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Der Paradigmenwechsel im Poker. Pokerkurs im Juni-Juli 2014 ab Silber

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Huaba
Beigetreten: 29.09.2009

Original von exsmo

Bin ja gespannt was mir dann nächsten Dienstag machen :coolface:

liveplay mit coachingteilnehmer und anschließender analyse


Antwort
Zitat
Cornholio
Beigetreten: 05.02.2006

Folgender Schedule ergibt sich für die nächste Zeit:

Di 22.7., 20.15 Paradigenwechsel: Live & Interaktion
-> alte Zeit

Am 28.7. startet der neue Kurs: Skyrail (Arbeitstitel, Infos coming soon).

Terminänderung: Das Coaching wird ab Beginn des neuen Kurses am 28.7. Montags 21.15Uhr stattfinden, der Dienstagsslot ist ab dann besetzt.

28.7. Skyrail 1
04.8. Kein Coaching
11.8. Skyrail 2
18.8. Skyrail 3
25.8. Skyrail 4: Anwendung
01.9. Skyrail 5: Interaktion

Ich hoffe, dass der Montagsslot bei Euch Anklang findet.


Antwort
Zitat
Cornholio
Beigetreten: 05.02.2006

Heute gibts endlich mal wieder ein FL-Coaching

Tonight: Liveplay mit Interaktion

Der Modus ist Bekannt: Ich und jeder von Euch der Lust hat, spielen an 2 Tischen. Im zweiten Teil des Coachings besprechen wir die Hände gemeinsam nach. Wer mitmachen will, meldet sich einfach im Coaching.

Bis heute Abend 20.15!


Antwort
Zitat
TobiasNRW
Beigetreten: 21.09.2006

Original von Cornholio
Terminänderung: Das Coaching wird ab Beginn des neuen Kurses am 28.7. Montags 21.15Uhr stattfinden, der Dienstagsslot ist ab dann besetzt.

Beste Nachricht des Tages. _thumbsup:

Spoiler

Für mich :coolface:


Antwort
Zitat
Sendrafreak
Beigetreten: 31.05.2011

Sehr nettes Coaching heute, weiter so! Btw: Montags passt bei mir gut (Glück gehabt ;))


Antwort
Zitat
fuerstIN
Beigetreten: 29.03.2010

Ich musste leider früher gehen, bin aber mal sehr auf das Video gespannt :)

DIe Hand war um 21:17 an Sorga 2:
Eventuell habt ihr ja über die Hand schon geredet. Ich habe hier überlegt meine Hand in einen Bluff zu turnen ( per c/r) . c/c ist imo schlecht, da halt nur KQ und AT ggfs A7s oder 65s und 76s schlechter sind als meine Hand. Viele PPs würdest du wol checken, da ich auch nicht mehr so viel calle und ich könnte gut einen A^ flush reppen ( wobei es da evtl helfen würde selbst das A zu haben). Dieser Turn ist halt auch nicht so geil, da ich die meisten striahgtdraws am Flop oder Turn c/r spielen würde.

Poker Stars, $1/$2 Limit Hold'em Cash, 6 Players
Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

Preflop: Hero is UTG with Q A
Hero raises, MP folds, CO 3-bets, 3 folds, Hero calls

Flop: (7.5 SB) 9 J 2 (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero calls

Turn: (4.8 BB) 2 (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero calls

River: (6.8 BB) 8 (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero folds


Antwort
Zitat
fuerstIN
Beigetreten: 29.03.2010

Hier bin ich mir auch nicht sicher, ob meine Line gut ist: Ich habe c/c c/r any Q-A geplant gehabt. Mein Problem mit einem FLop c/r ist, dass ich auf ein Turnraise blöd dastehe, da ich dann halt sehr wenig redraws habe und die meisten Hände mind 6 outs haben. Plusi ch blocke einige draws ( T9 und T8, auch wenn es besser wäre, wenn ich 98 blocken würde).

