Original von Quentin73
sehr geil Konsti, freut mich sehr das es weiterhin läuft.
und danke für die ausführliche Erklärung weiter oben.:f_love:
Original von Ben186
Einmal so laufen... Nice mach weiter so. Die Blogs lesen sich wirklich sehr kurzweilig und ich freu mich jetzt schon auf den nächsten.
Original von Hose0206
Ich weiß genau, warum ich jahrelang hier immer mal reinschaue, ob der Herr Konsti wieder mal was blogt. Vielen Dank, dass du uns immer wieder auf deine besondere Art und Weise ein wenig mit nach Vegas nimmst und deine Eindrücke so vereinnahmend teilst.
Ich wünschte nur, ich würde auch mal was von deinen Tipps, die ich aus deinen Posts mitnehme, behalten
Dir und deinen Wegbegleitern vor Ort weiter nur das Beste! Hör bitte niemals damit auf
Danke, danke, DANKE! Freut mich immer wieder total, wenn Rückmeldungen zu den Berichten kommen. Heute habe ich fast zwei Stunden daran geschrieben - da ist es schön zu wissen, dass es entsprechend gewürdigt wird
Original von Hose0206
Ich weiß genau, warum ich jahrelang hier immer mal reinschaue, ob der Herr Konsti wieder mal was blogt. Vielen Dank, dass du uns immer wieder auf deine besondere Art und Weise ein wenig mit nach Vegas nimmst und deine Eindrücke so vereinnahmend teilst.
Ich wünschte nur, ich würde auch mal was von deinen Tipps, die ich aus deinen Posts mitnehme, behalten
Dir und deinen Wegbegleitern vor Ort weiter nur das Beste! Hör bitte niemals damit auf
Ich kann mich da nur anschließen, es macht wahnsinnig Spaß
Original von Quentin73
"Equity-shifting Turnkarte"
noch nie gehört davon, kannst du kurz erklären bitte?
was tospit sagt + was ich geschrieben habe im Satz danach. Etwas genauer: Villain hat in seiner 3b-Range 77, TT, AA, ATs, AK, AQ, während ich niemals AA, selten AK und auch kein AQo halte. Er hat also am Flop die Nut-Advantage und insgesamt mit seiner Range einen großen Equity-Vorteil. Mit dem Turn ändert sich die Nut-Advantage ein wenig, da ich eventuell J8s oder 68s callen werde (eher selten ehrlich gesagt) und Villain diese Hände eher nicht in der Range hat. Noch wichtiger jedoch: Ich kann auch gut T9s, manchmal 79s und 99 halten, wovon er nur 99 in der Range haben sollte. Auf die ganze Range geblickt verschiebt sich die vorhandene Equity. Villain dominiert mich nicht mehr gnadenlos und deswegen darf ich hier leaden, weil ich genug Hände habe, die gegen Villains Top-Range gut dastehen.
Auf der Turnkarte sollten wir keine Leads haben. Wenn wir Leads haben, ist der Hauptgrund, dass wir am Flop alle no equity Händ folden, während der Preflop Aggressor immer noch alle Bluffs in der Range hat. Dadurch shiftet am Turn die Equity quasi immer in Richtung des Callers (Egal ob 3bet pot oder single raised pot). Wenn dann eine sehr gute Karte für den Caller (Equity shifting card) kommt, sollten wir anfangen zu leaden. Wie geschrieben ist das gemäss Solver bei dieser Karte nicht der Fall.
