Einleitung:
Immer öfter entstehen heiße Diskussionen in den einzelnen Threats hier im Forum, ob den
nun ein QC sinnvoll ist - oder eben nicht.
Grund genug das „Für“ und Wider“ einmal zusammen zu fassen, und mit Halbwahrheiten und Falschaussagen aufzuräumen.
☝Dieser Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit; auch können Aussagen durch
zwischenzeitlich erfolgte Weiterentwicklungen überholt (worden) sein.
Irrtümer:
☞ QuadCores sind 4x so schnell
☞ Windows „verwaltet“ die Kerne
☞ Pokersoftware und Desktop-Anwendung(en) profitieren davon
☝ Quadcores - hier gilt nicht einfach: "4 x 1 ist doppelt so viel wie 2 x 1"
Wer aktuelle Prospekte von PC-Händlern und Elektronik-Discountern studiert, stößt auf viele
Desktop-Rechner mit Quad-Core-Prozessoren.
Als PC-Kaufinteressent könnte man also auf die Idee kommen, dass Quad-Core-Prozessoren zurzeit das Maximum an Rechenleistung liefern und längst in großer Auswahl bereitstehen.
Leider stimmt dieses (bisher) nicht und ersteres gilt nur für ausgewählte Software - nämlich solche, die tatsächlich mehrere CPU-Kerne gleichzeitig auslasten kann.
An Multi-Core-tauglichen Programmen arbeiten zurzeit viele Firmen - weil klar ist, dass kommende Prozessorgenerationen nicht mehr so sehr (wie früher üblich) auf steigende Taktfrequenzen hin entwickelt werden, sondern auf einen höheren Grad an Parallelisierung. Dabei geht es nicht ausschließlich um eine größere Zahl gleichartiger CPU-Kerne pro physischer CPU, sondern auch um mehrere gleichzeitig nutzbare Rechenwerke pro CPU-Kern. Zudem könnten Coprozessoren eine Renaissance erleben, also im Desktop-PC-Bereich etwa Grafikchips nicht mehr nur zur Verarbeitung von 2D- und 3D-Bilddaten oder Videomaterial dienen, sondern auch als Beschleuniger für bestimmte Rechenaufgaben.
Während solche technischen Ideen wohl vor dem Einsatz im Desktop-PC-Massenmarkt noch einige Jahre reifen müssen, sind Dual- und Quad-Core-Rechner bereits seit langem im Einsatz - etwa als Server und Workstations, aber beispielsweise auch schon seit mehr als sieben Jahren in den Macs von Apple.
An dieser Stelle lässt sich erklären, weshalb Multi-Core-Technik schon seit Jahren bei Servern zum Standard gehört.
Ob nun die einzelnen Server-Applikationen für Multi-Core-Systeme optimiert sind oder nicht, spielt dabei keine so große Rolle, weil eben viele davon parallel Rechenleistung abfordern.
Genau dieser Fall ist auf Desktop-Rechnern eher selten - zwar halten immer mehr Anwender viele Anwendungen geöffnet (Office-Paket, Browser, E-Mail-Client, Virenscanner, MP3-Decoder), doch davon brauchen nur wenige gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum viel CPU-Rechenleistung.
☝Poker-Apps wie z.B. PT, HM und Elephant zählen ebenfalls dazu !.
Unmittelbar von mehreren Prozessorkernen profitieren erst Multi-Thread-Prozesse, die ihre Rechenlast auf mehrere parallel laufende Ausführungs-„Fäden“ (Threads) verteilen. Während technische und wissenschaftliche (Workstation-)Programmpakete die Multi-Threading-Technik seit Jahren nutzen, kommt sie bei „gewöhnlicher“ Anwendungssoftware immer noch eher selten zum Einsatz.
Das ändert sich auch nur langsam, obwohl AMD und Intel dafür schon lange werben und Entwicklern auch viele Werkzeuge anbieten. Multi-Threading kann das Programmieren sehr viel komplizierter machen, weil zahlreiche neue, oft sehr schwer aufzuspürende und für viele Code-Entwickler ungewohnte Fehlerquellen hinzukommen. Und Multi-Threading beschleunigt auch nicht jede beliebige Rechenaufgabe, weil manche Problemstellungen auf sequenzielle Verarbeitung angewiesen sind.
Wegen des Mangels an Multi-Thread-Applikationen für Desktop-Rechner bringen Quad-Core-Prozessoren hier oft nur enttäuschend wenig Mehrleistung - wenn überhaupt: Für den Preis der bezahlbaren Quad-Cores bekommt man nämlich zurzeit einen Doppelkern mit deutlich höherer Taktfrequenz, der Single-Thread-Applikationen schneller verarbeitet. Zwar gibt es auch Quad-Cores in den höchsten Taktfrequenzstufen, doch diese sind sehr teuer (Core 2 Extreme) und schlucken viel Strom, weshalb sie wiederum kräftige (und potenziell lautere) Kühler brauchen.
Wer keine Multi-Threading-Programme nutzt, profitiert von Quad-Core-Prozessoren nicht. Im Vergleich zu einem Doppelkern steigert ein Vierkern auch die PC-Reaktionsgeschwindigkeit nicht im gleichen Maße, wie man es beim Umstieg vom Einzel- auf den Doppelkernprozessor spürt: Nur wenige Programme lasten zwei Kerne voll aus, sodass ein dritter oder vierter noch deutliche Mehrleistung liefern könnte. Selbst wenn ein solcher Fall vorliegt, dürfte häufig die begrenzte Datentransferleistung einer anderen PC-Komponente - etwa der Festplatte - als Flaschenhals wirken.
Schließlich schrumpft in vielen Fällen auch der sogenannte Skalierungseffekt mit der Zahl der Prozessorkerne. Wer bereits ein Dual-Core-System hat und über eine CPU-Aufrüstung nachdenkt, kann mit dem Task-Manager von Windows kontrollieren, ob seine vorhandene Software tatsächlich mehr als nur einen Prozessorkern nutzt. (Dazu muss man zunächst verstehen, wie Windows die CPU-Last verteilt und die Auslastung anzeigt)
Fazit:
Nutzen Eure Programme nur maximal zwei Kerne, kann ein Quad Core unter Umständen sogar etwas langsamer sein als ein vergleichbarer Doppelkerner.
Bevor man sich für einen Quad Core entscheidet, sollte daher zunächst abklärt werden, ob häufig leistungshungrige (!) Software (wie z.B. Rendering; Simulationen, Videobearbeitung, Compiler) einsetzt wird - und ob diese für Vierkerner optimiert ist - und selbst dann steht meistens andere Flaschenhälse, wie z.B. eijne Festplatte im Weg.
Ein höher getakteter DualCore dürfte also erheblich (!) mehr nutzen.
Quellen: Wikipedia, ct´, Pc-Wissen, PC-Welt, Zdnet, div. Foren m. unbek. Autoren
EDIT: ergänzend dazu:


