:heart: ![]()
MOAR
USA - Westcoast and Vegas 2014 III
"In 500 ft, turn right - your destination is on the left hand side", quakte das Navi, das mir Glücksfisch netterweise vor dem Trip zur Verfügung stellte. 500 Fuß weiter bogen wir in eine Sackgasse von San Diego ab, an dessen Ende kein Wendekreis oder Häuserblock stand, sondern - der Pazifik. Ups!
Unser Luxus-Tempel hatte tatsächlich eine ganz nette Location direkt am Strand. Kaum hatten wir die Türen unseres Mietwagens geöffnet, blickte ich noch einmal auf das Navi: Sind wir jetzt in San Diego oder.... auf Jamaika? Die lange Brücke habe ich zwar nicht mitbekommen, aber der Gras-Geruch, der die Jugendherberge umhüllte, lies echt darauf schließen, dass wir an einem "liberalen" Ort angekommen sind.
Liberal war auch das treffende Attribut für die gesamte Jugendherberge, samt Personal und Gästen. Es war bereits 23 Uhr an diesem Sonntagabend. Auf der Terrasse klierten die Bud Light Flaschen gegeneinander, die Joints leuchten auf wie der Sternenhimmel und alle enjoyten einfach ihr Leben. Ziemlich entspannt war auch unser Schlafraum für sechs Personen: Eine Australierin begrüßte uns mit einem Wasserfall an Geschichten, die sie in den letzten elf Minuten erlebt hat, während zwei andere Männer Mitte - Ende 20 es schafften vom Zeitpunkt unserer Ankunft bis zu unserer Abreise am nächsten Vormittag ganze zwei "Sätze" über die Lippen zu brigen: "Hi" und "Bye".
Flo, Smee und ich ließen den Abend am Strand mit zwei Sixpacks ausklingen. Es dauerte nicht lange, da kam ein Afroamerikaner im "Beach Patrol" Hoodie geradwegs auf uns zugelaufen.
Scheiße, dachte ich, Sixpacks in der Öffentlichkeit sind in den USA gern gesehen wie homosexuelle Araber. Arrest, Visumsentzug oder direkt Todesstrafe? Ich rätselte über das Ausmaß der Strafe, da stellte sich die Beach Patrol mit einem Grinsen im Gesicht vor, das nicht einmal Bob persönlich beim Gustieren des feinsten Dopes aufsetzen könnte. Ihm machte es nichts aus, dass wir hier trinken, aber vor der Polizei müssten wir aufpassen. Wir könnten sonst aber auch einfach mit zu ihm gehen und da "chill a bit, you know". Wir lehnten sein Angebot dankend ab, nicht nur, weil er uns vorher erzählte, wie er letztens einen 2 Meter Typen umboxte, weil er beim Boxen lernte, dass schnell zuboxen eine gute Verteidungsmaßnahme war.
Ich hab leider seinen Namen vergessen, aber er war echt ziemlich entspannt und witzig für den Abend. Rauchen wollten wir aber nicht gerade, also verabschiedeten wir uns irgendwann Richtung Banana Bungalow (Ich feier den Namen immer noch).
Der Jetlag prügelte mich fünf Stunden später aus allen Träumen, aber zum Glück wurde Flo kurze Zeit später auch wach vom Schnarchen des Typens unter mir. Um sieben Uhr kletterten wir aus unseren Hochbetten und erkundeten die Strandpromenade. Dabei stießen wir an einem Pier auf ein sehr geiles, kleines Restaurant, das ein mega leckeres, amerikanisches Frühstück mit Pancakes, Bacon and scrumbled Eggs anbot. Das war die perfekte Gelegenheit, Flo mit der amerikanischen Esskultur vertraut zu machen und er bereute es nicht!
Frisch gestärkt verließen wir das Restaurant um kurz nach 8 uhr und staunten nicht schlecht, dass mittlerweile eine Anstellschlange bis zur anderen Straßenseite entstand. Nun war es an der Zeit, Smee aus dem Dopevillage zu entführen und nach einem kurzen Abstecher im Zentrum San Diegos weiter Richtung Huntington Beach - einem Surfer Vorort von Los Angeles zu fahren.
next: Motelsuche in der Nähe von Sharkeez Bar.
