Hallo Leute,
ich habe gerade einen sehr interessanten Thread in einem anderen Forum entdeckt und wollte die Diskussion bei PS mal fortsetzen.
Wahrscheinlich können die Meisten hier das Wort/Thema echt nicht mehr hören, aber ich finde es nach wie vor sehr spannend. Vor allem, weil ich eine ganze Weile davon ausgegangen bin die Sache im Großen und Ganzen verstanden zu haben. Allerdings tauchen immer wieder Fragen auf, die ich nicht beantworten kann, was mir zeigt, dass ich eben doch noch nicht ganz dabei durchsteige.
Ich habe eine konkrete(:f_drink:) Frage, fänd es aber sehr cool wenn hier einfach eine Diskussion zu dem Thema entstehen würde. Fragen sind sehr erwünscht.
Meine Frage:
Villain bettet den River für Potsize und ich überlege nun, wieviele Bluffcatcher ich callen muss um seine weakesten Bluffs indifferent zwischen Bet und Check zu stellen.
Angenommen es gibt auf dem Board keinen Rangeadvantage für Villain, der dazu führt dass er immer betten kann.
Ich habe allerdings ein ungutes Gefühl (ich vermute, dass potsizebets sehr valueheavy sind)
Allerdings weiß ich zu dem Gegner nichts genaueres und entschließe mich den River "adequat" zu defenden
Was hält mich in dieser Situation davon ab alle Bluffcatcher zu folden?
1. Die Tatsache, dass Villain wenn ich das täte in der Zukunft einen Anreiz hat in dem Spot mehr zu bluffen?
oder
2. Weil es eine dominierte Strategie ist (Eine angebrachte Anzahl von Bluffcatchern zu callen hat unmittelbar einen höheren EV und ist daher die "optimale" Strategie)
??
Meine Erklärung:
Wenn wir wissen, dass Villain valueheavy ist in dem Spot, dann können wir eigenhändig unseren EV erhöhen, indem wir mehr folden.
Da wir das aber nicht wissen, könnte Villain auch Bluffheavy oder "Balanced" sein. Daher ist aufgrund von fehlender Information der (optimale) Zug mit dem höchsten EV verbunden.
Ein Schachcomputer antizipiert auch nicht was sein Gegner als nächstes vorhat, sondern macht den Zug, der gegen den besten Zug des Gegners optimal ist.
Das heißt auf Poker übertragen, dass wir versuchen optimal gegen den bestmöglichen Zug unseres Gegners zu antworten und gewinnen immer dann, wenn Villain diesen optimalen Zug eben nicht macht.
Daraus ergibt sich meine nächste Frage:
Wieso macht Villain einen Fehler wenn er am River für genannte Betsize nur Valuebettet?
Macht er damit unmittelbar einen Fehler? Oder öffnet er sich damit nur für zukünftige Exploits?
Oder generieren meine weakesten Hände am River zu viel EV weil er weniger Range bettet, wenn er am River alle Bluffs droppt - er foldet meine weakesten Bluffcatcher zu selten raus. Und dieser zusätzliche checkback EV kompensiert meine Range für den Verlust gegen eine Valueheavy Bettingrange wenn ich calle?
Was meint ihr?