Ja Hallo ich bin hier auch wieder fleißig am lesen. Ich hab mir während der wsop Zeit immer wieder verschiedene Vlogs angesschaut. Aber die Berichte von dir Konti sind viel besser als jeder Vlog. Kann es kaum erwarten den nächsten Eintrag zu lesen. Du bist eine absolute Bereicherung für die Community.:f_love:
Kjo guter Shove der Madame, A4cc -> you did it for the Blog, muss man respektieren;) Aber gerade wenn du als nitty shortstack perceived wirst, kann man damit gut arbeiten m.E. schön Bildhaft geschrieben, danke dafür. Shottaking: beim nächsten mal klappt's. Lake Las Vegas wurde mal als worst place to retire bezeichnet
Zuerst betten, hart betten, keine Gnade Sir :spade:
Vielen Dank für das Mitnehmen auf die Reise! Da macht das Grinden und Lernen gleich wieder doppelt so viel Spaß, dass es dann für einen eigenen Trip reicht
Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie (Wilhelm Busch)
Original von sila1990
Auf der Turnkarte sollten wir keine Leads haben. Wenn wir Leads haben, ist der Hauptgrund, dass wir am Flop alle no equity Händ folden, während der Preflop Aggressor immer noch alle Bluffs in der Range hat. Dadurch shiftet am Turn die Equity quasi immer in Richtung des Callers (Egal ob 3bet pot oder single raised pot). Wenn dann eine sehr gute Karte für den Caller (Equity shifting card) kommt, sollten wir anfangen zu leaden. Wie geschrieben ist das gemäss Solver bei dieser Karte nicht der Fall.
Konti ich liebe deinen Blog:)
Spannend, danke für den Hinweis. Dachte, ich hätte hier dann doch deutlich mehr Rangevorteil als er.
Muss ich erst meckern und dann schreiben die stillen Leser:innen doch mal was So habe ich mir das vorgestellt - mehr davon, ich sauge es auf wie die Sonne am Pool!
Vegas WSOP 2024 – Sphere is a Wynn Die Sphere mit abertausenden von tennisballgroßen LED überzogen
Ihr könnt euch Bilder oder Videos im Netz anschauen. Es gibt sogar Dokumentationen über den Bau dieses neumodernen Meisterwerks der Architektur. Aber hautnah zu erleben, was im Inneren dieser überdimensionierten Halbkugel östlich des Venetians abgeht, ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung. Diese Erfahrung machen Mark und ich an diesem Donnerstagvormittag in der Sphere, Las Vegas. Als Musik- und Entertainment-Area gedacht, bietet der Vorführungsraum Platz für 18.000 Menschen. Gefühlt so viele Menschen stehen auch um 11 Uhr vor dem Eingang bei erneut sengender Hitze. Am Ende sollen es doch nur 3.000 Menschen gewesen sein, die heute mit uns in die Zukunft reisen werden. Nach der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich, die der am Flughafen sehr nahekommt, betreten wir die wohl temperierte Kugel und es fühlt sich ein Stück weit so an, als ob man durch ein Portal gegangen wäre. In der riesigen Eingangshalle gibt es mehrere Bars und Essstände, alle perfekt an das futuristische Design angepasst. Menschen tummeln sich um einen Roboter, der in Echtzeit kommuniziert, Informationen der Gesprächspartner aufnimmt und mit stimmiger Mimik und Gestik antwortet. Wir gehen weiter und sehen den nächsten Roboter, der das Soundsystem im Vorführungssaal erläutert: Die Boxen sind derart aufeinander abgestimmt, dass metergenau bestimmt werden kann, was gehört wird. Wir erleben es hautnah, als der Roboter vier Bereiche auf dem Boden ausleuchten und Musik über das Boxensystem hinter ihm abspielen lässt. Im ersten Lichtkegel hört man ein Saxofon, im zweiten die Gitarre, im dritten ein Piano und im vierten noch irgendein Instrument. Das Erstaunliche: Die Lichtbereiche sind jeweils nur einen Meter voneinander getrennt. Trotzdem hört man im jeweiligen Kegel keinen Ton der anderen Instrumente.
