22+,ATs+,KTs+,QTs+,J9s+,T9s,AQo+,KQo
So oder so ähnlich wird deine UTG Openraisingrange aussehen.
Mit 22, 44 - 88 hast du einen Anreiz zu cbetten, weil dein Gegner so Hände wie KQ folden könnte oder auch mal selber 88 und du mit diesen Händen nur schwierig an den Showdown kommst. 36 Kombinationen
Mit AQ und AK hast du einen Anreiz zu betten, weil du sehr wahrscheinlich die beste Hand hast. (24 Kombinationen)
Mit den 3 Sets auch (9 Kombinationen)
Es gibt jetzt noch Hände wie ATs und AJs (mit den Backdoorflushdraw) und KQs, QJs, QTs etc. mit den Backdoorflushdraw mit denen du am Flop auch sogut wie immer cbetten willst. 15 + 4 Kombos = 19 Kombos (wobei 4 davon Axs sind)
Jetzt gibt es die Hände wie QK, all die Hände TT - KK, all die suited Broadways ohne Backdoorflushdraw. (und diese sind hier der Knackpunkt)
Wie du unschwer erkennen kannst hast du hier schon ein "kleines" Problem mit deiner Range am Flop. Du bettest 36 + 15 = 51 Kombinationen als Bluff.
4 + 31 = 35 Kombinationen sind Valuebets.
Das Verhältnis von Bluffs zu Valuebets ist jetzt ungleich, aber das ist noch okay, weil du am Turn oft genug Equity aufpickst und deine Hände stärker machst (z.b. QJs pickt den Backdoorstraightflushdraw auf).
Wenn du jetzt alle Hände in deiner Range cbetten würdest, dann passiert hier folgendes:
Du hast zusätzliche 12 + 8 + 30 Kombos Air bzw. irgendwie sowas mittelstarkes und 4 Kombos zusätzliches Axs.
=> jetzt hast du anstatt 51 Air Kombos schon 101 Air kombos und bloss 39 wirkliche Valuekombos. Und nun tritt folgendes Problem auf: Du cbettest und wirst gecalled und anstatt in ca. 30% der Fälle am Turn doublebarreln zu können (z.b. mit KdQd oder AcTc) wirst du nur noch sinnvoll in 10% der Fälle doublebarreln können mit deiner gesamten Range, da du einfach viel zuviel Air mit vielzuwenig Backdoorequity hast, um am Turn sinnvoll zu doublebarreln. (ausser du hast vor mit QQ Ax aus der Hand zu barreln).
Das führt dazu, dass du nicht 100% cbetten solltest, sondern ca. 70% cbettest, dafür aber eine viel höhere Doublebarrelquote relativ betrachtet haben wirst. (weil die Hände mit denen du am Flop bettest im Kontext zur Boardstruktur wesentlich stärker sind als wenn du einfach blind draufhauen würdest).
Du merkst in deiner Hand zusätzlich auch selber was hier passiert: Du cbettet mit KK und spielst gegen eine Range aus Set, vielleicht ein paar schlechtere Pairs (wenn der Gegner schlecht ist, dann wird er mit denen keinen Plan haben - gegen mich würde das schon etwas schwieriger werden) und Ax weiter.
Damit du hier am River überhaupt jemals eine Bet callen kannst, muss der Gegner Pairs in Bluffs verwandeln. Da du dies aber nicht weisst baust du hier schon am Flop einen Pot auf der dir am River ein Problem bereiten wird:
Denn du bezahlst dort wieder Geld um herauszufinden, ob du am Flop die beste Hand hattest. Das ganze hätte wesentlich günstiger funktioniert, wenn du am Flop checkst. Das hat mehrere Vorteile gleichzeitig:
1. Du manipulierst die gegnerische Range und behälst alle Hände drin, die du massiv dominierst
2. Du kommst näher an den Showdown und baust keinen großen Pot auf ohne wirklich zu wissen wie es weitergehen soll, wenn du gecalled wirst
Der Trick auf den Micros ist jetzt, dass fast kein Gegner erkennen wird, wenn du die "schwächsten" stärksten Hände aus deiner Range behind checkst (sprich 99 - KK, AJs, ATs ohne Backdoordraws) und trotzdem alle KQ und Airkombos ohne Backdoorflushdraw cbettest. Daher liegt hier der Hauptfokus darauf KK "richtig" zu spielen und das ist hier sehr wahrscheinlich auf der Boardstruktur der Check.
Anders wäre es auf eine A8h9h gegen einen sehr passiven Spieler - dieser wird nie semibluffen, aber seine Draws callen und vermutlich auch viele spekulativere Hände wie T9, weil er mit den Draws halt die nächste Karte sehen will und mit T9 ja einen Draw der bluffen könnte schlägt.