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Free Turn- call or fold?

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XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

PokerStars No-Limit Hold'em, 1 Tournament, 10/20 Blinds 3 Ante (8 Spieler) - PokerStars Converter Tool from http://de.flopturnriver.com/Hand-Converter.php

saw flop | saw showdown

SB (t1,064)
Hero (BB) (t1,583)
UTG (t1,683)
UTG+1 (t1,446)
MP1 (t1,913)
MP2 (t1,406)
CO (t2,882)
Button (t1,523)

Hero's M: 29.31

Preflop: Hero ist BB mit Q, 9
1 fold, UTG+1 calls t20, 4 folds, SB calls t10, Hero checks

Wie im Einsteiger MTT Kurs schon gesagt, schwer eine Range für einen Limper zu finden. Ich habe mich mal für folgendes entschieden:

MP1: KK+,99-22,ATs-A2s,KTs-K5s,QTs-Q8s,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,43s,32s,ATo-A5o (Schwache AX, KXs, QXs Kombinationen, Pocketpairs, Suitconnectors)
SB: KK+,JJ-22,AJs-A2s,KJs-K5s,Q8s+,JTs,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,43s,32s,AJo-A5o (Dem SB habe ich noch ein paar Hände hinzugefügt, wo mancher vorsichtig/günstig den Flop sehen will vielleicht)

Equilab sagt:

MP1: 34 %
SB: 36 %
HERO: 30 %

Also knapp hinten, checken tut man natürlich.

Flop: (t84) 7, 3, 2 (3 Spieler)
SB checks, Hero checks, UTG+1 checks

Board ermöglicht Straightdraw, Flushdraw, Sets, Overpairs und natürlich die Nuts. Auf dem Flop lässt sich die Range natürlich ohne Aktion nicht weiter einschränken nur das ich hier KK+ rausnehmen würde da diese hier eine Bet platzieren würden. Damit fliegen die Overpairs raus wieder. Daher angepasste Range:

MP1: 99-22,ATs-A2s,KTs-K5s,QTs-Q8s,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,43s,32s,ATo-A5o
SB: JJ-22,AJs-A2s,KJs-K5s,Q8s+,JTs,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,43s,32s,AJo-A5o

Equilab sagt:

MP1: 32,5 %
SB: 33 %
HERO: 34,5 %

Jetzt knapp vorne, Flushdraw Q high nimmt man natürlich gerne noch eine Freecard und checkt. Eine Bet nachdem check Preflop schreit hier auch zu sehr nach C-Bet.

Turn: (t84) 9 (3 Spieler)
SB bets t1,041 (All-In), Hero calls t1,041, 1 fold

Jetzt der Salat Toppair mit einem guten Kicker und zwar ist ein 9 Pair nicht die Welt macht aber das große Set unwahrscheinlicher und TT+ sehe ich hier in keiner Range mehr und nach wie vor Flushdraw Q high. Wahrscheinlich keine Overpairs mehr drin, Draws kommen nicht an. Gegen das All in sagt uns die Oddberechnung wir brauchen 48 %.

Equilab sagt:

MP1: 21 %
SB: 23 %
HERO: 55,5 %

Also eigentlich ein call, rechnet man mit ein das MP1 vielleicht auch callt steht man sogar noch viel besser da. Ich habe gecallt den ich bin im Kopf grob auch auf das Ergebnis gekommen und habe mal nicht auf die Charts vom MTT Einsteiger Kurs gehört.

River: (t2,166) K (2 Spieler, 1 all-in)

Nachdem fold von MP1 ist die Sache am River eh gelaufen, der K bringt manchen Bluff natürlich noch das höhere Paar.

Gesamt Pot: t2,166
Main pot: t2,166 between SB and Hero, won by SB

Jetzt eure Meinung. Wie hättet ihr euch entschieden? Sind meine Gedankengänge richtig bzw. nachvollziehbar? Kann man das als vernünftigen Grund verstehen von den Charts abzuweichen? Welche Range seht ihr bei einem Limp?

