Skip to forum
[NL] Konti: Las Veg...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

[NL] Konti: Las Vegas & Daddy-Duties 2025

4,170 Beiträge
437 Benutzer
9672 Reactions
560.2 K Ansichten
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Edle Diamanten im Wynn
Nach der Session bis 7:30 Uhr darf ich endlich eine ordentliche Portion Schlaf tanken. Solide 6,5 Stunden stehen diesmal zu Buche. Ein Blick auf die Poker-Apps verrät, dass ich noch nichts verschlafen habe. Ich schreibe also wieder gemütlich Blog und stelle fest, dass meine Einkaufskalkulation ganz gut aufgehen wird, während ich mir mein tägliches Proteinmüsli hineinschaufle. Bei PokerAtlas kann man sich bequem per App auf die Wartelisten der Pokerräume schreiben und hat dann bis zu zwei Stunden Zeit, vor Ort einzuchecken. Das mache ich gemütlich für das Wynn, wo zu der Zeit schon vier $2/$5 und zwei $5/$10 Tische laufen.

Um 17:30 Uhr bin ich dann dort angekommen und stelle fest, dass sowohl die $2/$5 als auch der $5/$10 Must-Move-Tisch optisch ansprechend erscheinen. So nehme ich an $2/$5 Platz, während ich auf den Tisch auf dem höheren Limit warten muss. Ich will meine Freude über die guten Tische gerade per WhatsApp teilen, da floppe ich schon ein Twopair… und verliere mit $250 gegen ein Set nur das Minimum. Ich will meinen Unmut über den schlechten Start gerade per WhatsApp teilen, da verliere ich $250 mit AJ TPGK vs rivered Twopair. Ich will gerade per WhatsApp teilen, dass ich gleich an $5/$10 wechseln werde, da muss ich postflop den nächsten $250 auf Wiedersehen sagen. Grandioser Start wieder: 25 Minuten, -$764.

Meine Laune ist trotzdem nicht verkehrt, als ich die roten $5 Chips gegen blaue $10 Chips tausche, da der neue Tisch wirklich eine Augenweide mit zwei Regs und fünf Spots ist. Wenn die Action entsprechend der Stacks und Optik der Leute ist, sollte der Verlust vom kleineren Tisch wieder einzuholen sein. Ich gewinne auch artig meine ersten Hände und finde gute Situationen, um Pötte zu stehlen, wenn die Spaßspieler offensichtlich kein großes Interesse mehr an ihrer Hand zeigen. Zur ersten größeren Hand kommt es nach einer Stunde, als ich A♠: Q♥: auf $40 openraise und zwei Leute zahlen.

Flop $140: K♣: J♠: 6♦:

Der SB checkt, ich checke und am Button checkt Frankie behind. Frankie ist geschätzte 70 Jahre alt, trägt ein buntes Hemd zur goldenen Uhr und geht sehr hektisch und verwirrt mit seinen Chips um.

Turn $140: K♠:

SB checkt wieder und ich will eigentlich auch checken, als ich aus dem Augenwinkel erkenne, dass Frankie tief in seinen Chipstapel greift. Das will ich zu verhindern wissen und blockbete schnell $30. Der Verwirrte realisiert die Situation etwas verzögert. Sein Blick erinnert an den eines Rentners, der die Batterien seiner Fernbedienung wechseln möchte. Als er die Klappe auf der Hinterseite seines Stacks gefunden hat, kramt er dort sechs blaue Chips heraus. Minraise $60. Na auf die Einladung calle ich wohl.

River $260: T♦: one time

Juhu, ich river tatsächlich die Straße und hoffe, dass er seinen König dann noch einmal anspielt. Ich checke und tatsächlich bekomme ich die guten News mit einer weiteren Bet in Höhe von $60. Er spielt $1.200 total und ich überlege, ob ich ihn direkt all-in stelle, doch das finde ich dann doch zu grob und raise nur auf $320. Jetzt ist nicht nur Frankies Fernbedienung defekt, auch die Batterien des Hörgerätes müssen den Geist aufgeben haben. Entgeistert schaut er sich im Raum um und sucht Hilfe. Die bekommt er nicht. Er muss selbst eine Entscheidung treffen und das schafft er auch nach wenigen Momenten. Er callt. Juhu. Ich zeige stolz AQo für die Straße und muss kurz darauf mal wieder schlucken: K♥: 6♣: für ein Full House werden mir entgegengebracht. Are you serious?

Zehn Minuten später gibt es ein $30 Open aus früher Position, bevor Frankie wieder den Call in später Position findet. Ich sehe A♠: K♥: im SB und möchte einen neuen Anlauf nehmen: $170 bitte. UTG foldet, aber Frankie zahlt noch einmal.

Flop $380: 3♠: 5♣: 6♣:

Normalerweise cbette ich alles, aber gegen Frankie mache ich mir wenig Sorgen, dass er mich nun mit KJo oder A9 bluffen wird. Ich checke, Er auch.

Turn $380: 2♠:

Ich checke erneut. Nun setzt er $100. Hmm, nun gebe ich ihm schon ein paar schwächere Hände als meine. Außerdem habe ich Outs. Ich calle.

River $580: 4♥:

Oh, eine Straße auf dem Board. Welche :7x: soll er schon haben, überlege ich mir noch, da versucht Frankie out of turn schon zum Showdown zu checken. Aha, keine 7 also. Na dann gibt es ja eine Möglichkeit, den Pot zu klauen: Ich stelle Frankie für $1.300 all-in. Wenn er jetzt mit :7x: callt, ist er mir einfach drei Level voraus und ich sollte mir dringend ein neues Hobby suchen. Dazu kommt es aber nicht, denn nach einer Minute Überlegung foldet er.

Nach knapp zwei Stunden muss ich an das Main Game wechseln, das weiterhin nicht gut aussieht. Die Spots, die rüber wechseln mussten, sind alle aufgestanden. Nach mir folgen bis auf Frankie ebenso nur noch Regs. Ich entschließe mich daher dazu, den Ausflug mit $883 Profit zu beenden. Es geht zurück an $2/$5, wo ich in anderthalb Stunden zunächst wieder etwas verliere, aber dann meinen Stack auf $2.000 ausbauen kann, bevor sich folgendes Szenario abspielt: Ein Reg, der gerade erst von seinen Assen geblufft wurde und kurz darauf mit AK vs AA ein Buyin verloren hat, openraist sichtlich tiltend in MP $20. Eigentlich 3bette ich am Button A♦: 4♦: gerne, doch ich gebe mir wenig Foldequity und möchte außerdem den Spot aus dem SB mit in der Hand haben. Call. SB fold, BB tight Reg squeezt auf $70. Tiltboy call, Kontiboy call.

Flop $210: 9♠: 8♦: 6♦:

BB check, Tiltboy $140, easy call. Nun gerät die Hand außer Hand: Der BB checkraist auf $575 und Tiltboy verliert keine Zeit, bevor er all-in für sein frisches Buyin von $1.500 minus $70 preflop geht. Mist, dünne Kiste nun. Nur gegen Tiltboy muss ich also $1.290 für einen Pot von dann $3.545 bezahlen - wenn er nicht tilt wäre, wäre das wirklich dünn. Gegen 2pair, Sets, Straights dürfte ich nicht die benötigte Equity haben. Aber was ist mit dem BB und einem offensichtlichen Overpair? Foldet er nun noch? Möglich, aber eventuell ist er auch committed. Ich tanke recht lange, auch um zu verschleiern, dass ich einen Draw habe. Dennoch möchte ich callen, da Tiltboy nun auch eine Randomness-Range zugerechnet werden muss und der BB ggf. bezahlen wird, was meine Odds deutlich verbessert. Schließlich calle ich und der BB foldet genervt.

