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[Geschlossen] [NL] Games softer machen!

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Krach-Bumm-Ente
Beigetreten: 01.05.2006

Original von eroticjesus
Imo kann man viel mit Arbeit machen. Meine Mindsetprobleme lösen sich nach und nach, weil ich einfach arbeite arbeite arbeite. Deshalb auch harte # an werpix, weil viele einfach nichts für ihr Game tun und deshalb tilten und das löst auch Mindfulnes und pure Entspanntheit nicht. Man kann desweiteren auch viel mit Techniken aus Mental-Game-of-Poker machen.

Das mit dem Arbeiten kann ich völlig bestätigen. Imo funktioniert das weil die "höheren" Hirnfunktionen geschult werden und bei einer sehr analytischen, aufs das Detail achtenden Herangehensweise auch viel mehr benötigt werden. Wer viel für sein Game tut spielt nicht im Autopiloten und aus nichts anderem besteht auch mein approach. Imo sollte einfach jegliches Spielen im Autopiloten vermieden werden. Für mich ist der Begriff Autopilot allerdings auch etwas weiter gefasst als für die meisten Spielern, imo ist Autopilot nicht nur sein ABC-Poker runterreißen. Wer nicht autopilot spielt wird die Probleme die du beschrieben hast auch nicht haben, da solche Gedanken wie "ich quitte jetzt lieber da schon 10 Stacks up" sogenannte intrusive Gedanken sind die einfach random ins Bewusstsein kommen. Wenn wir den Gedanken dann verfallen und ihnen Glauben schenken ist das für mich Autopilot. Alternativ kann man sich aber diesen Gedanken als intrusiv bewusst machen und mit Hilfe der höheren Hirnfunktionen erkennen, dass es nur ein random Gedanke ist der nicht unserer logischen, rationalen Meinung/Wissen entspricht und dann einfach beruhigt weitergrinden indem man den Gedanken Gedanken sein lässt.

Das gleiche gilt IMO auch für das was du zu Varianz geschrieben hast. Ich denke einerseits, dass Varianz etwas so abstraktes ist, dass wir es gar nicht wirklich begreifen können (ähnlich wie Größenverhältnisse im Universum etc.), und andererseits denke ich, dass dieses Begreifen von Varianz selbst nicht so viel mit den Verbesserungen im Mindset zu tun hat, sondern einfach den Autopiloten eindämmt.

Solche Dinge wie sich mit Varianz auseinandersetzen, sehr viel arbeiten usw. sind Charakteristika von einem Spieler der sich wirklich Gedanken um sein Spiel macht und sehr gutes Poker aufs Felt bringen will. So jemand wird im Spiel dann auch viel mehr auf Details achten, hohe Gedanken haben usw. und einfach viel seltener in einen Autopiloten verfallen, in welchem unsere Ziele sehr eindimensional werden (i.e. Geld verdienen, dafür ist chasen das beste Beispiel).

