LFG!
Das war ein guter Les bis hierin, danke.
1. 78cc denke, ich hast Value verschenkt vs. AK Ax
2. kannst du nochmal tiefer zu dem Thema Achtsamkeit /Mindfullness elaborieren? Kannst du 1-3 konkrete Dinge nennen, dir konkret geholfen haben?
3. Main Event, wenn du da vor Ort bist, sollte man das auch als CG Spieler ballern. Gerade als ambitionierter Pokerspieler. Man braucht Sunrun über mehrere Tage, aber so ist es, wenn man 10k in 8mio turnen will. Du bist wenigstens in der Lage den Buyin aus Cashgame winnings zu finanzieren und musst kein Kredit aufnehmen. Daher ist risko Management nicht so wichtig, broken wirst du ja nicht, weil du einmal ein 10k spielst. Wäre nur was anderes, wenn du jetzt regelmäßig 10k buyins donken willst.
GL weiterhin.
Vegas WSOP 2023 – Routiniert in den Tag
Wie zuletzt im Herbst, versuche ich auch diesmal, durch eine Tagesstruktur gewisse Routinen zu gewinnen, die mir helfen, optimal eingestellt an den Tischen zu landen. Ich will euch gar nicht mit Details langweilen, aber ihr könnt euch kaum vorstellen, wie stolz ich bin, dass ich mit meinem Jetlag um 5 Uhr morgens nicht wie ein Zombie den nächsten Pokerraum angesteuert habe, sondern nunmehr die Zeit bis 9 Uhr sinnvoll mit Fitnessstudio, Zeit für mich, Frühstück und dem Schreiben des Blogs verbracht habe. Um 9 Uhr öffnet der Pool und mit der nötigen Portion Vitamin D im Rücken kann ich entspannt in die erste Session des zweiten Tages starten.
Nach kurzer Wartezeit beginne ich um 12:45 Uhr die Session an einem langweiligen $5/$10 Tisch. Nach kurzer Zeit entscheide ich mich zum Tischwechsel und mache es mir dort fünf Stunden lang bequem. Die Action hier ist zwar auch nicht gerade ein neuer John Wick-Film, aber immerhin wird viel gechattet und so richtig unangenehm ist zunächst auch kein Gegenspieler. Hinzu kommt, dass ich eine Kartenverteilung bekomme, als ob ich Shortdeck spielen würde: In der ersten Stunde allein habe ich dreimal Asse und zich Broadway-Kombinationen. KQ sehe ich am häufigsten und spiele damit auch die erste nennenswerte Hand.
Hand 1:
Ich übersehe den Limp eines Spots aus erster Position und raise im Cutoff K♣: Q♠: auf $30. Der Button callt und im SB 3bettet nun ein Regular auf $150. Es kann sein, dass er mein kleines Raise als Schwäche interpretiert, kann aber auch sein, dass er einfach eine Hand hat, die squeezen möchte. Wie dem auch sei: KQo kann hier alles machen. Am besten gefällt mir eigentlich das zu 4betten, aber ich entscheide mich für den Call und wir sind heads-up am Flop.
Flop $350: T♦: 7♣: 4♠:
Er cbettet $100 und für den Preis folde ich das noch nicht, zumal ich ihn auch etwas weiter als normal einschätze aufgrund meines zu kleinen Openraises.
Turn $550: 2♦:
Er checkt und ich checke behind mit der Intention, am River zu bluffen. All meine Pocketpairs 55-99 würde ich hier ebenfalls meistens checken, daher packe ich auch KQo in diese Range.
River $550: Q♥:
Okay, das mit dem Bluffen hat sich erledigt. Stattdessen leadet der SB noch einmal $350, die ich natürlich schneller bezahle als meine Schulden beim Getränkewart im Fußballverein. Er zeigt AKo und ich freue mich über den glücklichen River.
Nur kurze Zeit später finde ich erneut K♦: Q♠: Diesmal bin ich im Small Blind und vor mir gibt es einen Limp, ein Raise auf $40 vom CO sowie ein Call von einem OMC (=Old Man Coffee(= super alter Dude, der ziemlich passiv agiert)). Ich entscheide mich bei der Konstellation zum Squeeze und raise auf $200. Das erschreckt hier aber weniger Leute als Söder in der Geisterbahn und alle Leute zahlen.
Flop $810: K♠: T♥: 7♥:
Ordentlicher Flop und kein Grund, Freikarten zu verteilen. Ich cbette $240, der Limper foldet, der Openraiser zahlt und der OMC? Der schiebt seine $1.900 in Chips ohne zu zögern über die Linie als ob es ein leichtes Rätsel in der aktuellen Freizeit Revue sei. Dadurch ist es für mich auch kein Rätsel und ich folde sofort. Auch der CO foldet und OMC feiert lautstark, dass er bloß kein weiteres Herz sehen möchte mit seinem KT. Da bin ich wohl noch günstig davon gekommen.
In all der Zeit spiele ich viele mittlere Hände, die alle nicht so nennenswert sind. Kurz vor Schluss muss ich noch einmal JJ in einem 4bet-Pot aufgeben, aber wenige Hände später bekomme ich erneut JJ und bekomme es preflop für die letzten $600 des Opis gegen sein AK all-in. Wir lassen das Board zweimal runnen und ich gewinne dank eines Sets am River den ersten Run und dank fehlender Asse und Könige auch den zweiten Run. Läuft, würd ich sagen.
