Original von Korn
Original von fu4711
Das sehen leider die meisten nicht: Affiliates entziehen dem System massiv Geld. Und ob sie es schaffen, mehr Einzahlungen reinzubringen als sie rausziehen sei mal dahingestellt.
Außerdem machen sie aus dem Geld, daß sonst bei den Spielern landen würde, jede Menge bessere Spieler, was natürlich auch wieder Geld kostet. Andererseits sind wohl fast alle von uns genau so an den Punkt gekommen, an dem wir jetzt stehen. Das sollte man auch nicht vergessen.
Hi fu4711,
deine Theorie ist durchweg falsch.
1) Pokerseiten greifen einzig und allein deshalb auf Affiliates zurück, weil sie kosteneffinzienter sind als andere Werbemaßnahmen. So lange ein Affiliate also wirklich neue Spieler bringt, geht die Rechnung auf (siehe aber auch Punkt 3 unten).
Bei dem Model hat man sich damals aber nicht überlegt, daß eventuell mal Leute absurde Summen reingrinden würden. Hätte man das gewußt, hätte man das anders geregelt. Insofern mag das aus der damaligen Kalkulation effizienter gewesen sein, hat sich jedoch nicht bewahrheitet.
Du sagst ja selber:
Original von Korn
Leider ist es so, dass PokerStars nahezu keine Affiliate-based Promotions erlaubt. Das heißt Dinge wie Rake-Races, Gemstones oder ähnliches dürfen wir bei PokerStars nicht mache, im Gegenteil mussten wir sogar PokerStars aus unsere Top 250 Promotion entfernen.
Aber fakt ist: Pokerstars ist mit weitem und mit wachsendem Abstand die erfolgreichste Seite. Eventuell besteht da ein Zusammenhang.
Ist doch auch nicht anders bei eurem BM-Konzept. Da habt ihr auch schnell alles umgeworfen und gestrichen als ihr gemerkt habt, daß es vielleicht ein bißchen leicht ist bzw. man dann da einen Weyoun oder was weiß ich wen durchschleppen muß, der nicht einen SP mehr grindet.
Lifetime awards ebenso.
Aus der damaligen Sicht mag das sinnig gewesen sein, man hat sich geirrt und das korrigiert. Meine drölfmillionen Titanpoints waren auch eines morgens weg und der Shop ist nie gekommen, in dem man das umtauschen konnte. Vielen Dank auch für euren großartigen Einsatz für uns Spieler damals.
Aber genug von den alten Geschichten.
Original von Korn2) Zu glauben, dass wenn eine Pokerseite Geld bei Affiliates einsparen würde, dieses dann bei den Spielern landen würde, ist eine Illusion. Siehe auch meine Antwort von vorhin:
Abschließend möchte ich auf einen dritten Aspekt eingehen, welchen du gemeint haben könntest, welcher aber irreführend ist. Es ist die Sichtweise, dass wenn ein Spieler über einen Affiliate gekommen ist, und dieser Affiliate dafür sagen wir 20% revenue share erhält, der Spieler selbst die 20% haben könnte wenn der Affiliate nicht wäre. Dies mag rein theoretisch so sein, in der Praxis ist es aber nicht so. Der Grund dafür ist, dass die Pokerseiten es schlicht niemals so machen würden, was man in der Realität auch immer wieder beobachten kann. Denn die PokerSeiten zahlen den Revenue Share dafür, dass Affilites neue Spieler generieren und nicht als potentielle "Belohnung" an die Spieler oder Affiliates. Wie ich weiter oben schon gesagt habe, ist die Meinung der Pokerseiten diesbezüglich eher, dass gerade regulars bereits jetzt zu viel erhalten und es wird nach Möglichkeiten gesucht, dies langsam aber sicher zu ändern - dagegen wehren wir uns (und jeder Spieler sollte das auch tun.