Ich will deinen approach mit dem Umprogrammieren auch gar nicht schlechtreden, ich finde aber konstruktive Diskussionen können da einiges bringen. Ich denke das derailed auch gar nicht vom Kernthema, im Gegenteil, es hilft den für sich "richtigen" approach zu finden und gibt dann gleichzeitig Werkzeuge an die Hand was man damit tun kann. Für den Umprogrammierungs-approach könnte ich sicherlich auch die ein oder andere Methode aus dem Studium ableiten, allerdings nicht guten Gewissens da sie das wahre Problem halt nur tangieren IMO. Was mich noch interessiert aber dann wohl wirklich nicht hier her gehört ist warum dir das Coaching nichts im Bereich Mindset-Leaks gebracht hat. Bei vielen ist es so, dass sie einfach nicht so dran bleiben an der Sache wie es nötig ist. Damals hatten wir aber glaube ich kein längerfristiges Coaching mit Hausaufgaben etc. also kann ich dir da keinen Vorwurf machen. Entweder lag es dann an mir als Coach (most likely) oder es bringt bei dir wirklich nichts. Um Letzteres rauszufinden würde ich dir anbieten, dass wir das Coaching nochmal durchgehen (habe es enorm erweitert inzwischen). Wenn du Interesse hast dann schreib mich an, bin dir aber auch nicht böse wenn du sagst, dass du mittlerweile das richtige für dich gefunden hast ;)
Was ich am Umprogrammieren (und nicht nur im Bereich Poker, sondern z.B. auch in der Psychotherapie) in der regel für kritisch halte ist das da versucht wird, sehr tief verwurzelte Automatismen anzugreifen die sich entweder in der eigenen Lebensspanne oder, noch schwieriger dann, in der Evolutionsgeschichte von uns fest einprogrammiert haben. Ich halte es ab einem gewissen Rahmen einfach für nahezu unmöglich Automatismen umzuprogrammieren, einfach weil sie viel zu stark greifen. Erfolge die sich einstellen sind dann IMO eher dadurch bedingt, dass durch den Versuch des Umprogrammierens eine erhöhte Selbstwahrnehmung stattfindet und dann der Autopilot an sich verringert wird, und nicht die Mechanismen die im Autopiloten selbst greifen. Ein Beispiel dazu wäre die Lektüre von Büchern wie Mental Game of Poker, von dem ich inhaltlich nicht viel halte, allerdings sorgt das Lesen und Beschäftigen mit dem eigenen Mindset dafür, dass man einfach generell mehr Selbstaufmerksamkeit hat, auf sein Mindset achtet und dann auch nicht so schnell in einen Autopiloten verfällt. Ich hatte schon einige Leute die zu Beginn mit dem Buch Erfolg hatten und später doch nicht mehr zufrieden waren. Ich denke da passiert dann genau das.
Das Gleiche passiert bei einem Tapetenwechsel. Einige Spieler neigen dazu bei einem downswing die Pokerseite zu wechseln, und wundersamerweise hilft das, das kennen sicherlich einige hier. Warum? Erhöhte Selbstaufmerksamkeit, kein Autopilot (Buttons sind woanders, es sieht neu aus, einfach keine Gewohnheit mehr drin). Aus dem selben Grund wird (fast) jeder in der absolut ersten Session seines Leben nicht tilten, einfach weil man als totaler Anfänger noch nicht die Verhaltensmuster drin hat die man braucht, um einen Autopiloten zu fahren. Daher wird auch von "Zen Mind, Beginners Mind" geredet.


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Danke für den ausführlichen und aufschlussreichen Post, nein es lag nicht an dir, keine Sorge, auch wenn du etwas trocken warst^^, waren die Themen so spannend, dass ich gern mit dir zusammengearbeitet hab, ich schreib dich dazu aber gleich nochmal im Skype an :)

Es gibt hier halt zwei Herangehensweisen, die sich nicht beißen, sondern einfach schlicht anders sind und beide funktionieren. Wenn du Tendlers Methoden kritisch betrachtest, dann ist das gut und ich geb dir auch Credit drauf, aufgrund deines fundierten Wissens, aber ich merke ja was für mich funktioniert und das es alles kein Hokus Pokus ist.

Um es kurz zu machen:

Dein Approach: Wer nicht am Ball bleibt, failt.

Tendlers Approach: Wer nicht am Ball bleibt, failt.

