ich mag diese Cinderella-Achterbahn-Berichte
Zershredder das Cashgame wie Du’s brauchst und Day 3 wie wir alle es brauchen:sfishg: LFG!!
ich mag diese Cinderella-Achterbahn-Berichte
Zershredder das Cashgame wie Du’s brauchst und Day 3 wie wir alle es brauchen:sfishg: LFG!!
Good luck auf von mir. Tag 3 ist halt sowas wie das 7te Spiel im Tennis, da werden die Weichen gestellt. Also weiter Alles geben und mit ein paar guten Händen biste schon ITM. Und dann gehts weiter!
Gruss und gl,
CMB
Die Reads sind schon mal Spot on! Foldet er gestern glatt seinen Straddle als ich Aces habe
Viel Glück heute!
Vegas WSOP 2023 - Best- und schlechtmöglichste Vorbereitung
Der Tag beginnt so schön. Das Gefühl, noch im Turnier zu sein, steigert meine Laune. Mir ist bewusst, dass es noch ein langer und schwieriger Weg sein wird, um mit meinem Stack Richtung Top15% = ins Geld zu kommen, aber die Chance ist da. Erneut denke ich, dass es wenig Sinn ergibt, nun Ranges zu verinnerlichen, sondern viel mehr den Kopf so klar und so empfänglich für Emotionen zu machen wie möglich. Netterweise hat mein Experte in dieser Hinsicht, Jason Su, herausgefunden, dass ich noch im Turnier bin und angeboten, mich noch einmal darauf zu "primen". Essenz des Gesprächs: Heute alle verbliebenen Energien und Emotionen herauslassen, um frisch in Tag zu starten. Während des Spielens wird der Druck immer weiter wachsen. Da kann es schnell passieren, dass man wieder in einen unterbewussten Zustand der Angst verfällt und seine Entscheidungen entweder aus einem Fight- (zu aggressiv), Flight- (zu passiv), Freeze- (rein aus dem Kopf) oder Faint- (komplett machtlos) Modus trifft. In allen Fällen weicht man von intuitiven Entscheidungen ab und läuft so Gefahr, entweder den Stack zu verballern oder zu passiv ausblinden zu lassen, weil man immer wieder Ausreden findet, wieso die Hand nun wieder aufgegeben werden sollte.
Diesen Zustand möchte ich am Tisch unbedingt vermeiden, indem ich voll bei mir bleibe: Ich erkenne Situationen (wenn auch nicht so präzise wie Turnierpros) und führe die Aktionen aus, von denen ich tief im Inneren weiß, dass sie hier und jetzt richtig für mich sind. Wenn das klappt, ist alles super. Wenn es schief geht, ich in ein Setup renne und ausscheide, habe ich mir aber nichts vorzuwerfen. Zirka 66% des Feldes sind bereits ausgeschieden, zirka weitere 20% müssen noch busten, bevor wir Anfang des vierten Tages im Geld landen werden.
Ich schweife ab, wie es mir so häufig an diesem Tag passiert. Ich möchte den Kopf freikriegen, aber die Eindrücke rund um mein erstes Mainevent wiegen schwer. Am Pool entspanne ich ein paar Stunden und im Bellagio angekommen führt mein erster Gang nicht zum Pokerraum, sondern ins Noodles-Restaurant. Alles, um mich wohlzufühlen. Das gelingt.
Satt und zufrieden starte ich um 17 Uhr in meine Session. Der Tisch ist eine Katastrophe. Während ich warten musste, habe ich mir mal die Arbeit gemacht, Statistik zu führen: 50 Spieler (nicht gegendert, da keine Frau dabei) sind an den $5/$10 Tischen an diesem Samstagnachmittag, 19 davon asiatischen Ursprungs. Alle 19 wirken professionell, keine Freizeitspieler, sondern meist junge Regs, die mal mehr und mal weniger geduldig ihre Strategie exekutieren. An meinem Tisch sind gleich fünf davon. Ich sehe zu, dass ich schnell weg davon komme und nehme kurz später an einem deutlich besser aussehenden Tisch Platz.
Nach anderthalb Stunden spiele ich die erste große Hand gegen einen Amerikaner, der nicht nach Profi aussah, aber in seinen ersten Händen schon ganz schön aggressiv gespielt hat. Er raist im Highjack auf $30 und ich sehe am Button T♣: T♥: und 3bette auf $100. Er zahlt.