Um 18 Uhr treffe ich mich mit Basti und seiner Begleitung, um die Cheesecake Factory zu besuchen. Ich zähle einmal fleißig durch und stelle fest, dass ich $1.524 mehr habe als zu Beginn der Session.

Die Wartelisten nachmittags sind im Moment astronomisch. NEUN Tische $5/$10 und trotzdem warten noch 50 Leute auf einen Platz.
Nach dem Abendessen überlegen wir kurz, ob heute schon der Bier&Fun-Abend ist, aber irgendwie fühle ich mich doch eher nach Schlaf. Den gönne ich mir auch und halte bis 3 Uhr nachts durch. Um 3:30 Uhr finde ich mich im Aria wieder mit dem Ziel, entweder einen guten $2/$5 Tisch zu lokalisieren oder mal die $5/$5/$10 PLO-Partie auszuprobieren. Die PLO-Tische sahen aber nicht so vielversprechend aus. $2/$5 NL auch nicht wirklich, aber immerhin finde ich einen lustigen, lauten, alkoholreichen Tisch, an dem ich drei Stunden mit Caesar und Julio herumalber, bevor Caesar am Tisch einschläft. Ich berichte Basti schon von $150 Minus, als ich doch noch eine Straße treffe und am Ende mit $125 Gewinn aufstehen darf.

Bisher bin ich das Nokia 5110 des Las Vegas Boulevards: einfach nicht kaputt zu kriegen. Jetzt ist es 7 Uhr morgens und ich werde kurz die Augen schließen, bevor mich das Fitnessstudio und der Pool wieder in ihren Bann ziehen werden.

Selbst mitten in der Nacht ist der Aria-Pokerraum randvoll.
Danke für die ganzen Beiträge! Auf einige möchte ich näher eingehen:
Original von Tenebrus
Zu deinen Main Event Gedanken: alle nachvollziehbar, würde mir aber versuchen keine "what if" Gedanken mehr zu machen und weniger Szenarien auszumalen. Wie du sagst am Ende auch einfach eins von vielen Turnieren.
-> Yes, habe auch nicht vor, weiter im Konjunktiv zu denken, aber einmal alle möglichen Szenarien zu fühlen hilft mir, entspannter damit umzugehenAber die Struktur, der Prizepool und die ganzen Satellite Turniere unter dem Jahr und den damit verbundenen sehr diversen Spielerpool macht es aber schon zu einem sehr einzigartigem Turnier.
Im Vergleich zu anderen Turnieren ist es auch durch die sehr langen und wenn man es schafft multiplen Spieltage bei relativ deeper Struktur interessiert wie die einzelnen Spielertypen darauf reagieren. Viele nehmen eine sehr lange Reise auf sich, sind nur deshalb vor Ort und wollen sich auch nicht die Blöße geben schnell an Tag 1 zu busten, underbluffen gerade am River oder bei Flop raises - bzw bluffen gar nicht.
Das kann sich aber am Ende von Tag 1 und vor allem Mitte Tag 2 schnell ändern, der Spieler der erst wenig blufft entscheidet sich willkürlich, dass mit so einem Mini Stack (nicht Anzahl BB, sondern visuell in Chips) es so nicht weiter gehen kann und wird auf einmal sehr random. Ende Tag 2, kann man wenn man die Spots bekommt teils herrlich Chips einsammeln weil die Leute nicht mehr Lust haben mit wenig Chips zu Tag 3 zu kommen. Und so weiter, also sehr viele Tages-,Situations und Spieler abhängige plays die man sonst so nicht sehen würde.
--> Super Advise fürs Main, sehr wertvoll für mich! Danke vielmals, das werde ich mir noch ein paar mal durchlesenBis dahin GL im Cashgame - die 78s, weiß nicht ob ich die oft 3 betten würde, wenn du schon schreibst er 4 better sehr oft. Außer er gibt Postflop dann eher viel auf - braucht dann schon einige Postflop bluffs - oder?
Dass er viel 4bettet, weiß ich nicht. Hab es einmal gesehen und da waren es AA.
Original von DiscoStu85
Das war ein guter Les bis hierin, danke.1. 78cc denke, ich hast Value verschenkt vs. AK Ax
--> Möglich, aber würd er nicht häufig AK selbst betten am Turn? Bin aber generell bei dir, dass eine Turnbet auch in Ordnung ist.2. kannst du nochmal tiefer zu dem Thema Achtsamkeit /Mindfullness elaborieren? Kannst du 1-3 konkrete Dinge nennen, dir konkret geholfen haben?