Konti & Blue Moon - fruchtiges Bier mit Orangenschale im Gaslamp District (der Altstadt von San Diego)
lol wo kommen die denn plötzlich her? ♦
bericht 1 schonmal gelesen und natürlich für gut befunden ![]()
aber das bild mit dem cocktail sieht komisch aus. hab den anders in erinnerung
USA - Westcoast and Vegas 2014 IV
Für die nächsten beiden Tage hatte wir keine Unterkunft im Voraus gebucht. Das hieß, dass unser erstes Ziel in Huntington Beach natürlich das Finden einer ordentlichen Bleibe war. Allerdings staunten wir nicht schlecht, als wir die ersten Hotels unweit der Strandpromenade ansteuerten.
"Do you have a room available for tonight?"
"Yes, we do."
"How much would a double room be?"
"A double bed room would be at $310"
"
"
Also cruisten wir weiter, von der 1st street zirka 800 Meter weiter zur 10th street. Dort fanden wir ein nettes Motel für $130 die Nacht. Der Zahlendreher machte was aus! Solche Motels (siehe unten) kannte ich schon von einem Colorado Roundtrip, den ich 2009 hatte. Nie wurde ich enttäuscht und auch diesmal fanden wir ein sauberes, geräumiges Apartment vor, das wir kaum von innen sahen: Ab ins Restaurant, mit drei Pints durch die Pale Ale-Karte Californiens getrunken, ab zum Strand. Am Strand war es doch noch etwas frisch, also weigerte ich mich noch, meine Füße erstmalig in den Pazifik zu tauchen.
Stattdessen tauchte ich wenig später meine Leber in weitere Bier- und Schnapssorten, denn abends fanden wir eine Bar mit komischem Konzept, das scheinbar gut funktioniert. Nicht unüblich in den USA ist es, sich Getränke an der Bar zu bestellen und mit zum Platz zu nehmen. Doch hier galt das auch für Speisen. Kaum hatte man seinen Essenswunsch aufgegeben, drückte der Barkeeper einem einen leeren, kleinen Eimer in die Hand. Ich nahm ihm danken mit einem wtf-Face entgegen und beobachte folgend vom Platz aus, wie etliche Kellner Reallife-Memory spielten. In einer Hand die kleinen, unterschiedlich aussehenden Eimer, in der anderen Speisen, die natürlich während des Suchens nicht unbedingt wärmer wurden. Unser Essen kam halbwegs warm an, von daher habe ich nicht viel an dem System auszusetzen. Falls mir aber jemand erklären kann, worin der Sinn des Eimer-Memory liegt, bin ich gespannt.
Nach dem Essen haben wir uns, wie bereits angedeutet, gut einen gebechert und wieder einmal Australierinnen kennengelernt, die ebenso auf der Rundreise waren wie wir. Mit Hinblick auf den nächsten Tag, an dem wir nicht nur nach Los Angeles hinein-, sondern auch durch die Stadt und weitere Örtchen wie Malibu oder Santa Monica hindurchfahren wollten, versuchte ich mich beim Trinken zu zügeln. Ging natürlich schief, ebenso wie bei meinen Reisegefährten.
Das war aber natürlich keine Ausrede, um am nächsten Morgen unser Ziel zu verfehlen. Nach ausgiebigem Frühstück in Form von staubigen, abgepackten Cinnamon Rolls aus der Rezeption des Motels ging es weiter auf den Highway 1 Richtung LA. Nächster Halt: Hollywood.
Im Vorfeld der Reise habe ich von vielen Bekannten gehört, dass Los Angeles gar nicht mal so besonders wäre, City Tours einer Abzocke gleichen und viele Viertel eh nur aus hohen Mauern bestünde. Deshalb haben wir uns entschlossen, nur kurz nach Hollywood zu fahren, den Walk of Fame nach Jeanette Biedermann und anderen deutschen Koryphäen abzuklappern und anschließend mit dem Mullholand Drive einen szenischen Weg auf einen zentralen Hügel zurück zu legen.
Hollywood war wie erwartet: Super voll und eng, man konnte wenig sehen, aber viel zahlen, zB $2 pro Minute für einen Parkplatz. Wir haben ein günstigeres Parkhaus nahe dem Zentrum Hollywoods - einem Shoppingmall - gefunden und dort in anderthalb Stunden alles gesehen, was man kostenlos sehen konnte. Es war natürlich nett, mal am Walk of Fame zu stehen, aber wirklich geflasht hat mich das nicht.