Ergebnisse :

Spoiler

SB hat 4, 5 (flush, seven high).
Hero hat Q, 9 (one pair, nines).
Ergebnis: SB gewinnt t2,166


Antwort
Zitat
27 Antworten
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006

Problem ist das Risk-/Reward-Verhältnis. Du callst hier mit Top Pair und mittelmäßigem Kicker ein Allin für die 12-fache Potgröße. Das Risiko steht dabei aus meiner Sicht in keinem Verhältnis zum möglichen Gewinn. Der Call ist einfach ein krasser Gamble ohne Reads. Warum sollte er bei so einer Potgröße mit einem Allin bluffen? Da bräuchte es Reads für. Für mich sieht das irgendwie nach verspäteter und übertriebener Protection aus. Er hat da vllt am Flop gehofft, dass jemand Action macht. Nachdem das nicht passiert ist will er jetzt protecten. Möglichkeiten dementsprechend Sets, Flushs, Two Pair. Außerdem vermutlich noch ein paar Semibluffs mit starken Draws. Da stellt sich aber die Frage warum er hier pushen sollte. Alles in allem würde ich das auf gar keinen Fall callen.

Kommst da imo im besten Fall auf 40% Equity. Und dafür muss man sich das Ganze schon krass schön rechnen. Realistischer sind imo 25 bis 30%.


Antwort
Zitat
XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Original von Asaban
Problem ist das Risk-/Reward-Verhältnis. Du callst hier mit Top Pair und mittelmäßigem Kicker ein Allin für die 12-fache Potgröße. Das Risiko steht dabei aus meiner Sicht in keinem Verhältnis zum möglichen Gewinn. Der Call ist einfach ein krasser Gamble ohne Reads. Warum sollte er bei so einer Potgröße mit einem Allin bluffen? Da bräuchte es Reads für. Für mich sieht das irgendwie nach verspäteter und übertriebener Protection aus. Er hat da vllt am Flop gehofft, dass jemand Action macht. Nachdem das nicht passiert ist will er jetzt protecten. Möglichkeiten dementsprechend Sets, Flushs, Two Pair. Außerdem vermutlich noch ein paar Semibluffs mit starken Draws. Da stellt sich aber die Frage warum er hier pushen sollte. Alles in allem würde ich das auf gar keinen Fall callen.

Kommst da imo im besten Fall auf 40% Equity. Und dafür muss man sich das Ganze schon krass schön rechnen. Realistischer sind imo 25 bis 30%.

Ok die Range mit der Info des All in habe ich noch nicht angepasst, aber wenn ich das mache komme ich auf: 9h9s,7d7s,7d7c,7s7c,3d3s,3d3c,3s3c,2d2s,2d2c,2s2c,97s,87s,76s,43s,JhTh,Th9h,9h8h,6h5h,5h4h,3d2d,3s2s,3c2c

Wenn ich ihm also kein Bluff gebe habe ich immer noch 43 %, Twopair sehe ich auch bloß 32. Alles größer als ein gap würde kaum einer spielen. Vorallem nicht 72, 73 nicht mal suit.

Wie kommst du auf 25 bis 30?

Bei 43 fehlen uns knapp 5%, man sollte doch aber eigentlich noch mögliche Einsätze der Runde berücksichtigen callt der andere auch habe ich auf alle fälle die richtige Potodds die doch Aussagen ob ein call vernünftig ist. Oder verstehe ich was falsch?


Antwort
Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006

Hast es dir halt mit Händen wie 87s, 76s, 43s UND 32s schon arg schön gerechnet ;)
Wenn ich jede Hand in eine Range packe die er theoretisch haben könnte dann kann ich alles markieren. Wichtig ist es aber diese Range in etwa so zu balancen, dass sie ein realistisches Abbild abgibt. Würde bedeuten, dass du beispielsweise eine oder zwei der vier genannten Kombos drin lässt. Solltest auch drüber nachdenken eine Hand wie Ah9x einzubauen die dir große Probleme bereiten würde. Schon bist du bei <30%.