Flop ($215): T♠: 4♣: 5♣:
Er donkt $100, das ist aber nett. Ich entscheide mich zum Clickback, um hoffentlich noch mehr Aggressivität zu entfachen: Raise $200 - er bezahlt.
Turn ($615): 2♠:
Er checkt, ich setze $260, um am River eine gute SPR für einen Shove zu haben. Er durchkreuzt meine Pläne aber mit einem kleinen Raise auf $600 mit weiteren $650 dahinter. Na dann committed er sich wohl. Ich gehe all-in und er bezahlt direkt. Er fragt, ob wir zweimal runnen wollen und ich stimme zu. Was will ich wohl vermeiden? Spades und Clubs müssen wohl nicht sein.
River 1 ($3.115): 8♦:
River 2 ($3.115): 3♥:
Er dreht 6♠: 7♠: um und irgendwie hat er doch auf beiden Rivern eine Straße gebastelt. Autsch! Meine Sets halten während dieses Trips hier äußerst selten. Das ist teuer.
Ganze zwei Stunden lang kann ich mal ein paar Hundert Dollar gewinnen, mal verlieren. Ich bleibe bei ca. $1.800 Minus, als ich Q♣: Q♥: openraise und von einem älteren Herren ge3bettet werde am Button. Wie immer in diesem amerikanischen Live-Poker gehen hier alle Alarmglocken an. Tatsächlich finde ich postflop erst am River den schmerzhaften Fold, als er alle Streets samt all-in am River feuert auf 4♣: 5♠: 8♥: 6♦: J♥: Theoretisch muss man das wieder zahlen, aber diesmal gehe ich mit meinem Bauchgefühl, dass diese Spielertypen das nicht oft genug bluffen. Mit nun $2.500 Minus bleibt aber die Neugier, ob das die richtige Entscheidung war.
Danach kann ich aber Stück für Stück aufholen, in den richtigen Spots aggressiv sein und vor allem gegen einen Südländer, der ständig klein geblufft hat, mehrere Pötte gewinnen. Kurz vor Mitternacht bin ich nur noch bei $200 Minus und mit drei Bier intus auch eigentlich bereit, den Heimweg anzutreten, als noch ein Unfall passiert.
Der bluffy Spot openraist $30, ich calle am Button A♣: 4♣: nur, weil er nicht mehr so deep war und ich gerne einen Flop mit der Hand sehe, anstatt preflop die SPR zu reduzieren. Im Bigblind callt nun ein Reg in seiner ersten Hand. Er kommt als Tischwechsler an den Tisch, hat eine absolut unsympathische Art sich zu platzieren und wirkt wie ein zu klein geratener Vin Diesel.
Flop ($95): K♦: 8♠: 4♦:
Er checkt, der Spot cbettet $40, ich calle und der Reg raist auf $140 in einer Manier, als ob Mini-Vin gleich eine Kneipenschlägerei anzetteln will. Der Spot hat kein Bock auf Stress und foldet. Ich bin auch Pazifist und hab keine Hand zum defenden und calle deswegen. WAS? Wieso calle ich? Kein Plan, aber reppen tut der Bursche hier nur K8/88. Das ist mir zu dünn bei diesem "Ich bin hier der King"-Auftritt, den er hinlegt. Total unnötig, aber ich entscheide mich jetzt und hier, dass der Call-Button fest umschlungen wird, wenn keiner der offensichtlichen Draws reinkommt.
Turn $430: 2♥:
Eine Blank, aber klar setzt er weiter: $300. Plan steht: Call.
River $1.030: T♥:
Noch eine Blank, aber klar setzt er weiter: $800. Plan steht: Call.
Mein Riecher ist richtig, aber das Resultat nicht: Er zeigt T♠: 8♥: für ein was-auch-immer-raise-barrel-lol-twopair-river-Play. Mit einem absolut unnötigen Play gegen ein absolut unnötiges Play von einem absolut unnötigen Spieler an einem nun auch absolut unnötigen Tisch rutsche ich wieder auf über $2.000 Minus. Wie unnötig das war, gerade in Hinblick auf das Mindset fürs Mainevent, muss ich nicht noch einmal betonen oder?