Turn $3.545: 3♦: Na endlich mal!!! Blank River NOW

River $3.545: 3♥: You’ve got to be kidding me….

Bereit zu mucken warte ich gespannt, was der Tiltboy zu präsentieren hat. Ich sehe die 8♥: und die… 9♥: puuuh knappe Sache. Sein Twopair ist nicht genug und ich gewinne mit dem Flush endlich mal wieder einen großen Pot.

Ich cruise eine Stunde lang weiter an dem Tisch mit $4.000 Stack, bevor mein Wechselwunsch an einen anderen $2/$5 Tisch erfüllt wird. Riesen Stacks, Opis und Spaßspieler Seite an Seite - hier sieht es gut aus. Als Startgebühr muss ich zwei, drei Hände aufgeben, bevor ich im SB Q♦: J♦: auf $100 squeeze. BB zahlt, Openraiser-Opi mit Sunrun callt und noch wer ist dabei.

Flop $400: K♦: T♦: 3♦: DIAMONDS BABY

Ich cbette $80, fold und was ist das? SNAP-SCHNAPPO3000-INSTARAISE auf $400 vom Sunrun-Opi. Ach du Scheiße. Ich floppe die 2nd Nuts und will am liebsten direkt folden. Solche Typen kenne ich zu genüge. Tatsächlich erinnere ich mich an mehrere Wynn-sessions, in denen immer ein Opi alles traf. Oder sehe ich Monster unter dem Bett? Der Opi hat noch $2.000 behind und ich will irgendwie nicht all-in gehen. Ich will gar nix mehr. Ich will zum Showdown. Spieltheoretisch vielleicht falsch, aber meine Instinkte schreien VORSICHT!. Ich calle nur.

Turn $1.200: 6♦:

Na tolle Wurst, oder: Was ein Glück? Ich weiß es nicht, als ich checke. SNAP-SCHNAPPO3000-ALLIN $2.000 - okaaaaaay, ich folde zügig. Wäre auch zu schön gewesen…

Keine fünf Minuten später ist der Opi wieder in einer Hand, in der auf dem Flop drei Diamonds erscheinen. Wieder macht er Action, diesmal kommt es zum Showdown: Oh, Nutflush gefloppt. Ich frage ihn: “Flopped nutflush again?”, er linst rüber: “flopped it again”. Vielleicht bin ich doch ein Genie? Auf jeden Fall darf ich zur Belohnung kurz darauf mit AQ im 3b Pot gegen rivered Twopair A6 die nächsten Hunderte Dollar abgeben. Es geht wieder nur in eine Richtung, seitdem ich hier sitze. Vielleicht klappt es mit Bluffs ja bess… oh wait, der Opi checkt sein Set QQ 3way zweimal auf KQ8 5hh 4x und setzt am River $40 in $60. Jemand callt und ich denke mir mit T♥: 6♥: am BU, dass beide ja nicht so stark sein können. Mein Raise auf $185 wird schneller gecalllt als die Crypto-Bots auf neue Trump-Tweets reagieren. Worth a try - preflop bin ich natürlich viel zu weit, aber 600BB deep möchte ich schon viel gegen ihn spielen.

Kurz darauf stelle ich einen Amateur am Turn mit OESD+FD 5♠: 7♠: auf 4♠: 6♥: 2♣: T♠: gegen eine $100 Bet all-in. Er callt $575 mit QQ und gewinnt. Meine Winnings vom ersten Tisch schmelzen dahin wie das Eis hier am Pool. Mit den Worten “I owe you some money” callt der Opi mein nächstes Openraise, floppt erneut einen Flush gegen mein Twopair, aber macht es am River glücklicherweise günstig für mich. In welcher Realität leben wir? Um Punkt Mitternacht macht er aber Schluss, während der Rest des Tisches immer noch gut aussieht. Ich bleibe also entspannt und hoffe auf bessere Karten. Beim Verlassen bestätigt der Opi mir nochmal, dass er den Nutflush hatte ich der ersten Hand.

Die Action flacht etwas ab, aber dafür ist es der angenehmste Tisch seit langem. Neben mir sitzt Rob, aber eigentlich nenne ich ihn nur Oli, da er meinem Kollegen Oli wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Er freut sich über die Ähnlichkeit und wir spielen Poker, chatten und gamblen auf Sachwissen. Zunächst wettet er, dass er innerhalb von 10 Minuten die Hälfte aller EU-Länder nennen kann. Ich gebe ihm 4:1 Odds und verliere :( Als Revanche darf ich innerhalb von 10 Minuten die Hälfte aller US-Staaten aufzählen für die gleichen Odds und gewinne. Wir sind even, stoßen auf deutsches Bier an und haben eine gute Zeit, zumal mittlerweile ein Redneck am Tisch ordentlich sprüht. Die Zeit vergeht wie im Flug und auf einmal ist es 3 Uhr und der Tisch bricht, als ich immerhin wieder bei $1.075 Gewinn stehe.

So richtig müde bin ich noch nicht, also führt mein Weg nach Hause über den neuen Pokerraum im Venetian, wo noch ein $3/$5 Tisch läuft. Dort sitzt Turtle, ist rappelvoll und lässt sich massieren, während er einen Vodka-Sprite nach dem nächsten vernichtet. Ich spiele drei kleine Hände gegen ihn, in denen ich jeweils Midpair am River calle und gut bin. Nach weiteren zwei Stunden ist er seinen $1.600 Stack los und ich mit weiteren $259 endlich müde genug für mein Bett.

Fazit: Vier Sessions, deutlich bessere Tische, weiter kein toller Lauf, aber immerhin die Drecks-Session aus dem Aria wettgemacht. Mit frischer Bräune vom zweistündigen Tippen dieses Berichtes am Pool werde ich mich gleich auf in die Karfreitags-Session begeben. #kämpfenkonti


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Karfreitag mit dem Chairman's Club
Karfreitag in Vegas. Ich bin aufgeregt. Die Stadt wird heute auf jeden Fall mächtig voll sein. Werden sich entsprechend angenehme Gegner an meine Pokertische verirren? Ich möchte jedenfalls bestens dafür gewappnet sein und genieße daher die zweistündige Blogschreib-Session am Pool und runde sie wieder mit ein paar Bahnen schwimmen ab. Ich fühle mich also bestens vorbereitet wie ein Topspieler, als ich um 16:30 Uhr ausgeschlafen, ausgeruht, gesättigt und fokussiert an den Tischen platznehme. Realistisch gesehen weiß ich, dass es mittlerweile unwahrscheinlich ist, den großen Loss aus der Aria-Session noch aufzuholen, aber das muss auch nicht das Ziel sein. Ich möchte den Fokus auf ein konsequentes, gutes Spiel richten und das gelingt mir in den kommenden viereinhalb Stunden $2/$5 im Wynn ganz ordentlich. Ich spiele solide Ranges, bin ordentlich aggressiv und kann so viele Hände ohne Showdown gewinnen. Trotzdem bin ich zu Beginn wieder mehrere Hundert Dollar im Minus, als ich als Preflopraiser mit 4♣: 5♣: auf K♠: 7♠: 3♥: check-raise. Der Turn 4♠: wird gecheckt von beiden und ich overbette am River $325 auf der 9♦: und bekomme den Snapcall von Q♠: J♠: - da wurde ich wohl exploitet :f_cry: Eine Stunde später turne ich aber tatsächlich einen Flush und bekomme mit einer ähnlichen Strategie volle Auszahlung von einem Opi, um wieder even zu sein. So ziehen die Stunden ins Land und ich fühle mich wohl am Tisch, kann alle gut einschätzen und weiß, was zu tun ist, aber einmal mehr ist ohne große Hände nicht viel zu machen. An diesem Tisch sitzen mindestens drei "Pros", die einfach nur tight tight tight sind, niemals bluffen und ständig folden. Alle haben ihren Startingstack mehr als verdoppelt, während ich bei Null stehe. Das frustriert schon ein wenig, aber Abhilfe ist in Sicht.

