Vielen Dank Dir für den Hinweis. Calldown ist sicherlich ein gutes Play, weil meine Hand gegen Nonpairs noch vorne ist und gegen Pairs noch Outs hat und ich nicht sicher sein kann, daß er kleine Pockets foldet.
Ich wollte hier bewußt den Free Showdown haben, denn es gibt sehr viele häßliche Karten am River, gegen die ich lieber behind checken würde, als eine dritte Barrel zu callen. Dazu gehören J,T,8 und alle
und
-Karten, die kein A oder Q sind. Vielleicht ist es ein Leak von mir, aber gegen weak-tighte und passive Spieler bin ich selten bereit, mit A high drei Barrels zu callen. Und wenn ich hier den Turn calle, muß ich wohl auch häßliche Riverkarten callen und das bringe ich in dem Spot nicht fertig. Deshalb gefällt mir mein Turnraise besser, was aber nicht heißt, daß er gut ist. Werde aber noch mal über die Hand nachdenken und sie ggf. ins Forum stellen.
Wenn wir ip den Flop betten, kann es ab und zu passieren, daß wir gecheckraist werden. In dem Fall können wir uns oft so verhalten, wie wenn wir nicht die Initiative hätten. Das heißt Call Flop Raise Turn. Natürlich nur mit den Händen, mit denen wir eine gute Chance haben, den Pot mitzunehmen und in Situationen, wo Villain auf einen Raise am Turn auch eine bessere Hand weglegen kann. Soweit die Theorie.
Ich habe in dieser Situation 0.4 BB pro Hand verloren. Weiß nicht, ob das zu viel ist. Aber ich denke schon, daß man im Schnitt deutlich weniger als die Hälfte der Pötte gewinnt. Ich war in über 50% der Fälle am Showdown mit einem W@SD von 56% und habe nur in 7,5% der Fälle den Gegner zum Folden gebracht. Allerdings muß ich zugegeben, daß ich die Standardline extrem selten verwendet habe, nur in knapp 10% der Fälle. Das heißt, ich spiele hier offenbar eine andere Line bevorzugt, was ich etwas merkwürdig finde. Hier lohnt es sich, einmal nachzuschauen, was ich mit bestimmten Händen gemacht habe und was die Villains im Schnitt so hatten.
Hier die beliebte Liste mit einer Auswahl von check/raises, die am Showdown waren. Alles bezogen auf das Limit 0.25/0.5:
--> K high auf Lowcard-Board von einem TAG.
--> Q high auf paired Board AA5 von einem Fisch. Ähnlich: 9 high auf einem paired Board QQ3.
--> Bluff mit T4s Backdoorgutshot+Backdoorflushdraw auf einem A25 2suited Board, gespielt von einem semiaggressiven Fisch. Dummerweise für ihn gegen meine MP2-Openraisingrange. Da bringt er kaum was unmittelbar zum folden. Und um Turn hat er dann auch auf passiv umgestellt, als er seinen Gutshot bekam. Aber diese Boards mit nur einer High Card, besonders mit dem Ass, sind halt sehr verlockend für Blufffreudige, wie das folgende Beispiel illustriert:
Villain ist ein 21/13/3.7/41 Spieler auf 75 Hände. Bislang sehr erfolgreich, kann also ein TAG sein. Die 3.7 AF kann man auf die Samplesize nicht als überaggressiv sehen, zumal er ja am Showdown oft gewonnen hat. Hier versucht er mich zu moven, erwischt dafür aber den falschen Moment und trifft auch noch eines seiner tainted Outs:
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is MP2 with A:s, K:s.
Hero raises, 4 folds, BB calls.
Flop: (4.4 SB) A:c, 5:d, 7:h (2 players)
BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.
Turn: (4.2 BB) K:d (2 players)
BB bets, Hero raises, BB calls.
River: (8.2 BB) A:h (2 players)
BB checks, Hero bets, BB calls.
Final Pot: 10.2 BB.
Results follow:
Hero shows a full-house, aces full of kings(As Ks).
BB shows two pairs, aces and kings(Jc Kh).
Hero wins with a full-house, aces full of kings(As Ks).
--> ähnlich wie eben: Overcards mit Backdoornutflushdraw auf einem J64 rainbow board.
-> Gutshot+Overcards auf paired Board. Dazu sind auch semiaggressive Gegner in der Lage.
--> Kleine Pockets auf trockenen rainbow Board. - Dagegen haben wir oft als PFA mindestens 6 Outs. Auch passive Spieler scheinen das zuweilen zu machen, weil ihnen die Hand für einen Calldown nicht stark genug ist. Ähnlich ist es auch, wenn eigentlich passive Spieler auf einem Board mit nur einer High Card ein Low Pair treffen. Dann können sie aggressiv werden und den Flop check/raisen.
--> Kleine Pockets auf einem Wet High Card Board wie KQ7 2suited. Hier haben wir meistens noch mehr Outs oder sind schon way ahead. Der Move kam von einem eher aggressiven Spieler, der dann dann aber auf den Call hin jegliche Aggression aufgab. Ich hatte JT, also mal easy 14 Outs gegen ihn. Ähnliche Fälle waren ein AQ6 Board 2suited und ein KQ6 singlesuited. Auf solchen Boards darf man Gegnern mit einem AF von 2 oder mehr also nicht zu viel Credit geben. Wenn man was zum valuebetten oder semibluffen hat, kann man ja durchaus kleine Pockets hier zum Folden bringen. Das heißt, wenn Villain aggro aber nicht zu showdownbound ist, lohnt es sich durchaus, den Standardmove Call Flop Raise Turn ganz normal mit Draws und auch mit allen möglichen Made Hands durchzuführen. Es gibt dort keinen Grund, ihn übermäßig oft auf einem Monster zu sehen. Im Gegenteil. Monster werden so oft delayed, daß die Line check/raise Flop Bet Turn eben nicht für ein Monster steht, sondern eher die Line check/call check/raise.
--> Mid Pair good Kicker im Blindbattle. Klare Valuegeschichte.
--> Top Pair good Kicker von einem TAG auf 2-suited und 2-connected Board. Der klassische Valuecheckraise. Letztlich eine Standardline, wie wir sie auch verwenden würden.
--> Trips. Hier ein "nettes" Beispiel gegen einen unknown Villain:
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)
Preflop: Hero is BU with Q:s, Q:h.
MP3 calls, CO folds, Hero raises, 2 folds, MP3 calls.
Flop: (5.4 SB) 6:h, 6:c, 3:h (2 players)
MP3 checks, Hero bets, MP3 raises, Hero calls.
Turn: (4.7 BB) 9:d (2 players)
MP3 checks, Hero bets, MP3 raises, Hero calls.
River: (8.7 BB) 2:d (2 players)
MP3 bets, Hero calls.
Final Pot: 10.7 BB.
Results follow:
Hero shows two pairs, queens and sixs(Qs Qh).
MP3 shows a full-house, sixs full of nines(6s 9s).
MP3 wins with a full-house, sixs full of nines(6s 9s).
Hätte er gewußt, was ich habe und daß ich Call Flop Raise Turn spielen wollte, hätte seinen tricky move am Turn wohl sein gelassen. Aber naja. So gings dann ohne 3Bet ab, weil ich den Braten gerochen habe. Hätte er am Showdown ein Pocket gezeigt, wäre ich jetzt auch nicht so wahnsinnig überrascht gewesen, aber check/raise check/raise ist halt sehr verdächtig.