Fehlende 5% sind davon unabhängig in dem Fall einfach super viel. Wenn der Gegner hinter dir callt bist du ohnehin Toast. Insofern solltest du darauf nicht hoffen (ganz im Gegenteil spricht es sogar gegen den Call, dass du nicht last to act bist). Hinzu kommt, dass du ja hier gar keine Not hast die einen Call rechtfertigt. Bist früh im Turnier, der Pot ist mini und wenn du verlierst crippelst du deinen Stack und wirst es in der Folge sehr schwer haben. Gleichzeitig hast du im Grunde überhaupt keine Ahnung was dein Gegner hält und deine Hand ist eher semi gut. Wähle lieber klare Spots als solche random Gambles zu nutzen. Wobei das ja nicht mal ein Gamble ist sondern im Grunde ein sehr klarer fold. Ich würde mir einfach eine Note machen über sein Play und mich auf die nächste Situation freuen. Wenn er das ständig macht kann man adapten - ins blaue hinein sein Turnierleben zu vergamblen in einem super marginalen Spot ist aber Quatsch.

Davon mal abgesehen bin ich mir nicht ganz sicher, warum du hier EV Berechnungen für Preflop, Flop und Turn (pre action) machst. Solange du keine Entscheidung zu treffen hast bringt dir das ja nichts. Der eigentlich wichtige Spot ist die Entscheidung für Call oder Fold. Hierfür brauchts dann auch die Berechnung. Alle von dir gemachten Berechnungen vor diesem Punkt haben im Grunde keine Grundlage da du keinerlei Reads hast und die Range deiner Gegner überhaupt nicht eingrenzen kannst (grundsätzliches Problem in limped Pots). Ist in dem Rahmen dann auch Quatsch Hände wie 72o auszuschließen. Nur weil es die schlechtest mögliche Starting Hand ist, bedeutet das nicht, dass sie nicht gespielt wird. Vllt ist es einfach seine Lieblingshand oder er hat Langeweile nach 3 Folds in a row - gibt es alles. Musst also gerade in limped Pots mit deinen Annahmen aufpassen, zumal dein Gegner ja SB ist und somit kaum was zahlen musste Preflop.

EDIT: Eine Frage die du dir auch immer stellen solltest: Was gewinnst du durch den Call? In dem Fall im best case 1000 Chips. Selbst wenn du hier 50%+ hast solltest du dir das überlegen. Wenn du 2500 Chips hast bringt dich das kaum entscheidend weiter so früh im Turnier. Wenn du die Hand hingegen verlierst und auf 500 Chips zurückfällst macht das schon einen gewaltigen Unterschied. Bei einem Fold bleibst du bei 1500 Chips was sich nicht viel schlechter spielt in der Situation als 2500 Chips aber deutlich besser als 500 Chips. Angesprochene Risk/Reward Ratio...


Antwort
Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006

@Jirek: Wenn du nichts beizutragen hast lass es doch bitte einfach bleiben. Habe deinen Beitrag ausgeblendet.


Antwort
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XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Sehr gute Erklärung Asaban. Auf das risk/reward hättest garnicht genauer eingehen brauchen das habe ich verstanden und finde ich auch völlig richtig. Auch das die 5 % hier Welten sind. Einzige Frage dazu. Also sind die richtigen Potodds doch nicht alles? Du klingst so als hätteSt du auch bei den 48 Prozent gefoldet. Überall steht das man bei entsprechenden odds Callen soll, da sie aber maximal 49% sein können mathematisch steht man immer schlechter da als beim coinflip wenn man die gerade erreicht da, was immer Risiko bedeutet.