So erkunden wir den Eingangsbereich eine Weile, bevor es um 11:45 Uhr mit der Vorstellung im Inneren losgeht. Ich will nicht zu viel spoilern, falls mal jemand von euch in den Genuss dieser Show kommt, aber glaubt mir, wenn ich sage: Als zum ersten Mal der „Bildschirm“ im XXL-Kinoformat überschritten wird und sich das Bild über die komplette Decke erstreckt, komm ich wie alle anderen um mich herum nicht aus dem Staunen heraus. Ich kämpfe tatsächlich wenige Sekunden mit meinen Emotionen, denn dieser technische Quantensprung ist unfassbar beeindruckend. Wie gesagt, Bilder und Videos davon sind eine Sache, es ist aber eine ganz andere Dimension, das live zu erleben mit all den Effekten wie zum Beispiel dem beschriebenen Soundsystem oder den vibrierenden Stühlen, wenn auf einmal ein Elefant scheinbar über dich steigt. Ich würde fast sagen, allein der Besuch der Sphere ist es wert, nach Las Vegas zu reisen. Jedoch hatte die Show „A Postcard From Earth“ auch eine sehr eindringliche Message, die sonst so gar nicht zum Image der im Überschuss lebenden Stadt passt. Überlegt euch also gut, wohin ihr eure Flugreisen vertreten könnt. Die Bildfläche erstreckt sich über die gesamte Innenseite der Kugel, sodass man es mit einem Foto gar nicht richtig einfangen kann
Auf Bild 1 erkennt ihr rechts im Hintergrund schon das Wynn. Ach, das Wynn – alleine den Namen zu schreiben, weckt ein Gefühl der Eleganz. Es gibt für mich kein stilvolleres und zeitloseres Ambiente als das, was in diesem obersten Regal der Luxusresorts weltweit in jedem Detail sichtbar wird. Das gilt auch für den Pokerraum: groß, hell, modern, immer sauber mit bestem Service und bequemen Möbeln. Das Problem ist nur, dass das alles kein Geheimtipp ist und sich entsprechend viele Regs hier wohlfühlen, sodass die Partien eher zu den härteren der Stadt gehören sollen. Ob das heute auch so ist, möchte ich nach meinem fünfzehnminütigen Spaziergang dorthin herausfinden.
Nach kurzer Wartezeit an $2/$5 erhalte ich einen Platz an $5/$10 mit hier $3.000 maximum Buy-in. Letztes Jahr betrug es noch $5.000 und war somit einfach oft zu deep für meine schmale Dollar-Bankroll. Direkt im zweiten Orbit werde ich getestet, als ich JJ am Button 4bette gegen die 3bet einer asiatischen Frau mit $1.000 Stack. Postflop auf Q52 donkt sie auf einmal den Großteil ihres Stacks und mit einem tiefen Blick in ihre schüchternen Augen entscheide ich mich zum exploitative Fold. Sie sagt, sie hatte KK und mit jeder Minute während der kommenden sechs Stunden, die wir hier zusammensitzen werde, glaube ich ihr mehr. Sie ist super nitty und passiv und zeigt nur Premium-Hände im Showdown. Guter Fold, Konti – guter Fold. Reads on!
Reads habe ich auch auf einen Spieler, der $30 openraist, als ich im Smallblind A♠: J♠: sehe. Der Typ war nämlich eher das Gegenteil von ihr: recht aktiv und nicht scheu, light broke zu gehen, indem er sein Set 55 auf 5678cc bet/callt am Turn. Mit anderen Worten: gegen ihn wollen wir gerne spielen. Er callt die $140 3bet von mir.
Flop $290: 5♥: Q♣: 9♣:
Ich cbette $70 mit gar nix, er callt.
Turn $430: A♥:
Schon besser, trotzdem checke ich, da Fische Overcards viel zu häufig zum Bluffen nutzen und andererseits gegen eine weitere Bet von mir viel weglegen. Der Plan geht auf, denn er setzt $260. Call.
River $950: Q♦:
Ich checke und nun geht er all-in für $970. Hmm, nun haben wir konträre Datenpunkte: Das große Sizing korreliert mit starken Händen, aber ich sehe wenige Hände, die mich hier schlagen sollen. Würde er eine Dame am Turn setzen für das Sizing? Viele AX schlage ich sogar, AQ ist sehr unwahrscheinlich, 99 und 55 möglich, aber bei all den Draws, die hier möglich waren, sehe ich mich das nicht folden. Ich bezahle und sehe 55 bei ihm. Da ich vorher schon etwas down war, bin ich nun bei knapp $2.000 Minus.
