Erfolgreich auf den Micros in nur 60 Minuten.
Du kennst bereits:
• Die Regel von Texas Holdem.
Halt dich fest. In den folgenden 60 Minuten lernst du eine Strategie für No-Limit Holdem kennen, mit welcher du dich auf den kleinsten Limits bereits gegen deine Gegner durchsetzen kannst.
Du lernst hier:
• Welche Hände du vor dem Flop spielst
• Und wie du mit deinen Händen nach dem Flop fortsetzt.
• Mit wieviel Pokergeld du an welcher Variante teilnehmen kannst.
Welche Hände kannst du vor dem Flop spielen?
Ein guter Pokerspieler beantwortet zuerst die Frage "Warum?". Die Antwort darauf ist einfach: Um Geld zu gewinnen. Doch wie geht das genau? Du musst hierbei zwei Fälle unterscheiden. Bist du in einer Blind-Steal Situation oder willst du mit dem besten Blatt um einen großen Pot kämpfen?
An einem Pokertisch spielen zwischen 6 bis 10 Spieler.

Sind weniger als 10 Spieler am Tisch fallen die frühesten Positionen weg. An einem Tisch mit 6 Spielern gibt es also die Positionen von MP2 bis BB.
Den Blinds kommt beim Pokern eine besondere Bedeutung zu. Gäbe es sie nicht, würdest du einfach auf ein paar Asse warten und damit direkt All-in gehen. Niemand könnte deine Strategie schlagen. Poker ist also ein Spiel um die Blinds. In den Positionen: UTG bis MP2 kannst du die Blinds nicht direkt angreifen. Hier spielst du nur gute ausgewählte Hände und hoffste damit zu treffen und einen schönen Pot zu gewinnen. Am Button und im Small Blind kannst du hingegen direkt die Blinds angreifen und solltest auch genau das tun!
Die folgenden Tabellen zeigen dir für alle Positionen mit welchen Händen es sich lohnt in die Hand einzusteigen.
Eine No-Limit Holdem Hand besteht aus zwei verschiedenen Karten. Dabei werden die folgenden Abkürzungen benutzt:
A = Ass, K = King, Q = Queen (Dame), J = Jack (Bube), T = Ten (10)
"s" steht für "suited" und bedeutet, dass beide Karten die gleiche Farben haben.
"o" steht für "off suited" und bedeutet umgekerht, dass beide Karten unterschiedliche Farben haben.
ATs steht also für:
A :heart:T :heart:, A :club:T :club:, A :spade:T :spade:, A :diamond:T 
während KJo für:
K
J :heart:, K
J :diamond:, K
J :club:, K
J :diamond:,
K
J :club:, K
J :spade:, K
J :spade:, K
J :heart:,
K
J :club:, K
J :spade:, K
J :heart:, K
J
steht.
UTG, UTG+2, UTG+3, MP1, MP2:

Aus UTG bis MP2 wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 4bb geraist.
MP3, CO:

Aus MP3 bis CO wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 3bb geraist.
BTN, SB:

Aus dem BTN wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 2bb geraist.
Aus dem SB wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 3bb geraist.
BB:

Und das bedeuten die Farben:
Anmerkung zu Limpern: Hälst du eine Hand die du nach Limpern raisen darfst, dann raist du diese für 4bb + 1bb für jeden Spieler der vor dir gelimpt hat, egal in welcher Position du sitzt.
Grüne Hände sind die schwächsten Hände in deinem Spiel. Du benutzt sie vor allem mit dem Gedanken die Blinds zu stehlen. Du spielst sie wenn vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.
Du spielst diese Hände nicht mehr, ...
... falls es vor dir eine Erhöhung gab
... falls vor dir ein Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen ist
Ausnahme: Du sitzt im SB und hälst 22-99, dann limpst du ebenfalls nur mit.
... falls es nach dir eine weitere Erhöhrung gab
Blaue Hände sind bereits besser als die Hände, die deine Gegner im Schnitt Preflop callen. Dementsprechend spielst du sie,
... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.
... falls vor dir Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen sind.
Ausnahme: Du sitzt im SB und hälst 22-99, dann limpst du ebenfalls nur mit.
Du spielst diese Hände nicht mehr,
... falls es vor dir bereits eine Erhöhung gab - außer im BB da spielst du Gelb/Blau markierte Hände wie "Gelbe Hände" weiter.
... falls es nach dir eine weitere Erhöhung gab.
Rote Hände sind deine stärksten Hände und du spielst diese,
... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen
... falls vor dir Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen sind.
... falls es vor dir bereits eine Erhöhung gab und du
...... mit AKs/AKo/QQ 3betten (reraisen) oder 4bette (rereraisen) wir nur dann auf das 3,5fache + 1fache für jeden Caller, wenn der erste Raiser, egal ob wir das sind oder ein Gegner, aus MP3 oder später geraist hat. Sonst callen wir gegen einen normalen Raise vor uns diese Hände, oder folden sie bei einer 3bet (reraise) nach uns.
Wurde vor uns mehr als 1mal geraist, folden wir diese Hände und spielen nur noch AA/KK weiter.
...... AA/KK hast mit einer weiteren Erhöhung auf den 3,5fachen Betrag der ersten Erhöhung und für jeden Caller des ursprünglichen Raises auf das 1fache.
... falls es nach unserem Raise weitere Erhöhungen gibt mit einer weiteren Erhöhung auf das 3fache, auf alles weitere gehst du direkt All-in!
Gelbe Hände kommen nur im Big Blind vor. Diese Hände sind stark genug um sie gegen Steals zu callen. Du spielst diese Hände, ...
... falls es vor dir eine Erhöhung gab aus CO bis SB bis maximal 4bb
Du kannst diese Hände nicht mehr spielen,
... falls es vor dir mehr als eine Erhöhung gab oder die Erhöhung aus UTG-MP3 kommt.
Call20 Regel: Paare haben eine ganz besondere Eigenschaft. Du kannst sehr versteckt einen Drilling mit Ihnen am Flop treffen. Darum kannst du Paare Limpen sobald vor dir schon mindestens 1 Spieler ebenfalls gelimpt hat. Gegen eine Erhöhung callst du, falls du UND dein Gegner noch mindestens das 20fache des zu Callenden Betrages besitzen.
Diese Regel tritt nur in Kraft, wenn wir das Paar laut der Farben in den Chart NICHT weiterspielen dürften, sonst spielen wir das Paar einfach wie im Chart beschrieben!
Minraise-Regel: Wirst du Preflop geminreraist, kannst du grundsätzlich alle Hände, die du geraist hast callen. Dein Gegner gibt dir einen guten Preis um den Flop zu sehen und du muss später die Hand nur sehr selten gewinnen um profitabel zu spielen.
Wurde vor die auf 2bb geminraist, dann siehst du diesen Spieler wie einen Limper an!
Raist du gegen einen Minraise dann musst du auf das 4fache raisen + 2bb für jeden Caller des Minraise.
Herzlichen Glückwunsch! Du weißt jetzt wann du mit welchen Händen in die Hand einsteigst! Nun wird der Flop aufgedeckt.
Schritt 1: Bestimme die Kategorie deiner Hand am Flop
Am Flop gilt es herauszufinden, in welche Kategorie deine Hand fällt. Grundsätzlich gibt es die folgenden Kategorien:
Madehands: Hierunter versteht man Hände, die sich am Flop zu einem Top Pair verbessert haben oder Overpairs.
Zum Beispiel: Du hältst A :diamond:J
und der Flop bringt J :diamond:9 :heart:3 
Sonderregel - Reraised bzw. 3b Pot: Befinden wir uns im 3b Pot, behandeln wir jedes Top Pair und jedes Overpair wie ein Monster!
Monster: Du hast ein Monster auf der Hand, wenn deine Hand besser als eine Madehand ist. Hierunter fallen also alle 2Pairs, Drillinge, Straights, Flushs, usw.
starke Draws: Unter diese Hände fallen Flushdraws, d.h. du hast zwei gleichfarbige Karten auf der Hand und auf dem Board liegen zwei weitere.
zum Beispiel: Du hast A :heart:Q
und auf dem Board liegt 2 :club:3 :heart:K 
Der zweite starke Draw ist der sogenannte Open-Ended-Straightdraw. Hier hast du bereits eine verbundene kleine Straße mit vier Karten und es fehlen dir nur noch eine Weitere:
zum Beispiel: Du hast J :club:9
und das Board bringt 4 :spade:8 :heart:T
hier geben dir jede Dame und jede 7 eine Straße.
Alle anderen Hände fallen in die Kategorie "wertlose Hände".
Schritt 2: Bestimme, wie du deine Hände spielst.
Schritt 2.1: Du hast vor dem Flop erhöht!
Madehands bettest du sowohl am Flop, als auch am Turn, als auch am River mit einer Betsize von 2/3 des aktuellen Pots. Gibt es allerdings nach deiner Bet eine Erhöhung, musst du dich von deiner Madehand trennen und folden.
Monster sind stärker als Madehands und du bist mit diesen bereit alles zu riskieren. Du bettest sie wie Madehands am Flop, Turn und River mit einer Betsize von 2/3. Gibt es nach dir jedoch eine weitere Erhöhung, dann erhöhst du auf das 3,5fache und auf jede weitere Erhöhung gehst du All-In.
Starke Draws bettest du ebenfalls an Flop und Turn mit einer Betsize von 2/3. Gibt es vom Gegner einen Raise, callst du maximal einen Minraise auf das Doppelte, ansonsten foldest du. Am River musst du dich jedoch von deinem starken Draw verabschieden, falls du nicht getroffen hast. Du checkst und foldest, wenn dein Gegner bettet.
Wertlose Hände bluffst du am Flop gegen maximal einen Gegner für 2/3 Potsize. Gegen eine Erhöhung foldest du und sollte der Gegner den Flop gecallt haben, spielst du ab dem Turn check und dann fold.
Sonderregel - Der Gegner bettet zuerst (Donk): Gegen maximal 2bb Bets des Gegners machst du das gleiche was du getan hättest wenn er nicht gebettet hätte, musst aber darauf achten das dein Raise mindestens das 4fache der Donk entspricht sollte 2/3 des Pottes kleiner als das 4fache sein. Spielt der Gegner höher als 2bb an, spielst du nur noch Monster durch einen Raise auf das 3,5fache weiter und alles schlechtere foldest du.
Sonderregel - Niemand hat vor dem Flop erhöht: Wir spielen trotzdem die Handkategorien als ob wir vor dem Flop erhöht hätten.
Schritt 2.2: Du hast vor dem Flop nur gecallt!
Madehands checkst und callst du am
... Flop gegen eine maximale Bet von 3/4 Potsize, sollte der Gegner den Flop checken, bettest du den Flop, Turn und River für 2/3 Potsize.
... Turn gegen eine maximale Bet von 2/3 Potsize, sollte der Gegner den Turn checken, bettest du den Turn und River für 2/3 Potsize.
... River gegen eine maximale Bet von 1/2 Potsize, sollte der Gegner den River checken, bettest du den River für 2/3 Potsize.
Monster bettest du direkt selbst am Flop, Turn und River für 2/3 Potsize. Gibt es nach dir jedoch eine weitere Erhöhung, dann erhöhst du auf das 3,5fache und auf jede weitere Erhöhung gehst du All-In.
Starke Draws checkst du am Flop und Turn und callst sie gegen maximal 1/2 Potsize. Am River gibst du die Hand auf wenn der Draw nicht angekommen ist und spielst Check und dann Fold.
Wertlose Hände spielst du ab Flop check und foldest sie gegen eine Bet.
Sonderregel - Der Gegner checkt am Flop vs 1: Wenn der Gegner den Flop checkt obwohl er vor dem Flop erhöht hatte und am Flop nur uns als Gegner hat, betten wir mit jeder Hand die wir haben 2/3 Potsize und spielen dann ganz normal unsere Handkategorie weiter.
Was ist Bankrollmanagement?
Sieh das Geld, mit dem du dich an einen Tisch setzt, immer als Investition an, so als würdest du Aktien kaufen. Du kaufst sie doch nur, wenn sie einen guten Gewinn versprechen und sich das Verlustrisiko überschauen lässt.
Das erreichst du im Poker, indem du ein Bankrollmanagement anwendest.
Es sagt dir, in welche Limits du investieren, also wie hoch du spielen solltest, um ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen deinem Wunsch ...
• ... bei Gewinnen möglichst weit voranzukommen und viel Geld zu holen.
• ... bei Verlusten nicht zu weit zurückzufallen und zu große Anteile deines Pokergeldes zu verlieren.
Du willst viel gewinnen, wenn du gewinnst, aber von Verlusten nicht schwer getroffen werden. Das erreichst du, wenn du dich an das 25-Buy-in-Bankrollmanagement hältst. Es sagt dir, wie groß dein Pokerkonto (Bankroll) sein muss, um aufzusteigen, und wann du die Reißleine ziehen und absteigen musst.
Das Bankrollmanagement für die 60min Strategie sieht wie folgt aus:
• Du kaufst dich immer mit vollem Stack (100 Big Blinds) an einem Tisch ein. 100 Big Blinds sind ein Buy-in.
• Du kaufst immer direkt auf 100Big Blinds nach, so bald du Geld am Tisch verloren hast und unter die 100 Big Blinds gerutscht bist.
• Hast du 25 Buy-ins des nächsthöheren Limits, kannst du dahin aufsteigen.
>zB kannst du mit 125$ auf NL 5 spielen (NL 5 = 2c/5c Blinds)
• Hast du nur noch 25 Buy-ins des nächstkleineren Limits, musst du dahin zurückgehen.
>zB musst du, wenn du nur noch eine 50$ Bankroll hast wieder auf NL 2 spielen (NL 2 = 1c/2c Blinds)