Mir ging es mehr um die Range Geschichte. Zu der Geschichte wie man dieses bildet und warum wie anpasst gibt es wenig Sachen zu finden, denke das das halt auch viel Erfahrung ist dafür poste ich solche Hände und frag warum nicht und was ich falsch verstanden habe. Versteh z.b nicht wieso ich 87s, 76s, 43s und 32s rausnehmen soll das sind doch Suitsconnectors die viele limpen? A9 hat ich am Anfang auch mit drin, dachte an die AX Kombination die nicht raisen würden. Aber anscheinend ist das mit der Range hier sehr schwer da vieles möglich ist.

Zu den Berechnung von Preflop, Flop,.. Dachte man sollte bei jeder Entscheidung wissen wo man steht? Wäre ich Preflop oder Flop klar vorne hätte man ja auch Einsätze gebracht.

Wie in deinem anderen Beitrag angedeutet, (was du überhaupt nicht machst) ein kurzes Hand war scheisse bringt niemanden was. Man brauch schon eine Erklärung, weil nur wer weiß warum es falsch ist auch Verstanden hat das es falsch ist.

Danke Asaban!


Antwort
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CrypterY
Beigetreten: 13.01.2017

Das Turnier hat gerade begonnen. Du hast 0 informations über deine Gegner. Also woher willst du wissen wie groß seine Range ist? Solche "reads" kannst du erst im späteren Verlauf machen.

Ich habs mal im Equilab ausgerechnet und ich komme auf 34% Equity für Hero, unter der Voraussetzung, das dein Gegner mindestens OnePair 9+ hält.

Die Pots Odds sind 50%, deine Equity 35%, da ist ein Call, rein von der Mathematik her, keine gute Entscheidung.
Zusätzlich kommt noch dazu, wie Asaban bereits erklärt, das High Risk No Reward, denn die Chance, dass er eine schlechtere Hand hält, als du, ist sehr gering. So früh 2/3 deines Stacks aufzugeben für eine schwache Hand und noch dazu ohne Informationen über deinen Gegner, ist sehr riskant. Da werf ich doch lieber das OnePair weg sag enjoy your $85 und warte auf eine bessere Hand.

Aber tolles Beispiel, da kann man super Equity berechnen üben :)


Antwort
Zitat
HiLowJack
Beigetreten: 15.12.2016

ich komme scheinbar - vor allem wenn man hier mal ein paar monate mitliest - noch aus der veralteten pokerzeit, wo man sich solche (überflüssigen) vernerdeten scienceberechnungen einfach geschenkt hat und mit bloßer logik an den tisch ging, und da hätten wohl 99% der spieler meiner generation mit FFFOOOLLLDDD diese hand beendet. aber okay, man kann da auch gerne programme, die mathematik, die biochemie, die ernährungswissenschaft und die zeugen jehovas für zu rate ziehen und anschließend ein pamphlet über diese lächerlich "schwierige" entscheidung verfassen. jeder wie er mag eben :f_biggrin::f_cool::f_drink::f_love::f_thumbsup::f_tongue::f_ugly:
dass man über die frage "call oder fold?" überhaupt diskutiert, ist ein massiver lebenszeitvertreib, den ich nicht nur durch die threadlektüre, sondern vor allem durch posten meines beitrags überflüssiger- und somit ärgerlicherweise auf die spitze treibe. ich bin zutiefst erbost über mich.
bevor man den beitrag nun aber ausblendet, weil er vermeintlich nichts zur sache beiträgt, sollte man den tieferen sinn bemerkt haben, welcher lautet: übertreibt es mit euren seltendämlichen berechnungen nicht und schaltet hin und wieder das gehirn zwischen. das hilft der entscheidungsfindung manchmal enorm weiter. _thumbsup:


Antwort
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XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Das es hier eigentlich um das geben und erstellten von Ranges, in diesem Fall für limps geht solltest aber du berücksichtigen. Easy fold mag sein!