Ich kaufe nach und bin guter Dinge, das Ruder herumzureißen, denn der Tisch spielt sich eigentlich ganz angenehm. Es dauert auch nicht lange, bis ich einen Großteil meines Brandes lösche in einem weiteren Cooler zu meinen Gunsten: Gegen einen Reg aus früher Position 3bette ich A♣: 5♣: im Highjack. Er zahlt postflop, am Flop, am Turn für Potsize und am River für ebenfalls Potsize auf diesem Board: 3♠: 4♣: K♣: 9♣: 8♥: Ich zeige den Nutflush, er dreht verärgert J♣: T♣: um und die $3.230 wandern in meinen Stack. Es kann so einfach sein.
Und wo wir gerade beim Thema einfach sind, habe ich drei Stunden später noch eine solche Entscheidung mit K♠: K♣:. Mittlerweile straddlen alle außer meine asiatische Nit-Sitznachbarin. Ein Spieler openraist $50, am Button 3bettet ein bis dato recht ruhiger Typ, den ich auch eher als Regular bezeichnen würde auf $160. Mit besagten Königen cold4bette ich im SB auf $420 und der Button bezahlt.
Flop $920: 2♦: 5♠: 7♠:
Ich cbette $230 und er zahlt.
Turn $1.380: 8♥:
Ich entscheide mich hier zum Check, damit er keinen Grund zum Herofold mit 99-QQ findet. Stattdessen setzt er nun $500. Ich calle fröhlich und fühl mich hier immer vorne mit meiner Hand.
River $2.380: 9♣:
Jetzt zu leaden, wäre wieder schlecht. Ich möchte, dass er blufft oder selbst noch einmal dünn Value sucht und das scheint auch zu funktionieren: Er setzt $1.000 und ich calle umgehend. Villain zeigt A♠: Q♥: - VAMOS!
Ich gewinne also die größeren Hände wieder, aber was mir heute fast wichtiger ist: Ich bluffe in guten Spots, ich folde im richtigen Moment (siehe JJ-Hand im 4bet-Pot), ich kontrolliere mein Spiel, indem ich weder zu loose noch zu tight bin und ich analysiere konzentriert die Tendenzen meiner Gegner. Was ich sagen will: Ich spiele A-Game, bin voll zufrieden mit mir und genieße jede Hand in der sechsstündigen Session. Während es manchmal so aussieht, als ob mir die Stacks nur so zufliegen, muss ich hier heute aber mal mein Veto einlegen. Schließlich galt es zum Start $2.000 Minus aufzuholen und jede Menge mittelgroße Pötte zu manövrieren. Aber warum schreibe ich das alles? Ich glaube, ich möchte mich vor euch rechtfertigen für etwas, wofür ich mich gar nicht rechtfertigen muss: für eine weitere ordentliche Winning-Session, diesmal in Höhe von $3.660. Ebenso wenig möchte ich mich für den Sieger-Cocktail rechtfertigen, den ich mir an der Bar neben dem Turnierbereich geholt habe, während ich Basti bei seinem letzten Versuch, diesen Sommer noch ein Turnier zu gewinnen, begleite. zu spät ans Chipporn-Foto gedacht – Cashout $8.380
Bastis Turnier-Abenteuer endet schließlich und wir lassen den Abend und die gemeinsamen Tage hier noch einmal in der Cheesecake-Factory Revue passieren, bevor morgen sein Abreisetag ansteht. Ich wiederum habe noch eine knappe Woche mit hoffentlich vielen Anlässen zum Rechtfertigen vor mir. Jetzt steht erst einmal das Wochenende mit vollem Fokus auf die Cashgames an. Auf weitere Wins im Wynn, Bellagio oder sonst irgendwo in dieser völlig verrückten, futuristischen Sphäre!
Vegas WSOP 2024 – It’s Friday Grind
Dass das Wochenende ansteht, wird mir spätestens am Pool bewusst, den ich um kurz vor 11 Uhr betrete. Fast jede Liege ist reserviert, viele Leute trinken schon Alkohol und die Musik ist lauter als an den Vortagen. Das weckt Vorfreude bei mir, denn erfahrungsgemäß sind die kommenden Tage die actionreichsten an den Pokertischen. Bevor ich mich aber davon überzeuge, brate ich eine Weile in der Sonne, kühle mich im Pool ab und gewinne dann einen Sechser im Lotto, als eine Frau unweit von mir ihren Platz im Schatten räumt. Wie eine Gazelle springe ich rüber und belege die Liege mit meinen Handtüchern in der deutschesten Manier, die ihr euch vorstellen könnt. Glücklich trinke ich noch ein Glas Wasser und schaffe es dann endlich mal, am Pool eine Stunde am Stück zu liegen und der angenehmen Lounge-Musik zu lauschen. Das ist Urlaub.
