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[Geschlossen] Wert des Trackings bei Pokerstrategy

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Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009

Original von rootsanarchy
auf pokerfuse is heut ein artikel erschienen, der korns andeutungen über einschnitte bei winning regulars bestätigt (auch wenns dort um nevada geht): http://pokerfuse.com/features/editorial-opinion/online-poker-shrinking-the-skill-gap-24-10/

die Uhr zurückdrehen wollen sie also?! :rolleyes:

Sollen sie halt gerne die Verhältnisse auf 2004 zurückstellen, wo man mit nem SHC und dem Wissen was ne valuebet ist auf NL5k einfacher Geld drucken konnte als heute auf NL2...

Diese verlogene Bande will angeblich die Fische - äh "Gelegenheitsspieler" schützen, dabei ist deren einziges Interesse das Geld noch länger als eh schon im System zu halten um noch mehr davon in Rake umzuwandeln.

Alleine die Idee die Spieler nach Spielstärke zusammenzuführen zeigt, dass keiner von denen den geringsten Plan von Poker hat und versteht wieso man Poker spielt und dass die in Wahrheit nur darauf schauen ihren Gewinn noch weiter zu maximieren - ich könnt so kotzen.

Und wie schon mal in dem Thread hier geschrieben - ich wäre nicht mal mehr im Mindesten überrascht, wenn solche "Ideen" nicht schon längst auf die eine oder andere Weise umgesetzt werden, indem eben die "Gelegenheitsspieler" öfter mal genau dann gute Karten bekommen, wenn es sich lohnt und umgekehrt, um deren "Nachteil" ein wenig abzumildern... :O


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007

für jemanden, der eine edge auf quasi alle hat, regst du dich aber ganz schön auf

mE ist es zumindest gut, dass solche konzepte offen diskutiert werden und nicht hinter verschlossenen türen ausgeheckt

vielleicht wird im zuge einer solchen diskussion auch mal transparenter, unter welchen bedingungen ein anbieter überhaupt wirtschaftlich sinnvoll arbeiten kann
und damit meine ich sicher nicht den maximalprofit


Die Gewinnmaximierung der Pokerseiten ist doch im Grunde nicht dreckiger, als das, was wir alle beim Pokern versuchen. Die Firma ziehen halt den Gewinn für die Anteilseigner raus und die Winningplayer das Geld für sich selbst. Ich seh da keinen Unterschied.

Aber mal was anderes. Korn sagt jetzt plötzlich, dass ein großes Interesse von Pokerstrategy darin besteht, möglichst viele Spieler zu haben, die viel Rake produzieren. Irgendwie steht das für mich im krassen Gegensatz zu Aussagen, die weiter vorn getätigt wurden. Dort hieß es, dass man lieber Einmalzahlungen für geworbene Spieler von den Pokerräumen bevorzugt.
Was stimmt denn nun?

Und noch mal ein kleines Beispiel zur Education hier. Nehem wir mal Fixed Limit. Da kauf ich mir als Einsteiger das berühmte Buch "Small Stakes Holdem" von Miller/Sklansky und hab 1:1 den Inhalt der Bronzesektion auf Papier. Und musste mich dafür nicht mal an einen Affli binden.


toyberg
Beigetreten: 03.02.2009

Original von Stocker31
Die Gewinnmaximierung der Pokerseiten ist doch im Grunde nicht dreckiger, als das, was wir alle beim Pokern versuchen. Die Firma ziehen halt den Gewinn für die Anteilseigner raus und die Winningplayer das Geld für sich selbst. Ich seh da keinen Unterschied.

Aber mal was anderes. Korn sagt jetzt plötzlich, dass ein großes Interesse von Pokerstrategy darin besteht, möglichst viele Spieler zu haben, die viel Rake produzieren. Irgendwie steht das für mich im krassen Gegensatz zu Aussagen, die weiter vorn getätigt wurden. Dort hieß es, dass man lieber Einmalzahlungen für geworbene Spieler von den Pokerräumen bevorzugt.
Was stimmt denn nun?

Und noch mal ein kleines Beispiel zur Education hier. Nehem wir mal Fixed Limit. Da kauf ich mir als Einsteiger das berühmte Buch "Small Stakes Holdem" von Miller/Sklansky und hab 1:1 den Inhalt der Bronzesektion auf Papier. Und musste mich dafür nicht mal an einen Affli binden.

Und hast mehr Geld ausgegeben als hier und hast keinen Unterschied zu einem getracktem Account. Wo ist also deine Logik?


Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009

was den Content angeht, so wurde der halt nicht nur dort aus den bekannten Quellen weitgehend abgeschrieben, oder wie man hier lieber sagen wird, man hat sich von den bekannten Vorlagen inspirieren lassen ;)
(Wobei - so fair muss man sein - der FL Content bei PS.de sehr hochwertig ist insgesamt)

Und was die Seiten und das was die Spieler angeht machen zu vergleichen finde ich hahnebüchen.
Wenn ich Poker spiele, so spiele ich in einem absolut fairen Spiel ohne jeden Trick oder Beschiß und gewinne dadurch Geld, dass ich bessere Entscheidungen treffe als die Gegner, die sich alle freiwillig auf das Spiel eingelassen haben.
Eine reinere Form des Wettkampfs um Geld ist kaum denkbar.

Die Pokerseiten hingegen missbrauchen ihre Markt- und Machtstellung um die ohnehin schon extrem hohe Gewinnmarge die sie haben und die sie für eine vergleichsweise simple Dienstleistung beziehen noch weiter auszubauen und schröpfen so die Spieler bis aufs Letzte.

Wenn du so willst ist Pokerspielen so wie ein faires Autorennen bei dem am Ende auch der bessere gewinnt, die Pokerseiten sind aber die Ölkonzerne die den Sprit viel teurer verkaufen als nötig und alle schröpfen, die darauf angewiesen sind und sich nicht dagegen wehren können. :rolleyes:

(sorry für off topic, bin jetzt auch raus, weil ich mich sonst nur erst so richtig aufrege...)


Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von Stocker31
Aber mal was anderes. Korn sagt jetzt plötzlich, dass ein großes Interesse von Pokerstrategy darin besteht, möglichst viele Spieler zu haben, die viel Rake produzieren. Irgendwie steht das für mich im krassen Gegensatz zu Aussagen, die weiter vorn getätigt wurden. Dort hieß es, dass man lieber Einmalzahlungen für geworbene Spieler von den Pokerräumen bevorzugt.
Was stimmt denn nun?

Beides stimmt. Der entscheidende Punkt ist, das Einmalzahlungen letztlich auch indirekt davon abhängen, wie gut die Spieler sind, welche man als Affiliate bringt. Sprich: wenn du viele weniger aktive Spieler auf einer Einmalzahlung generierst, werden die Beträge reduziert. Und umgekehrt.

Und noch mal ein kleines Beispiel zur Education hier. Nehem wir mal Fixed Limit. Da kauf ich mir als Einsteiger das berühmte Buch "Small Stakes Holdem" von Miller/Sklansky und hab 1:1 den Inhalt der Bronzesektion auf Papier. Und musste mich dafür nicht mal an einen Affli binden.

Du kannst 1 Buch kaum mit all dem Vergleichen, was wir Bronze-Mitgliedern bieten. (Artikel, Videos, Coachings, Handbewertungen, Freerolls, Promos, etc).

Abgesehen davon ist Small Stakes Hold'em ist kein gutes Beispiel, da es für Anfänger extrem ungeeignet ist und teilweise stark abweicht von dem, was wir in der Einsteiger und Bronze-Sektion unterrichten.

Lg,
Dominik


Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von rootsanarchy
auf pokerfuse is heut ein artikel erschienen, der korns andeutungen über einschnitte bei winning regulars bestätigt (auch wenns dort um nevada geht): http://pokerfuse.com/features/editorial-opinion/online-poker-shrinking-the-skill-gap-24-10/

@korn: du hast mich im anderen thread zu unrecht angegriffen und mir implizit populismus unterstellt. da du die dortige diskussion nicht mehr zu verfolgen scheinst (falls doch, hast du die stelle verpasst, an der eine entschuldigung angebracht wäre) und meine freundschaftsanfrage ignorierst, dann eben hier kurz der hinweis. will gar nicht wieder das "umgang mit kritik"-fass aufmachen, aber wenn man mit worten wie fairness um sich wirft, sollte man zumindest den respekt haben, richtig hinzuschauen.

Hi roots,

falsch ich etwas falsch verstanden habe bzw dich zu Unrecht angegriffen habe entschuldige ich mich dafür. Das Community-Modul nutzte ich leider kaum. Du kannst mich gerne per Email kontaktieren: dominik [at] pokerstrategy.com.

Den Thread schaue ich mir jetzt an.

Lg,
Dominik


die darauf angewiesen sind und sich nicht dagegen wehren können.

Nur 2 kurze Vorschläge: Anbieter wechseln oder vllt aufhören? Und schon hast du dem überteuertem Anbieter einen Teil seiner Marktmacht entzogen.