Ich packe kurz später frustriert meine Sachen und verbuche einen Verlust von knapp $2.300. Ein weiser Forumsuser sagte schon, dass Cashhgame in der Pause zwischen den Main-Tagen keine gute Idee ist. Jetzt glaube ich ihm. Aber letztlich ärgere ich mich vor allem über mich. Während ich mein Play grundsätzlich vertreten kann, muss es aber nicht sein, dass ich nach Mitternacht und drei Bier tief noch in ein Reg-Battle gehe. Der Tisch sag zwar augenscheinlich noch okay aus, aber bis auf den bluffy Spot gab es da auch nicht so viel zu holen. Vor dem Hintergrund hätte die Session längst beendet sein sollen.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass ich den Frust verarbeiten kann und nicht mit ins Horseshoe nehme. Ich bin entschlossen, gleich voll präsent um jeden Chip zu kämpfen. Mein Tabledraw erfordert dies wohl auch, da einige Pros dran sind. Ich bin gespannt - ihr seid es auch? Wie es ausging, erfahrt ihr hoffentlich erst in 24 Stunden oder so hier
Ich könnte den ganzen Tag deine Reports lesen. Ganz viel Liebe für deine tollen Berichte und viel Erfolg weiterhin im Main. Die Daumen sind gedrückt!
Wie immer ein richtig nicer TR, danke! ![]()
GL für day 3! Lass cashgame cashgame sein und mit vollem Fokus und hoffentlich viel Spaß ab in Tag 3
LFG!
Traurige Nachrichten ![]()
Laut Pokernews
wurde der Chipstand nicht aktualisiert und wird dort unverändert mit 73k geführt
Hoffen wir das Beste und warten auf den Bericht!
Auch die Spoiler machens nicht besser, wenn du Jeck da "Traurige Nachrichten" reinschreibst ♦ ist zwar nett gemeint von dir, aber nimmt einem bisschen die Vorfreude raus, Kontis Bericht abzuwarten.
Die traurige Nachricht war, dass Pokernews zum Postzeitpunkt dieses mal den Chipstand nicht aktualisiert hatte ^^
Hört doch mal auf in welcher Form auch immer hier zu spoilern. Wer unbedingt wissen will wie es um Konti steht soll sich doch gerne informieren. Aber bitte lasst uns (und damit meine ich alle Leser des Blogs die einfach auf einen weiteren tollen Erlebnisbericht von Konti warten) unseren spass. Der Blogeintrag von Konti hier ist viel unterhaltsamer und macht es doch erst so spannend und persönlich.
Original von Antaris1
Hört doch mal auf in welcher Form auch immer hier zu spoilern. Wer unbedingt wissen will wie es um Konti steht soll sich doch gerne informieren. Aber bitte lasst uns (und damit meine ich alle Leser des Blogs die einfach auf einen weiteren tollen Erlebnisbericht von Konti warten) unseren spass. Der Blogeintrag von Konti hier ist viel unterhaltsamer und macht es doch erst so spannend und persönlich.
Das ist ab jetzt Gesetz und wird mit Readonly bis WSOP-Ende + 2 Wochen bestraft.
Vegas WSOP 2023 - Leider nicht ins Geld gekommen
Der Vormittag vergeht im Flug. Ich sitze am Pool, frühstücke einen gesunden Salat und haue den Bericht von Tag 2 in die Tasten, bevor ich noch einmal tiefe Entspannung und kühles Nass auf den Plan rufe. Als ich um 11:20 Uhr Fuß auf den Las Vegas Boulevard setze, fühle ich zunächst einmal die Hitze der Wüste. Danach die Hitze inside: Zweimal zehn Stunden habe ich schon hinter mir. Heute muss ich das noch einmal hinlegen, an einem Tisch voller Pros irgendwie meinen Stack in puncto BB halten und bei vollkommener Ahnungslosigkeit als Turnierspieler ein sicheres Auftreten hinlegen, damit mich die Stars hier nicht abkochen wie ein Frühstücksei. Ich fühle mich bereit, bin aber doch recht angespannt.