--> Gerne, auch wenn ich weiß, dass das Thema für viele ausgelutscht/overhyped/unnötig ist. Meditation hilft mir schon seit Jahren, fokussiert und sortiert in den Tag zu starten. Im Laufe des Tages, egal ob hier oder im Alltag zuhause, versuche ich, regelmäßig "im Moment" zu sein, also durch bewusste Atmung den Augenblick zu erkennen. Das hilft mir, mich besser an Momente zu erinnern, die ich gerne speichern würde und bewusster zu antworten in Konversation - einfach anwesender zu sein.Die Arbeit mit Jason ist an vielen Stellen eher psychologisch als rein auf Presence ausgerichtet. Im Groben geht es darum, stets mit dem Körper verbunden zu sein, da dort Gefühle entstehen (und verschwinden). Wenn man (wie ich sonst) sehr kopf-zentriert ist, kann es sein, dass man entweder Gefühle gar nicht wahrnimmt (siehe Leute, die beim Poker monkeytilt gehen) oder Gefühle verschleppt und ständig unterbewusst aus einem Standpunkt der Angst (häufigstes Szenario beim Pokerspielen) Entscheidungen trifft. Durch Atmung und Presence möchte ich hier und im Alltag herausfinden, wo im Körper welche Gefühle oder Energien aktiv sind, diese dann wahrnehmen, einladen, akzeptieren und als Folge eine Tendenz für meine Entscheidungen haben, mit der ich leben kann.
Ich werde niemals nur richtige Entscheidungen treffen. Das ist so. Daraus lerne ich. Das ist growth mindset. Aber wenn ich Entscheidungen treffe, die mit meinem derzeitigen Gefühlszustand im Einklang sind, dann werde ich sie weniger häufiger im Nachhinein bereuen. Ich hoffe, das macht in etwa klar, was ich da komisch-esoterisches fabriziere
![]()
Vegas WSOP 2023 – Auf der Suche
Die Stadt boomt, zumindest in Bezug auf Poker. Ab dem frühen Vormittag bilden sich teils unendliche Wartelisten im Bellagio auf allen Stakes. An einem Tisch machen Leute ihre ersten Pokerversuche mit $100 an einem $1/$3 Tisch, daneben batteln sich Jungleman, Patrick Antonius und Gus Hansen mit anderen Ikonen des Pokersports mit Hunderttausenden Dollar als Munition. Da sowohl das Aria Casino als auch das Wynn täglich große Turnierserien anbieten, konzentriert sich das Cashgame tagsüber auf das Bellagio, den WSOP-Cashgame-Bereich und für kleinere Einsätze auch auf die umliegenden Casinos Caesars Palace, MGM, Venetian etc. Das Rascheln der Chips ist omnipräsent, Namen der Warteliste werden im Sekundentakt durch das Mikrofon gefeuert, die Blasen an den Händen der Dealer:innen werden von Woche zu Woche größer und Chiprunner legen am Tag mehr Kilometer zurück als manch ein Marathonläufer verkraften würde. Kurzum: Die Stimmung ist genial.
Nicht so genial ist es, wenn man um 13 Uhr im Pokerraum aufkreuzt und feststellt, dass über 60 Leute vor einem auf einen Platz an $5/$10 warten. Wie verbringt man dann die Zeit am besten? Klar, zügig auf die Liste für $10/$20/$40 mit $20 BB-Ante setzen und dort einen neuen Tisch eröffnen. Super Idee auch dann 4handed mit zwei Asiaten und einem amerikanischen Reg zu starten, der gar nicht weiß, wie er seine bunte Tüte an $20, $100, $500, $1.000 und $5.000 Chips arrangieren soll. Als er fertig aufgeräumt hat, überschlage ich seinen Stack auf über $50.000. Das wird bestimmt ein Spaziergang hier.
Der Tisch füllt sich nur langsam und die Spieler, die nachrücken, sind bis auf eine Ausnahme offensichtlich alles lokale Pros. Nach wenigen Händen check-raist einer der Asiaten im 3bet-Pot seine verbliebenen $7.000 auf A♠: 5♦: 5♥: 7♠: all-in und wird vom Monsterstack gesnapcallt. K♠: Q♠: improvt nicht gegen 4♠: 5♠: und der erste $16.000 Pot wird verteilt. Ich merke entsprechend schnell (mal wieder), dass diese Partie definitiv zu groß für meine Bankroll ist, aber scheue auch nicht davor zurück, mich mit meinem „lausigen“ $5.000 Buy-in mit den Jungs hier anzulegen. In große Hände bin ich aber nicht verwickelt in der ersten Stunde, die ich dort sitze. Zwischen den Händen werfe ich immer wieder den Blick auf den großen Fernseher mit den Wartelisten und finde und finde meinen Namen einfach nicht auf der $5/$10 Liste. Zum zweiten Dealerwechsel packe ich hier trotzdem meine Sachen, da sich der Spot des Tisches mittlerweile verabschiedet hat und hier nur noch GTO-Wizards um mich herumsitzen. Der kurze Ausflug endet immerhin versöhnlich mit $525 Gewinn.
Eine halbe Stunde muss ich dann noch warten bis der achte $5/$10 Tisch eröffnet wird und mein Name endlich durch das Mikrofon schallt. Und wow, hat sich das Warten gelohnt. NOT! Auch hier setzen sich ausschließlich Profis hin, die meisten jünger als ich, mehrere davon auf der Warteliste für die grandiose $10/$20/$40 Partie stehend. In der ersten Hand ist alles noch etwas chaotisch, da sich zwei Leute um einen Platz gestritten haben und einer noch auf seine Chips wartet. Ich bekomme daher gar nicht mit, dass er das Openraise aus erster Position bezahlt, ehe ich am Button J♠: J♥: sehe und viel zu klein auf $100 3bette, da ich dachte, dass alle anderen zu mir gefoldet haben. Der Reg aus erster Position nutzt das natürlich vermeintlich aus und 4bettet auf $330. Der Spieler in der Mitte foldet und ich bezahle.
