Sammy meinte hier, dass an einer Verbesserung des ICMs gearbeitet wird. Deshalb hoffe ich durch einen Post hier Sammy und plexiq zu erreichen. Sammy weil er sich scheinbar dafür interessiert und plexiq, weil er den ICM Nash Calculator programmiert hat.
Hier behauptet jemand, dass der Fehler des ICM durch außer Acht lassen der Positionierung der verschiedenen Stacks der $EV so groß wäre, dass die Hand ein Call wäre.
Er versucht es damit zu belegen, dass das ICM nicht exakt ist und schon ein "kleiner " Fehler in der Schätzung der einzelnen Platzierungen ausreichen würde, um aus einem klaren Fold einen Call zu machen.
Das ICM überschätzt deine Equity in dieser Situation, da es nicht mit einbezieht, dass der CL immer im BB ist, wenn du im SB bist und immer loose aus dem CO pusht, wenn du in den BB kommst.
Der CL wird also wahrscheinlicher den ersten Platz erreichen als du.
Die von dem ICM geschätzte Verteilung der Plätze habe ich weiter unten angegeben.
Die Frage ist jetzt, wie groß der Fehler zwischen dem wahren $EV (t$EV) und dem von dem ICM geschätzten wirklich ist.
Wäre er zum Beispiel größer als +-5%, wäre der Call mit AKo tatsächlich in Ordnung und das ICM hätte in dieser Situation klar versagt.
Ich möchte mein Problem an dem Beispiel aus obigen Thread verdeutlich
Beispiel(aus obigem Thread):
Known players: (for a description of vp$ip, pfr, ats, folded bb, af, wts, wsd or hands click here)
[tg]CO_6.170:///////;Hero_6.000:///////;BB_3.660:///////;SB_4.170:///////;[/tg]
No-Limit Hold'em Tournament ($22), Blinds 300/600 (4 handed)
Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.
Preflop: Hero is BU with K♥, A♣
CO bets to 6.170 (All-In), Hero raises to 6.000 (All-In), 2 folds.
Flop: (912) A♥, T♠, 2♦
Turn: (912) 8♣
River: (912) T♣
Final Pot: 912.
Das ICM schätzt die vermutlichen Platzierungen in dieser Situation als:
--------- Chips W(1) W(2) W(3) $EV
Player 1 6170.000000 0.3085 0.2826 0.2407 $57.43
Player 2 6000.000000 0.3000 0.2801 0.2440 $56.56
Player 3 4170.000000 0.2085 0.2291 0.2622 $45.08
Player 4 3660.000000 0.1830 0.2083 0.2531 $40.92
Und die Verteilung der Plätze für den Button bei einem Gewinn der Hand als:
Player Chips Prob 1st Prob 2nd Prob 3rd Equity
12170 0.6085 0.2966 0.0949 $82.44
Nun hängt die Entscheidung ob Call oder Fold stark von den einzelnen Platzierungswahrscheinlichkeiten ab. Würde man noch öfter Zweiter werden als Dritter, so könnte man zu der Entscheidung "Call" gelangen.
Ich gehe davon aus, dass der Fehler des Modells kleiner als 5% ist.
Die Frage ist nun, wie man die Verteilung der Plätze besser schätzen könnte.
Das ICM selbst benutzt die einzelnen Stacks der Spieler um deren vermutliche Platzierungsverteilung anhand ihrer Größe zu schätzen.
Es gilt:
Je genauer die Platzierungsverteilung geschätzt wird, desto geringer wird der Fehler zwischen t$EV und $EV.
Wie könnte man nun den t$EV genauer schätzen als mit Hilfe des ICMs um ein Gefühl für die Größe des Fehlers zu bekommen?
Meine Idee wäre es jetzt den t$EV ausgehend von einer gegebenen Situation mittels einer bestimmten Anzahl von "Simulationen" zu schätzen.
Dabei mache ich folgende Annahme:
♦ Jeder Spieler spielt (nach dem Call/Push) mit den durch den Nash
Calculator berechneten "perfekten" Ranges weiter.
Nun könnte man eine Simulation konstruieren indem man so vorgeht:
Zu einer gegeben Situation(etwa an der Bubble) schätzt man die Platzierungsverteilung nicht durch den Stack, sondern lässt die Spieler mit ab jetzt, durch Nash, perfekt gewählten Ranges gegeneinander antreten.
Wir berechnen dann "genügend" oft den Ausgang des Turniers.
In einer "Iteration" gehen wir so vor: (etwa bei obigen Beispiel)
♦ Berechne die Gewinnwahrscheinlichkeit von AK gegen die
Pushingrange des Gegners.(~48% nach Nash, muss aber nicht nach
Nash gewählt sein.)
♦ Berechne nun den $EV indem du die verschiedenen Fälle unterscheidest.
♣ Von nun an spiele weiter unter der Annahme, dass ab jetzt
jeder die von Nash berechneten Range verwendet und verteile
zufällige Karten.
♣ Mache dies, bis das Turnier zu Ende ist.
Führt man diese Berechnung "genügend oft" durch, erhält man die benötigte Platzierungsverteilung der einzelnen Spieler um den t$EV zu schätzen.
Ein Vergleich des $EV dieses Modells und des ICMs sollte etwas mehr Aufschluß über die Größenordnung des Fehlers des ICMs geben.
Ist dieser Fehler groß, so ist das ICM in dieser Situation nicht in der Lage die Verteilung der Platzierungen gut genug zu schätzen und man sollte den durch die Simulation erhaltenen $EV Wert zur Berechnung der Range verwenden.
Probleme hierbei sind folgende:
♦ Man müsste die UTG (bzw in Bubblesituationen CO) Ranges so anpassen,
das auch looser gepusht wird, damit ein Ausblinden vermieden werden
kann. Damit man von einem "vernünftigen" weiteren Spiel ausgehen
kann.
Daran arbeitet ihr gerade oder?
Man muss nur beachten, dass man bei einem Fold den BB in der nächsten Hand an Equity im Stack verliert, aber auch nur 0,5BB(+Ante) gewinnt, wenn man pushed und alle folden.
Sehe ich schon richtig oder?
Ich denke, dass die Einbeziehung des Equityverlustes in der nächsten Runde die Schätzung der Platzierung durch eine Simulation wie oben beschrieben, die "wahren" Platzierungsverteilungen besser schätzen wird, als die Verwendung des ICM ohne eben diese in den einzelnen Simulationen.
♦ Die Rechenzeit steigt natürlich abhängig von der Anzahl der Iterationen
stark an.
Ist dies alles umsetzbar? Und wichtiger, seht ihr hier, wie ich, eine Verbesserung der Schätzung der Platzierungsverteilungen?
Mfg,
Bobbs