Antwort
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D4niD4nsen
Beigetreten: 15.11.2007

Original von HiLowJack

Damals hat man sich gefragt ob man eine Hand findet gegen die man hinten ist ( Flush Set Overpair TPGK 2pair ) und wenn man da halt was gefunden hat dann war das die Rechtfertigung für Fold.

Es wurde auch argumentiert das man ja einfach auf bessere Situationen warten kann seinen Stack reinzubringen.
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Für die Spieler die noch länger Poker spielen war diese Herangehensweise vermutlich auchschon zu theoretisch. "Ich hör einfach aufs Bauchgefühl das passt schon". Die Spieler mussten dann aber schon irgendwann einsehen das ein einfaches Denken in Ranges und die Frage wie Profitabel ein Spot ist halt sinnvolle Fragen sind und langfristig zu besseren Ergebnissen führen
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Seitdem hat sich garnicht soviel verändert. Man summiert die Hände des Gegners halt gezielt auf ( Range ) und schaut sich die Equity dagegen an. Diese vergleicht man mit den Odds die man bekommt und dann weiß man z.B. "Ich brauche hier 48% Equity für +-0" Jetzt will man beim Poker Gewinnen und fragt wieviel muss ich über diesem Nullpunkt liegt damit man callen will.

Das muss man nicht machen und es gibt auch heutzutage natürlich auchnoch erfolgreiche Spieler die ohne das gute Gewinner sind. Es ist auch fraglich ob wir vom Durchschnittsspieler dieses Denkniveau jemals überschreiten werden weil es dafür definitiv einiges an Arbeit/Verständniss erfordert. Auf hohen Limits wo auf einen Freizeitspieler aber 5-6 gute Regulars kommen werden die Spieler die tieferdenkendes Poker spielen eben den höheren Gewinn erzielen und dort zählt das Duell gegeneinander mehr
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Der Schritt darüber ist dann natürlich nochmal das gezieltere Denken Range vs. Range. Wer hat mehr der sehr starken Hände in der Range. Eine mathematische Bewertung von Position und das Vergleichen aller spielbaren Alternativen, sehr kleines Betsizing hin zu Overbets.

Der AnpassungsProzess im Duell Regular vs. Regular wird der Gleiche sein wie schon immer.
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Im Duell gegen Freizeitspieler sind diese Überlegungen aber natürlich garnicht so wichtig und es geht im Kern natürlich immernoch um Kreativität in der Frage wie man das Meiste von diesem Spielertyp gewinnt


Antwort
Zitat
HiLowJack
Beigetreten: 15.12.2016

es geht mir in der diskussion ja garnicht darum rangebildung und das rumrechnen zu verteufeln, ABER das sollte mMn eher nebensache sein. das kann man meinetwegen in der nachbetrachtung miteinfließen lassen. nur findet solch eine verwissenschaftlichung immer in einem theoretischen "vakuum" statt. bspw. da oben: welche plausibilitätsannahme liegt denn da zu grunde wenn ich KK und AA in die limpingrange packe, QQ, JJ und TT aber "keinesfalls", 99er allerdings wieder schon. das ist reine willkür und so rechnet man sich wie asaban richtig sagt, dinge einfach nur schön.
viel zentraler sollte da mMn sein, dass man am tisch ein gefühl für richtig und falsch entwickelt. welche hände die da pushen schlage ich eig.? das ist alles was man in solch spots an analyse benötigt und nicht ob ich bei 55% odds nicht doch laut programm x mit zugrundeliegender range y 63% equity habe.
beim cashen mag das ja alles noch seine berechtigung haben aber turniere wird man mMn so nicht gewinnen, sondern nur, wenn man in der lage ist krasse laydowns zu vollziehen und vor allem, wenn man sein turnierleben "pfleglicher" behandelt und auf sein gefühl hört und nicht auf "willkürlich zusammengedonkte ranges" vertraut.
als tool zur verbesserung seines spiels sicher nicht verkehrt und verboten, aber alles andere als der "heilige pokergrahl".