--->flopped Straight auf einem High Card Board. Hier wissen die meisten auch, daß sie nicht slow zu playen brauchen, weil wir fast immer selber valuebetten.
usw. Es gibt natürlich eine große Vielfalt. Oft sind es ganz normale Made Hands, ab und zu ein Pure Bluff. Daß mir offenbar kaum jemand einen flopped OESD oder Flushdraw gezeigt hat, zeigt auf, daß starke Draws auch HU auf dem Limit gegen den PFA eher passiv gespielt werden.
Gerade auf paired Boards und regged Boards mit nur einer High Card sollte man wohl eher showdownbound spielen, sowohl gegen TAGs als auch gegen Fische mit komischen Moves. Und auch die scary Boards werden gerne mit marginalen Holdings attackiert. Und auch wenn passive Spieler plötzlich den Flop check/raisen, dann kann es halt sehr gut sein, daß sie bloß ein Low Pair haben, weil sie stärkere Hände delayen und schwächere Hände folden. Allgemein sollten wir unsere Outs nicht leichtfertig folden und auch selber zu Semibluffs in der Lage sein, also zum Standardmove mit Draws, wenn Villain mit einem kleinen Pair, K high oder Ähnlichem aufwarten könnte und damit auch den Fold finden würde, wenn wir am Turn zurückschlagen. Gegen Rocks und absolute Stations würde ich die Keule aber nicht auspacken, die bluffen bzw. folden auch zu selten.
Im Zweifel sollte man mit schwächeren Draws den Flop callen und am Turn nach Odds und Outs callen, wobei man in vielen Fällen seine Outs für One Pair nicht besonders stark discounten muß, weil Villain selbst ein kleines Pocket oder nur Low Pair oder Midpair hat.
Ich sehe aber, daß ich sogar Value am Turn verpaßt habe, weil ich in der fälschlichen Annahme, gegen Bluffs oder starke Hände zu stehen keine Valuebet mehr gesehen habe. Die Range von check/raise Flop ist aber meistens gar nicht so polarisiert, wie ich dachte. Man kann hier durchaus oft die Range annehmen, die man selber am Flop check/raisen würde und oftmals sogar die starken Hände und guten Draws rausnehmen, weil passive Villains die passiv spielen. Und gegen diese Range kann man in einigen Spots sogar noch bequem valueraisen, wenn man gegen Top Pair hinten ist, einfach weil auf gewissen Boards die Quote von kleineren Pairs recht hoch ist.
Umgekehrt ist es dann auch so, daß man sich am River genau überlegen muß, ob man ui noch mit A high callt, weil check/raise Barrel Barrel Bluffs auf dem Limit selten sind.
Der ein oder andere mag sich fragen, warum ich hier so viel Content reinschreibe, aber es geht natürlich darum, mein Spiel zu analysieren.
Ich habe schon einige Leaks entdeckt. Aber das festzustellen tut sehr gut, weil ich hier ansetzen konnte, um wirklich den EV meiner Spielweise zu erhöhen. Nach einem schleichenden Down von ingesamt 400 BB war das auch dringend nötig. Es war nicht so, daß ich zwei-drei schlechte Sessions hatte, es war mehr, daß es mal gut und mal schlecht lief und ich langsam aber sicher mit -1 BB/100 in den Keller gefahren bin.
Es ist mir nicht bekannt, ob ich Pech hatte, aber wie ich weiter oben schon mal geschrieben habe: Glück und Pech können wir nicht ändern.
Und von daher ist irrelevant. Wir können den EV ändern, in dem wir an unserem Spiel arbeiten. Das habe ich versucht und wichtig ist, dies nicht nur zu tun, wenn es einem der Graph nahelegt, sondern stetig und gleichmäßig. Ich hatte meine Leaks sicherlich schon früher, aber ich habe trotzdem z.B. 0.25/0.50 mit 3 BB/100 gecrusht. Im letzten Monat gings aber in die andere Richtung und ich bin dann lieber abgestiegen, weil ich mit dieser Erfahrung zunächst überfordert war. Jetzt habe ich natürlich wieder 0.25/0.50 angegangen, auch weil ich wieder ein gutes Gefühl habe und ich mich von der Bankroll her sowieso eher in Richtung 0.5/1 orientieren kann.
Es macht aber keinen Sinn, 0.5/1 zu spielen, wenn man nicht gerade das Gefühl hat, 0.25/0.50 zu crushen. Das sollte jetzt auch mein kurzfristiges Ziel sein, dieses Limit wieder mit der Dominanz zu beherrschen, die ich schon mal hatte.
Später gibt est noch ein paar Gedanken zum Turnplay nach der CBet ip.
Kurze Einstimmung dazu:
Wir sind PFA. Villain checkt zu uns, wir cbetten den Flop, Villain callt und am Turn checkt Villain wieder zu uns. In solchen Spots haben wir im Schnitt eine hohe Gewinnerwartung, bei mir liegt sie bei über 75%.
Man kann weiter cbetten oder sich den check behind nehmen, mit der Intention, am River auf gute Karten zumindest zu callen.
Villain kann folgendes spielen:
a) check/fold --> dagegen empfiehlt sich der check behind mit einer Hand, die wir nicht protecten müssen und wenn wir noch Bluffs induzieren können. Wenn wir aber selber keine gute Hand haben, oder den Verdacht, daß Villain unwissentlich viele Outs gegen uns hat, sollten wir gegen check/fold lieber betten, weil wir ja dann den Pot bekommen.
b) check/call --> Zuweilen mit einem guten Draw gespielt (aber durchaus nicht selten auch mit einem schlechten Draw) oder mit einer Made Hand, die er erst am River raisen will oder die er Calldown spielt. Wir sollten ihm nicht die Freecard nicht leichtfertig gönnen, müssen dann aber am River evaluieren, was eine Riverdonk von ihm bedeuten könnte und wie groß die check/raise Gefahr am River ist, wenn Draws ankommen. Haben wir selber am River keine Made Hand müssen wir überlegen, ob sich ein 3-Barrel Bluff lohnt oder check behind angesagt ist.
c) check/raise -->Eher stark, ähnlich wie der Raise am Turn, wenn wir oop sind. Man sollte nicht zu viele Bluffs/Semibluffs erwarten. Gegen unknown sind das vielfach sehr unangenehme Spots.
Heute Abend gibts dann die üblichen ein, zwei Beispielhände. Vielleicht offenbart sich ein neues Leak, mal schauen.
Danke für die Blumen und sorry, daß ich gestern die Beispiele nicht mehr geschrieben habe. Aber gestern liefen noch zwei Coachings. Da war mein Contentbedarf erst mal gedeckt.
Hier nun ein Beispiel für einen check behind. Villain ist nach 532 Händen ein 24/12/1.2/38, der zu check/call check/raise mit Initiative in der Lage ist, einmal 2-Pair im HU gedonkt hat und einmal mit Nutz durchgebettet hat und dabei am River "Hollywood" gemacht, also extrem lange gezögert hat.
Bei der Samplesize darf man auch mal einen verschämten Blick auf die Fold to CBet-Werte werfen:
Fold to F CBet 28 (10 aus 36)
Fold to T CBet 58 (11 aus 19)
Er steht also selten mit crap am River da, wenn er sowohl den Flop als auch den Turn nicht gegen CBets foldet. Dafür steht auch der W$@SD von 64%.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)
Preflop: Hero is CO with A:h, 8:h.
Hero raises, 2 folds, BB calls.
Ok, er defendet passiv. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung über seine passive Defending-Range. Da er ein TAG ist, nehmen wir einfach mal die PS.com Range von 22-66,A2s-A8s,Kxs,Q3s+J6s+,T6s+,96s+,85s+,64s+,53s+,A2o-A9o, K8o+, Q9o+,J9o+,T9o,98o als grundlegend an. Es kann aber gut sein, daß er auch noch bessere Hände passiv defendet, allerdings hat er starke Hände wie AQo stets ge-3-bettet.
Flop: (4.4 SB) 7:c, 4:d, 2:c (2 players)
BB checks, Hero bets, BB calls.
Wir cbetten natürlich den Flop und bekommen einen Call. Er ist durchaus in der Lage, ganz schlechte Hände wegzulegen. Da er schon mit Top Pair und 2-Pair gedonkt hat, habe ich den Eindruck, daß ich solche Hände ausschließen kann. Ich bin auch der Meinung, daß er den Flop eigentlich nie check/raised, sondern hier nur check/callt oder check/foldet oder donkt. Mit schwächeren Händen als Top Pair hat er immer nur check/callt.
check/call: schwächere Made Hands als Top Pair, Draws, Overcards
donk Flop: Top Pair+
check/fold: Rest
Turn: (3.2 BB) 7:h (2 players)
BB checks, Hero checks.
Wir spielen nun also gegen seine check/calling Range und haben rund 80% Equity. Am Turn scheint er sehr selektiv zu folden, d.h. es kann gut sein, daß er any overcards hier in den Muck wirft, sprich: Hier callen nur passable Draws oder Pairs, d.h. nur 16% seiner Hände callen sicher und 30% seiner Hände callen einigermaßen wahrscheinlich und gegen die Hände wird es schwierig, wenn am River so etwas wie die folgende Karte kommt:
River: (3.2 BB) 5:c (2 players)
BB checks, Hero checks.
Absolute Todeskarte gegen seine Callingrange. Da ich aber behind gecheckt habe, kann er am River noch so viel bluffbetten, daß wir gegen praktisch jede Karte einen Call haben. Allerdings ist auch er nicht geneigt, hier zu betten, so daß wir uns hier gegen Showdownvalue sehen und behind checken. Gegen K high gewinnen wir, gegen A3 und A6 auch. Gegen A9o und kleine Pairs verlieren wir.
Final Pot: 3.2 BB.
Results follow:
Hero shows a pair of sevens(Ah 8h).
BB shows a pair of sevens(As 8s).
Hero wins with a pair of sevens(Ah 8h).
BB wins with a pair of sevens(As 8s).
Wenn ihr die Hand anders spielen würdet, könnt ihr das gerne hier reinschreiben. Ich fand mein Play ganz Ok, weil mir fürs v-betten nur wenige Argumente einfallen und weil in so einem kleinen Pot gegen eine tendenziell schwache Range Bluffinduction mit der Hand sicherlich besser ist als Protection. Steht und fällt alles aber auch damit, daß er am River seinen Crap tatsächlich auch mal blufft. Sonst gewinnen wir halt kaum was durch unseren check behind.
Angenommen, Villain callt den Flop. Dann haben wir am Turn meistens die Möglichkeit, noch einmal zu betten.
Wir bekommen meistens keine Action. Oft nicht mal von passablen Made Hands und starken Draws. Insofern verschiebt sich die Action sogar häufig bis zum River. Wir müssen vorsichtig sein mit Behauptungen wie "Das und das hätte Villain spätestens am Turn gecheckraist." Es kommt darauf an. Der Durchschnittsgegner auf dem Limit check/raist selten am Turn. Und meine Calldowns waren zum Teil überraschend erfolglos. Für einen Calldown am Turn benötigt man zwar nicht allzu viel Equity. Aber in einer Situation wie z.B. openraise CO vs. passive BB-Defense benötige ich am Turn schon ungefähr 25%. Und manchmal kam ich mir ziemlich Toast vor und habe trotzdem den Calldown gemacht. Ich gehöre halt auch eher zu denen, die lieber einmal zu viel als einmal zu wenig am Showdown sind.
Hier ein kleine Liste von check/call check/raise Händen auf 0.25/0.50, die zum Showdown gingen:
*flopped Gutshot, turned Nutstraight mit AK auf J6TQ rainbow (hatte auch AK)
*flopped Gutshot, turned Straight auf 3T89 Board (ich hatte 99)
*flopped Set auf 8A3-Board (ich hatte den Q high 2nd Nut Flushdraw und am River kam die Q)
*flopped Trips auf AKA-Board (ich hatte KJ)
*flopped Trips auf QKK-Board (ich hatte Q8)
*flopped 2nd Pair, turned 2-Pair mit 96s auf 6K59-Board (ich hatte TPGK). Dasselbe ist mir noch ein zweites Mal passiert gegen 96o auf einem 92K6-Board. Auch da hatte TP.
*flopped Overcards, turned TP (ich hatte TP am Flop)
*flopped TPTK, ich hatte auch TP, aber einen schlechteren Kicker
*flopped TPGK und am Turn 2nd One-Card-Nutflushdraw. Ich hatte Overcards und den One-Card-Nutflushdraw und habe mir am River TP geluckt.
*flopped TP auf 65A3-Board. Ich hatte QQ und habe arglos runtergecallt.
*flopped TP mit schlechtem Kicker, ich hatte OESD+2nd Pair
*turned 4th Pair 2 mit "Doyle Brunson" KQ52 rainbow (ich hatte KJ)
*Gutshot am Turn mit T4o auf 2665 Board (ich hatte AK)
usw. usf.
Man kann es schwer beziffern, aber sehr oft steht man gegen Top Pair oder besser. Muß man einfach wissen. Die Gegner, die fancy plays mit Gutshots machen sind zwar vorhanden, aber selten. Ebenso selten sind diejenigen, die es mit "Pure Draws" wie OESD oder Flushdraw als Semibluff machen.
Von daher: !Caution! bei check/raise Turn. Nicht ohne Reads mit schwachen Holdings runtercallen, aber natürlich auch nichts leichtfertig schon am Turn aufgeben, was über 2/(Pot+2)*100 % Equity hat. Wenn man sich in einem von 4 Fällen vorne sieht, ist's meistens schon einen Calldown wert.
Hier noch ein Beispiel mit den berühmten paired Boards:
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is MP3 with K:d, J:d.
MP2 folds, Hero raises, 3 folds, BB calls.
Villain ist ein 36/5/1.3/29 Spieler auf die ersten 61 Hände. Ich denke, er wird hier fast alles passiv defenden und hat eine nicht allzu eng bemessene Range.
Flop: (4.4 SB) T:d, T:c, K:h (2 players)
BB checks, Hero bets, BB calls.
Villain hat bisher einmal den Flop gedonkt (ich weiß leider nicht, womit) und noch nicht auf eine CBet gefoldet. Der Check/Call schränkt seine Range nicht allzu bedeutend ein. Ich denke, AK,AQ,JJ+ hätte er vielleicht sogar preflop ge-3-bettet.
Turn: (3.2 BB) 5:s (2 players)
BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.