Mental Game Probleme können NICHT dauerhaft gelöst werden, wenn man nicht weiter dran arbeitet. Das ist das, was viele nicht kapieren und ich lange auch nicht kapiert habe. Egal welchen Approach man wählt, irgendwann kommt man an einem Punkt, in dem man nur noch "Maintanance" betreibt. Nehmen wir an, man hat Übergewicht und hat als Ziel einen gesunden durchtrainierten Körper und nutzt die Methode Sport, 2x Training die Woche für Herz-Kreislauf, 3x Muskeltraining. Der eine geht 2x ins Studio und hört dann auf, nichts erreicht. Auf unser Thema übertragen, er liest sich Mental Game of Poker durch und macht zwei Sessionwarmups und findet ein paar Tilt-Zeichen raus, das wars. Ein anderer zieht das ein halbes Jahr voll durch, hört dann auf, weil innerer Schweinehund oder so, erfreut sich noch ein paar Monate am Körper, wird dann wieder fett. Auf uns übertragen, man liest sich das Buch durch (oder arbeitet mit anderen Methoden die auch obv funktionieren, wie deine obv), findet raus was zu tun ist und zieht das ein halbes Jahr durch und hört dann auf, weil innerer Schweinehund. Man grindet ein halbes Jahr weiter mental ziemlich stabil, wird aber immer instabiler bis man wieder an Punkt 0 ist (okay, wie auch beim Sport, bleiben natürlich ein paar Sachen hängen, sodass man zumindest eine Grundsubstanz hat, die womöglich bleibt).

Man muss es halt durchziehen und es als niemals endenden Prozess sehen, ansonsten klappt es halt nicht. Hier liegt aber vor allem bei Tendler in der Tat das Problem. Es schleichen sich ggf. alte Gewohnheiten wieder ein, wenn man nicht aufpasst, da greift dann deine Argumentation wohl wieder, wenn es darum geht, dass man gewisse Dinge eifnach nicht umprogrammieren kann/es schädlich ist. Wir sind ja nicht dazu gemacht Poker zu spielen und Dinge die im Hirn ablaufen, wenn man tiltet, hat die Natur uns ja als Schutzmechnanismus gegeben, würde man die bspw. ausschalten, meinetwegen durch Medikamente, dann würde man wichtige Areale im Hirn wohl angreifen und uns überlebenswichtige Instinkte nehmen. Aber gut, davon hab ich jetzt nicht so die Ahnung^^

Und das sind auch Leute (bei denen es angeblich nicht klappt), die später mit dem Buch unzufrieden waren und ich kenne auch ein Beispiel, der nach deinem Coaching nach längerer Zeit "unzufrieden" war.

Weißt du woran das lag? Nicht an dir, deiner Methode usw. sondern, weil er sich nicht an deine Anweisungen gehalten hat. Und es steht in Mental-Game of Poker auch als Anweisung drin, dass es ist so ist, aber solche Sätze vergisst man halt schnell. Man sucht einen Sündenbock, aber bitte nicht die Schuld bei sich selbst. Schau mal in den Feedback-Bereich, einfach random-thread wo es um Vids oder Coaching-Angebote geht und du weißt wovon ich rede

Vielleicht ist es bei Mental-Game-Mehtoden auch gut öfter mal einen Tapetenwechsel zu betreiben und sich nur die Grundlagen der jeweiligen Methode zur zwingend notwendigen (wie Zähne putzen) Angewohnheit zu machen, bei deiner, das darf ich ja wohl hoffentlich schreiben Meditation halt. Mit dem Tapetenwechsel stimm ich dir nämlich 100% zu und passt dann wohl auch auf den Mental-Game-Bereich auch wenn du mir da vllt. nicht zustimmen willst.

Also nochmal und nur damit alle die Zusammhänge und das kleine Wirr Warr verstehen, ich war ja mal Testperson für ein KBE-Coaching und kann es wärmstens empfehlen für jeden Pokerspieler oder Leuten die ein kompetitives Hobby haben bzw. Beruf nachgehen, denn im Gegensatz zum Tendler-Approach nutzt man die "KBE-Methoden" nicht primär für den Grind, sondern für die Lebensqualität, was sich dann wiederum positiv auf alles auswirkt, inkl. den Grind. Aber es muss zu einem passen und wenn es nicht passt, dann lernt man zumindest von jemanden, der aufgrund seiner Bildung, wirklich viel Ahnung von der Materie hat, wie das Hirn so funktioniert, welche Streiche es uns spielt und entdeckt schlicht so viel Bullshit im eigenen Kopf, dass es sich alleine dafür lohnt.

Das ich im Endeffekt einen anderen Approach gewählt habe, liegt an mir, nicht am Approach von KBE. Aber Rest Skype, würde ich sagen.