Ein paar Tische neben meinem findet $5/$10 statt. Die letzten vier Stunden sah das grausam aus, doch der Must-Move-Tisch ist nun sehr interessant bestückt. Ich zögere nicht lange und schnappe mir gerade noch rechtzeitig den letzten freien Platz an einem 8handed Tisch mit zwei japanischen Pros, einem mir bekannten Regfisch und vier Spots! Ein Traum für $5/$10. Sagte ich gerade 8handed Tisch? Wir alle staunen auf einmal nicht schlecht, als auch hier im Wynn auf einmal der Floor kommt und sagt, es wird ein neunter Stuhl hinzugefügt. Das kannten die Regs hier noch nicht. Auch die Jungs aus dem staubigen Maingame staunen verwundert, was hier geschieht. Da setzt sich ein junger Chinese hin und zeigt seine goldene, schwere Wynn Chairman's Club Karte vor - dem Eintrittsticket an allen anderen vorbei. Nicht schlecht. Was muss man wohl gegambelt haben, um in diesen Club aufzusteigen? Ich bin ganz begeistert, als er rechts von mir Platz nehmen muss und hoffe auf ein Feuerwerk. Das bahnt sich auch an, denn in seiner ersten Hand raist er die $400 vom Regfisch auf $1.800 und zeigt auf dessen Fold einen Bluff - leider aber einen GTO-Bluff mit dem Nutflush-Blocker. Und leider war das kein Ausrutscher. Es stellt sich mehr und mehr heraus, dass er sehr ordentlich pokern kann, natürlich nicht scared ist und zu allem Überfluss auch noch gut runnt. Er ist ruckzuck mehrere Tausend Dollar vor, während ich abermals ohne Hände in eine Zuschauerrolle verfalle. Zwei Stunden und 40 Minuten dauert es, bis mein Name für das Maingame gerufen wird. Das ist nach wie vor Mist, da nur die japanischen Regs und der Regfisch sich hingesetzt haben. Ich muss mich also an der Stelle vom VIP (nicht traurig) und den verbliebenen Spots verabschieden. $180 Gewinn durfte ich ohne nennenswerten Showdown mitnehmen. Ohne den Bluff zwei Minuten zuvor wären es auch $600 Plus gewesen. Egal. Ende im Wynn um Mitternacht.

Wie auch in der Nacht zuvor, führt mich mein Heimweg über das Venetian nach Hause. Wieder setze ich mich an die $3/$5 Tische, doch diesmal ist hier kein Besoffener, der Geld Ostereier verteilt. Dafür werden bei jedem Dealerwechsel alle 30 Minuten double-board-PLO-Bombpots (DBBP) gespielt. Für alle Nicht-Poker-Leute bedeutet das: jede Menge Karten, jede Menge Action. Ich spiele hier etwas über zwei Stunden und darf direkt zu Beginn einen dieser DBBP gewinnen und bin somit direkt über $500 vor. Beim zweiten DBBP darf ich mich über eine Teilung mit einem Spieler freuen, den ich als Reg eingestuft hatte. Er callt am River aber nur mit den Nuts auf einem Board. DBBP-Reg ist er also zumindest nicht. Den dritten DBBP muss ich tatsächlich folden (Frechheit), aber dafür ist der vierte riesig:

Meine Hand: JJ43
Board 1: A♥: 7♥: 6♣: 2♣: 6♠:
Board 2: K♥: K♦: J♠: 4♥: 3♠:

Am Turn ($700) geht ein Spieler für $600 all-in und zwei Leute zahlen. Ich fühle mich da schon gar nicht so gut mit meinem kleinen Full House auf Board 2 und recht wenig außer einem schwachen Gutshot auf Board 1. Aufgrund meines Blockers zu K4 zahle ich aber. Am River sind $3.100 im Pot und die verbliebenen drei Spieler checken. Ein gutes Zeichen?! Tatsächlich bin ich mit JJ gut für Board 2 und der All-in-Spieler gewinnt Board 1 mit 77. Wir splitten also den Pot, sodass für mich hier gut Profit übrigbleibt.

Zu guter Letzt spiele ich noch meinen fünften DBBP und darf auch diesen etwas kleiner geratenen Pot ohne große Gegenwehr mitnehmen. Dieses ganz normale Poker, für das ich eigentlich nach Vegas gereist bin, war hier komplette Nebensache. Alle tight, alle ruhig. Aber die DBBP liefen gut für mich, sodass ich hier summa summarum $1.595 mitnehmen durfte. Schau an, aus dem Nichts meine größte Winning Session auf diesem Trip. Gerne stelle ich die Summe am heutigen Samstag in den Schatten. Das Wynn wird wieder meine erste Anlaufstelle. Wünscht mir Glück!


Antwort
Zitat
busfahrer09
Joined: 12.07.2006

Original von Konti23
da versucht Frankie out of turn schon zum Showdown zu checken. Aha, keine 7 also. Na dann gibt es ja eine Möglichkeit, den Pot zu klauen: Ich stelle Frankie für $1.300 all-in. Wenn er jetzt mit :7x: callt, ist er mir einfach drei Level voraus

Oh danke, den Move merk' ich mir. :megusta:

Kann jemand Strat geben zu diesen Must-Move Tischen? Klingt selbsterklärend, aber was passiert wenn ich den Tisch dann scheiße finde wenn ich aufgerufen werde, kann ich das Casino verlassen, hat das Konsequenzen, warum kann ich nicht weiterspielen und der nächste in der Liste nimmt den Platz? Klingt alles ziemlich forced tbh. :|
Habe bisher nur in Budapest und Prag gespielt und da konnte man dann sitzenbleiben auch wenn man für höhere Tische eingeschrieben hat...


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Must-Move bedeutet, dass es ein Main Game gibt, das immer mindestens 7 Spielende haben soll. Wenn also ein zweiter Tisch aufgeht und am Main Game jemand geht, wird derjenige vom Must-Move rüber gebeten, der dort am längsten sitzt. Wenn man aufgerufen wird, darf man natürlich verneinen, aber dann fliegt man für zwei Stunden auch aus dem Must-Move-Spiel. Andere Limits darf man dann gerne spielen.


Antwort
Zitat
busfahrer09
Joined: 12.07.2006

Danke für die Erklärung!
Guten Morgen und viel Glück heute :pokerface:

edit: Heute Abend sind NHL-Playoffs in Vegas, falls das so ein Happening ist was man vielleicht mal mitnimmt mit Freunden, aber man nichts davon hört bis es vorbei ist...
Gibt scheinbar noch einige cheap tickets :f_drink:


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Kehrt der Glaube zurück?
Bochum-Fans wird die Musikauswahl für den heutigen Post nicht überraschen. Schließlich ist dieser Song (seit Jahren) eine Hymne, an die wir uns klammern müssen wie ein Koala-Baby. Es läuft alles gegen uns, wir sind ganz unten in der Tabelle aka akut vom Abstieg bedroht und das Ende der Saison rückt näher. Wenn alles hoffnungslos erscheint, müssen der Ostkurve die Zeilen von "Don't stop believin" herhalten, um irgendwie noch an eine Wende glauben zu können. Dann, und nur dann, können sie auch am Button 9♠: T♠: auf $100 3betten gegen einen neuen älteren Spieler, der vermutlich Pro ist, aber eventuell auch einfach nur der kanadische James Bond ist. Er callt mit seinem fliederfarbenem Hemd, während er sein Sakko über die Lehne des Stuhls hängt.