Poker Stars, $0.25/$0.50 Limit Hold'em Cash, 6 Players
Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

Preflop: Hero is CO with T T
2 folds, Hero raises, BTN 3-bets, 2 folds, Hero calls

Flop: (7.4 SB) J 7 6 (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero calls

Turn: (4.7 BB) Q (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero calls

River: (6.7 BB) Q (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero calls

Results:

Spoiler

8.7 BB pot (0.3 BB rake)
Final Board: J 7 6 Q Q
Hero showed T T and won 8.4 BB (4.4 BB net)
BTN showed 7 8 and lost (-4 BB net)


Antwort
Zitat
fuerstIN
Beigetreten: 29.03.2010

Ach und die Hand habe ch wohl missplayed:

Ich denek bei diesem RUndown ist die Hadn zu schlecht zum runtercallen. Ich könnte allerdings PPs zum folden bekommen genauso wie AK. Problem: die würden diesen RIver selten betten. Daher muss ich, wenn cih die zum folden bringen will donken. Allerdings würde ich KJ meist c/r spielen, was mir halt dann auch wenig Möglichkeit gibt hier als bluff zu donken...

Poker Stars, $0.25/$0.50 Limit Hold'em Cash, 5 Players
Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

Preflop: Hero is CO with A J
MP folds, Hero raises, BTN 3-bets, 2 folds, Hero calls

Flop: (7.4 SB) 9 5 3 (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero calls

Turn: (4.7 BB) Q (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero calls

River: (6.7 BB) T (2 players)
Hero bets, BTN calls

Results:

Spoiler

8.7 BB pot (0.3 BB rake)
Final Board: 9 5 3 Q T
Hero showed A J and lost (-4 BB net)
BTN showed K Q and won 8.4 BB (4.4 BB net)


Antwort
Zitat
Crovax
Beigetreten: 10.09.2006

Also ich muss mal einiges zum integrativen Approach loswerden, weil der meiner Meinung nach voll ist mit falschen Begründungen.

http://de.pokerstrategy.com/video/34078/

Also Maxime des GTO/Gameplan Konzeptes soll ja sein, dass man nicht Exploitable sein soll.

Bevor ich jetzt auf die Flopfrage eingehe, ob man nicht zuviel folden darf um keinen Autoprofit zu generieren, und die Begründung im Beispiel möcht ich mal auf die Preflopsituation eingehen.

Im Grunde kann man sich da ja das selbe fragen... nämlich wieviel darf ich im BB folden um nicht exploitet werden zu können und zu verhindern, dass der Gegner autoprofit macht...

Nunja, man bekommt 3,5 zu 1 Potodds, in % ausgedrückt 28,5%... das ist die Equity die man braucht.

Gut ich hab jetzt mal die OR-Range im Video angenommen, und nunja die meisten werden wissen worauf ich hinaus will... wenn ich JEDE Hand defende sprich any2 hätte ich im Durchschnitt 35,61%

OK da ich nun aber die Stärke meiner Hand kenne könnte ich natürlich das Bottom-End noch wegfolden... also zB. 72o, das hätte "nur" 27% Equity... aber im Grunde kann man das sogar noch drin behalten, weil der Preis den man dafür zahlt ist wirklich extrem gering und man wäre (zumindest für den UTG-Raiser) wirklich nicht exploitbar und könnte auch wirklich jeden Flop "voll" hitten.

Wäre das nun der heilige Gral einer perfekten GTO-BB-Defence-Strategie?

Natürlich nicht.

Denn die 2 vielleicht wichtigsten Konzepte im Poker werden eben nicht in Equity gemessen... nämlich Position und Playability. Und die wirken nunmal nicht nur in einem bestimmten Spot, sondern quasi immer und in jeder Street.

Ich denke die Wichtigkeit von Position brauch ich in einem Silbercontent-Video keinem erkären.

Und unter Playability ist einfach das richtige einschätzen der eigenen Handstärke gemeint. Hervorzuheben wären vor allem die reversed implied odds... sprich der Fall, dass man denkt mit hoher Wahrscheinlichkeit vorne zu liegen aber dies nicht tut und schlimmstenfalls erst am Showdown und nachdem man ordentlich in den Pot gebuttert hat die Erkenntnis erlangt, oder der Fall, dass man denkt man hätte Outs, die dann selbst wenn man sie trifft nicht ausreichend sind.
Es gibt zwar auch den umgekehrten Fall zu unseren Gunsten, dass man Outs hittet, die man garnicht für Outs hält... also wie im Flopbeispiel, wenn man zB 79s in seiner Range hat und defendet und dann kommt das Board AAK ... nunja vielleicht hittet man am Turn die 7 oder 9 und der Gegner hat 66, dummerweise wird man den Turn idR garnicht sehen, weil man auf dem Board vernünftigerweise idR einfach foldet.