Das ändert sich zunächst am Tisch auch nicht. Die Pros hier sind wirklich Pros: Chris Hunichen mit über 10 Millionen Dollar in Turniergewinnen baut erstmal seinen Ventilator auf, Seat 1 berichtet von seiner Bored Ape-Collection und die anderen Pros gehen eher still in Terminator-Manier in die ersten Hände. Die Ausnahme bildet ein Holländer in Seat 2, der ähnlich wie ich recht locker wirkt, innerlich aber auch zu kämpfen haben wird. Zum Glück gibt es zu meiner linken auch drei Freizeitspieler, wobei einer davon vor ein paar Jahren in einem Turnier hier Millionär wurde. Das große Geld ist also in der Stadt.

Im ersten Level kann ich ein paar mal erfolgreich die Blinds stehlen, bevor ich gegen den Holländer einen Herocall auspacke. Der war bis dato doch recht aktiv und hat auch schon einen Bluff zeigen müssen. Ein Pro raist preflop, er zahlt, ich ebenso mit 7♠: 7♣: am Button und ein Blind ist auch dabei. Der Holländer setzt Turn und River auf dem Board Q♥: Q♦: J♠: 6♣: 5♦: und ich bezahle die jeweils halben Pot große Bet. Er zeigt QTs. Kurz vor der ersten Pause verrutscht leider die nächsten Hand, als ich im Bigblind A♦: T♠: defende gegen einen der Pros am Button. Wir checken zum River mit 13.5000 Chips im Pot: 6♠: 7♦: 8♦: A♥: 2♠: Ich setze am River 12.000 und er raist mich auf 43.500 - reppt natürlich gar nichts und im Cashgame gäbe es den Snappi-di-Snap-Call, aber falls ich calle und er doch 22/A2 hat, bin ich crippled = so gut wie raus. Ich herofolde also und gehe mit läppischen 57.000 Chips in die erste Pause.

Es ist wieder soweit: Die 20 Minuten Pause nutze, um noch einmal auf meinen Spickzettel zu gucken. Mit welchen Händen aus welchen Positionen sollte ich all-in gehen bzw. gegen ein Raise all-in 3betten? Die Luft wird dünn mit 19 verbleibenden Bigblinds. Wie schon an Tag 2 bekomme ich aber direkt nach der Pause eine triviale Entscheidung. In der ersten Hand bekomme ich J♠: J♣: und 3bette alles bis auf 2BB - mein Gegner foldet. Zwei Hände später openraise ich A♠: J♠: und zu meiner linken geht ein Pro all-in. Er hat noch weniger Chips als ich (10 BB) und dagegen muss ich leider callen. Wenn ich das Ding verliere, bin ich aber weg vom Fenster. Hier ist wohl mein Turnierleben am seidenen Faden. Er dreht Q♠: Q♣: um - Scheiße!
Board (76.500): J♣: J♥: K♥: A♦: 3♠:
JA MAN! Zurück auf 112.000 Chips, raus aus der ganz bedrohlichen Lage, ein Pro weniger. SO muss das. Kurz darauf openraist ein tighter Opi aus erster Position, ein tighter Holländer aus zweiter Position bezahlt und ich calle im Bigblind mit A♦: 7♦: Der erste Spieler checkt am Flop, aber der zweite ballert Flop und Turn drauf los auf dem Board K♦: Q♥: 4♦: 6♠: Ich bezahle mit dem Nutflushdraw und der River ist einfach schön. River (74.000): 9♦: Da die Leute hier alle super passiv sind, denke ich, dass er bestimmt all seine AK/KQ/ vielleicht sogar 44/QQ Hände behind checken wird. Aber kann er sie folden, wenn ich die übelste Fisch-Line nehme und donke? Er ist Chipleader, also tun ihm verlorene Chips nicht so weh. Also donke ich drauf los wie sie es brauchen: 69.000 Chips mit 6.500 Chips Reserve. Der Holländer tankt. Und tankt. Und tankt. FÜNF MINUTEN - so lange war noch nie jemand im Tank gegen mich. Schließlich wird Clock gecallt und er foldet ![]()
Trotzdem dreht mein Stack in die richtige Richtung ab und ich kann nach noch einer gewonnenen Hand schon 195.000 Chips zählen. Ein Reg eröffnet den Cutoff und ich calle am Button Q♥: T♦: Zu zweit am Flop (19.500): J♠: 9♠: 4♦: checken wir beide. Turn (19.500): 6♠: Er setzt 7.000 und obwohl ein Flush möglich ist, bezahle ich. River (33.500): K♥: Die Belohnung folgt und er setzt noch einmal 12.000 mit einem Gesamtstack von 43.000 - Ich denke, dass er Flushes größer setzen würde, also sehe ich einen Valuejam und stelle ihn all-in. Er überlegt gar nicht so lange für sein Turnierleben und callt mit A♠: J♥:

Nach der Pause bin ich direkt wieder involviert. Diesmal gegen den älteren Holländer, der vorhin so stark gefoldet hat gegen mich. Er eröffnet aus früher Position und ich calle am Button 6♣: 7♣:
Flop (22.000): 3♦: 4♠: 5♦: HALLO!!!!