Pokerräume sind keine Wohlfahrtsorganisationen. Die sind einfach dazu gedacht, den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen, um Gewinne einzustreichen. Und je mehr, desto besser für die Besitzer.

Schauen wir doch mal was mit den Gewinnen von beiden Parteien passiert.

  • NL1k Bumhunter

Dieser hat den ganzen Tag 10 oder 20 HU Tische auf und wartet darauf, dass sich jemand zu ihm verirrt, dem er die Roll abknöpfen kann. Dass er selbst mit seinem Skill nicht mal NL100 schlägt, lassen wir mal außen vor.
So, jetzt hat er die komplette Roll eines "Fisches", was macht er damit? Er zahlt sich das, was nach Rake noch über ist aus und wirft das Geld für Koks und Nutten raus. Das Geld ist der sagenumwobenen Pokerökonomie entzogen.

  • Pokerraum

Dieser streicht jeden Tag, wie einige vermuten, größere 2stellige Millionenbeträge von den Spielern ein. Was geschieht nur hier mit der Kohle? Richtig, nach Abzug aller Kosten (soll aber auch schon Räume gegeben haben, wo dies vorher geschah), wie z. B. Personalkosten, Hardwarekosten, Rakeback, Afflitzahlungen, Neukundengenerierung und was weiß ich noch alles, geht das hoffentlich übriggeblieben Geld als Gewinn an die Besitzer.
Und was machen die damit? Na, wer kann es erraten? Richtig, die ballerns für Koks und Nutten raus. Das Geld ist der sagenumwobenen Pokerökonomie entzogen.

Die einzig logische Konsequenz ist nun, ein Laufhaus zu eröffnen. :f_cool:

Ich find es übrigens ganz toll, was Korn hier mit der Zündung der Nebelkerze erreicht hat. Eine vage Andeutung, dass den armen Vielrakern ihre Existenzgrundlage entzogen werden soll, reicht aus, um den Thread in eine völlig andere Richtung laufen zu lassen.


Marvl
Beigetreten: 13.03.2005

Original von Scooop
Diese verlogene Bande will angeblich die Fische - äh "Gelegenheitsspieler" schützen, dabei ist deren einziges Interesse das Geld noch länger als eh schon im System zu halten um noch mehr davon in Rake umzuwandeln.

Wo ist denn der Widerspruch, aus welchem die Verlogenheit resultieren soll?
Das eine bedingt doch das andere.
Und es ist doch völlig legitim, wenn ein Veranstalter im Entertainment-Business dafür sorgen möchte, dass sein Laden weiterhin von zahlenden Kunden frequentiert wird.

Auch ich als Spieler finde es besser, wenn ein Freizeitspieler dauerhaft sein Vergnügen abonniert, als wenn er kurzfristig dreimal nachcasht und anschließend für immer die Schnauze voll hat.

Insofern weiß ich gar nicht, was einige Leute wollen.
Alle jammern, wie tough die Games geworden sind, wollen aber weiterhin die Gewässer leerfischen, indem sie 20 Tische NL spielen.

Ist es reiner "Machtmissbrauch" wenn irgendwelche Veranstalter fürchten, dass es nicht ungebremst ewig so weiter gehen kann? Könnte man ihnen nicht vielleicht auch ein bischen gesunden Menschenverstand unterstellen?


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007

Original von Marvl
Ist es reiner "Machtmissbrauch" wenn irgendwelche Veranstalter fürchten, dass es nicht ungebremst ewig so weiter gehen kann? Könnte man ihnen nicht vielleicht auch ein bischen gesunden Menschenverstand unterstellen?

das mit dem gesunden menschenverstand wäre ja ok, aber funktioniert letztlich nur, wenn mit offenen karten gespielt wird
ich bin sicher nicht der bestinformierte hier, doch die anbieter ziehen es imo bislang vor, mit uns ein "spiel mit unvollständiger information"^^ zu spielen
genauer gesagt: eigentlich ohne information

mal sehen, ob KTU was aus den weichteilen von stars zu berichten hat
bin da vorerst aber eher skeptisch, obs uns der sache näherbringt


fu4711
Beigetreten: 29.06.2007

Original von Chief0r
Ich spiel sowieso ungetracked auf Stars und würde mir getracked auch nichts bringen. Hatte getracked aber auch keinen Nachteil dadurch also ists mir ziemlich egal.

Das sehen leider die meisten nicht: Affiliates entziehen dem System massiv Geld. Und ob sie es schaffen, mehr Einzahlungen reinzubringen als sie rausziehen sei mal dahingestellt.