Wobei wir dann auch bei den Flopbeispielen sind... also da braucht man sich nicht aus irgendwelchen NL-Erkenntnissen bedienen um zu erkennen, dass A-high-lastige Flops die UTG Range gut hitten... die Rangeasymetrie hier anzubringen ist einfach ziemlich fehl am Platz, denn ob die Equity zu unseren Gunsten ausschlägt oder überhaupt nicht, das sehen wir ja schonmal in erster Linie recht konkret daran, ob wir hitten oder nicht... und was uns dann das Leben schwer macht ist eben zudem in erster Linie die Playability und der Positionsnachteil.

Es macht einfach keinen Sinn einen bestimmten Anteil aus GTO-Sicht weiter zu spielen, nur weil man es mit der Equity noch irgendwie begründen kann oder Frequenzmäsig tun müsste ... bei AAK/A-Rag wird das ohnehin schwer aber selbst, wenn man nun noch die Floptextur anpasst oder sich das mit Faktoren schön rechnet, wir haben immernoch den Positionsnachteil und die Playability darf man auch nicht ausblenden.

Aber seis drum es gibt noch weitere Probleme in der Argumentation:

Zum einem die Simplifizierung zwischen weiter spielen und nicht. Es ist nunmal komplexer zu sehen es gibt nicht nur Call oder Fold sondern auch Donkbet und Checkraise... diese 4 Optionen verändern die ganze Spieldynamik und damit Potodds und nötige Equity. Es simpel runter zu brechen ist nicht wirklich hilfreich für die Analyse aber ok nehmen wir mal nur Fold und Call als Option...

Es wurde ja argumentiert das Abweichen von GTO führt dazu man könnte exploitable werden und man will das ja verhindern und im übrigen den Autoprofit verhindern.

Defakto wird man aber nicht exploitable in diesem Scenario. Man kann es an Extremen veranschaulichen.

Nehmen wir mal an wir folden 100% unserer Range am Flop (maximal unsinnig aber egal).

Inwiefern würde unser Gegner das nun exploiten können... nunja im Grunde garnicht. Denn er wird ohnehin als UTG-Raiser 100% Contibetten... die einzige Abweichung die er machen kann wäre, dass er nun nicht mehr alles in Position Contibettet aber seinen EV steigert er damit in keinster Weise, er öffnet damit nur die Tür selber exploited zu werden (wenn auch nicht mehr am Flop, denn dort ist er ja last to act).

Nächste Annahme wäre wir callen 100%.
Kann er das wiederrum exploiten?
Im Grunde auch nicht... er kann entweder stur 100% Cbetten, dann macht er aber auch autoprofit... denn autoprofit macht er ja nicht nur durch folds, sondern auch dadurch dass wir mit zu schlechter Equity callen (seine Range ist nunmal unabhängig vom Flop immer stärker als die des Defenders).
Wenn er als Adaption nun nur die Hände contibettet, die er als profitabel sieht und alle anderen behind checkt, nunja dann verrät er ja doch wieder nur seine Handstärke und wird selber exploitable. Und Informationen über unsere Stärke bekommt er auch in keinster Weise.

Im Grunde sieht man anhand der Beispiele schon dass es nichts bringt in die Verhaltensmuster weiter spielen und nicht weiter spielen zu denken, denn darauf kommt es nicht an... es kommt wirklich konkret auf die Lines die man spielt an (sprich WIE spielt man weiter), dass die gebalanced sind.

Und das alles ist weiß Gott kein fancy new stuff... die ganze alte FL-Lektüre, auch die, die es schon gab als es keine Stats gab drehten sich um das Balancing von Lines. Also nix von wegen Vakuum-Poker pre10er-stuff blabla... das ist nach wie vor das entscheidende im FL und FL war den NL-Spielern in der Hinsicht eigentlich schon immer weit vorraus.