Antwort
Zitat
XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Das keine willkürliche Range, sondern ich habe die Range angekommen die ich selber spiele/spielte. Wie gesagt weil ich nicht wusste was man da nimmt und daher gefragt habe. Das ist zwar schwer zufinden gewesen weil das ein Crossover Thread mit dem Arbeitsthread des MTT Einsteigerkurses war. Dort hast du aber meiner Erkenntnis nach auch mit gelesen:

Original von XXCallAllXx
Hoffe das passt hier rein, kleines Wissensloch. Welche Range gebe ich einem Limper? Meine Meinung nach..., vor diesem Kurs habe ich Monster AA,KK Pocketpair 22-TT und gelegentlich Suitsconnectors gelimpt. Mit dem Wissen von Asaban das der raise mir aber auch noch dazu Foldequity bringt spielte ich erst streng nach Charts. Jetzt habe ich aber gemerkt das mir bei AA,KK der Limp mehr Payout bringt.. Ein Limper kassiert dauernt ein raise die ich dann 3 bette entweder kassiere ich den Pot gleich ein der deutlich höher ist als wenn ich raise und keiner callt. Oder wenn gecallt wird dann höchstens von einem was wieder besser läuft Postflop gegen einen als gegen zwei drei caller meines 3 BB raises. Und gelegentlich hat man einen der nach einer 3 Bet ontilt ist und das all in zieht was ich natürlich calle. (Wie weiter oben beschrieben ich spiele immer KK wie AA preflop) Soweit zur Erklärung meiner Meinung auch wenn die wenige teilen werden, für begründete Kritik bin ich natürlich zu haben. Daher muss ich natürlich auch mal Pockets oder Suitsconnectors limpen als Alibi. Vorne weg auf meinem Limit 0-2 € Turniere geben wenige einem Limp/Raise direkt AA,KK. Aber zurück zur eigentlichen Sache welche range gibt ihr einem Limper? Meine Meinung daher auf Grund meines Spiels KK+, 22-TT, 32s-T9s.

Vielleicht noch ein Paar Hände die zu schwach für Aktion sind, A2-A9 und wahrscheinlich auch noch einige Suit Kombinationen..?

Wenn die Diskussion nicht passt dann mache ich einen neuen Beitrag einfach sagen.

Mittlerweile ist klar das man hier wohl von random ausgehen muss ohne reads. Die man aber auch selten bekommen wird, für eine Aussagekräftige Statistik bräuchte man ja mindestens 50 limps die wird man von einem Gegner im Turnier nicht bekommen.

Ausserdem sind so welche berechnungen erst in der Nachbearbeitung moglich. Daher war die ingame entscheidung ein klarer call weil ich ein gutes Bauchgefühl hatte und hier selbst oft bluffen wurde wenn nix passiert. Daher würde die Hand durch gearbeitet und hier diskutiert um zuverstehen was entweder im game oder in der Nachbearbeitung falsch gemacht wurde.

Das eine Website hier um sich beim Poker fortzubilden, daher nochnal:

ie in deinem anderen Beitrag angedeutet, (was du überhaupt nicht machst) ein kurzes Hand war scheisse bringt niemanden was. Man brauch schon eine Erklärung, weil nur wer weiß warum es falsch ist auch Verstanden hat das es falsch ist.

Klar fragt man sich welche Hände man schlagt man muss aber dafür wissen welcher er haben kann. Theoretisch ja jede daher brauch man ne Range. Wo durch wir wieder oben wären und uns im Kreis drehen.


Antwort
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jan121212
Beigetreten: 11.09.2007

Ich würde dir gerne auch noch ein allgemeines Feedback zu der Hand geben.

