MTT Beginner Strategie: Die späte Phase
Hier lernst du wie du dich an der Money-Bubble verhältst, mit welcher Strategie du dich an den Final Table spielst und wie du dort den großen Wurf schaffst.
Bubblephase und das erreichen der Geldränge
Um die Geldränge zu erreichen musst du erst die Bubblephase überstehen. In dieser Situation müssen nur noch ganz wenige Spieler ausscheiden, ohne dabei eine Auszahlung zu erhalten. Die verbliebenen 10 bis 15% der Spieler kommen in die Geldränge und kämpfen dann in der späten Phase um den Einzug an den Final Table.
Die Bubblephase ausnutzen
In der Bubblephase wirst du eine Veränderung im Spiel deiner Gegner feststellen. Insbesondere die kleinen Stacks spielen nun viel tighter und nutzen häufig ihre gesamte Timebank um schließlich dennoch zu folden. Nutze die Vorsicht deiner Mitspieler um deinen Stack weiter auszubauen.
Als Bigstack solltest du stets versuchen die kleineren Stacks unter Druck zu setzen. Openraise häufiger gegen kleine Stacks und gehe aus später Position gegen shorte Stacks, mit weniger als 10BB, direkt Allin. Gerade schwache Spieler folden in diesen Situationen nahezu jede Hand um die Geldränge zu erreichen.
Bist du hingegen selbst ein Shortstack so wirst du dich häufig dem Druck der Bigstacks beugen müssen. Gehe knappen Situationen aus dem Weg und spiele etwas tighter als gewohnt. Auf die schwachen Hände in deiner Range solltest du in dieser Situation gänzlich verzichten.
Die Bubblephase endet sobald die Geldränge erreicht sind. Ab diesem Zeitpunkt setzt du dein normales Spiel fort. Richte dich dabei nach den Charts aus den vergangenen Lektionen.
12 Spieler left: Druck ausüben und gleichzeitig Konfrontationen aus dem Weg gehen
Wenn nur noch 12 Spieler übrig sind beginnt die heiße Phase des Turniers. Nun entscheidet sich wer die großen Gewinne abräumen kann. In Hinblick auf die Preisgelder solltest du deine Strategie anpassen.
Die wichtigste Veränderung ergibt sich wenn ein oder mehrere Spieler sehr short sind und du einen großen Stack hast. In diesen Situationen solltest du nach Möglichkeit vermeiden deinen Stack gegen größere Stacks zu riskieren. Gleichzeitig versuchst du weiterhin Druck auf die kleineren Stacks auszuüben. Ziel ist es die kleinen Stacks vor uns busten zu sehen.
Doch Achtung: Sind die kleinen Stacks weiterhin aktiv beschränke dich auf Hände mit denen du auch gewillt bist gegen die kleinen Stacks ein Allin zu callen.
Das bedeutet nicht, dass du anfängst starke Hände zu folden. Befindet sich allerdings ein Spieler mit einem größeren Stack bereits in der Hand, oder ist einer der größeren Stacks hinter uns sehr aktiv, so solltest du einen Gang zurückschalten. Nutzt in diesem Fall das Open Raising Chart für die um eins schlechtere Position.
Vorraussetzung:
- du hast nicht den größten Stack oder einen vergleichbaren Stack wie der Führende
- es ist bereits ein größerer Stack in die Hand eingestiegen oder ein sehr aktiver größerer Stack sitzt hinter dir
- du hast wenigstens 15BB und es gibt shortere Spieler als dich
UTG bis MP1:

MP2 bis CO:

BU und SB:

BB:

Treffen die Voraussetzungen nicht zu, spielst du nach den Charts aus den vorherigen Lektionen.
Der Final Table: Weniger Spieler, mehr Action
Erreichst du den Final Table hängt dein weiteres Spiel von zwei wesentlichen Faktoren ab.
Wie viele Spieler sind noch dabei?
Was ist deine Position im Gesamtranking?
Je weniger Spieler noch im Spiel sind desto aktiver musst du spielen um nicht auszublinden. Dabei ist es weiterhin sinnvoll Druck auf kleinere Stacks auszuüben und sich gegenüber größeren Stacks zurückzuhalten. Deine Position im Gesamtranking entscheidet also darüber auf wen du Druck ausüben kannst. Du orientierst dich dabei nach wie vor an unseren bekannten Ranges, passen diese aber in Abhängigkeit der Gegebenheiten in die eine oder andere Richtung an.
Achtung: Vermeide als Bigstack soweit wie möglich Konfrontationen mit anderen Bigstacks! Es gibt nichts schlimmeres als zweiter in Chips gegen den Chipleader rauszufliegen.
Das Headsup: Zeit sich zu belohnen!
Hast du das Headsup erreicht geht es um den Turniersieg. Openraise Preflop zunächst häufig und such nach Schwächen im Spiel deiner Gegner. Pass dein Spiel entsprechend der Spielweise deines Gegners an.
Wenn einer der beiden Spieler über weniger als 20BB verfügt kannst du folgende Tabelle nutzen:
Push

Call

Grün: Offsuit Hände
Orange: Suited Hände
Blau: Pairs
Die Zahlen der ersten Tabelle geben jeweils an mit wievielen BigBlinds ihr mit der jeweiligen Hand maximal Allin gehen könnt first in aus dem SmallBlind. Die zweite Tabelle zeigt euch mit wievielen BB ihr ein Allin maximal callen könnt.
ACHTUNG: Nur weil man mit mehr als 20BB profitabel AA Allin pushen kann muss das nicht das beste Play sein.
Deals helfen die Varianz zu verringern
Erreicht du einen Final Table so werden die anderen Spieler häufig nach einem Deal fragen. Ob ein Deal sinnvoll ist hängt vom Einzelfall ab.
Je schwächer die anderen Spieler sind, desto weniger Interesse solltest du an einem Deal haben.
Entscheidet du einen Deal einzugehen so gibt es mehrere gängige Methoden der Berechnung:
- Chipcount Deal
- ICM Deal
- Custom Deals
Der Chipcount Deal ist die Standard Methode nach der am häufigsten gedealt wird. Sie ist insbesondere für den Chipleader profitabel. Solltet du also viele Chips haben so wähle diese Option. Die Berechnung der Auszahlungen erfolgt dabei anhand der aktuellen Chipstände. Der verbliebene Pricepool wird dabei anteilig am Anteil des Gesamt-Chipcounts jedes Spielers ausgeschüttet.
Bei der ICM Methode wird das ICM Konzept zu Grunde gelegt. Dies bringt in erster Linie Vorteile für die Shortstacks die nun deutlich mehr erhalten als es bei der Chipcount Methode der Fall wäre. Zur Berechnung dient ein ICM Rechner.
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