Über Balancing haben die wenigsten ernsthaft nachgedacht, weil dort die Entscheidungen oft so gravierend ausfielen, dass es oft nur darauf ankommt hat ers oder hat ers nicht... erst jetzt wo immer mehr lowball gespielt wird holen sie auf und denken genauer über ihre Betting-Patterns nach, weil das Geld eben immer seltener spätestens am Turn in der Mitte ist.

Joa das wollte ich mal loswerden... trotzdem isses natürlich schön, wenn man GTO-optimiert spielen würde aber die Beispiele müssen anders gewählt werden... die Beispiele bringen weder praktisch noch theoretisch was


Antwort
Zitat
Cornholio
Beigetreten: 05.02.2006

Hi Crovax, danke für dein Feedback. ich glaube einiges hast du nicht im intendierten Sinne verstanden, bzw. was eigentlich das Ziel einer derartigen Annäherung war (sein kann) und was nicht. ich mach mal ein paar Comments im Text.

Original von Crovax
Also ich muss mal einiges zum integrativen Approach loswerden, weil der meiner Meinung nach voll ist mit falschen Begründungen.

http://de.pokerstrategy.com/video/34078/

Also Maxime des GTO/Gameplan Konzeptes soll ja sein, dass man nicht Exploitable sein soll.

Bevor ich jetzt auf die Flopfrage eingehe, ob man nicht zuviel folden darf um keinen Autoprofit zu generieren, und die Begründung im Beispiel möcht ich mal auf die Preflopsituation eingehen.

Im Grunde kann man sich da ja das selbe fragen... nämlich wieviel darf ich im BB folden um nicht exploitet werden zu können und zu verhindern, dass der Gegner autoprofit macht...

Nunja, man bekommt 3,5 zu 1 Potodds, in % ausgedrückt 28,5%... das ist die Equity die man braucht.

Gut ich hab jetzt mal die OR-Range im Video angenommen, und nunja die meisten werden wissen worauf ich hinaus will... wenn ich JEDE Hand defende sprich any2 hätte ich im Durchschnitt 35,61%

OK da ich nun aber die Stärke meiner Hand kenne könnte ich natürlich das Bottom-End noch wegfolden... also zB. 72o, das hätte "nur" 27% Equity... aber im Grunde kann man das sogar noch drin behalten, weil der Preis den man dafür zahlt ist wirklich extrem gering und man wäre (zumindest für den UTG-Raiser) wirklich nicht exploitbar und könnte auch wirklich jeden Flop "voll" hitten.

Wäre das nun der heilige Gral einer perfekten GTO-BB-Defence-Strategie?

Natürlich nicht.

Denn die 2 vielleicht wichtigsten Konzepte im Poker werden eben nicht in Equity gemessen... nämlich Position und Playability. Und die wirken nunmal nicht nur in einem bestimmten Spot, sondern quasi immer und in jeder Street.

Ich denke die Wichtigkeit von Position brauch ich in einem Silbercontent-Video keinem erkären.

Und unter Playability ist einfach das richtige einschätzen der eigenen Handstärke gemeint. Hervorzuheben wären vor allem die reversed implied odds... sprich der Fall, dass man denkt mit hoher Wahrscheinlichkeit vorne zu liegen aber dies nicht tut und schlimmstenfalls erst am Showdown und nachdem man ordentlich in den Pot gebuttert hat die Erkenntnis erlangt, oder der Fall, dass man denkt man hätte Outs, die dann selbst wenn man sie trifft nicht ausreichend sind.
Es gibt zwar auch den umgekehrten Fall zu unseren Gunsten, dass man Outs hittet, die man garnicht für Outs hält... also wie im Flopbeispiel, wenn man zB 79s in seiner Range hat und defendet und dann kommt das Board AAK ... nunja vielleicht hittet man am Turn die 7 oder 9 und der Gegner hat 66, dummerweise wird man den Turn idR garnicht sehen, weil man auf dem Board vernünftigerweise idR einfach foldet.

Wobei wir dann auch bei den Flopbeispielen sind... also da braucht man sich nicht aus irgendwelchen NL-Erkenntnissen bedienen um zu erkennen, dass A-high-lastige Flops die UTG Range gut hitten... die Rangeasymetrie hier anzubringen ist einfach ziemlich fehl am Platz, denn ob die Equity zu unseren Gunsten ausschlägt oder überhaupt nicht, das sehen wir ja schonmal in erster Linie recht konkret daran, ob wir hitten oder nicht... und was uns dann das Leben schwer macht ist eben zudem in erster Linie die Playability und der Positionsnachteil.