Es kommt nichts an. Ich valuebette gegen Draws und Pockets.
Villain raist. Ich stehe mit ziemlicher Sicherheit gegen Kx oder irgendeine T.
Da ich nun weniger als 50% Equity habe, aber gegen viele Kx vorne liege und Villain sich über seinen Kicker vielleicht nicht allzu viele Gedanken macht, habe ich eine hervorragende Equity zum runtercallen.
River: (7.2 BB) 9:c (2 players)
BB bets, Hero calls.
Der River ändert nichts mehr. Mit meinen mehr als 30% Equity ein easy Call.
Final Pot: 9.2 BB.
Results follow:
Hero shows two pairs, kings and tens(Kd Jd).
BB shows a full-house, tens full of kings(Kc Ts).
BB wins with a full-house, tens full of kings(Kc Ts).
Nice Hand. Aber ich komme da auch nicht billiger raus, denke ich.
Habe mal einen Blick auf meinen Augustgraphen geworfen. Satte $2 im Plus. Und die habe ich heute wieder verloren ♦ (verschweige allerdings dabei ein kleines up, das ich gestern hatte;)
Ich muß also weiter am Content arbeiten und werde versuchen, das auch mit einem Nutzen für die Leserschaft zu verbinden. Es soll schließlich so sein, daß sich das Lesen lohnt.
Ich schreibe für mich selbst seit ein paar Wochen immer meine Strategieerkenntnisse auf, wenn mir welche kommen. Ist bereits ein 40seitiges pdf-Dokument, also so viel, wie ich hier unmöglich reinschreiben kann und auch nicht werde. Zudem gibt es ja eine Menge Artikel, deren Lektüre man sich hier freispielen kann. Wo es einen Artikel gibt, werde ich darauf verweisen. In meinem Blog geht es ja auch weniger um die Pokerdidaktik, als um die Leaksuche für mein persönliches Spiel.
Bis jetzt wir uns um ein paar ausgewählte typische Spielzüge in HU-Situationen gekümmert, in denen wir die Initiative haben. Was aber auf den niedrigen Stakes besonders häufig ist, sind Situationen, in denen man 3-handed am Flop steht. Es wird in verschiedenen Artikeln auch auf diese Situationen eingegangen. Es gibt für Goldmember einen Standardlines advanced Artikel mit etwas Content zu 3-handed und übrigens auch eine schöne Kolumne von Firsttsunami über Contibets in Multiwaypötten.
Das Thema 3-way hat mich nun sehr interessiert, denn auf SH 0.25/0.50 ist man fast genauso häufig 3-way wie HU. Das Ganze verschiebt sich, wenn man in höhere Limits kommt. Schon auf 0.5/1 SH wird es wesentlich HU-lastiger und allgemein je mehr TAGs und je weniger Vollfische man am Tisch sitzen hat. Ich denke deshalb sind die Platin-Artikel auch fast nur auf HU-Situationen bezogen.
Für 3-handed gibt es auch viel mehr mögliche Situationen und Lines als im HU, so daß eine entsprechende Theorie deutlich umfangreicher wäre als die der Standardlines HU.
Wir haben die Initiative oder auch nicht. Außerdem können wir ip, im Sandwich oder oop (first to act) sitzen. Je nach Position geben die Villains vor- oder nach uns Action. Damit bekommen wir mehr Informationen, aber es ist auch komplexer.
Aber wir können das Themengebiet trotzdem deutlich einschränken, denn der PS.com TAG Style führt letztlich dazu, daß wir 3-handed fast nie in position in einem unraised Pot stehen und auch im raised Pot sehr selten ip sind, wenn wir nicht der PFA waren. Das heißt, wenn wir ip sind, dann fast immer als PFA, was natürlich eine gute Sache ist.
Sind wir oop oder im Sandwich, dann sehr häufig, weil wir
* nach einem Openraise zwei Calls bekommen oder
* den SB nach einem Limper completen oder
* in einem limped Pot im BB ein Freeplay bekommen haben.
Als PFA sind wir oft dann im Sandwich, wenn wir einen Limper isolieren, aber hinter uns jemand mit einen Coldcall aufwacht.
Typisch sind auch die Fälle, in denen wir isoraisen, hinter uns jemand 3-bettet, der Limper coldcallt und wir callen.
Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Preflop-Szenarien, die zu 3-way Situationen am Flop führen. Ich denke, die Situationen ip mit Ini sind im Schnitt erst einmal leichter zu spielen, weshalb openraises und "gescheiterte" Isoraises interessanter für die Leaksuche sind.
Beispiel: Openraise wird von einem Fisch coldgecallt und der BB will sich auch noch den Flop anschauen.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)
Preflop: Hero is MP3 with Q:h, K:s.
Hero raises, CO folds, BU calls, SB folds, BB calls.
CO: 67/5/0.6/38 Typ "Schaun mer mal, was der Flop so bringt."
BB: 18/8/1/36 Typ "Rock" oder "Nit"
Flop: (6.4 SB) 2:d, 8:h, T:c (3 players)
BB checks, Hero bets, BU calls, BB folds.
Da der BB checkt, baller ich einfach mal die CBet rein, auch wenn ich den Flop eher suboptimal dafür finde, weil er vernünftige Coldcallingranges gut hittet und meine ORC-Range eher weniger gut. Aber BB findet leicht einen Fold und BU hat eine sehr weite Range, mit der er den Flop sieht.
Turn: (4.2 BB) A:d (2 players)
Hero checks, BU checks.
Der Call von CO deutet schon auf einen Draw oder ein Pair hin, weil er eher selektiv den Flop callt, dafür callt er dann sehr oft den Turn. Ich gehe jedenfalls davon aus, daß er ein Pair auch gegen das Ass nicht foldet und daß er Draws mit Showdownvalue runtercheckt oder foldet. Da er selten blufft, nicht mal auf scarecards, kann ich hier check/callen und er wird sich sehr oft den check behind am River nehmen, wenn er eine schlechtere Hand als ich hat.
Man kann natürlich den Turn betten, aber er callt halt fast nur mit besseren Händen und ergreift selten selbst die Initiative.
River: (4.2 BB) A:c (2 players)
Hero checks, BU checks.
Das Ass kann ich bei ihm fast schon ausschließen, sehe ihn auf einem Pair oder busted Straight Draw. Ich denke, er wird marginale Hände behind checken, ich traue ihm aber einen Bluff mit einer J high oder 9 high Hand zu. Und deshalb check/calle ich den River. Er checkt aber behind, was auch ganz Ok ist.
Final Pot: 4.2 BB.
Results follow:
Hero shows a pair of aces(Qh Ks).
BU shows a pair of aces(9s Qs).
Hero wins with a pair of aces(Qh Ks).
Auf jeden Fall eine der Hände, die ich hier erwartet hätte. Ich weiß nicht, ob mein Play gut war. Man kann die Hand vielleicht auch ohne Showdown gewinnen, wenn man auf das Ass blufft. Aber wenn BU auf die CBet Turn gecallt hätte, wäre ich am River ehrlich gesagt ins Schlingern geraten, weil seine Callingrange natürlich weniger schwache Draws und mehr Pairs enthält als seine check behind Turn Range.
Weitere Spots werden folgen. Bis dahin alles Gute!