Der Mullholland Drive hingegen war geil. Man fährt an netten Villen vorbei, einen Hügel rauf, von dem aus man einen schönen 360° Blick über alle Viertel der Stadt hat. Man sieht die Skyline an mehreren Ecken, das Hollywood-Sign ist nicht weit entfernt und man konnte sogar über die Hecken einiger, nicht gerade an der Armutsgrenze knabbernder Ärzte, Anwälte oder ähnliches blicken.
next: Santa Monica Pier und der chilligste Ort der Westküste
Motel in Huntington Beach & mein Kollege Flo vor LA's Skyline
Also cruisten wir weiter, von der 1st street zirka 800 Meter weiter zur 10th street. Dort fanden wir ein nettes Motel für $130 die Nacht. Der Zahlendreher machte was aus! Solche Motels (siehe unten) kannte ich schon von einem Colorado Roundtrip, den ich 2009 hatte. Nie wurde ich enttäuscht und auch diesmal fanden wir ein sauberes, geräumiges Apartment vor, das wir kaum von innen sahen: Ab ins Restaurant, mit drei Pints durch die Pale Ale-Karte Californiens getrunken, ab zum Strand. Am Strand war es doch noch etwas frisch, also weigerte ich mich noch, meine Füße erstmalig in den Pazifik zu tauchen.
Stattdessen tauchte ich wenig später meine Leber in weitere Bier- und Schnapssorten, denn abends fanden wir eine Bar mit komischem Konzept, das scheinbar gut funktioniert. Nicht unüblich in den USA ist es, sich Getränke an der Bar zu bestellen und mit zum Platz zu nehmen. Doch hier galt das auch für Speisen. Kaum hatte man seinen Essenswunsch aufgegeben, drückte der Barkeeper einem einen leeren, kleinen Eimer in die Hand. Ich nahm ihm danken mit einem wtf-Face entgegen und beobachte folgend vom Platz aus, wie etliche Kellner Reallife-Memory spielten. In einer Hand die kleinen, unterschiedlich aussehenden Eimer, in der anderen Speisen, die natürlich während des Suchens nicht unbedingt wärmer wurden. Unser Essen kam halbwegs warm an, von daher habe ich nicht viel an dem System auszusetzen. Falls mir aber jemand erklären kann, worin der Sinn des Eimer-Memory liegt, bin ich gespannt.
Kaum am dritten Tag angekommen beginnen bei Konti schon die Erinnerungslücken. Aber wer wills ihm verdenken? Das wilde durchprobieren der Pale Ales nach kurzem Strandbesuch brachte uns zu einem besonderen Schätzchen: Verdammt ich hab den Namen auch vergessen. Das besondere daran? Geilster Biergeschmack mit deutlicher Grasnote. Konnte einiges und so gabs für uns dann auch noch nen extra Pitcher der Sorte. Zurück zum Motel wo Konti und Flo erstmal Nachmittagschläfchen machen mussten. Jaja Jetleg und so, war sicher nicht der Alkohol.
Gegenüber wurde an den Stromleitungen gearbeitet, was im Vergleich zu Deutschem Handwerk in etwa so professionell rüber kam wie ein Kreisliga C Spieler bei der Ballannahme. Uns konnte also keiner genau sagen wann wir wieder Strom bekommen würden, war beim checkin irgendwie zufällig vergessen worden... Ich ließ die beiden also schlummern und machte mich auf nach Draußen, wo ich in die in meinen Augen typischsten Ammies kennen lernen durfte.
Drei der Arbeiter hatten für den Tag Feierabend und genossen diesen mit Bier in der Hand in Unterhemd, Shorts und Schlappen an ihrem Pickup, dessen Heck sie zu nem Grill umgebaut hatten. Ein Bild für die Götter.
Für sowas hatten wir uns auch mal aus Vegas raus getraut: Echte Einheimische kennen lernen. Den Punkt konnt ich also schonmal abstreichen.
Sehr nice Marvin ♦
Hoffentlich verpackst du all deine Tripreports mal in ein Buch, ich bestelle hiermit schon mal drei Exemplare vor!!!
Danke für euer erste Feedback. Das motiviert wieder, um bald weiter zu schreiben. In den kommenden Tagen steht erstmal die Mannschaftsfahrt ins idyllische Dörfchen Cala Ratjada auf der Erholungsinsel Mallorca an.
Ich bin mir sicher, dass ich dort die nötige Kraft tanken werde, um nächste Woche wieder in die Tasten kloppen zu können.
Original von Konti23
Danke für euer erste Feedback. Das motiviert wieder, um bald weiter zu schreiben. In den kommenden Tagen steht erstmal die Mannschaftsfahrt ins idyllische Dörfchen Cala Ratjada auf der Erholungsinsel Mallorca an.Ich bin mir sicher, dass ich dort die nötige Kraft tanken werde, um nächste Woche wieder in die Tasten kloppen zu können.
Wenn Du es schaffst Dich auf Mallorca zu erholen, hast Du irgendwas falsch gemacht ♦