Flop $705: Q♠: 7♥: 3♦:
Er cbettet $150 und ich bezahle.
Turn $1.050: 5♥:
Er checkt und ich ebenfalls.
River $1.050: 9♠:
Der Reg überlegt eine Weile und checkt. Ich könnte eventuell noch etwas Value von TT bekommen, aber das muss er erstmal 4betten und dann am River bezahlen, also unwahrscheinlich. Also sehe ich kein Value mehr, checke behind und gewinne gegen AKo.
Ein guter Start in die vierstündige Session, in der ich nach einer guten Stunde erneut den Tisch wechsel, um hoffentlich mal interessantere Spieler zu sehen. Aber auch am nächsten Tisch sind hauptsächlich Profis unterwegs. Hier und da mal ein Freizeitspieler, aber die sind dann meistens zurückhaltend oder openraisen ihre Kings auf 7BB und cbetten über Pot mit ihrem Overpair. Dagegen muss man mal treffen, um die zu löschen, aber das sei mir diesmal nicht vergönnt. Trotzdem gewinne ich mehrere mittlere Pötte und lasse mich zwischendurch mal außerhalb des Pokerraums eine halbe Stunde massieren, um den eingeklemmten Nerv in der Halswirbelsäule zu lösen (Hint: Es wurde durch die Massage eher schlechter als besser). Bei meiner Rückkehr an den Tisch hat sich dessen Besatzung ebenso entwickelt wie der Zustand meiner Halswirbelsäule. Ich bestelle mir was zu essen und verlasse den Tisch um 18:30 Uhr mit $870 Gewinn und einem leckeren Reisgericht von Asia Noodles.

Gesättigt frage ich mich, was man nun noch mit dem Donnerstagabend anstellen kann. Ein kurzer Gang über die Brücke zwischen Bellagio und Horseshoe gibt die Antwort: Ich erkunde mal die WSOP-Arena mit all den Turniertischen, etlichen Cashgame-Optionen und der King’s Lounge, in der die höheren Cashgames an ansprechenden, großen Tischen mit bequemen Schreibtischstühlen angeboten werden. Dort lasse ich mich auch prompt nieder, als ein neuer $5/$10/$20 Tisch eröffnet wird. Wir starten shorthanded mit einem offensichtlichen Spot, der nach einer Dreiviertstunde seine $3.000 unters Volk gebracht hat. Er wird durch Jesse Sylvia ersetzt, einem amerikanischen Pro mit lockeren $7.7 Millionen Gewinnen in Turnieren. Er ist zwar ein sympathischer, ruhiger Typ, aber lange Pokerspielen muss ich mit ihm auch nicht. Das heißt erneut Ende der Session, diesmal mit $57 Gewinn. Yeah!
Dass man noch weniger gewinnen kann, weiß ich eine weitere Stunde später zu berichten, nachdem ich noch einmal die $2/$5 Partien getestet habe. Da waren zwar keine guten Regs, aber die Action war staubig wie die Wüste um uns herum. In der letzten Hand openraise ich UTG 9♦: 3♥: auf 5BB, um aus meinen $2 Minus herauszukommen. Der Plan geht auf, alle folden und ich beende auch die siebte Session dieses Trips im Plus
Mittlerweile ist es 21:30 Uhr und ich habe mich ob der mauen Action mit Steffen Sontheimer aka alderfalder hier im Forum verabredet, um noch ein drei leckere Hazy-IPA im Beer Park nebenan zu verschlingen. Mit Steffen und Co habe ich 2015 hier den Sommer verbracht und es war schön, ihn mal wieder persönlich zu sehen und sich gegenseitig auszutauschen. Der EV davon war definitiv größer als der EV aller Partien, die ich heute gespielt habe.
Nun ist Freitag und ich hoffe mal, dass zum Wochenende noch ein paar Freizeitspieler mehr ihren Weg durch die langen Wartelisten finden. Ob dem so ist, erfahrt ihr morgen wieder hier. Peace out!

Beer Park im Paris (leider habe ich keine Bilder gemacht): Super Auswahl, leckere gezapfte Biere, aber holla teuer – ein 0,3 Bitburger zum Beispiel bekommt man dort für $13 serviert.
wäre schön wenn du am ende eine zusammenfassung der kosten machen könntest
vegas steht schon auch noch auf der Liste muss man ja als pokerspieler mal da gewesen sein.
aber die hohen Preise Schrecken doch ab
hab glaub mal was von 12$ hot dogs gehört oder wie hier 13$ bier ![]()
und probs für den guten Blog schaue atm mehrmals täglich ob es ein update gibt:truestory:
Gus Hansen ist da? und spielt mit den Highrollern? ![]()
Hat der nicht alles verdonkt und jetzt einen normalen Job?
Gratz zum guten Start!
Vegas WSOP 2023 – Lockerer Kick ins Wochenende
Aufstehen, Blog schreiben, Fitnessstudio, Frühstück, Bellagio – der Plan steht, um nicht wieder zwei Stunden auf einen Platz warten zu müssen. Diesmal bin ich bequem um 10:15 Uhr im Pokerraum und darf wenige Minuten später einen neuen $5/$10 Tisch eröffnen. Dieser hat auf den ersten Blick Potential, deutlich angenehmer zu sein als alle anderen Tische bisher. Zwar gibt es den Poolread, dass die älteren Herrschaften in diesen Partien ihr Geld nicht verschenken, aber gebalancte 3bet-Ranges haben sie auch nicht gerade. Von dieser Spielersorte sind gleich fünf Spieler am Tisch. Dazu ein deutscher Reg und ein Spieler, der irgendwie random aussah, sich jedenfalls nicht wie ein Reg aufführt.
Eine Stunde lang werden meine Annahmen verifiziert, da es so gut wie gar keine 3bets gibt und alles schön passiv vonstattengeht. Dann spiele ich meine erste große Hand gegen Günther. Günther nenne ich Günther, weil Günther aussieht wie ein Günther, den ich kenne: über 70 Jahre jung, leicht zerzaustes Kopf- und Barthaar und vom Erscheinungsbild die Schublade „verrückter Professor“. Er openraist in früher Position $30, es gibt einen Coldcall und ich calle im BB A♦: T♠:
Flop $95: A♣: Q♠: T♦:
Ich checke, Günther setzt zügig $60, der andere foldet und ich bezahle erstmal.
Turn $215: 2♣:
Ich checke, Günther kramt nun $80 raus und das ist für mich das Zeichen, den Pot weiter zu füllen. Ich checkraise auf $250 und bin etwas überrascht, dass Günther daraufhin sofort all seine 900 Kreidestücke auf die Tafel legt. Eigentlich wäre hier der Moment, um zu überlegen, ob man nicht doch über einen Herofold nachdenken sollte. Eigentlich. Denn Günther war vorgestern auch am Tisch und hat nach einer Weile gezeigt, dass er nicht OMC (Old Man Coffee), sondern OMB (Old Man Blasting) ist, gerne mal Flushdraws aggressiv spielt oder irgendwelche Hände in einen Bluff turnt. Daher gibt’s nichts zu überlegen und ich calle. Er announciert: „Twopair“. Mit Spannung geht’s zum Showdown.
River $2.015: 9♦:
Er dreht seine Karten um, wie Band III der Elementarteilchenphysik. Seite 1 zeigt ein A♥: und Seite 2 zeigt eine 2♥: Wunderbar, die Schwerkraft erledigt den Rest und alle orangen $10- sowie schwarzen $100-Teilchen werden von mir angezogen.
Wenn ihr jetzt denkt, dass ist doch unfassbar, wie ich hier schon wieder so ein Setup hingelegt bekommen kann, habt ihr die weiteren Hände noch nicht gesehen.
Hand 2:
Eine Stunde später openraise ich nämlich am Button 6♥: 8♥: und im BB 3bettet ein super tighter Gentleman auf $90. Bei einer effektiven Stacksize von $1.400 gucke ich mir da gerne mal einen Flop an, um seine großen Paare zu ärgern. Wie wäre es mit diesem hier?
Flop $185: 4♦: 5♣: 7♦:
Na warum nicht? Einfach so. Habt ihr ein Problem damit? Nein, ich auch nicht! Trotzdem muss man nun erstmal Geld in den Pot bringen, sonst bringt das ja alles nichts. Zum Glück cbettet er $70. Das raise ich natürlich direkt auf $210 und nur fünf Sekunden später darf ich auch alle weiteren Chips in die Mitte legen, da Opi sofort all-in geht. What a life. Wir runnen zweimal den Turn und River, aber auf beiden Boards bleibt 68 einfach mal die beste Hand. Erst am Showdown erfahre ich dann, wie sehr ich sogar schwitzen musste, um diesen Pot meinen nennen zu dürfen. Der Opi zeigt tatsächlich 77, bevor er den Pokerraum verlässt
Ungläubig sammel ich den $2.785 großen Pot ein.
Ich bin also wieder maximum vor und sitze hier an einem Tisch komplett ohne Gegenwehr. Im Laufe der Zeit steigt und sinkt mein Chipstapel wie die Wasseroberfläche bei mildem Wellengang. Einmal schneide ich mir ein etwas größeres Loch in den Stack, als ich einen der Spaßspieler bluffen möchte. Die Hand war von Anfang bis Ende unnötig, aber etwas enttäuscht bin ich schon, als er am River $560 in einen $780 großen Pot auf dem Board 2♠: 3♥: 4♠: A♠: J♠: mit 8♠: 9♠: bezahlt. Meine roten 7♦: 7♥: hätte ich auch einfach am Turn check/folden können, anstatt zu leaden und den River zu barreln.
Trotzdem cruise ich hier entlang wie Flo Rida in dem Video oben. Mittlerweile sind sieben Stunden gespielt, als ich mal wieder ins Land der Träume abdrifte.