RegBuster90
Beigetreten: 18.07.2008

kbe kannste mich mal im skype adden? wie hier ohne die 90. oder nen link zu deinem programm. würde gerne mal drüber lesen, worum es genau geht und ob ich das in anspruch nehmen will ;)


Krach-Bumm-Ente
Beigetreten: 01.05.2006

Original von eroticjesus
Um es kurz zu machen:

Dein Approach: Wer nicht am Ball bleibt, failt.

Tendlers Approach: Wer nicht am Ball bleibt, failt.

So much this.
Wobei ich da ein recht großes Aber nachlegen muss. IMO sind die Inhalte die vermittelt werden in gewisser Hinsicht nebensächlich, da die Beschäftigung mit dem Inhalt und damit die erhöhte Selbstaufmerksamkeit an sich schon die Lösung ist. Ob man dabei denkt, dass Varianz wie das Wetter ist ist relativ egal. Das Problem ist der Autopilot, sobald der sich einschleicht sind alle hohen Gedanken die man sich macht wirkungslos. Daher ist es egal, was man sich für Gedanken macht (inhaltlich). Das beobachte ich halt z.B. bei injecting logic. Ich habe das Buch hier, und einige der vorgeschlagenen Sätze die man sich sagen soll sind einfach nur schlecht. Dennoch wirkt es für einige Leute. Es geht auch nicht darum, dass man sich irgendwelche Dinge sagt die logisch oder richtig sind, man könnte sich genauso gut sagen "Draußen fährt ein Pferd mit einem Fahrrad und jongliert Kreidestaub". Es geht lediglich darum den Autopiloten nicht greifen zu lassen. Da bin ich dann manchmal überheblich und sage, dass Tendlers Methoden teilweise funktionieren, ohne, dass er weiß warum.

Original von eroticjesus
Und das sind auch Leute (bei denen es angeblich nicht klappt), die später mit dem Buch unzufrieden waren und ich kenne auch ein Beispiel, der nach deinem Coaching nach längerer Zeit "unzufrieden" war.

Weißt du woran das lag? Nicht an dir, deiner Methode usw. sondern, weil er sich nicht an deine Anweisungen gehalten hat.

Ich denke ich weiß auch, wen du meinst. Ironischerweise ist der letzte Teil des Coachings ein follow-up, welches so 3-4 Wochen nach der letzten Session stattfinden sollte. Derjenige hat das follow-up nie wahrgenommen oder die Probleme die er hatte angesprochen. Kann man ihm in der Hinsicht natürlich vorhalten, andererseits seh ich mich als Coach auch in der Pflicht, die Leute da hin zu bekommen, dass sie auch das tun was nötig ist. Daher sehe ich sowas auch als meinen eigenen Fehler an. Da zerbreche ich mir auch schon seit einer Weile den Kopf, was man da für Interventionen noch einbauen kann, wenn dir da was einfällt sag mir gerne Bescheid.

Original von eroticjesus
Vielleicht ist es bei Mental-Game-Mehtoden auch gut öfter mal einen Tapetenwechsel zu betreiben und sich nur die Grundlagen der jeweiligen Methode zur zwingend notwendigen (wie Zähne putzen) Angewohnheit zu machen, bei deiner, das darf ich ja wohl hoffentlich schreiben Meditation halt. Mit dem Tapetenwechsel stimm ich dir nämlich 100% zu und passt dann wohl auch auf den Mental-Game-Bereich auch wenn du mir da vllt. nicht zustimmen willst.