Ich denke zu der reinen Entscheidung am Turn hat Asaban ja schon viel gesagt und seinen Ausführungen habe ich nicht ganz so viel hinzuzufügen. Gerade weil ich selber auch keine Turniere spiele, kann ich zu dem Punkt Risk/Reward Ratio nicht viel sagen. Eine Sache vielleicht nur zu den Ranges am Turn: Asaban hat natürlich Recht, dass du nicht einfach alle draws in die Range packen kannst, denn oft wird er diese eben auch anders spielen. Genauso muss man dann meiner Meinung nach auch alle starken Hände nur anteilig einfließen lassen, denn diese wird er auch oft schon am Flop betten im unraised pot. In dieser Situation ist es halt einfach extrem schwierig eine wirkliche Range zu bilden, weil die Line einfach keinen Sinn macht. Von der Tendenz habe ich aber festgestellt, dass solche overbets von Fischen eher Richtung nuts als Richtung draw gehen. Daher würde ich es auch folden.

Mein eigentlicher Punkt setzt aber an einem anderen Punkt an:
Du rechnest ja auch schon preflop und am flop jeweils deine Equity gegen mögliche Ranges aus (auch wenn diese hier natürlich noch viel unsicherer zu bestimmen sind). Jeweils kommst du zu dem Ergebnis, dass du von der Equity nicht wirklich vorne bist und willst daher nicht betten. Die Frage, ob Bet oder nicht solltest du aber nicht davon abhängig machen, wie du vor der Bet gegen die Range dastehst, sondern eher davon wie Villain mit welchen Händen auf deine Bet reagiert. Die Frage ist immer: Kann er ausreichend bessere Händen folden oder schlechtere Händen callen.
Beispiel Flop: Eine Bet kann hier durchaus Sinn machen. Wie du selbst sagst können deine Gegner hier viele Kx und Ax Kombos haben. Diese würden aber häufig auf eine Bet gefoldet, wenn sie kein Herz beinhalten. Das heißt es gibt jede Menge bessere Händen die folden. Zwar gibt es kaum schlechtere Hände die callen, aber gegen die besseren Hände die callen hast du meistens eine passable Equity am Flop. Das heißt deine Foldequity muss gar nicht sonderlich groß sein, um die Bet profitabel zu machen.
Ich möchte damit gar nicht sagen, dass hier die Bet am Flop zwangsläufig besser ist als der Check. Ich wollte dir nur aufzeigen, dass du deine Entscheidungsfindung hier nicht von der aktuellen Equity abhängig machen solltest.

Ich hoffe, mein Punkt ist verständlich rübergekommen.


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XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Ja das ist er und ich finde das einen sinnvollen Betrag der Hilfestellung leistet. Mit so welchen Meinungen kann man Arbeiten und sein Spiel verbessern. Kannst du vielleicht noch kurz deine Meinung aufzeigen bei welcher Potsize Betgröße man durch ein call welche Info bekommt und wie man eine 3 Bet darauf auffassen sollte? Das man damit noch Foldeq erhält ist mir klar was die Situation aber auch besser macht mit einer bet.

Ja das wäre auch noch eine ungeklärte frage wie definiert man Risk/Reward. Risk ist klar hier deutlich schlechter als ein Coinflip. Aber Reward, nimmt man hier Prozent? Dann wäre das ja ne gute Hand weil man über 100 % raus bekommt da man gegen hin verdoppeln kann da ähnliche Stacks. Geht man von BB aus ist man in der frühen Phase auch gut dran bei der Hand man kann über 100 BB gut machen. Kennt sich da jemand aus wie man da ran geht?


