This is how we vegas - 2022 Tag 9
Schlechte Neuigkeiten für mich, gute für euch: Der Pool wurde soeben wegen schlechter Wetterbedingungen (extremen Wind) geschlossen. Nun kann ich also die Zeit nutzen, um euch auf den Stand der Dinge zu bringen. Gestern habe ich tatsächlich sehr wenig Poker gespielt. Um 16:48 Uhr beginn meine Session im Bellagio mit einem Wecker für 18:30 Uhr, damit ich rechtzeitig im mirage bei Shin Lim bin. Wie sehr ich doch die Must Move Tische im Bellagio zuletzt gelobt habe, umso schlimmer war diese Veranstaltung. Hätte ich keinen Anschlusstermin, wäre ich vermutlich direkt weitergezogen. So saß ich hier mit einem Spot und fünf-sechs Regs, wovon zwei darauf warteten, dass ihr Name durch die Boxen des Pokerraums schallt. Zwei der Regs wollten nämlich nichts sehnlicher, als für 10/20 aufgerufen zu werden. Da hat sich an diesem Nachmittag nämlich ein älterer Herr niedergelassen, um mit einem Buyin von $120.000 jede Hand zu spielen und die meisten davon zu 3betten. Was um diese Uhrzeit noch niemand wusste: Als ich später nach der Show wieder im Bellagio war, war dieser Herr der große Gewinner am Tisch. Das haben sich die Regs wohl anders vorgestellt ![]()
In meinen 100 Minuten an diesem unsäglichen Tisch ist auch nicht viel passiert. Einmal habe ich eine cold4bet mit 99 im SB gegen den BB bezahlt und postflop auch noch eine Cbet bezahlt, um am River aufzugeben. Viel mehr gab es nicht zu sehen und zu berichten und ich war froh, als mich mein Wecker pünktlich zum Dealerchange daran erinnerte, dass es schöneres auf der Welt gibt, als an diesem Tisch gebunden zu sein.
Shin Lim habe ich mir mit vier Australiern angesehen. Tickets hatten wir für 8 Leute, aber drei waren an 10/20 im Bellagio verhaftet. Ob sie die Entscheidung, nicht mitzukommen, bereut haben? Wir haben jedenfalls eine kurzweilige Show gesehen. Shin Lim ist schon sehr begnadet mit seinen flinken Händen und hat da ganz ordentlich performed. Leider muss ich gestehen, dass ich schon einige der Tricks von YouTube kannte, also nicht mehr allzu große Überraschungseffekte vorkamen. Außerdem war die Bühne recht weit entfernt und man konnte mit bloßem Auge kaum erkennen, was er da so veranstaltet hat. Also hat man stattdessen die meiste Zeit auf einen Bildschirm gestarrt, ebenso wie bei YouTube, nur eben $100 teurer.
Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt, denn die Show hatte noch einen anderen Star: Mentalist Collin Cloud. Der war wohl auch mal bei America Got Talent und seine Performance war noch einmal deutlich authentischer, improvisierter und echt beeindruckend. Ich habe sowieso gar keine Ahnung, wie all diese Mentalistentricks funktionieren, aber wenn man am Ende weiß, dass die zufällig ausgewählte (???) Frau auf der Bühne Richtern aus NY ist, Vor und Nachnamen kennt, ihr genaues Geburtsdatum weiß und an welchen Star sie gerade denkt, ist das schon spooky. Insgesamt hatte Collin auch ungefähr gleich viel Showtime wie Shin Lim, sodass die 90 Minuten eine gelungene Abwechslung waren.
Danach waren wir uns uneinig, wie der Abend weitergehen sollte: Spielen, trinken, beides? Während die Jungs ihr Auto holen wollten, bin ich schonmal ins Bellagio gelaufen und habe dort einen besseren 5/10 Must Move gefunden. Zwar nicht vergleichbar mit den Vortagen, aber doch ganz okay. Einer der Australier kam kurz später dazu, die anderen gingen essen und wollten danach mit uns trinken gehen - sounds like a plan.
Session 2 war mit 90 Minuten dann also auch eine kurze Session, aber dafür mit besserem Ausgang. Zum einen hatte ich das große Vergnügen KK zu 3betten und am Flop gecheck/raist zu werden auf K♦: K♣: 8♦:. Fand ich gut, hab ich bezahlt. Am Turn 4♥: haben wir beide gecheckt und am River J♠: check/callt mein Gegner nochmal $280 respektive 45% Pot. Relativ siegessicher durfte ich meine KK umdrehen.
Dann habe ich noch A♣: K♠: am BU openraist, im SB 3bettet ein neuer, adrett gekleideter Asiate mit $1.500 Stack auf $150, ich 4bette auf $330 und er zahlt.
Flop $670: K♦: T♣: 9♥:
Er checkt und ich checke behind (low frequency play, kann man mal einstreuen auf Boards, die keine Range-Cbet fordern).
Turn $670: 3♥:
Er leadet für $260 und ich bezahle.
River $1.190: 9♦:
Er setzt noch einmal $400 und ich denke nicht, dass ich noch groß Value von schlechteren Händen außer vllt KQs bekomme. Ich calle und mein Gegner announciert Ass hoch. Da hat sich der Flop-Check wohl gelohnt.
So war ich hier schnelle $1.000 vor, zuvor $500 hinten, also resümierte ich wieder einen erfolgreichen Tag, bevor uns ein Uber ins "Golden Tiki" oder so brachte, eine hawaiianische Bar etwa eine Meile östlich vom Strip. Ich fand den Laden sehr cool, sehr kreativ und weird eingerichtet, aber gemütlich dabei. Drei der anderen Jungs waren nicht so angetan, da die Frauenquote wohl nicht ihren Anforderungen entsprach. Ich konnte mein IPA vom Fass trotzdem genießen und als wir dann um 00:30 Uhr zurück zum Strip fuhren, war mir der Feierabend lieber als deren Pläne, noch in den Jewel-Club zu gehen.
Ich bin stattdessen heute dann mal wieder früh aufgestanden und habe mich an die 2/5 Tische im Aria gewagt, wo mir der Peter Thiel-Verschnitt doch sehr bekannt vorkam. Wie das ausging, erfahrt ihr dann im morgigen Bericht. Gute Nacht!