Ich habe mal etwas ausprobiert und zwei Fullring FL SNGs und ein SH FL SNG gespielt und bin in allen dreien ITM gewesen und habe beim SH sogar easy gewonnen. Weiß nicht, ob das Zufall ist. Bin einfach von dem Style ausgegangen, den Cuube neulich im Coaching gespielt hat, also Cashgamestyle am Anfang und dann mit schrumpfendem Stack etwas nittiger werden und wie auch im NL SNGs die Stacks spielen, d.h. kleinere Stacks versuchen, vom Tisch zu nehmen mit guten Händen. Man kann teilweise an der Bubble erstaunlich gut Blinds stehlen. Werde mal schauen, ob ich eine größere Samplesize zusammenbekomme. Ich habe meine Gegner mit purer Agression zu überrollen versucht. Die nächste Hand, mit der ich das SNG gewonnen habe, verdeutlicht das auch.
PokerStars Limit Hold'em, 3.25 Tournament, 400/800 Blinds (2 handed) - Poker-Stars Converter Tool from FlopTurnRiver.com
Hero's M: 4.93
Preflop: Hero is BB with K
, Q
SB raises, Hero calls
Flop: (4 SB) 9
, 5
, 7
(2 players)
Hero checks, SB bets, Hero raises, SB 3-bets, Hero calls
Turn: (5 BB) Q
(2 players)
Hero checks, SB bets, Hero raises, SB calls
River: (7.7 BB) 4
(2 players, 1 all-in)
Total pot: t6160 (7.7 BB)
Results below:
SB had 7
, A
(one pair, sevens).
Hero had K
, Q
(one pair, Queens).
Outcome: Hero won t6160
Jeder kennt das, er bettet sein Top Pair, Two Pair, Trips oder was auch immer durch und am River wacht der Gegner auf mit einem Raise. Das sind dann oft Spots, in denen man sich zwischen Call und Fold entscheiden muß.
Ich persönlich gehe da mit einer Frequenz von über 90% zum Showdown, bekomme aber auch 38% W@SD, was ich ganz Ok finde, weil man mindestens 1:8 Pot Odds bekommt, was bedeutet, daß schon eine Equity von mehr als 11% einen Call immer rechtfertigt. Die Odds können je nach Preflopaction und Dead Money auch noch deutlich besser sein, z.B. 1:15, dann braucht man nur noch etwas mehr als 6% Equity. Das heißt, wenn man mit einem Riverraise aus heiterem Himmel konfrontiert wird, muß man sich meistens schon sehr gute Gründe einfallen lassen, um zu folden.
Gründe zum Folden:
*Ich schlage so gut wie keine Hand aus Villains Range, die er hier for Value raisen könnte.
*Villain hat noch nie den River gebluffraist bzw. extrem selten (Bei den guten Odds ist eine Bluff Frequenzy von mehr als 5% oft schon ein Grund, zu callen)
Manche folden sehr weak ihre Pairs. Das wäre ein großer Fehler wenn Draws busten und am River eine Scarecard kommt, wie z.B. hier:
Villain ist ein 73/36/1.5/63 Fisch.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)
Preflop: Hero is SB with J:h, K:d.
MP3 calls, 2 folds, Hero raises, BB calls, MP3 calls.
Flop: (6 SB) 4:d, 6:c, K:s (3 players)
Hero bets, BB folds, MP3 calls.
Villain hat im Prinzip eine riesige Range. Er raist nur selten eine Flop Bet, foldet aber praktisch nie auf eine CBet. Das heißt, hier wird er extrem viel noch einmal callen. Alle Overcards zur 6 und auch alle Backdoordraws.
Turn: (4 BB) 7:d (2 players)
Hero bets, MP3 calls.
Das Board connected nun etwas mehr. Ich denke, er wird hier die ganz hoffnungslosen Hände aufgeben, d.h. hier callen wirklich nur noch Draws und Made Hands. Jede 3,4,5,6,7,8 ist für ihn ein Call.
River: (6 BB) A:s (2 players)
Hero bets, MP3 raises, Hero calls.
Ax sind kaum in seiner Range, weil er die preflop normalerweise raist. Das heißt, die Scare Card ist für mich gar nicht scary. Ich könnte sogar 3-betten, weil er kleine Pairs und schlechtere Kx dann vielleicht noch callt. Aber das kam mir hier over the Top vor, weil Slowplays von Fischen auch nicht ganz selten sind. Und auch Bluffs sind hier durchaus möglich, weil er jedem Gutshot nachjagt. Es kann auch sein, daß ich im Spiel nicht aufmerksam genug war und dachte, er könnte vielleicht doch ein Ass haben. Was denkt ihr über eine 3-Bet in dem Spot?
Final Pot: 10 BB.
Results follow:
Hero shows a pair of kings(Jh Kd).
MP3 shows high card ace(5c 9c).
Hero wins with a pair of kings(Jh Kd).
Für Folds braucht man gute Gründe. Hier dachte ich, ich hätte welche.
Villain ist ein 81/5/1.1/42 Fisch und der dritte Spieler in der Hand ist ein passiver Fisch.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is MP3 with 6:c, 6:s.
MP2 calls, Hero raises, CO calls, BU calls, 2 folds, MP2 calls.
Flop: (9.4 SB) 9:c, T:h, 5:d (4 players)
MP2 checks, Hero bets, CO folds, BU calls, MP2 calls.
Turn: (6.2 BB) 6:d (3 players)
MP2 checks, Hero bets, BU calls, MP2 calls.
River: (9.2 BB) 8:s (3 players)
MP2 checks, Hero bets, BU calls, MP2 raises, Hero folds, BU calls.
88 oder 7 obv.
Final Pot: 14.2 BB.
Results follow:
MP2 shows two pairs, eights and sixs(8c 6h).
BU shows a pair of nines(9h Kc).
MP2 wins with two pairs, eights and sixs(8c 6h).
Wieso habe ich gefoldet?
Ich habe mich todesbeat gesehen. Eine Rangeanalyse zeigt auf, daß das nahe an der Wahrheit war, aber trotzdem kein Grund zum Folden.
Am Flop bekommt er 1:10.4, er kann jeden Gutshot profitabel callen und wird sowie auch noch Overcards und jedes A high K high callen. Zudem check/raist er manchmal den Flop, so daß ich davon ausgehen kann, daß er nicht unbedingt Top Pair hält.
Also jede 9, jede 5, 66-88, Ax,Kx,Jx, QJ,87 (vielleicht raist er die auch), 86, 76, diverse Backdoorflushdraws. Dadurch, daß ich selber 6 habe, gebe ich ihm die 6 aber nicht allzu oft.
Nachdem am Turn die 6 kommt, habe ich die 6 gedanklich schon so gut wie gestrichen. Es gibt noch Combos mit der 6, aber recht weniger. Ich denke, er callt jetzt noch QJ,J8, jede 7,9,5.
Am River kommt die 8, die natürlich eine häßliche Karte ist. Kein Frage. Die check/raising Range beinhaltet nun seine Two Pairs und besser, denke ich.
Das sind nicht viele Combos. Ich halte die 6, er hat kaum 86 und nur wenig 98. Dominant sind die Straights. Laut Pokerazor enthält diese Range zu 85% Straight und zu 4% 88. Bleiben 11% die ich schlage. Mein Odds sind 1:13.2. Hinter mir ist nur noch ein passiver Spieler, der mich höchst selten beat hat. Ich bekomme also denke ich mindestens 1:10. Damit ist auch das hier ein Call. Und das nicht wegen dem Ergebnis. Wenn er mir die Straight gezeigt hätte, wäre es auch noch richtig gewesen. Nur hätte ich dann im Nachhinein sicherlich gegrübelt, ob er 2-Pairs wirklich auf dem Board check/raist.