Ich finde so ein Tapetenwechsel ist halt nur Symptombekämpfung. Ich schlittere langsam in einen Autopiloten aus Gewohnheiten und hol mich mit einem Tapetenwechsel wieder raus. IMO sollte und kann man halt auch daran arbeiten, dass dieser Tapetenwechsel überflüssig wird, weil der langsame Verfall in den Autopiloten gestoppt werden kann. Wie es halt auch bei Spielern ist die Pokerseiten im Downswing wechseln, wäre es nicht besser das Mindset zu verbessern anstatt jedes mal die Seite zu wechseln?
Zur Meditation noch, das habe ich damals vermutlich nicht ganz klar rübergebracht. Meditation ist nur eine Übung wie jede andere auch die ich im Coaching anbiete. Man muss überhaupt nicht meditieren um meinen Approach verstehen und anwenden zu können. Es ist imo die klar beste Übung, dennoch ist sie nicht unersetzlich.


meyerlein25
Beigetreten: 19.10.2009

Letztlich seit ihr vielleicht garnicht so weit auseinander.

Ob man durch "mindfulness" oder Achtsamkeit sich das Gefühl welches zB ein Badbeat verursacht vor Augen führt, dieses beobachtet und wieder gehen lässt ohne daran festzuhalten. Oder den gleichen Badbeat durch genaue Betrachtung der mathematischen Hintergründe (wie Varianz und ihre Ausprägung) neutral versucht wahrzunehmen.
Beide Ansätze vereint, dass man sich nicht in die negative Gedankenspirale begibt und sich dieser hingibt, so dass ein echter, "handfester" Tilt entsteht. So wird bei beiden Ansätzen der Fokus verschoben und so bleibt eine neutrale Wahrnehmung möglich.

Hoffentlich habe ich Euch beide nicht komplett missverstanden :)


buchtitel
Beigetreten: 12.02.2009

sehr geile diskussion! war das psychologischte was ich seit meiner diplomarbeit gelesen habe. macht bock sich mal wieda mit psy konzepten auseinanderzusetzen (vorallem, da ich grad im downer mal wieder die seite gewechselt habe^^)


seb2k7
Beigetreten: 11.11.2007

Bombendiskussion auf der letzten Seite. Top Qualität :heart: :heart: :heart:


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Thx, für die Comments

ne nice hand aus der letzten Session:

Die gute alte Blockbet :f_love:

$0.50/$1 No Limit Holdem
5 Players
Hand Conversion Powered by weaktight.com

Stacks:
UTG ($121.02) 121bb
CO ($92.94) 93bb
BTN ($100) 100bb
SB ($190.82) 191bb
Tablecaptain (BB) ($204.41) 204bb

Pre-Flop: ($1.50, 5 players) Tablecaptain is BB 6♠ 3♠
3 folds, SB raises to $2, Tablecaptain calls $1

Flop: 4♦ J♠ 5♥ ($3, 2 players)
SB bets $4, Tablecaptain calls $4

Turn: 7♦ ($11, 2 players)
SB checks, Tablecaptain bets $11.50, SB calls $11.50

River: 2♥ ($34, 2 players)
SB bets $8.50, Tablecaptain raises to $62.50, SB calls $54

Final Pot: $150.50
SB shows
A♦ J♣
Tablecaptain shows
6♠ 3♠

Tablecaptain wins $157 (net +$78)


vone
Beigetreten: 09.09.2006

Hu wir shippen ja hier forvalue, da es ja am besten einen Bluff reppt und Villian evtl denkt das er diesen induced hat und uns somit lighter callt. (right?)

Was machen wir aber ohne hit wenn wir quasi wissen das Villian wohl irgendwas hat?
Und blockbet/call kommt ja komischerweise auch nicht selten vor :f_confused:

€:
omg fail, dachte wir hätten die straight erst am river


Coach
FaLLout86
Beigetreten: 22.02.2005

Was soll er denn bei der Line bluffen?

Repped halt mittelstarke VHand bei seiner Line und hofft eben dass wir jamen was auf dem Rundown als Bluff wohl nicht so gut wäre.
Gruß FaLLi


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Ja, er repped halt was er hat^^

Wir sind ja ziemlich deep und Villain war eher ein schwacher Spieler, aber auch anonyme Tische, Frage also, eher noch größer raisen? Plan war ohnehin eine ziemliche Overbet am River, wenn er gecheckt hätte.


ohne den threat jetzt derailen zu wollen:

@kbe: kannst du mich bitte mal im comtool adden, ich hätte einige fragen bzgl deines coachings... weniger wegen poker, sondern eher unter beruflichen/persönlichen Gesichtspunkten....

