischen Aggresson Frequency und Percentage. Imho werden die Begriffe synonym verwendet. Was soll denn deiner Meinung nach Aggression Percentage sein (d.h. wie berechnet)?
Außerdem sind die Werte aus der von dir zitierten Tabelle für LHE viel zu niedrig. Ein Spieler mit AFq von 40 ist nicht "very aggro", sondern geht gerade mal als "keine Calling Station mehr" durch. Schreibt er ja auch. Für NL mag es passen.


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rootsanarchy
Beigetreten: 10.01.2008

€dit: ja, die werte sind für nl. und selbst dafür sind sie wegen des unterschieds in der berechnung von afq und agg% zu niedrig.


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rootsanarchy
Beigetreten: 10.01.2008

*push*

muss doch leute unter euch geben die sich auch schon damit befasst haben. na gut, nachdem ich mir die afq jetzt seit n paar tagen anzeigen lasse geb ich euch mal n bissl input damit ihr was zum arbeiten habt:

was haltet ihr von dieser einteilung?

  • 0-30 sehr passiv
  • 30-45 eher passiv
  • 45-60 aggressiv
  • 60-100 sehr aggro

hab allerdings recht wenig leute die 0-30 haben. also den wert dort noch etwas anheben? und is "ab 60" für den dumb aggro richtig angesetzt?


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WildWildWuest
Beigetreten: 10.11.2008

Wie würdet ihr folgende AF/AFq stats beurteilen? Speziell im Vergleich AF zu AFq


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hab den Thread grad zufällig gefunden. Wat isn nu mit AF und AFq? Das Bild von WildWildWest is leider weg :( Hoffe, ich hab es nicht überlesen, aber wenn ich es richtog verstanden habe, dann sagt der AFq mehr aus, ob einer Aggro ist als der AF alleine, oder? Welcher Wert ist dann was?


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CryingAce
Beigetreten: 19.03.2010

@root

Würdest die Werte jetzt anpassen ??


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Naja der AF ist eben lediglich der Wert, der angibt, wie oft jmd Bet oder Raise spielt im Gegensatz zum Call. Desw. ist ja ein Spieler der mit VPIP ~ 40 am Tisch sitzt und nen AF von 1,50 hat nicht zwingend passiv oder ne Calling Station. Er macht einfach nur 1,5 mal so viele aggressive Aktionen wie passive (calls), was bei diesem hohen VPIP doch dann recht viel ist. Die Aggression Frequency dagegen gibt eine klare Aussage darüber (in Kombination mit dem AF-Wert, desw ist der Post ja auch sehr gut :-), wie aggressiv ein Spieler wirklich ist.

@root: muss mal schaun, hab den Wert auch mal reingenommen vor ner Zeit anstatt AF. Aber ich muss zugeben, dass ich darauf nahezu nie schau. Kann aber trotzdem mal durchgehen und sehen. Mich würd da selber ne stimmige Einteilung interessieren


Antwort
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Also ich muss mich bei der Einteilung rootsanarchy schon anschließen:

bei Players with +1000 Hands siehts folgendermaßen aus (allerdings hab ich da nur 96 Spieler, weil einiges meiner Datenbank verloren ging)

60-100: 3 Spieler mit 61.30, 62.50, 65.00

0-30: 5 Spieler mit Minimum 24.39 und VPIP/PFR 11.19/1.93 --> eine passive Supernit

Der Rest bewegt sich bei 30-60, wobei tendenziell etwas mehr Spieler zwischen 30-45 sind als zwischen 45-60.

Ist schon ne gute Einteilung finde ich also.

Beim Fishlist-Sample siehts schon ein bisschen anders aus ;-) bei 193 Spielern

60-100: 16 Spieler (also mehr als 5mal soviel bei nur 2mal sovielen Spielern), davon Maximum bei 77 (VPIP/PFR = 26/6.7) und 4 Spielern über 70

0-30: 19 Spieler, also auch 4mal soviele, Minimum bei 12.12 (VPIP/PFR = 33.6/0.00)

d.h. dass sich bei den Fischen 35/193 = 18% entweder viel zu aggressiv oder viel zu passiv spielen.

bei den Spielern mit über 1k Hands, wo ich jetzt mal sage, das sind meistens nicht die absoluten Vollfische (weil ein Fisch ja ausgenommen wird und man mit ihm meistens nicht soo ewig lang am Tisch sitzt):

8/96 = 8%, welche gerade mal knapp über bzw. unter der jeweiligen Grenze sind.

D.h. natürlich, dass sich schon die meisten Spieler zwischen 30-60 befinden. Dadurch lassen sich Ausreißer natürlich schon irgendwie markieren. Ich persönlich habe hier ~47%, und bezeichne mich als gesund aggressiv, ist aber tischabhängig...


Antwort
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