Hand 3:
Mittlerweile straddeln übrigens alle bis auf einen Spieler, Regs sind immer noch Mangelware am Tisch und Bombpots bei jedem Dealerchange sorgen für weitere Action. So stelle ich mir die Tische hier vor. Besonders schön ist es, wenn dann am Button ein älterer neuer Spieler einen Limper auf $80 isoliert und ich im SB A♠: A♣: entdecke. Ich 3bette auf $330 und der ältere Spieler, trotzdem vermutlich so eine Art Regular unter den Recreationals, 4bettet mit richtigem Sizing auf $750. Das hätte ich ihm kaum zugetraut. Normal kann man AA hier gut flatten, um postflop eine bessere Rangekomposition zu haben. Aber muss man auch nicht, wenn man dem Gegner nicht zutraut, dass er für seinen $1.960 großen Stack, also bei Straddel knapp 100BB, noch folden kann. Ich schiebe es also all-in und bekomme einen Snapcall.
Board $3.920: Q♥: J♠: 8♣: 3♦: 5♥: Etwas besorgniserregend, aber als ich meine Asse zeige, muckt der Herr brav.
Endlich mal wieder ein Setup auf meiner Seite. Bevor meine Gedanken Richtung Mitleid abdriften, sehe ich zwei Hände später im Cutoff K♥: K♠: und openraise auf $30. Direkt daneben 3bettet mich nun ein Spot um die 50 Jahre jung auf $70. Wir sitzen seit der ersten Hand hier so zusammen und haben in den letzten sieben Stunden ausführlich über seine Kinder, 11 und 13 Jahre, den Russland-Krieg, das Aus von NFTs, das deutsche Schulsystem, Covid und UFC-Fights gesprochen. Was ich sagen will: Er ist sehr gesprächig und freundlich, 3bettet hat er mich noch nie. Trotzdem gibt es keinen Freundschaftsbonus und ich 4bette auf $210, die er zügig bezahlt.
Flop $435: 7♠: K♦: 2♦:
Here. We. Go. Again. Was ist das für ein Film? Naja, kurz durchatmen und vernünftig spielen. Ich starte mit einer astronomischen Cbet in Höhe von $40. Es kommt noch wilder: Mr Smalltalk raist das sofort auf $340 mit $660 behind. Call.
Turn $1.115: Q♠:
Ich checke und er wastet no time und schiebt all-in. Ich snapcalle, drehe meine Nuts um und hab tatsächlich in dem Moment ein schlechtes Gewissen und muss Worte wie „sorry for my sun run“ unterdrücken. ZUM GLÜCK!
River $2.480: 8♦:
ZUM GLÜCK. Denn nun dreht Mr Smalltalk doch wahrhaftig 7♦: 9♦: um. Stellt euch mal vor, die bisherige Session liefe nicht so, wie sie lief. Stellt euch vor ich wäre zu dem Zeitpunkt even gewesen nach sieben Stunden ohne Gegenwehr. Oder gar im Brand. Und dann so eine unerwartete Hand? Das hätte mich vermutlich ziemlich aus dem Konzept gebracht. Aber as it is: Bol chance, witizge Aktion von ihm und ein verdientes Double Up.
Anstatt über $4.000 im Plus zu sein, sind es nun knapp $3.000, aber die Session ist noch nicht vorbei. Ich verliere von hier an weitere mittlere Pötte, bleibe aber stets im Bereich des guten Profits, bevor ich noch eine spannende Hand nach neun Stunden spiele.
Hand 4:
Straddle, ich raise 9♠: 9♣: auf $50, ein Call, bevor der Straddler, ein neuer amerikanischer Inder am Tisch, auf $200 squeezt. Ich habe noch nicht viel von ihm gesehen, aber schätze ihn erstmal als recht solide ein. 99 sind dagegen ein Call, der andere Spieler zahlt auch.
Flop $610: K♠: 7♠: 3♠:
Der Inder cbettet $150, ich bezahle mit 2nd Pair und Flushdraw, der andere foldet.
Turn $910: 6♦:
Er checkt, ich auch mit der Hoffnung, günstig zum Showdown zu kommen. Ich habe mich gegen eine Bet entschieden, da ich denke, dass mich das nur gegen bessere Hände isoliert.
River $910: 2♣:
Er setzt $400 und ich snapfolde. Ich folde. Ich überlege. Ich calle. WAS? Mein erster Gedanke war „FOLD JUNGE! FOOOOOOOLD!“ Aber irgendwie hat mein Körper das nicht zugelassen. Noch einmal tief Luft holen und analysieren: Setzt er AK nicht am Turn weiter? Kann er hier Hände wie QQ oder JJ valuebetten? Irgendwie komisch alles und wenn man mal überlegt, was ich für einen Preis bekomme: $400 für $1.710 – gegen sein Sizing sollte ich 70% meiner Range bezahlen. 70% - Das ist eine Menge und neben ein paar KQ-Kombinationen bin ich da schon weit oben mit 99 und einem Flushblocker. Der Call muss gar nicht all zu häufig gut sein, um langfristig gut zu sein, also schiebe ich dann doch vier schwarze Chips mit Farewell-Gedanken über die Linie. RUMS! Er wirft seine Karten in hohem Bogen in den Muck. YES!
Straddle hier, Straddle da, 3bet hier, 3bet da, Cbet hier, Bluff hier, Value da. Zehn Stunden sind um, es ist 20:15 Uhr und ich verabschiede mich von diesem wirklich sehr angenehmen Tisch. Nicht nur das Spielerische war ein Traum, auch das Menschliche hat hier gepasst. Wenn ich nun noch hot gerunnt wä… ist ja gut, ich sag nichts!