Natürlich habe ich Fuchs vorher schon vom Pool aus im Bellagio angerufen. Als ich zwei Stunden später um 13 Uhr im Pokerraum auflaufe, steht mein Name ganz oben auf der Liste und wenig später geht es mit einem neuen $5/$10 Tisch los. Alle kaufen sich deep ein, von der ersten Hand an einigen wir uns auf $20 Pflicht-Straddle und schon geht das Geballer los. Drei All-ins gibt es im ersten Orbit, alle ohne meine Beteiligung. Vor allem ein Reg fällt auf, da er ständig mit Overbets massiv Druck aufbaut. Gegen ihn spiele ich nach einer knappen halben Stunde meine erste interessante Hand. Hand 1
UTG open 7♣: 8♣: $50, Aggro-Reg call im Straddle.
Flop $115: 4♠: 5♣: K♣:
Kein schlechter Flop für meine erste Hand. Auf das Check cbette ich $30 und natürlich fange ich mir sofort ein Checkraise. Da er sicherlich alle K4s, K5s defendet, gehe ich in den passiven Modus und bezahle.
Turn $315: 3♥:
Aggro-Ami feuert $230 und es gibt keinen Grund, nicht zu callen.
River $775: T♣:
Ich hatte schon erwähnt, dass ich im Bellagio derzeit nicht nicht treffen kann, oder? Diesmal muss Aggro-Ami kurz überlegen, was zu tun ist. Seine Antwort lautet $530, also keine Overbet. Das ist mal was Neues. Nichts Neues ist meine Antwort: Call. Raisen bringt nicht viel, da er wenig schlechtere Hände bezahlen wird. Er zeigt 7♥: 6♦: für eine absolut reasonable gespielte Straße. Ich zeige meinen Flush und bin einmal mehr „off to a good start“.
Hand 2
Eine Stunde später missplaye ich eine Hand gründlich, so viel vorweg. Diesmal bin ich im Straddle und es wird bis zum Bigblind gefoldet. Der asiatische Reg, der bisher auch zu den tighteren Spielern am Tisch zählte, openraist $60 und ich 3bette Q♠: Q♦: auf $200. Er callt.
Flop $405: Q♥: 9♣: 7♣:
Auf seinen Check gibt es von mir die standardmäßige Cbet in Höhe von $100. So weit, so gut. Er bezahlt. So weiter, so besser.
Turn $600: 8♥:
Nun wird es spannend, da er, ähnlich wie ich an Tag 3 mit 78s, auf dem dynamischen Turn leadet für $380. Wir sind zu dem Zeitpunkt noch $3.000 deep. Mich schlägt einzig und allein JTs. Hingegen kann er TwoPairs, Sets und Kombodraws en masse haben. Hier muss ich raisen, aber irgendwie fällt mir kein gutes Sizing ein und dann rede ich mir noch ein, dass ich hier generell wenig Raises haben möchte, um meine ganze Range protected zu haben. Bullshit! Raisen muss ich das. Mach ich aber nicht und zahle nur.
River $1.360: 5♠:
Jede 6 macht nun eine Straße und er setzt weiter: $800. Das Sizing wirkt erstmal nicht sehr polarisierend, aber ich gehe trotzdem die vorsichtige Route und bezahle wieder nur. Er dreht A♥: J♥: um für einen verpassten Kombodraw und ich gewinne den knapp $3.000 großen Pot. Toll oder? Nein, gar nicht toll. Ich ärgere mich im Nachhinein über mein passives Spiel und versuche es zu analysieren: Ist es etwa Angst, dass ich etwas von meinen viel zu schnell angehäuften Winnings abgeben könnte? Winner’s Tilt ist die offizielle Bezeichnung dafür, glaube ich. Ich spüre jedenfalls etwas Druck im Brustbereich und kann nicht ganz erklären, weshalb ich so verhalten agiert habe. Ich feiere mich aber auf der anderen Seite dafür, dass ich diesen Druck wahrnehme, die Hand direkt reflektieren kann und mich deshalb auch für eine kurze Pause entscheide, um meine Emotionen zu sortieren.