Im letzten Abschnitt wird deutlich, dass du die theoriehaftigkeit derartiger Überlegungen nicht nachvollziehst, bzw. die GTO zu zugrundelegende Fixierung auf die eigene RANGE.
Wir überlegen hier recht abstrakt: Wieviel sollte/kann/muss ich weiterspielen, wenn ich keine Tür für Exploits eröffnen will.
Es geht nicht darum ob die Equity mit unserer konkreten HAND zu unseren Gunsten ausschlägt, sondern mit unserer Range. Und das, so ist der Stand der GTO-Diskussion, ist relevant. Da vermischt du Vakuum mit GTO Sichtweisen, unsere konkrete Hand ist völlig irrelevant, es geht um das Designen einer Range und dafür ist die Frage zu beantworten "Welche / Wieviele Hände sollte ich überhaupt weiter spielen?" nur der erste Schritt.

Es macht einfach keinen Sinn einen bestimmten Anteil aus GTO-Sicht weiter zu spielen, nur weil man es mit der Equity noch irgendwie begründen kann oder Frequenzmäsig tun müsste ... bei AAK/A-Rag wird das ohnehin schwer aber selbst, wenn man nun noch die Floptextur anpasst oder sich das mit Faktoren schön rechnet, wir haben immernoch den Positionsnachteil und die Playability darf man auch nicht ausblenden.

Ok, erkenne ich an, dass man die Position und die Playability hier einrechnen müsste. Ist eine gute Idee imo.

Aber seis drum es gibt noch weitere Probleme in der Argumentation:

Zum einem die Simplifizierung zwischen weiter spielen und nicht. Es ist nunmal komplexer zu sehen es gibt nicht nur Call oder Fold sondern auch Donkbet und Checkraise... diese 4 Optionen verändern die ganze Spieldynamik und damit Potodds und nötige Equity. Es simpel runter zu brechen ist nicht wirklich hilfreich für die Analyse aber ok nehmen wir mal nur Fold und Call als Option...

Die Simplifizierung zwischen weiterspielen und nicht wurde bewusst vorgenommen, um überhaupt erstmal irgendwelche Erkenntnisse zu generieren / halbwegs abgesicherte Aussagen treffen zu können. WIE man weiterspielt und WELCHE HÄNDE man wie weiter spielt, sind die nächsten Schritte im extrem komplexen designen eines validen Gameplans, von dem bisher nicht klar ist, wie man das hinbekommt. Ich will das Wort Grundlagenforschung/Überlegungen nicht in den Mund nehmen, aber viel weiter sind wir beim GTO-Thema wohl noch nicht. Um halbwegs gesicherte Aussagen treffen zu können, muss man (noch) bei sehr Basalem anfangen.

Es wurde ja argumentiert das Abweichen von GTO führt dazu man könnte exploitable werden und man will das ja verhindern und im übrigen den Autoprofit verhindern.

Defakto wird man aber nicht exploitable in diesem Scenario. Man kann es an Extremen veranschaulichen.

Nehmen wir mal an wir folden 100% unserer Range am Flop (maximal unsinnig aber egal).

Inwiefern würde unser Gegner das nun exploiten können... nunja im Grunde garnicht. Denn er wird ohnehin als UTG-Raiser 100% Contibetten... die einzige Abweichung die er machen kann wäre, dass er nun nicht mehr alles in Position Contibettet aber seinen EV steigert er damit in keinster Weise, er öffnet damit nur die Tür selber exploited zu werden (wenn auch nicht mehr am Flop, denn dort ist er ja last to act).

Nächste Annahme wäre wir callen 100%.
Kann er das wiederrum exploiten?
Im Grunde auch nicht... er kann entweder stur 100% Cbetten, dann macht er aber auch autoprofit... denn autoprofit macht er ja nicht nur durch folds, sondern auch dadurch dass wir mit zu schlechter Equity callen (seine Range ist nunmal unabhängig vom Flop immer stärker als die des Defenders).
Wenn er als Adaption nun nur die Hände contibettet, die er als profitabel sieht und alle anderen behind checkt, nunja dann verrät er ja doch wieder nur seine Handstärke und wird selber exploitable. Und Informationen über unsere Stärke bekommt er auch in keinster Weise.