Gut, ich hoffe, die Hände waren einigermaßen interessant. Bis zum nächsten Mal.
Nach einer gewissen Samplesize schaut man sich schon mal an, wie erfolgreich man eigentlich war. Ich habe mir einmal angeschaut, wie ich seit Juli performe und wie ich vorher abgeschnitten habe, und zwar bezogen auf das Limit 0.25/0.5 SH.
Seit Juli performe ich im Schnitt mit 0.25 BB/100 auf dem Limit mit einer Standardabweichung von 15,9 BB/100. Allerdings habe ich im Juli gar nicht gespielt, also bezieht sich das nur auf den August und den Anfang vom September. Zudem gibt es einen Aufwärtstrend. Im August waren es lange Zeit -1 BB/100, am Ende aber nur noch -0.4 BB/100 und im September bis jetzt 1.8 BB/100. Overall halt ein Breakeven nach einem Down.
Vor dem Juli habe ich seit März 09 auf dem Limit mit 1.98 BB/100 abgeschnitten, wobei die Standardabweichung 16.8 BB/100 war.
Auch diese Zeit war zweigeteilt. Bis Januar 2010 waren es 2.7 BB/100 und danach kam ein Down und irgendwo fing dann die Lustlosigkeit an.
Wie auch immer. Ich habe das Limit zeitweise also mit >2.5 BB/100 geschlagen. Vielleicht ist das heute nicht mehr so einfach. Aber mit Blick auf den Aufstieg zu 0.5/1 wäre ein gewisser Zeitabschnitt mit >1.5 BB/100 sicher hilfreich und ermutigend. Das Gute ist, daß ich seit 29. August im Schnitt 2.5 BB/100 gespielt habe. Wenn das nicht nur ein up ist, sondern auch Substanz hat, denn sehe ich dem Limitaufstieg positiv entgegen.
Der ein oder andere mag müde darüber lächeln, daß ich mich nicht auf 0.5/1 zu spielen traue, obwohl die BR das eigentlich hergeben würde. Aber ich brauche nicht nur die BR, sondern ich muß auch das Vertrauen in mein Spiel zurückgewinnen. Also daß ich auch vom Ergebnis her sehe, daß ich auf dem Limit drunter eine deutliche und nachhaltige Edge habe. Das hat zwei Vorteile: Ich fürchte mich nicht vor dem Abstieg und ich sehe dann auch eine Edge auf dem nächsthöheren Limit.
Die Erfahrung eines recht langen Downs auf einem Limit, das man früher mal mit Augen zu gecrusht hat ist einfach bitter gewesen. Das muß ich zugeben. Wenn ich aber die nächsten Tage das Limit tatsächlich weiter crushe bin ich aber recht bald wieder auf 0.5/1 zu finden. Denn es macht ja keinen Sinn, auf dem kleineren Limit zu bleiben, sofern sich die Edge einigermaßen halten läßt, sprich: 2-3 BB/100 auf 0.25/0.5 sollten dann auch mindesten 1-2 BB/100 auf 0.5/1 folgen. Dann habe ich auch Spaß nach dem Aufstieg und kann an meiner Edge für 1/2 basteln.
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So, daß hatte jetzt alles NULL mit meinem Spiel zu tun, sondern ist einfach nur eine Rechenschieberei. Ich muß weiter in Content investieren, das ist noch wichtiger als wann ich aufsteige und wieviel BB/100 ich rückblickend gemacht habe. Die Edge durch einen Vorsprung an Können ist nicht gleichzusetzen mit der Edge, die man dem Graphen entnehmen kann. Dafür bräuchte man imo 1 Mio Hände oder was Vergleichbares. Aber wer will schon Millionen Hände auf 0.25/0.5 spielen. Von daher: Wenn die Kombination aus Können, Selbstvertrauen und BR stimmt, wird aufgestiegen.
Künftige Posts werden sich also Inhalten, also im Wesentlichen Beispielhänden zu Themen widmen, die ich gerade interessant finde. Die "3way am Flop"- Serie werde ich auf jeden Fall fortsetzen. Jetzt muß ich aber los.
Ciao und bis heute Abend!
Original von SanWogi
Was denkt ihr über eine 3-Bet in dem Spot?
.
halte ich für übertrieben. finde es gut gespielt von dir.
Man sollte nie über den Aufstieg sprechen. ♦ Bin gestern dann gleich in ein 100 BB Loch gefallen. Winrate im Eimer. Aber egal. Dann dauerts halt länger mit dem Aufstieg.
@gromoldxxx: Sehe ich auch so. Der Raise am River ist immer noch eine polarisierte Range, denn man ihm zwar unterstellen, daß er sehr selten ein Ass hat, aber er wird auch selten eine Hand mit Showdownvalue haben, die er noch callen würde. Insofern hat die 3-Bet keinen zusätzlichen Value.
Bei Pokertracker gibts jetzt formatierte und anonymisierte HHs. Das sieht dann z.B. so aus:
PokerStars - $0.25/$0.50 (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 3
CO: $16.95
BTN: $2.80
SB: $4.30
Hero (BB): $12.90
UTG: $11.05
MP: $14.30
SB posts SB $0.10, Hero posts BB $0.25
Pre Flop: ($0.35) Hero has Q♠ A♠
UTG raises to $0.50, MP calls $0.50, fold, BTN calls $0.50, SB calls $0.40, Hero raises to $0.75, UTG calls $0.25, MP calls $0.25, BTN calls $0.25, SB calls $0.25
Flop: ($3.75, 5 players) A♥ 7♣ 8♥
SB checks, Hero bets $0.25, UTG calls $0.25, MP raises to $0.50, fold, SB calls $0.50, Hero raises to $0.75, fold, MP raises to $1.00, SB calls $0.50, Hero calls $0.25
Turn: ($7.00, 3 players) 6♠
SB checks, Hero checks, MP bets $0.50, SB calls $0.50, Hero calls $0.50
River: ($8.50, 3 players) 8♣
SB checks, Hero checks, MP bets $0.50, SB calls $0.50, Hero calls $0.50
Villain MP ist ein 26/15/1.5/39 Spieler, also ein etwas passiver TAG.
SB ist ein Fisch, der auch einen Flushdraw oder ein Pair haben kann.
Ich weiß nicht, was MP da pre coldcallt und am Flop rumballert, aber die Hand scheint sehr stark am Flop zu sein. Ich gebe ihm eigentlich oft irgendwelche Ax Hände. Vielleicht hat er nur Top Pair oder sogar bloß den Flushdraw. Aber es kann natürlich sein, daß er am Flop schon längst 2-Pair oder Set hat. Daher bin ich dann auf dem Turn passiv. Offenbar hat sich Villain keinen Freecardcap gegönnt, denn dann hätte er ip den Turn behind gecheckt. Damit fällt bei ihm der Flushdraw fast schon raus und ich denke, ich muß den Showdown auch dann sehen, wenn der Flush ankommt. Ausnahme wäre hier, wenn SB den River check/raist.
btw. finde ich das Format von Pokerstrategy für FL schöner, weil deutlich platzsparender und übersichtlicher. Bei NL dürfte sich das aber nicht viel nehmen, weil da die Betsizes angegeben werden müssen.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is BB with Q:s, A:s.