Grüße aus Oberfranken,
antecedens


onese7en
Beigetreten: 19.12.2010

Du bist ja ein Fan von den "only-Ranges" in bestimmten Positionen, beispielsweise aus dem SB 3bet only zu spielen oder MP vs. UTG u.U. nur eine Calling-Range zu haben, usw., bzw. hattest das ja zumindest in einem Video deiner Redline-Serie thematisiert.

Ich habe jetzt in einem Ebook eine BU vs. CO Range gesehen, wo ebenfalls 3bet only empfohlen wird. Natürlich mit dem Hinweis, dass man in bestimmten Situationen, bzw. gegen bestimmte Gegner davon abweichen soll.

Wie stehst du in den Positionen zu einer 3bet-only-Range?

Ich muss sagen, dass ich das zuerstmal sehr kritisch gelesen habe, aber so langsam auch irgendwo die Vorteile davon sehe, zumal man beispielsweise mit Set Value Calls in den Positionen aufgrund der weiten Ranges ohnehin nicht viel EV erzielt.

Was mir daran aber irgendwie noch nicht so recht gefallen mag, ist, dass man - so würde ich das jetzt erstmal einschätzen - viele Spots auslässt, in denen man IP viel Value generieren kann. Wenn wir gegen eine 30%-CO-Range vielleicht 25% "defenden", bestehend aus einer Flatting- und einer polarisierten 3betting-Range, dann kommen wir ja ihn doppelt soviele Spots, wo wir IP gegen den CO spielen können, als wenn wir da 12-13% 3bet only spielen.

Sind meine Gedanken irgendwo falsch oder sind das genau die Dinge, die man abwägen muss, wenn man entscheidet, ob man in solchen Positionen 3bet only spielt oder doch eine Flatting-Range haben will?


XcreminatR
Beigetreten: 22.06.2009

Was war das für ein ebook? Hört sich imo nicht sehr sinnvoll an!


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Um was für ein ebook handelt es sich denn und wer hats geschrieben?

Generell mag ich es nicht, eine 3bet/call-only Range am BU zu spielen. Es ist natürlich immer so, dass sobald wir unsere 3bet-Range polarisieren und wir die Action nicht closen, unsere Callingrange sich capped, aber dieses Problem ist am BU nicht so stark, weil wir am BU eine sehr weite Range "defenden" können und somit Spielraum für "Balancing" haben, sprich, wir können starke Holdings mal callen. Desweiteren deckt unsere callingrange ohnehin jedes Board ab, was eine gute callingrange im SB, CO oder MP halt nicht macht bzw. nicht machen sollte.

Weiterhin haben wir am BU immer Position, called eines der Blinds, kein Problem (im Gegensatz zu calls aus dem SB oder aus anderen Positionen, in denen wir immer Gefahr laufen oop zu spielen), squeezed eines der Blinds, haben wir einige holdings die man IP gut spielen kann, im squeezed Pot, desweiteren kann man auch ab und an starke holdings flatten, sodass der potentielle Squeezer sich seinen Squeeze in Zukunft zwei mal überlegen muss. Ein Squeeze ist auch gar nicht so wild, denn wir closen auch immer die Action, wenn CO foldet, oder called, wenn wir callen.

Es ist durchaus sinnvoll MP und CO vs Early/Middle only-ranges zu spielen, sowie auch aus dem SB, BU und BB halte ich das weder spieltheoretisch noch exploitive für sinnvoll.

Only-Ansätze am BU sind nur sinnvoll, wenn Fisch in den Blinds, oder halt notorische squeezer. Das ist dann der Call-only-Fall. 3bet only halte ich für nie sinnvoll, wenn jemand viel auf 3bets called oop, dann sollte man von einem weniger guten Spieler ausgehen, vor allem, wenn seine Range dann noch capped ist, diese Spieler trennen sich meist auch postflop in SRPs mit capped Ranges nicht gern von ihren Händen, was obv gut für uns ist, wenn Hände mit guten Implieds callen, oder auch Hände wie AQ KQ etc. in der callingrange haben, die diverse Holdings, die ab Flop oder Turn x/c spielen dominiert haben.