Außerdem machen sie aus dem Geld, daß sonst bei den Spielern landen würde, jede Menge bessere Spieler, was natürlich auch wieder Geld kostet. Andererseits sind wohl fast alle von uns genau so an den Punkt gekommen, an dem wir jetzt stehen. Das sollte man auch nicht vergessen.


Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von fu4711
Das sehen leider die meisten nicht: Affiliates entziehen dem System massiv Geld. Und ob sie es schaffen, mehr Einzahlungen reinzubringen als sie rausziehen sei mal dahingestellt.

Außerdem machen sie aus dem Geld, daß sonst bei den Spielern landen würde, jede Menge bessere Spieler, was natürlich auch wieder Geld kostet. Andererseits sind wohl fast alle von uns genau so an den Punkt gekommen, an dem wir jetzt stehen. Das sollte man auch nicht vergessen.

Hi fu4711,

deine Theorie ist durchweg falsch.

1) Pokerseiten greifen einzig und allein deshalb auf Affiliates zurück, weil sie kosteneffinzienter sind als andere Werbemaßnahmen. So lange ein Affiliate also wirklich neue Spieler bringt, geht die Rechnung auf (siehe aber auch Punkt 3 unten).

2) Zu glauben, dass wenn eine Pokerseite Geld bei Affiliates einsparen würde, dieses dann bei den Spielern landen würde, ist eine Illusion. Siehe auch meine Antwort von vorhin:

Abschließend möchte ich auf einen dritten Aspekt eingehen, welchen du gemeint haben könntest, welcher aber irreführend ist. Es ist die Sichtweise, dass wenn ein Spieler über einen Affiliate gekommen ist, und dieser Affiliate dafür sagen wir 20% revenue share erhält, der Spieler selbst die 20% haben könnte wenn der Affiliate nicht wäre. Dies mag rein theoretisch so sein, in der Praxis ist es aber nicht so. Der Grund dafür ist, dass die Pokerseiten es schlicht niemals so machen würden, was man in der Realität auch immer wieder beobachten kann. Denn die PokerSeiten zahlen den Revenue Share dafür, dass Affilites neue Spieler generieren und nicht als potentielle "Belohnung" an die Spieler oder Affiliates. Wie ich weiter oben schon gesagt habe, ist die Meinung der Pokerseiten diesbezüglich eher, dass gerade regulars bereits jetzt zu viel erhalten und es wird nach Möglichkeiten gesucht, dies langsam aber sicher zu ändern - dagegen wehren wir uns (und jeder Spieler sollte das auch tun.

3) Deine Aussage trifft allerdings zu auf Affiliate-Geschäftsmodelle, welche weder wirklich neue Spieler bringen noch einen Mehrwert für Spieler erzeugen, außer Geld von A nach B zu verschieben. Dies trifft für die klassischen Rakeback-Modelle zu, die Geld von der Pokerseite nehme, einen Teil abzwacken und den Rest weiterzahlen, sonst aber weder neue Spieler acquirieren noch einen Mehrwert darüber hinaus produzieren. Hier - und das sagen wir schon seit Jahren - ist es in der Tat deutlich besser, wenn die Pokerseite selbst die Spieler belohnen würden und die Zusatzkosten für den Affiliate spart. In der Theorie stimmt das, in der Praxis sperren sich die Seiten oft dagegen, weil die Versuchung einfach zu groß ist, das Geld eben nicht weiterzugeben. Ein Beispiel hier wäre das neue Full Tilt, wo die ersten Anzeicher eher mau aussehen.

4) Was du auch bedenken solltest, ist, dass die "Geld aus dem System ziehen" Rhetorik insgesamt äußerst gefährlich ist. Denn viele Pokerseiten denken, dass gerade winning player dies tun und deshalb weniger stark unterstützt werden sollten. Siehe dazu auch meine Posts weiter oben.

Lg,
Dominik


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007

Original von Korn
1) Pokerseiten greifen einzig und allein deshalb auf Affiliates zurück, weil sie kosteneffinzienter sind als andere Werbemaßnahmen. So lange ein Affiliate also wirklich neue Spieler bringt, geht die Rechnung auf (siehe aber auch Punkt 3 unten).

ein argument, das die spieler halt nur glauben (oder bezweifeln) können
anhand von überprüfbaren, harten fakten beurteilen werden sie es nie können

deswegen wird das misstrauen bleiben - und ggf eher wachsen

@e
aber es ist imo auch eher egal
schliesslich fragen wir bei keinem konsumprodukt nach, wieviel der hersteller oder der wiederverkäufer für webung/aquise ausgibt
und wir würden nie argumentieren, dass die kosten da runtergeschraubt werden sollten, damit die preise sinken
das machen die leute ja nicht mal bei red bull^^

trotzdem entsteht die diskussion hier, weil es eine monopolstellung gibt - und die preise erdrückend sind


Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009

Korn, dass du als CEO des größten Affiliates die Pro Affiliate Argumente hochhältst ist weder verwunderlich noch kritikwürdig, aber es bleibt dennoch immer sehr einseitig was du schreibst finde ich.