Eine Stunde später bin ich mit ein paar deutschen Pros verabredet, um in einer Soccerhalle ein Testspiel gegen die russische WSOP-Delegation zu spielen. Testspiel wofür, fragt ihr euch? Am 6.7. findet die alljährliche Weltmeisterschaft der Pokerspieler statt, bei der ich 2015 schon einmal teilnehmen durfte. Dank „überzeugender“ Leistungen gestern (Nach Intervallläufen am Vormittag im Fitnessstudio konnte ich meine Krämpfe am Ende der 90 Fußball-Minuten gut unterdrücken) darf ich auch in diesem Jahr mit den Jungs der Highroller-Szene kicken. Ich freue mich auf die Abwechslung und auf weitere schöne Pokerpartien. Worauf freut ihr euch so?

Geiles Ding, macht Freude zu lesen! Wünsch dir den Sunrun bis ins Headsup der WSOP
Super Berichte wieder
Wie pure kann man eigentlich laufen? Ich bin schon 5 Tage länger hier und hab habe weniger große Hände gemacht ![]()
Wie ist das Fußballmatch ausgegangen?
Beste Tripreports wo gibt 😅
Weiterhin viel Erfolg und einen späteren Bericht über die verschiedenen Preise /kosten würden mich auch interessieren da mich vegas schon sehr reizt.
Ja moin, grob überschlagen müsstest du das main event buyin fast rausgegrindet haben. Viel Glück ab morgen!
Vegas WSOP 2023 - Auf dem Boden der Tatsachen
Ein verheißungsvoller Titel für Tag 5 der Vegasreise - Aua! Zwölf Stunden Bellagio $5/$10 an einem meist nicht guten Tisch resultieren in einem dicken Minus. Das Schlimmste daran ist nicht die Höhe des Verlustes oder wie ich die Hände verloren haben, sondern, dass mich am Ende der Session mein bisher so robustes Mindset im Stich gelassen hat. Aber der Reihe nach.
Der Start ist schon verunglückt, als ich mit Minus $600 im Rücken einen Reg auf $100 3bette und hinter mir ein Spot mit $900 all-in geht. Der hat häufig mit deutlich kleinerem Stack schon preflop all-in gestellt und dabei auch Hände wie AQ gezeigt. Trotzdem denke ich, dass man gegen seinen nun größeren Stack hier wenn überhaupt einen sehr knappen Call mit T♠: T♥: hat. Für 100BB hätte ich vermutlich gefoldet, so verliere ich leider den Flip gegen AKs.
Nach bereits einigen Stunden kämpfe ich mich auf Minus $400 zurück, als wir auf einmal einen Chinesen am Tisch haben, der vom Äußeren etwas an den Hangover-Pimp Leslie Chow erinnert und viel Action macht.

In einer großen Hand eröffnet ein tighter Reg UTG, der Asiate callt direkt dahinter. Ich sehe am Button KK und squeeze auf $130. Der tighte Reg zahlt und der Asiate schiebt nun seine letzten $915 all-in. Sehr schön, ich bezahle natürlich und gewinne den $1.990 großen Pot auf einem Q-high Board gegen sein 9♣: T♣: Schwups, sieben Stunden Kampf und ich bin zurück im Plus. Und es kommt noch besser, als Leslie mit einem lässigen Griff in seine Hosentasche zwei Flags (weiß, blau, rote $5.000 Chips) herausholt und ein Rebuy fordert. Jetzt könnte es richtig Action geben.
Aber wie die Action reinflattert, das habe ich mir leider ganz anders vorgestellt: Ein Reg eröffnet $30, ich 3bette am HJ Q♥: 9♥: auf $100 und nun cold4bettet ein japanischer, tighter Reg auf $300. Easy fold, außer dass wir $2.800 deep sind und er gegen mich in den bisherigen sieben Stunden einfach nur face up gespielt hat. Ich calle daher (unnötigerweise).
Flop $645: Q♠: 9♠: 7♠:
What a flop. Ich checke und der japanische John Lennon cbettet $150. Mit einem Raise auf $700 bilde ich den Pot so, dass ich ihn am Turn gut all-in stellen kann. Dazu kommt es aber nicht, da er von sich aus all-in geht für $2.525. A♠: K♠: hat mich natürlich, aber ansonsten sehe ich mich hier immer vorne. Außer gegen eine Hand. Eine einzige Hand. Eine mögliche Kombination. Richtig: Er hat Q♦: Q♣: Scheiße!
Turn und River des $5.700 großen Pots bricken natürlich und der mit Abstand größte Pot meines bisherigen Trips geht leider nicht an mich. Und aus dem Nichts bin ich wieder bei $2.500 Minus, aber immerhin ist der Action Leslie noch am Start.
Gegen ihn spiele ich exakt zwei Hände später diesen tollen Pot: Leslie raist $30 und ich defende meinen Bigblind mit A♣: 8♥:
Flop $65: 8♠: 8♣: 3♠:
HALLO COMEBACK? Check, er cbettet $30, ich raise direkt auf $100, er callt. Super, bloß kein Spade, dann kann das was werden.
Turn $265: 7♦:
Ich setze $260 und er callt wieder schnell.
River $785: 4♥:
Perfekt - Wenn er ein Overpair hat, glaubt er mir eh nichts, nachdem ich gerade den großen Pot verloren habe. Also gehe ich all-in für $1.100 und schiebe wenige Sekunden später meine frisch ausgepackten Chips rüber zu ihm
Seine Hand im Showdown ist extra Salz in der Wunde: 4♣: 4♦:
Dumm gelaufen, schon sind wir bei $4.000 Minus. Dümmer gelaufen: Leslie packt fünf Minuten später seine Sachen und macht den Abgang.

Acht Stunden Poker mit unschönen Ereignissen habe ich hinter mir, aber mein Kopf ist noch einigermaßen frisch. Etwas müde auf jeden Fall, aber keineswegs tilt oder ungeduldig. Dass solche Sessions kommen, wusste ich im Voraus. Etwas Pech mit der Kartenverteilung, aber mit meinem Spiel kann ich leben. Also weiter geht's.
Leider wird der Tisch immer nur phasenweise etwas besser. Aber das reicht, um mit mehreren mittleren Pötten wieder Richtung -$2.500 zu kommen. Der noch größte Spot am Tisch verabschiedet sich mit Bauchschmerzen um 22 Uhr und ich stelle innerlich fest, dass es doch "okay" ist, nun müde aufzuhören, gut zu schlafen und morgen Vormittag wieder anzugreifen. Aber ich bleibe sitzen, weil ich immer wieder abwarten will, ob der Tisch an einem Samstagabend nicht noch mal richtig Fahrt aufnimmt. Das geschieht aber nicht. Im Gegenteil: Es kommen zwei, drei neue Regs dazu. Einer gewinnt direkt alle Hände, auch gegen mich zwei mittlere und ich bin wieder bei $3.500 Minus. Nervt, aber kein Weltuntergang.
Dann folgt der Weltuntergang: Ein random Turnier-Reg, der immer auch viel über seine Hände sprechen musste, raist auf $30, ich 3bette links daneben K♠: Q♠: auf $100 und er bezahlt zügig.
Flop $215: A♠: K♣: 8♦:
Er checkt, ich cbette $50 und er callt.
Turn $315: 6♣:
Er checkt und ich ebenso.
River $315: T♥:
Nun leadet er $310 und meine initiale Reaktion ist: "Wirf weg, das Sizing kann er gar nicht bluffen!" Aber diesmal meldet sich mein Kopf mit ganz tollen Gedanken wie: Ich habe den Nutblocker, ich blocke Twopairs, kann er eh alles nicht bezahlen. Ich verliere nur gegen die drei letzten QJs-Kombos, also ist das doch ein toller Spot zum Bluffraise für seine $1.485 total.
Und das, liebe Leute, ist der Moment, den ich am meisten bereue. Ich will seit einiger Zeit schon gehen, überrede mich aber mit fadenscheinigen Argumenten noch zu bleiben, um dann in einer Hand, in der der Gegner einfach unbalanced Richtung Value ist, zu bluffen, obwohl ich weiß, dass das keine gute Situation ist.
Wieso sag ich euch das? Na, weil er Q♥: J♥: hatte natürlich. Würde ich die Situation auch so bewerten, wenn er gefoldet hätte? Vermutlich nicht, also ist das ergebnisorientiert. Aber wie vor kurzem auf die Frage nach Achtsamkeit/Presence geantwortet: Ich kann mit Fehlern leben, wenn sie im Einklang mit meinem Inneren sind. Dieser Fehler war es aber NICHT. Und das nervt jetzt richtig.

Moral von der Geschicht: Nach zwölf Stunden Poker ist es nicht einfach, die Konzentration und Achtsamkeit aufrechtzuerhalten. Es muss also gute Gründe geben, dann noch am Tisch zu sitzen. Daran sollte ich mich in den nächsten Tagen dringend halten. Dann wird das wieder! Weiter geht's - VAMOS!
Ach verdammt, was soll man da machen wenn sich die Gegner den River kaufen wie sie es brauchen. Keampfen Konti, eine verlorene Session ist keine verlorene Session.
Wahnsinn diese Setups in beide Richtungen ![]()
Wäre das online würden wieder alle brüllen, der RNG ist rigged zum Action generieren ♦
Es muss also gute Gründe geben, dann noch am Tisch zu sitzen.
Sehr weise Regel! Müde und bei B oder gar C game angelangt? Muss mindestens ein Whale am Tisch sein und die Positionen passen.
Ein Tisch den man anfangs der Session mit Handkuss nimmt reicht nicht.
KsQs ist imo auch ne Barrel am Turn.
Natürlich lasse ich noch ein Danke da für die tollen Tripreports, immer ein Genuss zum lesen
Original von Heinz021
...
KsQs ist imo auch ne Barrel am Turn.
FWIW, KQs ist im Solverland wohl immer ein Checkback am Turn, aber leider auch immer ein Fold am River. Wir sollten hier am River nur noch mit QJ, QQ und JJ raisen:

Aber Solverland hin oder her: Viel wichtiger in der Hand ist der Datenpunkt, dass Villain am River Pot leadet. Das Sizing ist hart underblufft und selbst wenn er das mit mehr Händen als mit QJs macht, bleibt die Frage, ob er auf einen Shove dann Hände wie AT oder gar AQ/AJ folden kann oder sich denkt: "l0L se germäns believe I not. Call."