Da hast du imo recht. Von dem Geld würden wir nichts sehen, soviel ist klar. as würde nur passieren, wenn da ein freier Markt von seriös regulierten Unternehmen arbeiten würde. Und das ist in keinster weise der Fall. Wird auch nicht passieren. Egal.
Aber damit hätten wir nur geklärt, ob sich - überspitzt gesagt - Ray Bitar oder du einen weiteren Ferrari leisten können. Der Spieler hat davon nichts.
Sogesehen ist natürlich auch klar, daß sich - im bestehenden System - einfach jeder für PS.de oder eben einen einem individuell zusagenden anderen Affiliate entscheiden sollte. Denn man bekommt etwas statt gar nichts.
Original von Korn3) Deine Aussage trifft allerdings zu auf Affiliate-Geschäftsmodelle, welche weder wirklich neue Spieler bringen noch einen Mehrwert für Spieler erzeugen, außer Geld von A nach B zu verschieben. Dies trifft für die klassischen Rakeback-Modelle zu, die Geld von der Pokerseite nehme, einen Teil abzwacken und den Rest weiterzahlen, sonst aber weder neue Spieler acquirieren noch einen Mehrwert darüber hinaus produzieren. Hier - und das sagen wir schon seit Jahren - ist es in der Tat deutlich besser, wenn die Pokerseite selbst die Spieler belohnen würden und die Zusatzkosten für den Affiliate spart. In der Theorie stimmt das, in der Praxis sperren sich die Seiten oft dagegen, weil die Versuchung einfach zu groß ist, das Geld eben nicht weiterzugeben. Ein Beispiel hier wäre das neue Full Tilt, wo die ersten Anzeicher eher mau aussehen.
Da hast du soweit ich da jetzt überblicke recht, allerdings kollidieren da natürlich ureigenste, eventuell auch zu kurzfristig gedachte Spielerinteressen mit dem "Poker-Ecology-Gemeinwohl".
Wenn mir morgen einer anbietet, mir xx% Rakeback zu zahlen wenn ich auf Seite xy spiele, dann mach ich das vermutlich auch bei halbwegs passenden Rahmenbedingungen. Und das Geld ist natürlich komplett dem Kreislauf entzogen, denn ich cashe es schlicht aus.
Das es dann eventuell über Mandy, Nancy oder Jaqueline wieder bei Hermann Pascha landet und der es der Community wieder zuführt, sei mal außen vor gelassen hier.
Original von Korn4) Was du auch bedenken solltest, ist, dass die "Geld aus dem System ziehen" Rhetorik insgesamt äußerst gefährlich ist. Denn viele Pokerseiten denken, dass gerade winning player dies tun und deshalb weniger stark unterstützt werden sollten. Siehe dazu auch meine Posts weiter oben.
Lg,
Dominik
Damit haben sie ja auch recht. Nur viele der angedachten Maßnahmen sind eben inakzeptabel.
Ich wollte niemals sagen, Affiliates sind die einzigen Schmarotzer in einem ansonsten funktionierendem System. Das sind auch die Spielerrewards (NICHT die winnings) aller Art und all die anderen Investoren etc., die ihren Anteil wollen.
Im Kern könnte das so einfach sein, man zahlt deutlich weniger Rake oder ne monatliche Gebühr etc., die die Kosten der Betreiber deckt (und die sind lächerlich. So ne Software hab ich in den Achzigern als Kind an einem Tag zusammengezimmert - und die Grafik war besser). Gut ist.
Aber dann haben die meisten Spieler eben keine Fische mehr, an denen sie sich bereichern könnten. Und die Anbieter würden auch nicht mehr verdienen, als sie es vorher in ihrem 08/15 Job getan haben etc. pp. Alle wollen doch nur mitverdienen. Dementsprechend ist das ganze hier doch nur ein Verteilungkampf um den Kuchen. Und die Spieler sitzen nunmal am kürzesten Hebel. Die haben keine reellen Gewerkschaften und auch nicht deren Rechte.