Flop $220: 5♦: T♣: J♣:
Bond checkt, ich cbette $70 und fange mir prompt ein Raise auf $400. Da wird schon wieder so gar nichts Starkes repräsentiert, also bezahle ich.

Turn $1.020: T♦:
Weitere $550 Kugeln kommen aus seinem Magazin. Weiterhin ist callen das einzig Sinnvolle, um seine Bluffs drin zu behalten. Ich habe noch $1.160 dahinter.

River $2.120: Q♥:
Yep, alles soll es sein: All-in $1.160. Ich folge meinem Plan und calle. Bond zeigt 4♦: 6♦: und ich bekomme das volle Double-up an diesem Must-Move-Tisch im Wynn.

Eine weitere Stunde später beende ich das zweistündige Vergnügen an diesem Tisch, als ich zum Main Game wechseln soll. Das sieht, wie die letzten Tagen immer, ebenso bescheiden aus wie Bochums Tabellensituation. Ich wechsle also zum $2/$5.

Dort spiele ich bis Mitternacht fünfeinhalb Stunden. Die erste Hälfte war schrecklich - nur langweilige Asiaten und andere Pros, kaum Action. Die zweite Hälfte, als dann alle ihre Wechselwünsche erfüllt bekommen hatten, war deutlich besser. Es wurde durchgehend gestraddelt und mehrere Freizeitspieler hatten Spaß und gaben Chips ab. Nur irgendwie wieder nicht an mich. Es ist wie verhext diese Woche: Wenn ich starke Hände treffen, rennen alle weg oder haben eine stärkere Hand getroffen. So kommt es nach gut drei Stunden dazu, dass ich A♣: K♠: auf $30 openraise. Ein Spot callt und im Straddle 3bettet ein Regular, der kurz vorher einen Freizeitspieler verdoppelt hat, auf $150. Wir sind $1.500 deep und ich 4bette auf $340. Er callt.

Flop $715: K♥: 4♦: 3♠:
Check, ich cbette $175, er callt.

Turn $1.065: 9♣:
Er hat noch $980 und ich möchte ihm die Chance geben, diese selbst zu investieren oder sonst am River den Rest zu setzen. Check behind.

River $1.065: J♦:
Er tut mir den Gefallen und geht all-in. Gut finde ich das auf einmal irgendwie doch nicht mehr. Mich schlagen AA, KK, JJ, 99, QTs und viele Bluffs fallen mir nicht ein. Trotzdem calle ich recht zügig, denn wenn ich im 4b Pot TPTK entsorge, bin ich sehr leicht zu exploiten. Ach, was wäre ich gerne leicht zu exploiten. Ich gucke mir selbstverständlich 9♠: 9♥: an und darf mal wieder einem Reg gratulieren, dass er auf doppelten Startstack kommt. Am Ende beträgt mein Minus $950.

Ich will eigentlich nach Hause. Morgen steht wieder der Roadtrip an und ich würde ungerne erneut ohne Schlaf auf Reise gehen. Mein Rückweg führt aber erneut über das Venetian. Hier läuft heute sogar ein $5/$5 Tisch mit $2.000 maximum Buyin. Nur mal kurz gucken, okay? Der Tisch sieht okay aus, spielt sich jedoch recht tight. Ich will wirklich nicht lange bleiben, aber Q♣: J♣: openraise ich definitiv aus früher Position. Ein Call, ein Squeeze vom Reg. Call.

Flop $230: 4♦: 9♠: T♥:
Check, Cbet $130, ich checkraise auf $330, da ich hier alle Sets und 9Ts haben kann. Er callt zügig.

Turn $890: 6♣:
Ich setze weiter für $415 und hasse mich dafür, da er nun doch all-in geht für meine $1.400. Ich hatte gehofft, dass ich ihm meinen Preis für seine Overpairs nennen darf, wenn ich selbst setze. Offenbar nicht. Ich muss meinen schönen Draw folden - sowas sollte nicht passieren! Er zeigt zum Überfluss noch 8♥:, hat mich also mit einer nicht so starken Hand vor dem Flop geraist, wie ich vermutet hatte. Wie nervig. Nur mal kurz gucken, wieder $950 versenkt wie ein Minesweeper-Weltmeister.

"Don't stop believin" schwirrt durch meinen Kopf, als ich den noch sehr gut gefüllten Las Vegas Boulevard gen Süden nach Hause laufe. Daran zu glauben, noch aus dem Minus zu kommen, fällt mir aber mit jedem Schritt und jedem Gedanken über die bisherige Vegas-Zeit schwerer. Waren die Partien zu Beginn noch gut, sind sie es dieses Wochenende nicht ganz so. Unter der Woche ist es nur Mist gewesen und da ich morgen unterwegs bin, bleibt mir nur noch der Montagabend. Zwischenzeitlich stand ich heute bei nur noch $2.500 Minus. Jetzt sind es wieder $5.000. Immerhin komme ich vor 1 Uhr ins Bett und vielleicht will ja mein Jetlag-Gott, dass ich morgen vor dem Abholen des Mietwagens im Bellagio einen wunderbaren hangover $5/$10 vorfinde. Vielleicht! Eins ist klar: Ich werde nicht aufhören, daran zu glauben.


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Mit Sami, Sev Puri und IPAs in Kalifornien
Teil des Plans, am Samstagabend früh schlafen zu gehen, war, am Sonntagmorgen vor dem Abholen des Mietwagens hoffentlich noch einen hangover Tisch im Bellagio vorzufinden. Ein Tisch läuft zwar, aber betrunken oder gewillt, Geld zu verlieren, ist hier niemand. Während ich auf einen Platz warte, schreibe ich meinen Bericht vom Vortag. Es dauert aber nicht lange, bis ich Platz nehmen darf. 1. Hand im Bigblind folde ich. 2. Hand im Smallblind 4bette ich nach Openraise und 3bet aus später Position A♠: Q♣: - beide folden. 3. Hand bin ich nun am Button und einer derselben Spieler openraist nach einem Straddle. Ich finde A♥: K♦: und 3bette auf $200. Nun wacht der Bigblind auf und geht all-in für $1.800 - nach der vorherigen Hand und mit Straddle aktiv sehe ich mich hier nicht folden. Ich bezahle und schon spielen wir einen $3.700 Pot. Er will das Board zweimal runnen lassen und das ist für mich in Ordnung. Er zeigt A♠: K♠: also so ziemlich die gleiche Hand. Board 1: Teilung mit Ass hoch bei beiden, Board 2: drei blöde Spades : : : - schwups $900 Minus. Yeah, endlich wieder Poker.

Zehn Minuten später kommt es zu einem weiteren Aufeinandertreffen mit Jeff, dem $10/$20 Star, der mir vor einigen Tagen eine grausame Session erspart hat, indem er in seiner ersten Hand $2.500 in mich gesprüht hat. Er openraist $30, ich 3bette am Button T♦: T♥: und ihr wisst doch alle, wie die Hand weitergeht. Er 4bettet und ich schlafe wieder auf meinem Call-Button ein wie Garfield nach einem anstrengenden Frühstück.

Flop $690: Q♠: Q♦: 2♥:
Jeff will $210 loswerden. Ich nehme sie.
Turn $1.110: 2♦:
Jeff will mir weitere $550 überweisen. Ich nehme sie.
River $2.210: 5♣:
Was ist denn nun? Nach reiflicher Überlegung checkt Jeff. Wie schade. Ich checke behind, da keine schlechtere Hand bezahlt. Er zeigt 7♦: 8♦: und ich bin wieder even.