Korrigiere mich wenn ich mich irre, aber meines Wissens basiert das Affiliate System doch vor allem auf diesem Aspekt:

Wenn ich eine Pokerseite neu aufmache habe ich zunächst mal sehr hohe Kosten und keine Garantie, dass auch viele Spieler auf meiner Seite einzahlen und Rake generieren.
Wenn ich dann zu den Kosten (Software, Lizenzen, Mitarbeiter, usw.) noch zusätzlich weitere Kosten auf mich nehmen muss um eben Werbung für meine Seite zu machen, so ist das Risiko was ich mit dem Neustart meines Unternehmens auf mich nehme extrem hoch und es wird nicht viele Geldgeber geben, die sich darauf einlassen.

Indem ich das Werben von Spielern Dritten überlasse und diese anteilig am erzeugten Rake beteilige schlage ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

1. ich habe weniger direkte Kosten, da die Werbung komplett von Dritten übernommen wird.
2. Ich bezahle diese Dritten anteilig durch den tatsächlich erzeugten Rake, so dass ich nicht mehr für Werbung ausgebe als ich einnehme, so kann ich sehr gut und sicher kalkulieren.
3. Ich kann ggf. in deren schon bestehenden Kundenkreis reinkommen, was sonst so nicht möglich wäre.

-> Super Sache das: wenn ich also ne Pokerseite aufmachen will, so freut es mich ungemein, dass es Affiliates gibt und ich werde sie nutzen!

...

5 Jahre später:

ich habe eine erfolgreiche Pokerseite, die Milliardenumsätze macht und sehr hohe Gewinne im oberen Millionenbereich.
Jetzt schaue ich darauf wie ich Kosten einsparen kann und meinen Gewinn maximieren und jetzt fallen mir diese ganzen Affiliates auf, die jeweils sagen wir 30% vom Rake abkassieren.
Diese Millionen an $ die dafür draufgehen will ich jetzt viel lieber selber nutzen um entweder selber gezielt Werbung zu machen, meine ohnehin schon bekannte Seite noch populärer zu machen (indem ich Turnierserien sponsore, ggf. Fußballmannschaften, TV spots schalte oder was auch immer) und mit diesen 30% eben nicht auch noch dritte bezahlen muss, die ja nun auch (nicht gerade schlecht) davon leben.
Denn wenn ich eine eigene Werbeabteilung habe, so wird diese effektiver und kostengünstiger arbeiten können als irgendwelche Affiliates, die oft sogar viel mehr Geld bekommen als sie mir tatsächlich mal eingebracht haben. (Lebenslange Bindung für oft nur einmaliges Aquirieren)

_________

Wenn diese Skizze auch nur zur Hälfte der Realität entspricht, ist doch klar wieso ein Affiliate System sich etabliert hat und auch seine Berechtigung hatte (und hat sofern neue Seiten hinzukommen was ja ständig passiert) und es wird ebenso klar, wieso große Pokerseiten, die über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen irgendwann anfangen sich zu fragen ob man diese Subunternehmer wirklich noch braucht oder ob es nicht effektivere Methoden gibt, jetzt wo das Risiko überschaubarer geworden ist, die Seite ohnehin schon bekannt ist und auch die finanziellen Mittel ganz andere sind...

Fazit: Affiliates sind nicht per se schlecht und verdammungswürdig, aber sie kosten zum Teil die Seiten mehr Geld als sie einbrigen (insbesondere wenn die Seiten älter werden) und können, wenn die Seite groß genug ist ggf. sogar regelrecht lästig werden.


Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Hi Scoop,

grundsätzlich bin ich nicht pro-affiliate, es kommt wie so oft im Leben hier auf die Details an. Es gibt nämlich Affiliate-Geschäftsmodelle die eindeutig schädlich sind und welche, die es nicht sind. Ich möchte diesen Thread hier aber nicht damit derailen.

Zu deiner Analyse: dort sind viele wahre Punkte dran, deshalb habe ich mich weiter oben ja auch für Einmalzahlungen statt Revenue Share ausgesprochen. Einen Denkfehler hast du allerdings: auf revenue share ist es mathematisch unmöglich, dass ein Affiliate mehr kostet als er einbringt (zumindest dann, wenn er überwiegend neue Spieler bringt).