MP2 raises, MP3 calls, CO folds, BU calls, SB calls, Hero 3-Bets, MP2 calls, MP3 calls, BU calls, SB calls.
Flop: (15 SB) A:h, 7:c, 8:h (5 players)
SB checks, Hero bets, MP2 calls, MP3 raises, BU folds, SB calls, Hero 3-Bets, MP2 folds, MP3 caps, SB calls, Hero calls.
Turn: (14 BB) 6:s (3 players)
SB checks, Hero checks, MP3 bets, SB calls, Hero calls.
River: (17 BB) 8:c (3 players)
SB checks, Hero checks, MP3 bets, SB calls, Hero calls.
Final Pot: 20 BB.
Results follow:
MP3 shows two pairs, aces and eights(Ac Kc).
Hero shows two pairs, aces and eights(Qs As).
SB shows two pairs, eights and sevens(7h 5h).
MP3 wins with two pairs, aces and eights(Ac Kc).
Ein Fold am Turn, ein LOL
am Showdown.
SB: 40/6/1.1/40 auf 85 Hände
BB: unknown
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is MP3 with J:d, J:h.
MP2 folds, Hero raises, 2 folds, SB 3-Bets, BB calls, Hero caps, SB calls, BB calls.
Flop: (12 SB) 4:c, 8:c, 7:c (3 players)
SB bets, BB calls, Hero raises, SB 3-Bets, BB calls, Hero calls.
Meine Idee ist hier, Value von Flushdraws zu bekommen. Villain hat aber pre ge-3-bettet und ich hätte ihm hier vielleicht mehr Credit geben müssen, weil ich nicht weiß, ob One-Card-Flushdraws in seiner Donkingrange sind. Seine 3-Bet ist definitiv for Value. Und es scheint ihm egal zu sein, ob ich AA, KK, QQ habe.
Turn: (10.5 BB) 8:s (3 players)
SB bets, BB calls, Hero folds.
Erst hier komme ich nach Rangeanalyse zu dem Schluß, daß Villain einen Flush oder ein Pocket Pair 77,88,AA halten muß, weil er am Flop so aggressiv gespielt hat und jetzt am Turn entschlossen weiter bettet, als hätte er Nutz. Es sieht nicht mehr so nach Flushdraw aus. Wenn er den tatsächlich so aggro spielt, dann habe ich ihn halt falsch eingeschätzt.
BB könnte wie ich eine Overpair halten oder aber einen hohen Flushdraw, er hat ja schließlich die 3-Bet coldgecallt, muß also sowas wie Face-Cards oder ein Pair haben. Suited sind die Face Cards anscheinend nicht.
River: (12.5 BB) 6:c (2 players)
SB bets, BB calls.
Da er diesen River bettet, sehe ich ihn nicht mehr so unbedingt auf einem Overpair ohne Flushdraw. Daß BB nur callt, spricht bei ihm eher für ein Pair als für einen Flush.
Final Pot: 14.5 BB.
Results follow:
SB shows a full-house, sevens full of eights(7h 7d).
BB shows a pair of eights(Qh Kd).
SB wins with a full-house, sevens full of eights(7h 7d).
Mein Read betreffs SB war am Turn dann richtig, aber wie BB alle Streets mit K high runtercallt ist auf jeden Fall extrem fishy.
Die Hand habe ich gerade in der DB gefunden, muß ich gestern gespielt haben.
Note auf den Spieler: hoher WTS, callt viel am Flop --> Standardline check/fold Trash, bet oder check/raise Flop for Value.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (3 handed)
Preflop: Hero is BB with 9:h, 7:h.
BU calls, SB folds, Hero checks.
Flop: (2.4 SB) 7:d, 5:c, 7:c (2 players)
Board kann er attackieren, hat er aber selten getroffen. Also check/raise Flop Bet Turn Bet River.
Hero checks, BU bets, Hero folds, BU gets uncalled bet back.
Final Pot: 1.2 BB.
wie kann man nur so bescheuert sein.
Aber die Erklärung steht in der HH:
Hero is disconnected
Hero has timed out while disconnected
Hero: checks
Villain: bets $0.25
Hero has timed out while disconnected
Hero: folds
Scheiß WLAN.
Deshalb konnte ich mich nicht an die Hand erinnern.
Die CBet 3way ist in vielen Fällen richtig, auch wenn man dem Gegner mindestens 7:1 Odds gibt. Hier zwei Beispiele gegen unknowns, in dem die CBet schon deshalb gut ist, weil man am Flop recht oft vorne liegt. Eine Beispielhand findet man im Handbewertungsforum. Eine weitere hier:
Villains sind unknowns, wahrscheinlich passive Fische.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)
Preflop: Hero is BB with A:h, K:s.
CO folds, BU calls, SB calls, Hero raises, BU calls, SB calls.
Flop: (6 SB) 6:s, T:c, 5:d (3 players)
SB checks, Hero bets, BU folds, SB calls.
Villain kann ein Pair oder einen Straight Draw haben.
Turn: (4 BB) 4:h (2 players)
SB checks, Hero checks.
Die Karte läßt 78 ankommen und 34 hat auch gehittet. Ich nehme mir hier die Freecard, da meine Outs auf A und K oft noch gut sind und Villain eine fertige Straight womöglich schon gedonkt hätte. Allerdings bekäme ich von einer Single 3 oder 7 noch einmal Value, weil die einen One Card OESD hat. Der Nachteil einer Bet ist, daß man keinen Bluff von Trashhänden induzieren kann. Die folden nämlich schon den Turn.
River: (4 BB) 4:c (2 players)
SB bets, Hero calls.
River ist ganz Ok. Wenn er die 4 nicht hat, bin ich ziemlich oft vorne, und von daher easy call mit A high.
Final Pot: 6 BB.
Results follow:
Hero shows a pair of fours(Ah Ks).
SB shows a pair of fours(9h 7s).
Hero wins with a pair of fours(Ah Ks).
So ging es mir gestern. Keine Ahnung, ich habe halt kaum Folds gesehen und war meistens hinten. Im weiteren Verlauf der Session stieg der Wert aber wieder. Fold to Riverbet war teilweise unter 20, ich glaube das hängt miteinander zusammen. Wenn man am River wenig foldet, dann callt man halt mehr. Somit sinkt der AF. Alles in allem ist es eh' fast müßig eine Session an Hand der Stats zu beurteilen. Dazu sind die Postflopsituationen zu unregelmäßig verteilt. Allgemein ist meine River AF recht niedrig, allerdings macht es wenig Sinn, nun mit Gewalt Spots zu suchen, in denen ich am River ballern kann. Jede Hand ist einzigartig. Trotzdem können Stats ein Hinweis auf Leaks sein.
Vielleicht hier mal eine Statistik meiner Riveraktionen in den letzten 43k Händen, falls das jemand beurteilen mag:
Aggression:
Bet River 44%
3 Bet River 24%
---
Raise River Bet 9%
4 Bet River 47%
----
Donk River 6.5%
Check-raise River 3.5%
-------------------------------------
Passivität bzw. ausgelassene Aggression:
Call River Bet 59%
Check behind in position 50%
Natürlich geht ein check in den AF nicht ein, aber der "Check behind hat schon etwas mit dem AF zu tun, weil man als Alternative nur die Bet hat, und die würde den AF erhöhen.