Hand 3
Im Oberstübchen aufgeräumt wie ein IKEA-Kinderzimmer kehre ich zurück an den Tisch mit der Bereitschaft, meine Chips einzusetzen, wie es sich gehört. Unter Beweis stellen kann ich das zirka anderthalb Stunden später, als ich UTG A♥: J♦: erblicke und openraise. Rechts neben mir callt als einziger im Straddle der letzte Fisch am Tisch.
Flop $115: A♣: 4♠: 8♠:
Er checkt und ich will wie immer ein Viertel Pot cbetten, jedoch bleibt ein Chip kleben und so werden es nur $20 statt $30. Er callt.
Turn $155: J♣:
Wieder so ein schön dynamisches Board. Er checkt und ich will natürlich weiter Value holen, ohne ihn dabei komplett zu verschrecken. $100 sollen es sein und den Preis findet er gut, denn er zahlt zügig.
River $355: 4♦:
Unser Fisch checkt und nun gilt es das richtige Sizing zu wählen. Alle Draws bricken, wir können also schön polarisieren. $650, also fast zweimal Pot hat er noch an Chips. Und diese Chips will ich haben: All-in! SNAPCALL – Ach herrje, er zahlt schneller als ich heute Vormittag am Pool die Liege tauschen konnte. Das ist kein gutes Zeichen. Er dreht auch sofort um und ich sehe die 5♠: und erwarte die dahinter, aber sie folgt nicht. Stattdessen folgt ein A♦: und ich bin einmal mehr Gewinner einer größeren Hand. Da hat mir der Fisch wohl nicht geglaubt
Mittlerweile ist es 16 Uhr und der Tisch hat zwar gute Action, aber leider nur von Regs. Ich entscheide mich zum Wechsel und werde kurz später neben Soon platziert. Neben ihm sitze ich weitere fünfeinhalb Stunden, in denen ich viele Hände spiele. Mein Stack pendelt in der Zeit munter zwischen $5.700 in der Spitze und $4.800 in der Tiefe, aber das aufregendste während der Session ist und bleibt Soons Armschmuck. Ich bin dermaßen geblendet von seinen Klunkern, dass ich einfach keine großen Hände mehr spiele. Lasst auch ihr euch blenden.
Dass seine Uhr natürlich ebenfalls nur von 5-Karätern besetzt war und sein Hals von einer glitzernden Kette mit diamantförmigen mit Diamanten besetztem Diamant behangen wurde, muss ich nicht extra erwähnen oder? Soon designt solche Schmuckstücke und ist vermutlich sein eigener bester Kunde. Leider spielt er nicht ganz so berauschend, wie er aussieht. Trotzdem haben wir eine gute Zeit am Tisch. Ich merke jedoch, wie in mir trotz Pool-Nap die Müdigkeit hochsteigt und entscheide mich um 21:30 Uhr an einem Freitagabend für einen Move, den mir mein 25-jähriges Ich niemals verzeihen würde: Ich stehe einfach auf und beende die Session mit einem weiteren ordentlichen Plus in Höhe von $2.725. Man bin ich alt geworden.
Selbstverständlich habe ich mir noch eingeredet, dass ich nach einer Pause auf dem Zimmer ja noch einmal angreifen könnte. Selbstverständlich wissen wir aber alle, dass das utopisch war und so sitze ich nun, am Samstagmorgen, tatsächlich endlich mal ausgeschlafen hier. Und guess what? It’s Friday then it’s SATURDAY Sunday WHAT!
Dir rennt‘s ja echt jedes Jahr wie Ole, Fedor und Bencb zusammen. Unglaublich bitte wie der captain mit deinem run hunderttausende hijo de puta de amerikanischen dollar knedln geholt haette, es aber nie kam wie er es brauchte