Ich gewinne hier und da mal ein paar Pötte, muss mal wieder KK verlieren und schwappe insgesamt nach furiosem Start für zwei Stunden hin und her, bis ich mit $360 Gewinn den Weg zum Autoverleih antrete. Dort läuft alle wieder reibungslos und schon lasse ich den vormittaglichen Strip hinter mir und durchquere die Mojave Wüste erneut. Diesmal komme ich ohne große Verzögerung in Riverside, Kalifornien an, wo mich mein Freund Marius und sein achtmonatiger Schatz Sami in Empfang nehmen. Ich kenne das Grundstück und es werden direkt Erinnerungen an seine Hochzeit vor nunmehr sechs Jahren wach. Wie damals, erwartet mich heute wieder ein Tag voller Gastfreundschaft, bestem authentischen indischen Essen, frischgepresstem Orangensaft von einem der zahllosen Bäume aus der Plantage im Garten, leckeren Bieren im kalten Pool oder wahlweise warmen Whirlpoool und vor allem wunderbaren Menschen, die ich gerne viel häufiger um mich herum hätte. Wenn ich den Tag mit einem Wort zusammenfassen müsste: Traumurlaub.

Als Sami abends den wohlverdienten Schlaf findet, starten Marius, seine Frau Shrina und ich noch nach Riverside, um dort einen Escape Room zu meistern. Die sind dort ähnlich aufgebaut wie bei uns in Deutschland. Wir bekommen das Setting genannt und müssen herausfinden, was es mit dem Verschwinden von fünf Adeligen auf sich hat. Im Büro des Familienoberhauptes finden wir reichlich Hinweise, versteckte Türen, Schlüssel und Rätsel und hangeln uns so durch insgesamt drei Räume, bevor wir uns befreien und die Morde aufklären können. 45 Minuten Spaß, doch statt anschließendem Brauereibesuch geht es zurück nach Hause, da Sami seine Eltern vermisst und nicht mehr schlafen kann. Mir ist es recht, da ich auch echt platt bin und so freue ich mich auf eine erholsame Nacht fernab von bimmelnden Automaten und mehr oder deutlich weniger reizvollen Pokertischen.


Antwort
Zitat
cHaiNSawMasSacRe
Joined: 05.11.2011

Oh, was ein süßer Fratz :f_love:

Ist es standard deep mit AK broke zu gehen? (hab ka)

gl


Antwort
Zitat
topspit
Joined: 07.02.2008

5/10/20 wird ja in dem Spot gespielt und Hero hat nur ca. 1800 vor sich oder so... Also knapp 90BB...


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Im Bellagio entthront
Ich darf Kalifornien nicht verlassen. Zumindest nicht, ohne meinen Rucksack mit Resten vom indischen Frühstück (Karotten-Spinat-Quiches) und jede Menge eigens angebaute Orangen und Avocados mitzunehmen. Da sag ich nicht nein zu und revanchiere mich, indem ich Shrinas Vater zum Bahnhof fahre, bevor mein Navi mir befiehlt, die nächsten 382km geradeaus zu fahren und dann mit einer Abbiegung nach rechts mein Ziel zu erreichen. Das kann ich mir merken.

Zurück in Vegas mache ich abermals Gebrauch vom Mietwagen, den ich noch für den Rest des Tages habe. Ich schmeiße also kurz die Reisesachen aus dem Rucksack und fülle diesen mit meinen Bouldersachen. Die zweite Session in der ca. 15 Minuten entfernten Halle macht mir großen Spaß und ich kann noch ein, zwei Projekte von der Vorwoche abschließen. Insgesamt klettere ich dort im Bereich V4, was der europäischen Skala 6B entspricht und somit auch meiner eigenen Einschätzung. Zufrieden schmeiße ich mich wieder in Alltagsklamotten und sammle Martin im Aria ein. Wir entscheiden uns noch, den Town Square in Las Vegas näher kennenzulernen. Dort gehen wir lecker und vergleichsweise preiswert essen und shoppen noch einmal das nötigste im Supermarkt nebenan. Dann heißt es, den Mietwagen im Bellagio abzugeben und da ich schon einmal dort bin, werden folgend natürlich die Pokertische observiert.

Es startet gerade ein neuer Must-Move, an dem vor allem ein junger amerikanischer Pro richtig Action machen will. Also richtig. Er versucht gar nicht erst, professionell zu spielen. Er will einfach nur ballern, ballern, ballern. So wird hier zügig bis auf $80 preflop gestraddlet und geballert, geballert, geballert. Das würde ich gerne mit Bluffcatchern zu beantworten wissen. In einer Hand, in der ausnahmsweise kein Straddle liegt, eröffne ich aus früher Position 9♠: 9♣:, neben mir 3bettet ein Unbekannter mit komischen Bewegungen auf $60 und unser Baller-Reg findet die cold4bet auf $120 aus den Blinds. Das kann ich nicht folden und auch der Typ neben mir bezahlt.

Flop 370: A♠: 9♦: 6♦:
Es gibt die Cbet auf $90 und ich calle nur, um zu schauen, ob der Spot hinter mir vielleicht den Pot erweitert. Er callt aber auch nur.

Turn $640: A♦:
Wow, es wird immer besser. Die kleine young gun macht natürlich mit dem Setzen weiter und gibt $160 in den Pot. Raisen ergibt wenig Sinn, da ich nicht protecten muss und er eher 99% Bluffs foldet statt 1% Valuehände zu verteidigen. Außerdem gibt es immer noch die Möglichkeit, dass der Spot hinter mir was tut. Also calle ich. Der Spot callt weiter.

River $1.120: Q♦:
Ein Traum, falls hier jemand den K♦: hält. $410 will der Knallfrosch noch loswerden und natürlich könnte ich nun mit $1.900 total raisen. Aber mit welchem Ziel? Der Frosch knallt zwar, aber weiß ganz genau, wann er beat ist. Mit einem Raise würde ich den Typen hinter mir jedenfalls verschrecken. Also entscheide ich mich weiterhin zum Slowplay und calle nur. Der Spot überlegt etwas und callt dann auch. Ziel erreicht also! Einziges Problem an dem dann doch recht großen Pot, den ich einstreichen darf: Unser Action-Jackson hat doch tatsächlich die einzige Hand, die auch ein Raise von mir bezahlt hätte: 66 :f_o:

Ich kann mich nicht lange über den Pot freuen. Oder ärgern. Jedenfalls spiele ich zehn Minuten später den nächsten größeren Pot gegen den Spot neben mir. Ich openraise TT und werde wieder klein ge3bettet. Ich calle.

Flop $170: 2♣: 5♥: 7♣:
Check von mir, $80 von ihm, $240 von mir. Call.
Turn $650: J♦:
Ich setze nochmal klein, um von Overcards bezahlt zu werden. Wenn er diese foldet, ist aber auch gut: $230, call.
River $1.110: 4♦:
Nun checke ich und will ihn bluffen lassen. Er setzt auch klein $250 und ich zahle zügig. Leider hat er nur eben J♠: J♣: für das Topset.

Wieder nur 20 Minuten bin ich wieder involviert. Der Spot openraist aus früher Position, im Blind callt ein aggressiver Spot, der schon beim groß bluffen erwischt wurde. Ich vervollständige A♣: 5♦:

Flop $90: K♣: 6♦: 5♣:
Alle checken.
Turn $90: 3♠:
Check, check, aggro Spot $100. Ich denke mir, dass ich hier oft gut sein werde und calle.
River $290: 9♣:
Ich checke erneut und er gibt weiter Gas für $300. Ja, das Sizing ist groß. Ja, Spots underbluffen große Sizings, aber auf jeden Fall auch JA, ich kann die Nuts haben und er nicht. Also wird es Zeit für ein Bluffraise auf $1.050. Das überrascht den Kollegen Gargamel und er muss lange hin und her überlegen. Ein Snapfold wäre mir lieber gewesen. Aber ich nehme auch einen Tank-Fold. Was ich nicht sehen will, ist ein Tank-Call. Er tank-callt. Na toll, 3♣: 4♣: konnte er dann doch nicht folden. Das macht ja wieder richtig Spaß.