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jan121212
Beigetreten: 11.09.2007

Ich bin jetzt nicht sicher, ob ich dich zu 100% verstanden habe. Also du gehst davon aus, das du am flop bettest: jetzt willst du wissen, wie sich seine range dann bei einem call bzw. einem raise darstellt und wie man dann weiterspielen sollte?
also falls SB deine bet called, würde ich davon ausgehen, dass er eine range hat bestehend aus allen pockets (die er limpt, was schwer zu sagen ist), jedes pair (also 2x,3x,7x), einigen straightdraws und vor allem flushdraws (ähnlich wie deine hand). Fische spielen da in der Regel ja erstmal jeden Hit weiter. Da ich davon ausgehe, dass er gute draws und viele madehands auch am turn nicht foldet als Fisch, würde ich dann unimproved am turn behind checken und mir ne freecard nehmen. Auf diesen Turn ist es dann eine klare valuebet.
Solltest du gecheckraised werden, ist die Situation schon eher unangenehm. Er wird dann sicherlich oft Twopair+ haben oder Draws. Ich würde dann nur callen und am Turn neu bewerten (wenn er eine normale size wählt; bei All-in wäre es dann wieder genauso ein Fold, wie oben am Turn). Auf diesen Turn würde ich dann bei normalen betsizes nochmal callen, genauso bei Herz am Turn. Unimproved würde ich den Turn bei einer Bet aufgeben. Wichtig ist, dass du nach einem Checkraise deine Hand nicht overplayst, wenn du hittest. Auch einen Flush solltest du nicht raisen, weil er dann häufig nur noch bessere Flushes weiterspielt. Auch da musst wieder überlegen, wie stehe ich gegen die Hände, die er weiterspielt. Nicht wichtig ist, wie ist meine Equity gegen alle Hände die er am Turn nochmal bettet. Die wäre mit dem Qhighflush wahrscheinlich nicht schlecht.


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XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Ne hast das genau richtig verstanden. Und noch paar gute Infos gebracht!


Antwort
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DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010

Du hast meiner Meinung nach eine Range, die niemals so etwas macht. Meistens sind es eben Nutshände, die hier AI stellen. Aber warum er hier JhTh so spielen soll, KhTh aber nicht, ist mir schleierhaft. Dazu wären sogar noch Combis mit A♥: 9 denkbar gegen die du auch schlecht performst. Und 78 kann man auf jeden Fall discounten. Du hast also in jedem Fall nicht einmal annähernd 40 Prozent.

Wie Asaban schon angemerket hat: Selbst wenn du es irgendwie schaffen solltest, gerade die notwendigen Prozent zusammenzubringen, bist du am Beginn eines Turniers und hast keinen Grund auf Coinflips den Großteil deines Stacks zu setzen. Hier hast du weitaus bessere Spots noch vor dir, wo du oft massiv einfacher Chips einsammeln kannst...


Antwort
Zitat
XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Hatte ja zu Beginn den Turn nicht berücksichtigt und dann auch das Allin garnicht richtig. Hab leider noch nicht das wissen welche Aktion für welche Range spricht. Logisch ist doch aber das man am Turn nix haben kann was man davor nicht hatte. Ich habe Postflop mit der Range angefangen die ich spielen würde und habe dann nach Aktionen die ja rar waren angepasst also weg gestrichen. Da er ja nicht plötzlich Hände haben kann die er vorher nicht hatte. Da ich jetzt weiß das ein limp eine random range hat, würde ich das jetzt auch anders einschätzen bis zum Turn. Da dann allerdings die Frage bei welcher Aktion passe ich eine range wie an? Man kann ja auch mit jeder Hand den all in Button drücken.


Antwort
Zitat
ine23
Beigetreten: 11.10.2009

Gerade in kleinen Turnieren werden nuttish Hände oft mal gescheckt weil man die Gegner nicht vertreiben will. Auch hier passt das wieder gut rein. Check Flop und dann 12x pot All-In. Sehr selten mit einem pure draw.


Antwort
Zitat
XXCallAllXx
Beigetreten: 26.04.2016

Also spricht ein Check All in für Nuts? Also folden wenn man nicht selbst die Nuts hat?


Antwort
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