Daß ich den River selten check/raise ist glaube ich ganz natürlich. Und für die Donk am River gibts auch nicht so hammer viele Spots.
Wie auch immer, ich bin etwas überrascht, wie häufig ich mir den Free Showdown nehme. Meint ihr, daß ich die Spots mal näher untersuchen sollte? Für eine Bet ip reicht ja, daß 50% der Callingrange schlechtere Hände sind und bei den vielen Stations ist das ja durchaus oft gegeben. Wie auch immer, ich denke, ich werde da mal drauf achten und ein paar Beispielhände posten.
CO: 35/21/1.5/46 auf 104 Hände
BB: Vollfisch, der mit suited Trash preflop cappt. Daher für die Hand nicht so wichtig.
Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:
$0.25/$0.5 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)
Preflop: Hero is BU with A:h, 9:s.
MP3 folds, CO raises, Hero 3-Bets, SB folds, BB caps, CO calls, Hero calls.
Flop: (12.4 SB) 9:c, 6:s, 4:s (3 players)
BB bets, CO raises, Hero 3-Bets, BB folds, CO calls.
Die Flopaction von CO sieht so als wie eine schlechtere 9, die er fast played, um seine Hand zu beschützen, aber gegen meine 3-Bet nicht mehr drüber gehen will. Flushdraws und Overpairs sind aber auch denkbar.
Turn: (9.7 BB) 6:c (2 players)
CO checks, Hero bets, CO calls.
Seine Range dürfte fast nur K9-T9 und Flushdraws enthalten.
River: (11.7 BB) 3:c (2 players)
CO checks, Hero checks.
Ich denke, seine Callingrange enthält vor allem schwächere 9en. Ob er einen A high busted Flushdraw noch mal callt, weiß ich nicht. Es sieht so aus, als ob ich hier easy betten kann, oder? Leider checke ich hier behind auf Grund eines schlechten Gefühls oder weil ich vorher so viele Bad Beats bekommen habe und vielleicht schon tilte. Keine Ahnung. Er bekommt einen billigen Showdown und ....
Final Pot: 11.7 BB.
Results follow:
Hero shows two pairs, nines and sixs(Ah 9s).
CO shows two pairs, queens and sixs(Qh Qd).
CO wins with two pairs, queens and sixs(Qh Qd).
Fragt mich nicht, warum ich das irgendwie geahnt habe ♦
Aber meine nachträglich Analyse sagt mir dennoch, daß eine Riverbet vom EV her besser gewesen wäre.
bei der AK hand würde ich den turn contibetten for freeshowdown. du bist ja bereit 1 BB zu zahlen. die zahle ich lieber am turn und nehme noch ein wenig foldequity mit.
bei der A9 Hand hast du am river eine valuebet verpasst, wie du schon gesagt hast.
Genau. Bei der AK Hand habe ich das ja eigentlich auch reingeschrieben, mich aber mit Bluffinduce zu rechtfertigen versucht. Du hast Recht, die 3 und 7 sind schon ein großer Teil seiner Range, wenn er nicht jeden Trash am Flop peelt. Und dagegen habe ich eine Value- und Protectionbet am Turn. Allerdings, wenn 3,7 am River kommen, muß ich dann konsequenterweise gegen eine Donk folden und 2,8 sind auch Karten, wo ich hier nahe am Foldbutton gebaut bin. Allerdings kann er auf eine 2 natürlich 79 noch bluffen. Die 8 wäre mir dann schon zu ungenehm, weil ich Villain so komische Trashhände wie 93-Q3 geben gar nicht geben würde. Vielleicht suited und 23, ein paar wenige Kombos.
Nach zwei Barrels wird er als mutmaßlich passiver Fisch sowieso nicht zwanghaft jedes Pair donken, so daß seine Donkingrange dann schon vor allem die Straight ist und nur ein paar ganz wenige Bluffs. Man kann dann imo auf 2,3,7,8 einigermaßen safe folden.
Die letzten 10k Hände waren ein einziges Gewurschtel. Aber wenigstens ein bißchen über BE. Ein Downswing von 150 BB in 500 Händen, dann ein ebensolcher upswing. Dann ein bißchen hin und her und wieder ein 100 BB down, schließlich mühsam wieder nach oben gekämpft.
Für mich ist FL im Moment irgendwie 90% Varianz und anscheinend gerade genug Skill, um einigermaßen profitabel zu spielen. Ich hätte aus den Händen mehr rausholen können, vor allem angesichts der Tatsache, daß ich einmal gegen einen Maniac getiltet habe anstatt ihn zu valuetownen, einfach weil er das eine mal zu oft gehittet hat. Wenn man in einen :rage:-Modus kommt, empfiehlt es sich, die Session zu pausieren und zu überlegen, ob und wie man weiterspielen will. Denn meine Erfahrung ist, daß man selten gegen gute Gegner, aber recht oft gegen schlechte Gegner tiltet, die man mit etwas mehr Geduld eigentlich schön exploiten könnte. Wenn man statt zu exploiten explodiert ist das nicht gut. Aber mit der richtigen Einstellung, kann man auch nach recht großen Verlusten gegen einen Fisch weiterspielen, weil er einem das Geld langfristig wieder zurückgeben wird.
Ich hatte am Wochenende eine Session in der ich an einem Tisch mit Position auf einen Maniac 50 BB down gegangen bin. Klar war ich dann auch ein bißchen sauer und leider definitiv auf Tilt am Ende, weil er dann auch noch mit Flames angefangen hat.
Da ich keinen überhasteten Rebuy tätigen wollte, habe ich dann eine Pause gemacht, mich besonnen und bin aber an demselben Tisch geblieben.
Mit der Devise "Den Maniac light downcallen, hart valuebetten, nicht bluffen, nicht provozieren lassen" lief es plötzlich wie geschmiert. Nach 2 Orbits hörten seine Flames bereits auf, er wurde einige Male von mir getowned. Einmal konnte ich mit 2nd Nutz gegen ein Pair von ihm durchcappen. Zum Schluß ist er weich geworden und hat sogar gegen meine CBets gefoldet. Von dem Maniac habe ich bestimmt 30-35 BB und von den anderen auch gute 10 BB geholt, was das 50 BB down quasi vergessen gemacht hat.
Da war viel Glück dabei, aber ein Teil davon war hoffentlich meine bessere Einstellung.
Klappt natürlich nicht immer, daß es mit einem Reset vom Mindset ergebnistechnisch plötzlich ganz anders läuft. Und gegen einen Maniac sind erst Recht viele kurzfristige Schwankungen drin. Gerade wenn man getiltet hat, muß man akzeptieren, daß man sich die Winrate selber ruiniert hat und nicht erwarten kann, daß es schnell wieder bergauf geht. Es wäre dann wieder eine Form von Tilt, das BE zu chasen, weil man ja eine so große Edge hat ♦
Generell ist es am Besten ohne eine spezielle Erwartung an kurzfristige Ergebnisse zu spielen. Es ist halt so hammer viel Varianz drin, daß man den Sessionverlauf fast nie voraussagen kann. Und zu guter letzt:
Wer die Fische nicht liebt, hats eh' versiebt. ♠_cool: