Wenn ihr bei so Sachen nicht sicher seid, dann stellt doch ein mathematisches Modelll auf. Ich verstehe nicht wie die meisten Leute hier akkurat Modellparameter aufzählen können aber das Modell dann nicht lösen.
Thesen:
1) Villain 3bettet 6 Kombos AA+KK, 16 Kombos A und x Kombos als Bluff.
Villain c-Bettet immer.
2) Hero 4bet/pushed entweder oder callt die 3bet und shovt any not A or K Flop.
3) 25/50 NL; kein Dead Money wegen den Blinds (unwichtig) und 100B Stacks.
4) 150$ open, 555$ 3bet
5) Villain shovt auf eine 4bet nur KK+ und AK und foldet den Rest.
Wenn der Gegner AA oder KK hat, so hat ein Caller 6 Scare Outs die ihm einen Nettovorteil verschaffen. Er stellt seinen Stack dann nicht dominiert rein. Der 4better verliert 0,8*10000-5000=3000$. Ein Caller verliert ebenfalls 3000$ ohne ein AK Flop. Bei einem AK Flop foldet er auf die c-Bet und verliert nur 555$ (sein 3bet call).
Floppt der QQ Spieler sein Set, so geht das Geld beides Male rein, d.h. es entsteht kein Nettovorteil.
Der 4bet Spieler hat Vorteile wenn ein Set geturned oder gerivert würde, aber diese Vorteile sind minimal.
Ein AK Flop mit nur 6 Outs (2 sind blockiert) kommt in 1-((1-6/48)^3)=33% der Fällen vor. Insgesamt verliert der Caller also 66%*3000$+33%*555=2163$.
Dies ergibt einen Nettovorteil von 850$ für den Caller.
Gegen AK entstehen folgende Scenarien:
1) 4bet/call und flip; Geldgewinn = 55%*10000-5000= 500$
2) call und AK Flop -> auf c-Bet wird gefoldet -> -555$
3) call und nicht A Flop -> auf c-bet von 600$ wird gepusht -> 1150$ (3bet vom Gegner + c)
4) call und A/K Q x Flop -> irrelevant, da zu selten
--->
4bet = 500$
3bet = 0,33*(-555)+0,66*(1150)=575$
Nettovorteil Caller = 75$
Die dritte Möglicheit ist ein Bluff.
Bei einer 4bet gewinnen wir direkt und sacken 555$ ein.
Bei einem Call wird der 3better immer c-Betten und wird dabei die A/K Scare Card geschickt nutzten.
Da A und K nicht mehr geblockt werden ist die Chance für einen A/K Flop nun 1-((1-(8/48)^3) = (ungefähr) 40%.
Es gibt folgende Scenarien:
a) AK Flop und Caller foldet = -555$
b) non-AK Flop und der Caller pusht, der Bluffer foldet = +1150$
c) non-AK Flop und der Caller pusht, der Bluffer hat irgendwas gehittet (ein Set z.B.) und Hero hat 20% Equity = 10000*0,2-5000 = -3000$
Ein Set wird zu 12% getroffen.
Dieses Modell berücksichtigt kein Set QQ. Dies ist aber nur relevant in 12% der Fälle und nur wenn gleichzeitig der Gegner trifft oder ein AK Flop kommt. Außerdem sind die Geldbeträge minimal bis auf eine Set over Set Situation, die aber zu selten vorommt.
Auch berücksichtigt dieses Modell keine OESD Draws die der Bluffer pushen könnte und die zum Coinlip führen (mit den 2 Set Outs) oder das der Bluffer sich overcommited mit einem dominierten TP.
Insgesamt folgt: 0,4*(-555)+0,6*0,88*(1150)+0,6*0,12*(-3000) = 170$
Nettogewinn des 4betters = 385$.
Dieser Wert erscheint mir etwas hoch, aber die Grundtendenz ist klar, dass ein 4bet call gegen den Bluff eines tighten Spielers erfolgversprechender ist als ein Call. Ein Call riskiert einen gefährlichen Flop und den Verlust des ganzen Stacks. Eine 4bet gewinnt die Bet des Gegners sofort.
Das Modell läßt sich also insgesamt nach x lösen:
x*385+16*(-75)+12*(850$)=0
->
x= 30 Kombos
Dies ist natürlich nur ein Modell und gilt nur für die beschränkten Thesen.
Ich aggro Spewmonkey empfehle dringend einen 4bet/push.
Dieser hat Vorteile die die Standard Nl100 Nits natürlich nicht sehen, die aber relevant sind:
a) Meine Gegner 3betten sehr viel als Bluff
b) Meine Gegner shoven JJ und auch mal 66.
c) Ich balance meine 4bet Range. Wenn man mit AA/KK häufiger callt und AK immer 4bet/call spielt, dann braucht man QQ um die kleinen Paare zu schröpfen, die gegen A callen.
d) Viele Gegner polarisieren ihre 3bet Range in diesen Situationen sehr stark. Sie haben entweder Dreck oder eine Hand die AI willig ist. Gegen AI Hände komme ich postflop meistens eh AI (AA oder KK) oder habe eine Edge Preflop (AK/JJ). Je niedriger das Paar vom Gegner, desto mehr Scare Cards sind im Deck, die ihn davon abhalten sich stacken zu lassen, die aber preflop jederzeit reingehen. Dem Dreck will ich keinen Flop zugestehen.