Im Grunde sieht man anhand der Beispiele schon dass es nichts bringt in die Verhaltensmuster weiter spielen und nicht weiter spielen zu denken, denn darauf kommt es nicht an... es kommt wirklich konkret auf die Lines die man spielt an (sprich WIE spielt man weiter), dass die gebalanced sind.

Wenn wir 100% folden auf jeder street, exploiten wir uns massiv selbst, da bedarf es keines gegnerexploits mehr. Insofern ist die aussage dass er uns nicht exploiten kann, trivial / irrelevant.
Wenn wir nur am Flop 100% folden, kann er uns perfekt exploiten: trash betten, gute hände checken und warten dass wir eine 2nd best hand hitten und noch damit investieren.
Ich weiß nicht was du für einen "exploitbegriff" zu Grunde legst (anscheinend reden wir da aneinander vorbei), aber analog bei 100% call: Durch die gegebene Rangeasymmetrie würde er uns schon mit 100% CBet exploiten und noch mehr, wenn er seinen trash nicht cbettet, alles mit einem equityvorteil aber schon.

Und das alles ist weiß Gott kein fancy new stuff... die ganze alte FL-Lektüre, auch die, die es schon gab als es keine Stats gab drehten sich um das Balancing von Lines. Also nix von wegen Vakuum-Poker pre10er-stuff blabla... das ist nach wie vor das entscheidende im FL und FL war den NL-Spielern in der Hinsicht eigentlich schon immer weit vorraus.

Über Balancing haben die wenigsten ernsthaft nachgedacht, weil dort die Entscheidungen oft so gravierend ausfielen, dass es oft nur darauf ankommt hat ers oder hat ers nicht... erst jetzt wo immer mehr lowball gespielt wird holen sie auf und denken genauer über ihre Betting-Patterns nach, weil das Geld eben immer seltener spätestens am Turn in der Mitte ist.

Joa das wollte ich mal loswerden... trotzdem isses natürlich schön, wenn man GTO-optimiert spielen würde aber die Beispiele müssen anders gewählt werden... die Beispiele bringen weder praktisch noch theoretisch was

Im Balancing Begriff akkumulierten in Prä-GTO-Zeiten Denkweisen und Konzepte, die sich um die selbe Problematik drehen, nur punktuell und nicht in ein allumfassendes Gesamtkonzept integriert waren.
Dieses Gesamtkonzept macht uns nun so viele Probleme, weil es einerseits so verheißend ist, andererseits aber so schwer fassbar bleibt. Die Beispiele fangen ganz unten an und versuchen ein paar grundlegende Konzepte ansatzweise zu beleuchten und ein paar grundlegende Aussagen treffen zu können. Ich verstehe (und sehe es auch so), dass das im Vergleich zum großen praxisbezug von im Vakuum-Konzept treffbaren Aussagen enttäuschend ist, aber ich denke das liegt - so weit ich das sehe - an der Komplexität des Themas und des frühen Punktes der "Erforschung" an dem wir uns befinden.


Antwort
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Cornholio
Beigetreten: 05.02.2006

@fuerst in:

AQ:
c/r am River ist ein bißchen random. allerdings finde ich es durchaus nicht schlecht:
a) du bist am bottom end und kannst damit die paar flushhits balancen
b) es wirkt random und ich denke vmtl. "wenn er hier cr wird ers einfach gehittet haben"
c). bluff prevention: du gewinnst gegen KQ type of hand!

TT:
Find ich okay, sehe nicht wieso man die hand nicht cc cr spielen sollte. as happended stärkst du deine calldownrange, was auch gut ist. (ich kann dich nicht so hart valuebetten (gto) und du induced fakevaluebets (vakuum, siehe hand).

AJ:
Die Problematik sprichst du genau an, eigentlich kannst du was getroffen haben und ich hab auch stuff den ich folden kann, aber weder donk noch c/r sieht so ganz schlüssig aus als valueplay. die frage ist wirklich wie du Tx und KJ spielen würdest. wenn du ersteres donken und zweiteres c/r würdest, hast du mit beiden lines auch einen plausiblen bluff. allerdings würd ich dafür nur A2, A4 und (random busted hearts J7 trash etc.) nehmen. am besten natürlich mit den Ah blocker, denn das ist, wie du schon sagst, dass was du am ehesten reppst und wenn ich das habe und mitdenke, werde ich garnicht folden.