Er cbettet 12.000, ich stelle ihn für 55.000 all-in und er snap-callt mit AA. 132.000 Chips wandern an mich, obwohl der Turn 5♣: noch einmal Spannung brachte. Jetzt habe ich Chips zum Spielen!
Meine Chips nutze ich mit an sich tightem Image, um einem neuen Pro, der ordentlich Gas gegeben hat, mal einen über zu braten. Ich open K♠: 6♠: am Cutoff, er 3bettet mich (zum ersten Mal) auf 24.000 Chips und ich sehe einen tollen GTO-Balance-Spot und 4bette auf 68.000 Chips. NIMM DAS, PROFI! - Nimm das, Konti: 5bet all-in für 250.000 Chips
Das ging schief, aber 276.000 Chips bleiben wir noch zur Dinnerbreak.

2000 Spieler sind nach der Dinnerpause noch im Rennen. 1507 Leute werden ins Geld gekommen. Es ist doch greifbar. So nah! Vielleicht schaffen wir es bei dem Tempo sogar heute noch, dass die Bubble platzt. Mit meinem Stack ist eigentlich klar, dass ich ins Geld kommen kann, wenn ich keinen große Unfall mehr baue. Entsprechend zurückhaltend gehe ich das nächste Level an, kann aber trotzdem mit ein paar gut getimten 3bets und Steals meinen Stack auf 350.000 Chips ausbauen. Vor dem letzten Level des Tages müssen nur noch 200 ausscheiden, damit alle verbleibenden Spieler einen Mincash in Höhe von $15.000 sicher haben.

Im letzten Level ist der Blick daher eher auf den Monitoren, als auf meinem Filz. Anderthalb Stunden noch, 100 Spieler noch. 60 Minuten, 60 Spieler noch. 40 Minuten, 40 Spieler noch - das Tempo stimmt. 20 Minuten, 20 Spieler noch. Hab ich es gleich geschafft, in meinem ersten Mainevent ins Geld zu kommen? Zehn Minuten noch, da spricht der Turnierdirektor ins Mikrofon: "Two hands left in this level. Then we'll bag and come back tomorrow" WAS? Zehn Spieler vor dem großen Ziel lässt er uns tatsächlich alle einpacken und morgen wiederkommen? Das ist mies. Ein Raunen geht durch den Saal. Gerade die Shorties, die teilweise nur noch einen Bigblind haben, würden natürlich lieber jetzt direkt wissen, ob es noch bis ins Geld reicht. Aber der Turnierdirektor ist Experte und weiß, wie lang sich die letzten Hände ziehen können. Das kann durchaus Stunden dauern, bis die letzten zehn Opfer gefunden werden. Ich gehöre definitiv nicht dazu!
Ich habe nun 282.000 Chips, was 35 Bigblinds entspricht. Diese 35 BB werden zu keinem Zeitpunkt komplett im Spiel sein, auch nicht Assen preflop. Sorry an alle Turniercrusher out there - Mein Minimalziel ist es nun erstmal ins Geld zu kommen. 30 Stunden im Horseshoe sitzen muss irgendwie entlohnt werden. Danach sehe ich weiter und bin bereit mit mehr Risiko zu versuchen, meinen Stack auszubauen.

Mein Tisch für Tag 4 des Mainevents liest sich sehr gut. Offenbar habe ich mehrere Freizeitspieler und nur einen Pro mit Millionen-Gewinnen neben mir sitzen. Ob ich das nutzen kann, um meinen Stack auszubauen und gegebenenfalls noch ein paar Preissprünge mitzunehmen, werden wir morgen wissen. Was soll ich noch sagen? Achja: LET'S F****NG GO!