Lg,
Dominik


Korn
Beigetreten: 14.01.2005

Original von smokinnurse

Original von Korn
1) Pokerseiten greifen einzig und allein deshalb auf Affiliates zurück, weil sie kosteneffinzienter sind als andere Werbemaßnahmen. So lange ein Affiliate also wirklich neue Spieler bringt, geht die Rechnung auf (siehe aber auch Punkt 3 unten).

ein argument, das die spieler halt nur glauben (oder bezweifeln) können
anhand von überprüfbaren, harten fakten beurteilen werden sie es nie können

deswegen wird das misstrauen bleiben - und ggf eher wachsen

Hi smokinnurse,

kann ich verstehen. Aber gerade der o.g. Punkt ist nun wirklich extrem gut extern verifizierbar, wenn man ein wenig in der Poker-Industrie herumfragt.

Er ist auch common-sense. Es gibt einen guten Grund, dass jede Pokerseite ein Affiliate-Programm hat und dass die Pokerseiten jedes Jahr massive Präzenz auf den diversen Affiliate-Konferenzen zeigen.

Der zweite Punkt ist, dass auf einem revenue share deal die Pokerseite nur gewinnen kann.

Drittens wirst du feststellen, dass die meister Pokerseiten keine Mainstream-Werbung (z.b. im TV) machen. Der Grund hierfür ist schlicht, dass es für sie nicht +EV ist, was nichts weiter heißt als dass es deutlich mehr kostet als es an revenue bringt, was, wenn man es auf revenue share umrechnet, > 100% revenue share ist. Was du mir nicht glauben musst, ist, dass es oft so aussieht, dass in Massenmedien mittlerweile die Kosten pro Echtgeldspieler > $1000 sein können bei einem lifetime value vor Kosten von $300.

In den oben genannten Punkte liegt auch einer der Gründe, warum PokerStrategy.com so erfolgreich geworden ist (aus Sicht der Pokerseiten). Wir sind einfach - durch Education + Community - deutlich besser im Generieren neuer Spieler als die Pokerseiten selbst.

Lg,
Dominik


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007

Original von Korn
Drittens wirst du feststellen, dass die meister Pokerseiten keine Mainstream-Werbung (z.b. im TV) machen. Der Grund hierfür ist schlicht, dass es für sie nicht +EV ist, was nichts weiter heißt als dass es deutlich mehr kostet als es an revenue bringt, was, wenn man es auf revenue share umrechnet, > 100% revenue share ist. Was du mir nicht glauben musst, ist, dass es oft so aussieht, dass in Massenmedien mittlerweile die Kosten pro Echtgeldspieler > $1000 sein können bei einem lifetime value vor Kosten von $300.

schon klar
aber stars ist ja rel. grossflächig in DE in den mainstream-medien vertreten
was das kostet und ob der nutzen die kosten deckt, kann ich natürlich nicht beurteilen

was ich aber hauptsächlich vermute ist, dass man auf diese medien doch nicht dauerhaft verzichten können wird
imo muss man mit online-poker mehr in die mitte der gesellschaft
also mal weg von den rein männlichen spieler von 18-28
schon deshalb, weil bei den erwachsenen einfach mehr geld ist^^

aber die erreicht man mit einem forum wie PSde halt nicht
und mit den anderen affis wahrscheinlich erst recht nicht - jedenfalls nicht in der jetzigen form


FinalTableTillus
Beigetreten: 16.10.2006

Most valuable affiliate Verhältnis besteht seitens ps.com ja zu ipoker, was an der Anzahl an StrategyPoints im Verhältnis zu anderen clients leicht nachzuvollziehen ist. Aber gerade da nimmt das Bot-Problem ja immer mehr zu. Ipoker kann/will nichts wirklich dagegen machen.
Die Bots werden immer weiterentwickelt, trocknen die nanos und vermehr auch die micros aus. Früher oder später macht sich das auch auf den höheren limits bemerkbar , da nicht genügend Spieler/Geld nachrücken(pokerecology bla usw). Und eben die nanos/micros sind ja der einstiegsbereich von neuen spielern, die zB von pokerstrategy geworben werden, aber bei fortschreitender entwicklung der bots untergehen werden. Sofern dagegen nichts unternommen wird, fallen immer mehr seiten weg und dann bleibt nur noch das monopolistische Stars (sie gehen wenigstens gegen botting vor) an dem ps.com so gut wie nix verdient...