Der Tisch ist weiter gut, obwohl der Knallfrosch und sein Kollege mittlerweile im Main Game sitzen. Ich treffe Trips und bekomme $600 von einem anderen Freizeitspieler. Ansonsten gewinne ich mehrere kleine Pötte und komme doch wieder knapp ins Plus. Bis 2:30 Uhr pendele ich so um die Plus-Minus-Marke herum und beende schließlich nach sechseinhalb Stunden meinen wohl letzten Anlauf auf die Bellagio-Tische mit $315 Gewinn. Um 7 Uhr erwartet mich ein Flieger auf dem Weg über Wien Richtung Heimat.

Das große Comeback bleibt wohl dieses Jahr aus. Es gehört schon ein wenig dazu, um über ein solch kurzen Zeitraum mit Erfolg die Stadt zu verlassen: Die Tische müssen gut sein. Mein Spiel muss gut sein. Die Kartenverteilung muss gut sein. Wenn eine dieser Ebenen bröckelt, wird es schon schwierig. Ich muss festhalten, dass oftmals mindestens zwei Säulen nicht ganz so stabil waren wie die römischen Säulen am Caesars-Pool. Kann ich mit der Leistung also insgesamt zufrieden sein oder muss ich meinen Thron als $5/$10-Endgegner abgeben?


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Original von cHaiNSawMasSacRe
Oh, was ein süßer Fratz :f_love:

Ist es standard deep mit AK broke zu gehen? (hab ka)

gl

Hey danke, der kleine Sami ist aber auch süß oder? ;) Zur Frage: Was topspit sagt: 90 BB in late Position = Call.


Antwort
Zitat
Antaris1
Joined: 18.01.2011

Du hast ja in jedem deiner Einträge auch immer einen Song eingefügt. überlegst du dir was zum aktuellen Eintrag passen könnte, kommt das aus dem Bauch heraus oder wie kommt du auf die Musik? Bist du allgemein jemand der viel Musik hört?

Schade das der Blog nun schon wieder vorbei ist. Ich habe es wieder mal sehr genossen deine Erlebnisberichte aufzusaugen.:f_love:
Hast du vor in Zukunft nochmal nach Vegas zu fliegen oder ist das Aufgrund der Familienplanung in absehbarer Zeit nicht der Fall?


Antwort
Zitat
topspit
Joined: 07.02.2008

Danke fürs Mitnehmen auf deiner diesjährigen Pokerreise. Schade, dass es mit den Results nicht ganz so hingehauen hat wie wir uns das alles gewünscht haben :why:

Freue mich schon auf das nächste Update im Blog :heart:


Antwort
Zitat
feinheit
Joined: 07.04.2008

Danke auch von mir!
Und alles Gute für die Dinge, die da kommen :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Mission verlängert
Zugegeben: Als ich die letzte Bellagio-Session abschloss, reifte in mir schon der Gedanke wie die mitgebrachten Avocados. Meine liebe Frau Teresa ist bis Samstag unterwegs. Es sind Ferien. Ich habe keine Termine. Das Hotel ist weiterhin günstig zu verlängern und wofür sammle ich eigentlich diese kommerziellen Flugmeilen, wenn ich sie nicht in diesen Ferien zum Umbuchen meines Fluges auf Donnerstag einlösen werde? ICH GEBE HIER NICHT OHNE WIDERSTAND AUF!

Um 3 Uhr nachts ist alles gebucht und eingetütet. Ich schlafe seelenruhig und wache zu SMS zum verpassten Checkin für meinen ursprünglichen Flug auf. I don’t care. Jetzt muss noch einmal richtig angegriffen werden. Letzten Dienstag habe ich $7.400 versenkt, diesen Dienstag hole ich sie mir zurück. So richtig positiv heiß tippe ich die Zeilen zum Kalifornien-Blog am Pool und merke, dass ich nicht nur innerlich auf Temperatur bin. Es ist einfach wieder so heiß, dass meine Fingerkuppen von Tippen auf der Tastatur glühen, mein Handy sich aufgrund der Hitze verabschiedet und meine Badelatschen mit dem Boden verschmelzen, wenn ich sie nicht gleich in den Schatten stelle. Ich hole mir noch die benötigte Abkühlung im Pool, tanke etwas Schlaf im Zimmer und beginne dann um 17:45 Uhr meine Zugabe im Aria. JETZT ABER.

Und die Karten wollen mit mir sein, als ich nach 30 Minuten nach Straddle meine A♠: A♣: auf $30 openraise. Einer callt und am Button 3bettet ein Reg auf $130. Ich 4bette auf $350 und er callt. Lasset die Spiele beginnen.

Flop $745: T♦: 8♣: 3♥:

Cbet klein $175, call.

Turn $1.095: 5♠:

$250, call.

River $1.590: J♦:

Keine schöne Karte, aber für die letzten $750 gibt es keinen Ausweg mehr. Ich setze ihn all-in und er überlegt ein, zwei Minuten, bevor jemand “Time” ruft und ihm somit nur noch 60 Sekunden bis zur Entscheidung zustehen. Er braucht keine 60 Sekunden, sondern foldet nach zehn Sekunden offen QQ. Das wäre es doch mal gewesen…

45 Minuten ist es das dann gewesen. Da eröffnet jemand in später Position auf den Straddle $30, BU callt und ich squeeze TT aus dem SB. Er CO geht für seine $620 all-in und ich calle natürlich, um dann gegen seine QQ zu verlieren. Irgendwie klappt es mit dem Verlieren hier deutlich leichter als mit dem Gewinnen. Back to zero. Und der Tisch ist auch Mist. Mir fällt jedoch auf, dass hier viele Leute mit Vegas Golden Knights-Tickets durch das Aria spazieren. Heute sind NHL Playoffs in Vegas und es gibt offenbar noch Tickets. Das klingt spannender als diese $2/$5 Partie, also begeben Martin und ich uns auf den Weg zum unweit entfernten Stadion. Tickets können wir haben. In guter Lage. Für $250 pro Stück - achso, nein danke. Schlechtere Plätze hätte es ab $100 auf dem Online-Zweitmarkt gegeben, doch das funktionierte irgendwie nicht. Also setzen wir uns in die nächste Bar neben dem Stadion und verfolgen ein wenig von der 2:5-Niederlage mit einem Hot Lips-Cocktail und ein paar Corona-Bieren. Um 20:45 Uhr wagen wir dann einen erneuten Anlauf auf die Pokertische, doch die sind immer noch so attraktiv wie der Wäscheberg, der sich mittlerweile in meinem Koffer stapelt. Abbruch nach einer Stunde. Stattdessen habe ich Lust auf mehr Bier und besuche Martin an $1/$3. Abbruch! Alles geht schief und bevor alles schief geht, beende ich auch diesen Ausflug nach kürzester Zeit mit soliden $500 Minus.

Ich reiße mich noch einmal zusammen und nehme wahr, dass ich noch in Vegas bin. Ich sollte das Beste daraus machen und gebe daher dem Bellagio eine erneute Chance. Abbruch nach anderthalb Stunden. Auch ein ganz schlimmer Tisch mit nur noch Pros um Mitternacht. $177 Minus mehr im Buche. Puh - also mit Poker wird das heute nichts mehr. Doch es ist noch früh und ich bin in Vegas. Was kann man tun? Gamblen im Casino. Jetzt denkt ihr euch sicher alle, dass das keine gute Idee ist und dass ich mich sicherlich nicht vier Stunden lang einsam an einem Ultimate-Holdem Tisch gesehen habe, als ich spontan meinen Flug umgebucht hatte. Was soll ich sagen? Ihr habt recht und ich lege mich ähnlich frustriert wie vor einer Woche in mein Bett. Das ist nicht die Art von Zugabe, die ich mir vorgestellt habe. Die allerletzte Chance ist dann wohl morgen. Erzwingen ist keine Option, aber wie wäre es denn, wenn ich zum Abschluss ein Mal, vielleicht ein einziges Mal, die gestern aufgestellte Trifecta des Erfolgs umsetze: Gute Hände bekommen und diese gut an guten Tischen spielen. ONE LAST TIME!