Antwort
Zitat
Crovax
Beigetreten: 10.09.2006

Original von Cornholio

Im letzten Abschnitt wird deutlich, dass du die theoriehaftigkeit derartiger Überlegungen nicht nachvollziehst, bzw. die GTO zu zugrundelegende Fixierung auf die eigene RANGE.
Wir überlegen hier recht abstrakt: Wieviel sollte/kann/muss ich weiterspielen, wenn ich keine Tür für Exploits eröffnen will.
Es geht nicht darum ob die Equity mit unserer konkreten HAND zu unseren Gunsten ausschlägt, sondern mit unserer Range. Und das, so ist der Stand der GTO-Diskussion, ist relevant. Da vermischt du Vakuum mit GTO Sichtweisen, unsere konkrete Hand ist völlig irrelevant, es geht um das Designen einer Range und dafür ist die Frage zu beantworten "Welche / Wieviele Hände sollte ich überhaupt weiter spielen?" nur der erste Schritt.

Ja aber indem wir das eben mit unserer konkreten Hand machen ergibt sich ja daraus eine Range... ich mein worin liegt die Erkenntnis, dass wir raus finden wir sollten eine Frequency von 80% weiter spielen, wenn doch jedem klar ist, dass es auf einem AAK Flop nicht möglich sein wird 80% weiter zu spielen, während es vielleicht auf einem 79T Flop viel eher zu rechtfertigen wäre... ich mein bei dem einem Flop greifft die Rangesymetrie zu Gunsten des OR und beim anderem Flop zu Gunsten des Defenders. Schlussendlich bricht sich das ja dann doch darauf runter, ob man hittet oder nicht.

Wenn wir 100% folden auf jeder street, exploiten wir uns massiv selbst, da bedarf es keines gegnerexploits mehr. Insofern ist die aussage dass er uns nicht exploiten kann, trivial / irrelevant.
Wenn wir nur am Flop 100% folden, kann er uns perfekt exploiten: trash betten, gute hände checken und warten dass wir eine 2nd best hand hitten und noch damit investieren.
Ich weiß nicht was du für einen "exploitbegriff" zu Grunde legst (anscheinend reden wir da aneinander vorbei), aber analog bei 100% call: Durch die gegebene Rangeasymmetrie würde er uns schon mit 100% CBet exploiten und noch mehr, wenn er seinen trash nicht cbettet, alles mit einem equityvorteil aber schon.

Der Flop ist aber keine jungfräuliche grüne Wiese. Es greifft eine Spieldynamik, die eben heißt wenn UTG raised, der BB passiv defended, dann wird in 100% eine Contibet folgen.

Genau die Argumente die du ansprichst sehe ich ja wie gesagt weniger als einen Exploit unseres plays, sondern als einen Exploits seines eigenen Games.

100% fold würde heißen, das einzige was er nicht Contibettet wären Hände mit sehr sehr starker Equity und wir wüssten am Turn, dass wir nun dort folden können, nachdem wir am Flop nicht dazu gekommen sind. Streng genommen könnten wir nur noch stone cold nuts spielen und würden ihn damit exploiten und einen höheren EV erzielen, den wir sonst nie erzielt hätten.

100% Call ist es ähnlich... wenn wir alles callen gehen wir ohne unsere Handstärke offen zu legen zum Turn. Sein Exploit liegt natürlich nun darin, dass er die Turnpotsize gestalten kann, wie er es möchte... andererseits gibt er eben dafür seine Handstärke preis, wenn er immer nur trash nicht contibettet. Natürlich isses ein Vorteil einen kleineren Pot zu spielen, wenn man trash hat aber dem Gegner zu zeigen man hat nix, ist für mich kein wirklich überzeugender Exploit. Das zeigt mir eher, dass du ein Vakuumdenken an den Tag legst, denn die richtige GTO-Strategie wäre in beiden extremen 100% zu contibetten. Also genau das was er ohnehin machen würde/sollte.


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