Muss doch auch im interesse von pokerstrategy sein sich mal hinzusetzen udn zu überlegen wie man dagegen vorgehen kann?!

-Reduzierung der Tischanzahl -> nur durch rakeback winning bots lohnen sich nicht mehr (Problematik der hohen Rakebackdeals)

-Bei ungewöhnlichen langen Sessions eine Art Pop-up Fenster in dem die Person zB ein captcha eingeben muss um zu verifizieren dass sie menschlich ist. Könnte auch einfach standardmäßig zB alle 2Std oder so für alle spieler obligatorisch sein.

Jmd noch Ideen?!


fu4711
Beigetreten: 29.06.2007

Original von Korn

Original von fu4711
Das sehen leider die meisten nicht: Affiliates entziehen dem System massiv Geld. Und ob sie es schaffen, mehr Einzahlungen reinzubringen als sie rausziehen sei mal dahingestellt.

Außerdem machen sie aus dem Geld, daß sonst bei den Spielern landen würde, jede Menge bessere Spieler, was natürlich auch wieder Geld kostet. Andererseits sind wohl fast alle von uns genau so an den Punkt gekommen, an dem wir jetzt stehen. Das sollte man auch nicht vergessen.

Hi fu4711,

deine Theorie ist durchweg falsch.

1) Pokerseiten greifen einzig und allein deshalb auf Affiliates zurück, weil sie kosteneffinzienter sind als andere Werbemaßnahmen. So lange ein Affiliate also wirklich neue Spieler bringt, geht die Rechnung auf (siehe aber auch Punkt 3 unten).

Bei dem Model hat man sich damals aber nicht überlegt, daß eventuell mal Leute absurde Summen reingrinden würden. Hätte man das gewußt, hätte man das anders geregelt. Insofern mag das aus der damaligen Kalkulation effizienter gewesen sein, hat sich jedoch nicht bewahrheitet.

Du sagst ja selber:

Original von Korn
Leider ist es so, dass PokerStars nahezu keine Affiliate-based Promotions erlaubt. Das heißt Dinge wie Rake-Races, Gemstones oder ähnliches dürfen wir bei PokerStars nicht mache, im Gegenteil mussten wir sogar PokerStars aus unsere Top 250 Promotion entfernen.

Aber fakt ist: Pokerstars ist mit weitem und mit wachsendem Abstand die erfolgreichste Seite. Eventuell besteht da ein Zusammenhang.

Ist doch auch nicht anders bei eurem BM-Konzept. Da habt ihr auch schnell alles umgeworfen und gestrichen als ihr gemerkt habt, daß es vielleicht ein bißchen leicht ist bzw. man dann da einen Weyoun oder was weiß ich wen durchschleppen muß, der nicht einen SP mehr grindet.
Lifetime awards ebenso.

Aus der damaligen Sicht mag das sinnig gewesen sein, man hat sich geirrt und das korrigiert. Meine drölfmillionen Titanpoints waren auch eines morgens weg und der Shop ist nie gekommen, in dem man das umtauschen konnte. Vielen Dank auch für euren großartigen Einsatz für uns Spieler damals.

Aber genug von den alten Geschichten.

Original von Korn2) Zu glauben, dass wenn eine Pokerseite Geld bei Affiliates einsparen würde, dieses dann bei den Spielern landen würde, ist eine Illusion. Siehe auch meine Antwort von vorhin:

Abschließend möchte ich auf einen dritten Aspekt eingehen, welchen du gemeint haben könntest, welcher aber irreführend ist. Es ist die Sichtweise, dass wenn ein Spieler über einen Affiliate gekommen ist, und dieser Affiliate dafür sagen wir 20% revenue share erhält, der Spieler selbst die 20% haben könnte wenn der Affiliate nicht wäre. Dies mag rein theoretisch so sein, in der Praxis ist es aber nicht so. Der Grund dafür ist, dass die Pokerseiten es schlicht niemals so machen würden, was man in der Realität auch immer wieder beobachten kann. Denn die PokerSeiten zahlen den Revenue Share dafür, dass Affilites neue Spieler generieren und nicht als potentielle "Belohnung" an die Spieler oder Affiliates. Wie ich weiter oben schon gesagt habe, ist die Meinung der Pokerseiten diesbezüglich eher, dass gerade regulars bereits jetzt zu viel erhalten und es wird nach Möglichkeiten gesucht, dies langsam aber sicher zu ändern - dagegen wehren wir uns (und jeder Spieler sollte das auch tun.