Antwort
Zitat
topspit
Joined: 07.02.2008

Sag mal wie kann das denn sein, dass es in Vegas keine abständigen Tische gibt? Selbst auf 1/3 nichts mehr zu holen? Sollte Chopfi am Ende Recht behalten und Vegas ist pokertechnisch nicht mehr das was es mal war und die Zukunft liegt in Miami?


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Original von Antaris1
Du hast ja in jedem deiner Einträge auch immer einen Song eingefügt. überlegst du dir was zum aktuellen Eintrag passen könnte, kommt das aus dem Bauch heraus oder wie kommt du auf die Musik? Bist du allgemein jemand der viel Musik hört?

Schade das der Blog nun schon wieder vorbei ist. Ich habe es wieder mal sehr genossen deine Erlebnisberichte aufzusaugen.:f_love:
Hast du vor in Zukunft nochmal nach Vegas zu fliegen oder ist das Aufgrund der Familienplanung in absehbarer Zeit nicht der Fall?

Hey, die Musikauswahl ist mir tatsächlich immer ein besonderes Anliegen. Sie soll die Stimmung des Tages untermalen. Manchmal kommt mir während des Schreibens eine Idee. Manchmal lese ich den fertigen Blog und überlege mir dann was Passendes. Und manchmal gibt es Lieder, von denen ich weiß, dass ich sie irgendwann / irgendwie einbauen möchte. So wusste ich zum Beispiel beim ersten Hören von Bright Lights, dass ich das Lied einbauen werde, wenn ich aus Kalifornien zurückkommen werde. Das übernächste und letzte Lied stand auch schon weit vor der Reise fest.

Grundsätzlich bin ich ein sehr unmusikalischer Mensch leider. Aber ich kann Musik hören und mache seit meinem Studium von meinem Spotify-Abo Gebrauch ;) Vielleicht sind die hier ausgewählten Songs insgesamt auch ein Spiegel dessen, was ich sonst so höre: überwiegend Rock, aber im Prinzip kann es in alle Richtungen gehen.

Wie im Vorfeld beschrieben, vermute ich, dass das hier die letzte Vegasreise auf absehbare Zeit war. Aber man weiß ja nie... :f_drink:


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Original von topspit
Sag mal wie kann das denn sein, dass es in Vegas keine abständigen Tische gibt? Selbst auf 1/3 nichts mehr zu holen? Sollte Chopfi am Ende Recht behalten und Vegas ist pokertechnisch nicht mehr das was es mal war und die Zukunft liegt in Miami?

Am ersten Wochenende war ich noch sehr positiv überrascht. Danach ging es mit den Partien insgesamt bergab wie mit meiner Performance. Zufall oder System? I don't know, dafür ist meine Samplesize zu gering. In Miami war ich im Sommer 2015 auch mal und erinnere mich, dass die $5/$10 Partie dort ebenfalls schon ziemlich tough war.


Antwort
Zitat
IbeatGTO
Joined: 09.08.2024

Es war schon zu meiner Zeit (2016-2020) nicht so, als dass da taeglich mehrere Tische mit besoffenen Touris zu finden waren. Auch damals sassen die Spieler mit nem Glas Wasser oder Kaffee am Tisch, aber eben nicht mit alkoholischen Getraenken. Sowas findet man vielleicht 1x im Monat oder eben zu bestimmten Zeiten, wie z. B. der March Madness.


Antwort
Zitat
Konti23
Joined: 22.02.2008

Vegas 2025 - Time to say goodbye
Nach der Enttäuschung der ersten Halbzeit meiner Verlängerung sammle ich mich noch einmal. Der Tag wird sehr bewusst ruhig und selbstreflektiert aufgezogen, damit ich noch einmal mental frisch für die letzte Session bin. Über zwei Stunden am Pool führen leider zu einem leichten Sonnenbrand, aber definitiv auch zu einem ausgeglichenen Ich, das alle Emotionen um die letzten Tage verarbeitet und mit Präsenz und Zuversicht um 16:30 Uhr im Bellagio einläuft. Erzwingen ist nicht möglich, wiederhole ich mir selbst Mantra artig wie die Sektengurus, die auf dem Strip versuchen, Spielsüchtige auf den Weg der Erleuchtung zu bringen. Mein Fokus liegt einzig und allein darauf, dass ich mein Spiel abrufe. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, dass das auf lange Sicht erfolgreich ist. Auf die kurze Sicht einer Session oder zwei Wochen - ein geringer Zeitraum für eine aussagekräftige Samplesize - bin ich letztlich abhängig von der Kartenverteilung. Ich kann nur gewillt sein, dass mir diese hold ist. Wenn alles nach Plan läuft, lege ich noch einmal eine richtig lange Session bis zum frühen Morgen hin.

So starte ich an einem Must Move-Tisch, der insgesamt den Durchschnitt des Trips darstellt: Viele Pros, hin und wieder mal ein Spot, doch die haben alle irgendwo ein Tattoo, auf dem steht "Don't pay Konti off". Dann müssen halt die Regs herhalten und ich gewinne mit Q♣: J♣: einen 3bet-Pot gegen Mohit, dem Blender vor dem Herrn. Er ist zwar ganz nett und man muss ihm zugutehalten, dass er mich hier jedes Mal als Erster wieder erkennt, aber sein Gelaber ist schon grenzwertig machohaft, überzogen und häufig gelogen, wie man von anderen Locals erfährt, wenn er nicht am Tisch ist. Wie dem auch sei, ich calle seine Cbet + Turnbet mit Flushdraw + Overcards und treffe hinten raus die Straße. Er checkt am River leider behind. Trotzdem glückt der Start mit $700 Profit, auch durch viele kleine Pötte, die ich mitnehmen kann, wenn Gegner nicht ganz so interessiert scheinen.

Soweit der Start. Nach zwei Stunden passiert an dem Must Move aber leider das, was mich die letzten Tage immer verfolgt hat wie die Gedanken an das Ende der Ferien: Ein Antilauf vor dem Herrn beginnt und innerhalb eines Orbits muss ich zweimal 99, einmal TT und einmal AQ im 3bet- oder gar 4bet-Pot aufgeben und boom, boom, boom sind die Winnings von zwei Stunden wirklich solidem Poker ausgelöscht als wäre ich ein Frixion-Stift. Es ist einfach nichts zu machen. Aber ich nehme die Situation wahr und an und bin bereit, weiter ordentlich dagegen zu halten. Vernünftige Ranges, ausgesuchte Spots, mit Geduld und Bedacht zum Erfolg.

Wow, da muss aber ein solider Spieler den Weg an das Maingame antreten. Mit $500 Verlust setze ich mich an den neuen Tisch voller Profis und bin bereit, mir noch einmal den Thron zurückzuholen. Alles Profis, nur ein Spot. Der sitzt zu meiner Rechten und hat schon über $5.000 im Stack. Ziel muss es sein, ihn zu isolieren, um so in Position gegen einen schwächeren Spieler...

... in der ersten Hand $1.700 zu verlieren. Wait what? Dem Dauerstraddle folgend openraist der Spot im CO auf $60, ich 3bette am BU 3♦: 3♥: auf $180, damit ich 1. heads-up gegen ihn spiele und 2. die Wahrscheinlichkeit eines Squeezes hinter mir drastisch sinkt. Der Plan geht auf, er callt.