Am BU haben wir den meisten Spielraum für Exploits, Preflop, wie Postflop, von daher ---> mixed-Stragegy sollte default am profitabelsten sein.


onese7en
Beigetreten: 19.12.2010

Cool, danke dir für deine Antwort! :)

Ist aus "Modern Small Stakes" von Nathan "BlackRain79" Williams. Dort ist das halt als Default-Range angegeben, jedoch sind in dem Buch wahnsinnig viele Beispiele zu einzelnen Spots drin, wo man von den Default Ranges abweichen und wie man gegen welchen Spielertyp adjusten sollte.
Ich muss zugeben, mir das noch nicht genauer angeguckt zu haben. Hatte dort halt nur die Default-Range BU vs. CO gesehen und war erstmal etwas erstaunt... ;)


Witz84
Beigetreten: 20.11.2007

Habe mal eine Frage zu den 3Bet-Only-Ansatz im SB:
Warum sollte unsere Range denn unbedingt linear/depolarisiert sein? Falls wir gecallt werden, laufen wir doch sehr oft in dominierte Spots oder nicht? Warum nicht polarisiert 3betten, um auch lowcarboards gut zu hitten und wesentlich bessere Playability zu haben?

Insgesamt gefallt mir der Ansatz recht gut, aber die lineare Range verstehe ich nicht so ganz. Vielen Dank für eine Erklärung.


Kingsurprise
Beigetreten: 26.04.2008

Wenn du eine Calling-Range sowie auch eine 3bet-Range im Sb hast, ist deine Callingrange auf vielen Boards capped und wird ab einem gewissen Level von guten Gegnern dann mit sehr großen Bets in sehr schwierige Spots gebracht. Außerdem lädst du den BB ein fleißig zu overcallen/squeezen. So lange deine Gegner das aber nicht exploiten, würde ich auch nicht 3bet only spielen. Also sehr Limit abhängig imo =)


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Jo, sehe ich auch so, als default-Ansatz aber unabhängig vom Limit die beste Line.

Es ist ja nicht so, dass wir sehr viel 3betten, gegen early und Middle. Ich hab dazu auch grad ein Vid gemacht, was wohl demnächst rauskommt zusammen mit Fallout86.

Mit einer soliden 3bet Range im SB, die ich dann in dem Vid zeigen werde, wird man auch sehen, dass wir gar nicht so krass dominiert werden, wenn gecalled wird. Eher im Gegenteil. Gerade der BU macht halt sehr oft Fehler, called bspw. kleine suited connectors/onegappers, die halt von einer linearen Range dominiert werden.

Es liegt ja auch eigentlich an der Callingrange, die wir ja nicht haben wollen, daher erledigt sich auch die Bluffkomponente, die wir in der polarierten Range hatten. Es ist also innerhalb dieser Strategie mit einem höheren EV verbunden ATs statt 97s zu 3betten. 3betten wir beides, werden wir zu weit.

Egal, mehr dazu im Vid dann :)


Spoiler

Original von KingsurpriseWenn du eine Calling-Range sowie auch eine 3bet-Range im Sb hast, ist deine Callingrange auf vielen Boards capped und wird ab einem gewissen Level von guten Gegnern dann mit sehr großen Bets in sehr schwierige Spots gebracht. Außerdem lädst du den BB ein fleißig zu overcallen/squeezen. So lange deine Gegner das aber nicht exploiten, würde ich auch nicht 3bet only spielen. Also sehr Limit abhängig imo =)

hello sir

ist das nicht in jeder posi so?

andere frage:

sagen wir ma UTG open, BU cc, hero im BB callt auch

flop: whatever
hero checks, UTG checks, BU bets

spielste da auch raise oder fold? gibt da großen unterschied zum preflop spot?

regards :)


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