Da hast du imo recht. Von dem Geld würden wir nichts sehen, soviel ist klar. as würde nur passieren, wenn da ein freier Markt von seriös regulierten Unternehmen arbeiten würde. Und das ist in keinster weise der Fall. Wird auch nicht passieren. Egal.

Aber damit hätten wir nur geklärt, ob sich - überspitzt gesagt - Ray Bitar oder du einen weiteren Ferrari leisten können. Der Spieler hat davon nichts.

Sogesehen ist natürlich auch klar, daß sich - im bestehenden System - einfach jeder für PS.de oder eben einen einem individuell zusagenden anderen Affiliate entscheiden sollte. Denn man bekommt etwas statt gar nichts.

Original von Korn3) Deine Aussage trifft allerdings zu auf Affiliate-Geschäftsmodelle, welche weder wirklich neue Spieler bringen noch einen Mehrwert für Spieler erzeugen, außer Geld von A nach B zu verschieben. Dies trifft für die klassischen Rakeback-Modelle zu, die Geld von der Pokerseite nehme, einen Teil abzwacken und den Rest weiterzahlen, sonst aber weder neue Spieler acquirieren noch einen Mehrwert darüber hinaus produzieren. Hier - und das sagen wir schon seit Jahren - ist es in der Tat deutlich besser, wenn die Pokerseite selbst die Spieler belohnen würden und die Zusatzkosten für den Affiliate spart. In der Theorie stimmt das, in der Praxis sperren sich die Seiten oft dagegen, weil die Versuchung einfach zu groß ist, das Geld eben nicht weiterzugeben. Ein Beispiel hier wäre das neue Full Tilt, wo die ersten Anzeicher eher mau aussehen.

Da hast du soweit ich da jetzt überblicke recht, allerdings kollidieren da natürlich ureigenste, eventuell auch zu kurzfristig gedachte Spielerinteressen mit dem "Poker-Ecology-Gemeinwohl".
Wenn mir morgen einer anbietet, mir xx% Rakeback zu zahlen wenn ich auf Seite xy spiele, dann mach ich das vermutlich auch bei halbwegs passenden Rahmenbedingungen. Und das Geld ist natürlich komplett dem Kreislauf entzogen, denn ich cashe es schlicht aus.
Das es dann eventuell über Mandy, Nancy oder Jaqueline wieder bei Hermann Pascha landet und der es der Community wieder zuführt, sei mal außen vor gelassen hier.

Original von Korn4) Was du auch bedenken solltest, ist, dass die "Geld aus dem System ziehen" Rhetorik insgesamt äußerst gefährlich ist. Denn viele Pokerseiten denken, dass gerade winning player dies tun und deshalb weniger stark unterstützt werden sollten. Siehe dazu auch meine Posts weiter oben.

Lg,
Dominik

Damit haben sie ja auch recht. Nur viele der angedachten Maßnahmen sind eben inakzeptabel.

Ich wollte niemals sagen, Affiliates sind die einzigen Schmarotzer in einem ansonsten funktionierendem System. Das sind auch die Spielerrewards (NICHT die winnings) aller Art und all die anderen Investoren etc., die ihren Anteil wollen.

Im Kern könnte das so einfach sein, man zahlt deutlich weniger Rake oder ne monatliche Gebühr etc., die die Kosten der Betreiber deckt (und die sind lächerlich. So ne Software hab ich in den Achzigern als Kind an einem Tag zusammengezimmert - und die Grafik war besser). Gut ist.

Aber dann haben die meisten Spieler eben keine Fische mehr, an denen sie sich bereichern könnten. Und die Anbieter würden auch nicht mehr verdienen, als sie es vorher in ihrem 08/15 Job getan haben etc. pp. Alle wollen doch nur mitverdienen. Dementsprechend ist das ganze hier doch nur ein Verteilungkampf um den Kuchen. Und die Spieler sitzen nunmal am kürzesten Hebel. Die haben keine reellen Gewerkschaften und auch nicht deren Rechte.


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007

Original von fu4711
Im Kern könnte das so einfach sein, man zahlt deutlich weniger Rake oder ne monatliche Gebühr etc.

eben, ein club-system, das parallel zum rakefinanzierten spiel existieren könnte
jedem stände frei, ob er lieber monatlich pauschal (gestaffelt für bestimmte limit-bereiche) oder jede gespielte hand einzeln per rake bezahlt
für die regs ist das eine kostengünstiger und für die immer-mal-spieler das andere
und die anbieter könnten besser kalkulieren ... aber die kosten würden auch transparenter ... was sie ggf gerade nicht wollen

aber vorschläge wie diese gibts ja schon ewig