Flop $400: 5♠: 5♦: 9♦:
Er checkt, ich cbette $100 und bekomme sofort das Checkraise auf $250 gedrückt. Was machen wir daraus? Ja, er kann etliche Pockets über meinem haben, aber checkraisen die denn alle? Ich vermute mal, dass das nur auf 99-QQ zutrifft. Darüber hinaus sagt uns die Analyse von Millionen Live-Pokerhänden, dass Freizeitspieler in Bezug auf kleine Cbets reagieren, wie Jugendliche mit täglichem Medien-Kontingent: Sie rasten komplett aus, wenn ihre Zeit gekommen ist. Mit diesem Wissen falle ich wieder in den Calldown-Modus, da alle Bluffcatcher profitabel sein sollten gegen ein kleine Checkraise und weitere Bets.

Turn $900: 2♥:
Er setzt $520, ich bleibe meinem Plan treu.
River $1.940: 2♣:
$830 sollen es noch einmal sein. Ich schließe damit auch TT und JJ aus, da solche Hände generell eher passiv gespielt werden. Schließlich muss er mir auch recht viele starke Hände geben mit meiner bisherigen Line. Aber er checkraist und setzt und setzt. Damit repräsentiert er meiner Meinung nach nur 99 und QQ. Der Flushdraw brickt, keine Overcards sind gefallen. Ich kann das mit dem Read des Overbluffens und dem relativ kleinen Riversizing einfach nicht folden. Ich calle und sehe natürlich QQ bei ihm.

Abermals sitze ich in einem tiefen Loch. Aber ich hadere nicht mit mir. Ich habe präsent entschieden, dass der Calldown korrekt ist und kann das Ergebnis verkraften. Über $2.300 im Minus zu sein an einem Tisch voller Pros ist jedoch wieder ein Brett, dass ich gar nicht bohren wollte. Hinzu kommt eine Stunde feinster Kartentod. Ich spiele keine einzige Hand für über 60 Minuten und beobachte, wie die anderen Regs sich hier preflop immer die Chips um die Ohren hauen. Um 20:30 Uhr dann mein Auftritt. Straddle. In erster Position eröffnet einer der aktiven Regs auf $50, der Spot foldet und ich finde A♣: K♣: - mit meinem Image fasse ich schnell den Plan, dass die standardmäßige 3bet nicht die beste Wahl ist und calle nur. Hinter mir sitzt nämlich Matteo, ein italienischer Reg, der preflop zu Squeeze-Möglichkeiten weniger Nein sagen kann als zur Pasta seiner Mama. Er nimmt das Angebot auch direkt an und raist auf $220. Nun gerät der Plan aber etwas aus den Fugen, denn im Straddle wacht nun der nächste Profi auf und cold4bettet auf $690. UTG foldet und es ist an mir. Ja, auch an aggressiven $5/$10 Tischen ist seine Cold4bet-Range da ziemlich stark, aber es besteht die Möglichkeit, dass da ein paar Bluffs gegen den zu weiten Squeeze enthalten sind. Also ziehe ich meinen Plan durch: 5bet all-in $2.550. Matteo foldet so schnell, als ob seine Mama schon zu Tisch gerufen hätte. Und der Reg im Straddle? Überlegt kurz, also nicht KK/AA und callt dann doch. Okay, let's run it once.

Pot $5.380: 5♥: 7♠: Q♦: J♦: T♦:
Runner runner mache ich die Straße und drehe meine Hand um. Emotionslos. "look at that German, cold as ice as the river hits", sagt Mohit kurz später, als ich den großen Pot einsacke. Ganz ehrlich: Ich habe meine Hand emotionslos umgedreht, da ich einmal mehr nicht wusste, ob das reichen wird. Bei meinem Lauf hätte ich mich nicht gewundert, wenn er da 8♦: 2♦: hat oder so. Aber nein, ich gewinne und der andere Reg guckt nun bedröppelt wie ich es die Stunde zuvor getan habe. Ich hingegen bin wieder even für die Session. Kurz darauf sogar für einen Bruchteil einer Session im Plus für $200. Ist das der lang ersehnte Turnaround? Werde ich die Nacht durchgrinden, mit $10.000 Stack aufstehen und am Ende doch noch mein Pokerresultat ins Schwarze drehen? Ich bin bereit dafür. Die Regs offenbar auch. Denn sie gehen fast alle. Eine halbe Stunde nach dem riesen Pot sind drei starke Regs durch zwei Freizeitspieler und einen Nit-Reg ersetzt. Gute Bedingungen auch noch.

Denken wir noch einmal an die drei Säulen: Gutes Spiel, guter Tisch, gute Kartenverteilung. Check, check, absoluter NO-CHECK - ich krieg es folgend wieder serviert wie bei den Hotdog-Schnellfress-Weltmeisterschaften. JEDE Hand und ich meine wirklich jede, die ich anfasse im Sinne von Geld investiere, löst sich in Luft auf. Die neuen Spieler bauen Fehler ohne Ende ein, projizieren ihre Handstärke und sind gefundenes Fressen für einen scharfen Regular, der weiß, wann er sowas ausnutzen kann. Doch dazu müsste man sich irgendwie wehren können. Ich wiederum? Habe ich mal ein Paar preflop, ist der Flop AKQ. Habe ich AQ, ist der Flop 567. Total am Ziel vorbei und vor allem der Spot zu meiner Rechten macht, was er will. Callt meine Cbet mit irgendwelchem Gemüse und trifft damit runner runner Zweipaar, donkt drauf los wenn er stark ist und muss wahrscheinlich keine Sekunde daran verschwenden, mal zu bluffen. Er hat es halt immer. Fold, fold, fold. Aufgabe, Aufgabe, Aufgabe lautet meine Devise. Da gewinnt man einen Pot über $5.000 und ist zwei Stunden später ohne nennenswerte Hand wieder bei einem Stack unter $3.000 - wie geht das? Es zehrt wirklich an meinen Nerven. Ich habe hier alles getan, um mich noch einmal aus der Affäre zu ziehen: Reise verlängert, täglich gesund ernährt, viel Sport, Vitamin D und jede Menge Präsenz. Das Investment in mein Pokerspiel geht weit über das Finanzielle hinaus und das hat sich auf die letzten Jahre auch extrem gelohnt: Allein in Vegas durfte ich durch Cashgames $45.000 gewinnen, seitdem ich es mit einer App tracke = 4 Jahre.

Dieses Jahr sollte es aber bei bestem Willen nicht sein. Varianz ist der erste Begriff, der mir dazu einfällt. Mein bestes Poker habe ich wohl auch nicht mehr an den Tisch gebracht. Sei es, weil ich in letzter Zeit kaum noch Poker spiele oder weil mich die Resultate hier aus der Bahn geworfen haben. Das ist am Ende unerheblich. Was für mich wiederum sehr erheblich ist, ist mein Life-EV. Ich sitze nun dort um 23:30 Uhr und folde wieder seit zwei Stunden Chip für Chip daher. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Und wenn ich das so vehement wahrnehme und spüre, habe ich nun einmal den Luxus, als Nicht-Profi sagen zu dürfen: Ich will nicht mehr. Ich höre auf.

Anstatt also die Nacht durchzumachen und super müde in den Flieger zu steigen, komme ich frühzeitig ins Bett und schließe gedanklich mit Poker und Vegas 2025 ab. $2.258 Dollar weniger als am Nachmittag wandern in meine Tasche zurück, als ich mich noch einmal im hellen Pokerraum des Bellagios umschaue. Richtig gute Erinnerungen verbinde ich mit diesem Ort. Mein Wohnzimmer habe ich es gerne genannt. Wann werde ich es wiedersehen? Werde ich es überhaupt wiedererkennen?


Antwort
Zitat