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[Oben angepinnt] Wirtschafts- und Finanzenguide

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DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

1. Einführung
2. Erste Private Finanzplanung
3. Vermögensanlage
3.1. Risikoklassen
3.1.1 Konto, Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Sparbrief, (Geldmarktfond)
3.1.2 Unternehmensbeteiligungen
3.1.2.1 Aktien
3.1.2.2 Private Equity und Venture Capital
3.1.2.3 Steuermodelle (Schiffe, Container, Flugzeuge, Filme, Einkaufscenter)
3.1.3 Immobilien
3.1.4 Rohstoffe
3.1.5 Währungen
3.1.6 sonstige
3.2 Produkte
3.2.1 Direktinvestments
3.2.2 Fonds - offen und geschlossen
3.2.3 ETF
3.2.4 Zertifikate
3.2.5 Optionsscheine
3.2.6 CfD
3.2.7 Optionen
3.2.8 Futures
4. Strategiewahl
4.1 Private Finanzplanung advanced - was ist das?
4.1.1 MoneyManagemant
4.1.2 Risikomanagement
4.2 Analyse
4.2.1 Charts
4.2.2 Fundamental
4.3 Strategie
4.3.1 Trading
4.3.2 Value
4.3.3 Growth
4.3.4 Small Cap
4.3.5 Optionen
4.3.6 sonstige (Seasonal, Dividende, ...)
5. Finanzen und Steuern
6. wichtige Webseiten
7. Bücher, Zeitschriften und Börsenbriefe, TV


Antwort
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17 Antworten
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

1. Einführung

Dieser Guide bündelt das Wissen von Jotha, Lausbua und DrStrothmann. Wir werden versuchen, dem geneigten Pokernerd ein wenig die Grundlagen der privaten Finanzen nahe zu bringen. Dabei geht es uns nicht um einzelne Produkte einiger ausgewählter Firmen, sondern um einen Überblick, was es gibt, wie die Assets zu werten sind, wie man eine langfristige Finanzplanung aufstellt, wie man sich absichert und das Thema Rente / Altersvorsorge wird ebenfalls behandelt.

Da wir all dies in unserer Freizeit machen und es als kleines Hobby ansehen, werden wir eure Geduld benötigen. Tägliche Updates werden nicht erfolgen, genauso wenig könnt ihr eine extrem wissenschaftliche Ausarbeitung erwarten. Vielmehr ist es unser Anliegen, die für viele recht komplizierten Zusammenhänge mit einfachen Worten zu erklären.
Meiner (DrStrothmann) Meinung nach wird in vielen Bereichen eine künstliche Blase um die fachspezifischen Kenntnisse gebaut, damit kein Mensch die Zusammenhänge und die Hintergründe versteht. Dass es anders geht, versuchen wir hier zu beweisen.
Eigentlich sollten 50% wenn nicht sogar 75% von diesem Guide in der Schule unterrichtet werden. Es kann ja nicht sein, dass wir lernen, wie viel Impuls beim Zusammenprall zweier Autos in welche Richtung wirkt, oder warum es blonde, schwarze oder rote Haare gibt (Ok, Chemie ist auch interessant – oder wie färbe ich richtig), aber kein Mensch versteht nach der Schule, wie er langfristig wirtschaftlich arbeitet. Es wir mehr Zeit darauf verwendet, die Mendelschen Gesetze oder die Photosynthese zu erklären, als auch nur eine Stunde in die Vorteile einer soliden Finanzplanung zu investieren.

Es wundert auch keinen, dass Menschen mit einem geringem Einkommen (sagen wir mal 1.500€ im Monat) teilweise mehr sparen als Menschen mit hohem Einkommen (z.b. 5.000€ im Monat). Das einige Menschen mit nichts angefangen haben zu investieren und plötzlich mehr Geld haben als andere – bei gleichen Voraussetzungen.

Was ihr nicht erwarten könnt sind heisse Tipps, einen Weg, wie ihr aus 1€ über Nacht 2 MRD macht oder ähnliches – all das behalten wir für uns, sonst kommen die Inflationsbeschwörer wieder auf den Plan – denn wenn alle gleich viel Geld haben, ist es ja nichts mehr wert ;-)

In diesem Sinne viel Spaß und immer Fragen, wenn etwas unklar ist. Anregungen sind gerne gesehen. Dafür gibt es den Arbeitsthread.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Fragen, Wünsche, Anregungen bitte alle im WiFi Guide Arbeitsthread posten.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

2. Erste private Finanzplanung – oder „Was bin ich und was brauche ich?“

Dieses Thema möchte ich in zwei Bereiche teilen. Im Startteil möchte ich einen Weg aufzeigen, der sich in vielen Fällen als gut und vor allem lange haltbar erwiesen hat. Es ist ein Weg zu einer geordneten Finanzplanung, einem guten Liquiditätsmanagement, einem Plan zum stetigen, unterbrechungsfreiem Kapitalaufbau und vor allem ein Weg, der Spaß machen kann.

Im zweiten Teil wird das Thema Grundabsicherung und Fördermöglichkeiten der Grundsicherung gegeben. Hier werden Jotha und Lausbua sicher fleißig mitarbeiten ;)

„Was bin ich und was brauche ich?“
Mir ging früher bei dem Wort „Finanzplanung“ immer eines durch den Kopf „Da will einer an dein Geld“. Ich hätte nie gedacht, das ich es ja selbst bin, der sein Geld bekommen oder besser: BEHALTEN möchte. Der erste wichtige und vor allem vernünftige Schritt ist „Überblick“. Überblick über was? Nun wir reden über Geld, Kohle, Moneten, Zaster: sprich das Zeug, mit dem Ihr bei Aldi an der Kasse die Hose runter lassen müsst. Also benötigen wir im ersten Schritt mal eine kleine Übersicht, was ihr im Monat an festen Einnamen und was ihr an festen Ausgaben habt. Dazu kommen die Ausgaben und Einnahmen, die einmal im Quartal und einmal im Jahr habt (also auch Versicherungen, GEZ, Dividendenzahlungen, Geburtstagsgeschenk für Frau, Mann was auch immer).

Für alle diejenigen, die auf den Kram keine Lust haben – lasst es bleiben, aber fragt euch bitte nie wieder, warum Nachbar xy mit weniger Geld mehr erreicht hat als ihr.

Am Ende der Liste seht ihr, wie viel Plus oder Minus ihr im Monat oder Jahr macht. Das ist schon der erste Schock für viele, da einige jetzt merken, warum sie laufend pleite sind. Schwer sind Dinge wie Essen und Trinken, Kino, kleine Shoppingfreuden zwischendurch oder ähnliches zu messen. Tipp: Ein, zwei Monate einfach die Belege in einem Schuhkarton packen und mal schnell in Excel runtertippen. Dann habt ihr einigermaßen Überblick.

Warum das alles? Nun um zu ermitteln, was man a) als Rücklage benötigt und b) wie man welche Summen wo investieren kann und sollte, benötigt jeder für sich diese Werte. Ohne diese Übersicht werdet ihr kurz- bis mittelfristig weder Sparpläne noch Investments durchhalten. Genau das ist aber das Ziel: Konstanz! Bei jeder Anlage geht es nur um Zeit und Zinsen. Unterbrecht ihr dieses Zusammenspiel, wird euer Geld niemals gut und lohnend für euch arbeiten. Ich weis nicht wie ihr das seht, aber ich bin von Natur aus relativ faul. Also möchte ich, dass das Geld, das ich verdiene, auch mehr wird. Am Besten so viel, dass ich entweder früher in Rente gehen kann, oder gar nicht mehr Arbeiten muss. Pokern ist ein Teil dieses Plans – nicht bei mir, aber bei vielen von euch.

Weiter geht’s…. Wir haben jetzt also jeder für sich einen Überblick über die Ist Situation in euren Einahmen und Ausgaben. Viele Bücher und Berater empfehlen einem immer drei Monatsgehälter als Reserve zu haben. Ich halte das für weniger sinnvoll. Dies führt bei niedrigen Einkommen dazu, dass die Reserve zu klein ist und bei sehr hohen Einkommen dazu, dass die Reserve zu hoch ist. Meine Empfehlung: sechs Monate die Ausgaben decken können, sollte ausreichen. Damit sollte man auch gut eine Arbeitslosigkeit überbrücken können (ja ich weis, sechs Monate sind für Jobsuche teilweise zu kurz!).
Als grobe Richtung kann aber für jeden, der unsicher ist, die 3-Monatsregel gelten.

Ich denke, jetzt benötigen alle ein wenig Zeit zum Rechnen…
Wenn ihr in diesem Zusammenhang schon eure ganzen unterlagen / Auszüge etc durchseht, macht gleich eine Aufstellung über eure Versicherungen, Anlagen, Investments, Kredite etc. Die werdet ihr im späteren Teil benötigen. Keine Angst, hier wird keiner eure Verträge erfragen etc. Nein die Übersicht ist allein für euch und dient euch später, um euch einzuordnen, wo ihr steht und was ihr eventuell kritisch hinterfragen solltet. Auch ist im Bereich 4.0 und folgend diese Übersicht Basis für eine langfristige Planung.

Im weiteren Verlauf gebe ich euch als Beispiel ein kleines Model, wie neben den normalen Ausgaben und unregelmäßigen Ausgaben (Urlaub, Kleidung, Möbel, Auto) trotzdem eine Sparquote von bis zu 10% erreicht und vor allem langfristig umgesetzt werden kann. Meine persönliche Quote liegt z.b. mehr als doppelt so hoch und das seit einigen Jahren.

Fragen etc. wie immer im Arbeitsthread – Danke!


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Fortsetzung Teil 2

Im ersten Teil habe ich ein wenig eure Mitarbeit „eingefordert“ – sprich ihr solltet jetzt einen sehr guten Überblick darüber haben, welches Geld rein und wohin euer Geld raus fließt. Ohne auch nur eine eurer Aufstellung gesehen zu haben, wage ich mal eine Aussage: keiner kann a) 10% vom Einkommen sparen und b) keiner kann sich das vorstellen. Falls doch Jemand dabei ist: Glückwunsch ;)!

Der nächste Schritt sieht eine logische Sortierung vor: was ist Lebensnotwendig, was ist just for fun. Dann was wird monatlich und wann bezahlt, was ist vierteljährlich, was jährlich. Wenn ihr alles das habt, kommen wir zum Kernstück: bezahlt ihr euch und wie viel? Euch selbst bezahlen heißt für mich: was spare ich für mich und in meinem speziellen Fall: wann kann ich in Rente? Mein persönliches Ziel ist es mit 50 in Rente zu gehen. FU50 = Finanziell unabhängig mit 50.
Wer jetzt sagt: Poker = Nutz, den verweise ich auf die Strategieartikel bei Pokerstrategy, sage danke für das Lesen und schönen Tag noch.

Denke hier geht es um Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. Wenn ihr wisst, wo ihr Geld sinnlos ausgebt (sonst Schuhkartonzettel raussuchen – siehe ein Post vorher im Guide), sollte euch klar sein, was ihr da verbrecht. Wenn nicht: 10% vom Einkommen, egal wie „arm“ oder reich man ist, sollte bei jedem machbar sein. Machbar sein zum Sparen. Jetzt wird es ein wenig kompliziert. Was ist der Sinn hinter der ganzen Geschichte?

Nehmen wir mal an, wir haben drei Konten – eins für laufende Ausgaben, eines für unregelmäßige Ausgaben wie Quartalszahlungen, Urlaub, größere Anschaffungen und ein „goldene Gans“ Konto. Das letztere wird oft so nach der Sage der Gans die goldene Eier legte benannt. Ziel ist es hier, viele Eier = „Zinsen“ zu schaffen, von denen man leben kann. Um das Ganze ein wenig übersichtlich zu machen, Excel oder Blatt Papier und drei Spalten: monatlich, unregelmäßig, jährlich. Summen bilden, durch 12 Teilen und so habt ihr den Betrag, den ihr monatlich benötigt.

Konto 1 ist euer normales Konto, hier kommt das Geld an wie Gehalt, Pokermillionen und so weiter. Am Tag des Geldeinganges gilt es zwei Dinge zu machen: Dauerauftrag mit dem monatlichen Geldbedarf für die unregelmäßigen Ausgaben sowie Urlaub etc. und einen Dauerauftrag zum „Gans“-Konto. Oder anders gesagt: mit dem Ganskonto bezahlt ihr euch selbst!
Das Gans-Konto sollte ein Tagesgeldkonto bei einem Onlinebroker sein. Das Konto zwei für unregelmäßige Ausgaben ebenfalls als Tagesgeldkonto.

In den ersten Monaten wird es aus der Erfahrung her für alle schwer, dass durchzuhalten, nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und es läuft.
Aus dem Gans Konto passiert folgendes: wir bauen uns eine Liquiditätsreserve von sagen wir mal ca. 3 Monatsgehältern auf. Alles, was danach kommt, wird langfristig angelegt. Zinsen ebenfalls.

Dieser Kontenplan mag umständlich und völlig blödsinnig erscheinen, erfüllt aber zwei wichtige Dinge. Ihr lernt a) zu haushalten und b) müsst ihr bei unregelmäßigen Ausgaben nicht in den Dispo oder ähnliches gehen. Es ist ein kleiner Trick, seine Finanzen in den Griff zu bekommen und hat sich hundertfach bewährt. In sofern: versucht es! Ich persönlich belohne mich mit jeder Gehalterhöhung: 50% werden Dauerhaft verprasst = Lebensstandard steigt und 50% gehen auf das Ganskonto. So habt ihr oft einen tollen Boost.

Was bringt so ein Plan? Nun ja, nehmen wir mal an, ihr habt 150€ im Monat über und im Moment 0,0€ auf der hohen Kante. Dann kommen bei 6,5% p.a. auf 30 Jahressicht 160T€ raus. Hm nicht viel, aber denkt an Lohnerhöhung und daran, dass ihr eventuell auch 7,5 – 8% Rendite langfristig erreichen könnt. Mehr wäre ein „sich einfach reich rechnen“. Ich kenne wenige Anleger, die auf 25 Jahressicht mehr als 7,5% pro Jahr erreicht haben.

Sobald die Liquiditätsreserve zusammen ist, kann man sich überlegen, ob man einiges von Jotha dargestellten Altersvorsorgemöglichkeiten umsetzt oder eben in den folgenden Anlageklassen Investiert.

Ein Wort zu den Leuten, die kein Geld haben, wenig Einkommen beziehen und am Ende des Geldes immer noch viel Monat über haben. Ihr werdet in euer Ausgabenliste sicher einige Punkte haben, die überflüssig sind. Fangt an, eure Gewohnheiten zu hinterfragen. Viele, zu viele Menschen haben ein „Heute Spaß, Morgen Schmerz“ Problem – sprich leben über ihre Verhältnisse.

Wem das alles hier nicht gefällt: kein Problem, macht weiter wie bisher ;) Der Guide kann trotzdem verfolgt werden, da wir jetzt in den Bereich Anlageklassen, Produkte etc kommen.


Antwort
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DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Teil 2 Grundabsicherung
by Jotha

Grundabsicherung – was brauche ich?

Die genauen gesetzlichen und rechtlichen Ausdrücke möchte ich hier manchmal, aber nicht unbedingt schreiben oder erklären. Es geht um eine einfache Darstellung.

1.Haftpflichtversicherung
Das ist der Schutz vor (hohen) Schadenersatzansprüchen, wenn jemand anderem ein Schaden zugefügt wurde. Die braucht jeder.
2.Berufsunfähigkeitsversicherung
Es geht um die Sicherung des Lebensstandards. Wenn die Arbeitskraft als Einkommensquelle nicht mehr genutzt werden kann, soll die BU einen Ausgleich schaffen. Die Beiträge werden umso höher, je älter man ist. Außerdem können mit den Jahren Krankheiten dazukommen, die eine Aufnahme nicht oder nur mit Risikoausschluß oder zu erhöhten Preisen ermöglicht. Deshalb gilt: Je früher desto günstiger!
3.Unfallversicherung – wer sie sich leisten kann und mag.
4.Hausratversicherung – wer sie sich leisten kann und mag.

Ausführung zu 3. und 4. ggf. später.

Finanzplanung mit staatlicher Förderung (Stand Mai 2011)

1.Wohnungsbauprämie (WOP)
Das ist eine staatliche Subvention auf Einzahlungen in ein Bausparkonto (es gibt noch andere Möglichkeiten, die zu vernachlässigen sind). Für Zahlungen von mind. 50 € und max. 512 € gibt es 8,8% Prämie für jeden Anspruchsberechtigten ab dem 16. Lebensjahr. Das zu versteuernde Einkommen das 25,6 T€ (Brutto ist das mehr) nicht übersteigen. Für Ehepaare gilt doppelter Höchstbetrag bzw. Einkommen.
Bei Vertragsabschluss vor dem 25. Lebensjahr und einer Laufzeit von 7 Jahren kann einmal ohne wohnwirtschaftliche Verwendung über das Guthaben verfügt werden! Das ist für einen kleinen Sparbetrag eine lukrative und sichere Anlage. Es gilt aber weiteres zu beachten: Für einen Bausparvertrag wird immer eine Abschlußgebühr fällig. Je höher die Bausparsumme, desto höher die Gebühr und desto schlechter die Verzinsung. Es genügt die Mindestsumme von 8-10 T€. Das Bauspardarlehen ist am Anfang kein wichtiges Thema. Es gilt i.d.R. das Sparen und Erhalt einer Prämie als Höherverzinsung bei Darlehensverzicht.
2.vermögenswirksame Leistung (vL) und Arbeitnehmersparzulage
Die Zahlung kann nur über einen Arbeitgeber veranlasst werden. In den Tarifverträgen ist der Anteil des Arbeitgebers vereinbart. Wer kein Konto einrichtet und den Arbeitgeber zur Zahlung beauftragt, erhält kein „geschenktes“ Geld! Um die volle Förderung auszunutzen, kann man den Arbeitgeber beauftragen, zu Lasten seines Nettogehaltes den Maximalbetrag zu zahlen. Es gibt 9 % auf max. 470 € p.a. für Aufwendungen in ein Bausparkonto. Auch hier genügt die Mindest- bausparsumme. vL und WOP-Zahlungen können in ein Konto fließen. Das spart Kontoführungsgebühren. Es gibt auch 20 % auf max. 400 € für Aufwendungen auf Wertpapierverträge. Achtung: Zulagenbeantragung beim Finanzamt über EkSt-Erklärung oder separat! Es gelten niedrigere Einkommensgrenzen als bei der WOP. Da mit steigendem Einkommen schnell keine Sparzulage mehr kommt, gehen viele Tarifvereinbarungen dazu über, die vL für die Altersvorsorge zu verwenden.
3.Riester
Der zulagenberechtige Personenkreis sind RentenVersicherungspflichtige, Bezieher von Krankengeld und ALG-Leistungen, Beamte ... - Nicht berechtigt sind z. B. Freiberufler, Rentner sowie Selbständige und Studenten (ohne RV-Pflicht).
Um die volle Grundzulage von 154 EUR für die Altersvorsorge zu erhalten, sind 4 % des Einkommens max. 1946 € (2.100-154) in einen zertifizierten Vertrag zu leisten. Der Mindesteigenbetrag ist 60 €. Im 1. Sparjahr gibt es zusätzlich 200 EUR für Sparer unter 25 Jahren. Es gibt eine Kinderzulage. Das Finanzamt prüft, ob die Zulage oder ein Steuervorteil lukrativer ist. Die eingezahlten Beträge sind garantiert. Förderfähig sind Bank- oder Fondssparplan, (fondsgebundene) Rentenversichrung und Pensionskasse,- fonds sowie Direktversicherung. Bei langer Laufzeit und wegen der garantierten Eigenbeiträge plädiere ich (jotha) für Fonds.
4.Entgeltumwandlung
Das ist eine kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung. Der Arbeitnehmer tätigt eine Entgeltumwandlung (Verzicht auf Lohnauszahlung) und nimmt als einfachsten Weg die Direktversicherung. Der Arbeitgeber muss eine von 5 Möglichkeiten anbieten, darf diese aber bestimmen. Bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (2010: 66.000 €) können sozialversicherungs- und steuerfrei verwendet werden. Hier entsteht also i.d.R. ein Stundungs- und Spareffekt. Im Rentenalter ist die Steuerpflicht ja normalerweise geringer.
5.Rürup-Rente
später

Die Ausführungen sind kurz gehalten und auf den hier wahrscheinlichen Leserkreis zugeschnitten und somit nicht vollständig bzw. ausführlich. Für einen Interessenten ist eine individuelle ausführliche Beratung/Information unumgänglich.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Teil 2

Die richtige Beratung
by Lausbua

Vorab noch kurz. Ich möchte hier keinerlei Wertung zwischen einzelnen Berufsgruppen ziehen und versuche deshalb den Text möglichst objektiv zu verfassen.
Es wird immer wieder gefragt was zeichnet im Versicherungsbereich eine gute Beratung aus, genauso wie man immer wieder liest ob dies oder jenes Produkt nun gut oder sinnvoll angeboten wurde. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen euch mal etwas über die Unterschiede der zahllosen „Ansprechpartner“ aufzuklären.

Falls viele von euch nicht die Lust oder Zeit haben alles durchzulesen bitte ich euch trotzdem noch den Beratungsguide zu lesen, dort findet ihr zumindest in meinen Augen (lausbua) viele wichtige Punkte die euch schnell aufzeigen ob euer Gegenüber in euch nur $$$ oder einen richtigen Kunden sieht.

Beratungsguide:

Ich fasse stichpunktartig ein paar Punkte zusammen die euch bei eurer Erstberatung aber auch den folgenden Gesprächen auffallen sollten.

- Wurde ich genau darüber aufgeklärt was mein Gegenüber ist oder macht? (Siehe untenstehende Liste mit Berufsbildern)
- Wurde mir eine unabhängige Beratung suggeriert oder gab es klare Ansagen für wen oder was gearbeitet wird. (Vorwiegend bei Banken und Versicherungsvertreter wichtig)
- Wurde meine Lebenssituation berücksichtigt (Darlehen, bestehende Vermögenswerte etc.)?
- Wurde auf meine Wünsche und Ziele eingegangen?
- Wurde ein Konzept erarbeitet oder gab es sofort Produktvorschläge?
- Gab es einen Druck oder hatte ich die Möglichkeit mir alles zu überlegen und ggf. erst in ein paar Monaten abzuschließen (vorwiegend bei Versicherungen mit langer Laufzeit)
- Wurden mir auch die Nachteile der einzelnen Produkte genannt?
 Hierzu möchte ich noch kurz anmerken, im Versicherungsbereich wird es niemals eine 100% Lösung geben. Ihr solltet deshalb auch über die Nachteile oder Risiken der einzelnen Produkte aufgeklärt worden sein.

- Was wurde mir konkret angeboten!
 Ich denke dies ist auch für einen Laien der beste und effektivste Weg rauszufinden mit wem man es genau zu tun hat. Solltet ihr eine wirklich unabhängige Beratung erhalten, wurdet ihr in allen Bereichen ausführlich beraten. Dazu zählt die Private Haftpflichtversicherung genauso wie eine Rentenversicherung.

Hohe Provisionen: Private Krankenversicherung, Rentenversicherungen aller Art (auch Riester/Rürup), Berufsunfähigkeitsversicherungen
Niedrige Provisionen: Sachversicherungen (Private Haftpflicht, Hausrat, KFZ-Versicherungen)

Erst wenn alle Bereiche berücksichtigt wurden könnt ihr davon ausgehen euren richtigen Berater gefunden zu haben.

Mit welchen Ansprechpartnern haben wir es vorwiegend zu tun
1. Bankangestellter
2. Versicherungsangestellter/Vertreter
3. Strukturvertrieb
4. Versicherungsmakler
5. Honorarberatung

1. Bankangestellter
Viele von euch werden ihre komplette Finanzberatung durch ihre Hausbank erhalten. Dies liegt oft nahe den dort wo mein Geld liegt sollen ja auch meine Versicherungen sein. Hierbei ist es allerdings zu beachten, die meisten Banken arbeiten mit Produktpartner zusammen. Ein klassisches Beispiel sind hierfür die Versicherungspartner der einzelnen Banken. Es folgt aus der Logik, dass eine Bank nur die Versicherungsgesellschaft anbieten kann die sie selber im Portfolio hat. Weiterlesen könnt ihr dann unter dem Punkt „Versicherungsvertreter“ da es aus der Beratungssicht das gleiche ist.
2. Versicherungsangestellter/Vertreter
Wie der Name schon sagt vertritt der Vertreter seinen Arbeitgeber. In diesem Fall die Versicherungsgesellschaft. Ein Versicherungsvertreter steht rechtlich gesehen auf der Seite seines Arbeitgebers. Das aushändigen von Angeboten anderer Versicherungsgesellschaften ist somit nicht möglich. Ein Versicherungsvertreter kann oftmals ein guter Ansprechpartner sein wenn ihr Fragen zum richtigen Tarif und den Bedingungen habt. Hier gilt allerdings auch der Leitsatz: Prüfe wer sich (ewig) bindet.
3. Strukturvertrieb
Vielleicht kann hierzu noch jemand anderes etwas schreiben. Es widerspricht meiner Einstellung beim Thema Beratung überhaupt einen Strukturvertrieb aufzählen zu müssen. Ich denke ihr findet über die bekannten Gesichter der Branche genug via Google (Deutsche Vermögensberatung, AWD, MLP etc.)
4. Versicherungsmakler
Rechtlich gesehen geht der Versicherungsmakler in eine andere Richtung als die bereits oben genannten Ansprechpartner. Ein Makler ist nicht wie der Bankberater oder der Versicherungsvertreter an einen Produktgeber gebunden. Er sollte unabhängig die Interessen seines Kunden wahren. In der Fachsprache bezeichnet man einen Makler als Sachwalter seiner Kunden. Makler sind häufig „Einzelgänger“ und treten ohne große Firmen im Hintergrund auf. Aus diesem Grund gilt es auch bei einem Makler: Prüfe wer sich (ewig) bindet. Zum prüfen habe ich euch einen kurzen Guide vorbereitet mit dem ihr zumindest einen groben Überblick erhaltet ob eine Beratung angemessen war oder nicht. (siehe oben)

5. Honorarberatung

Honorarberatung (Vermögensverwaltung):

Eine Honorarberatung ist wie der Name schon sagt eine Beratung gegen Honorar dies wird vermehrt in der aktiven Vermögensverwaltung angeboten. Die Honorarberatung hat den Vorteil der kompletten Unabhängigkeit ohne Provisionsgedanken. Eine Beratung zu euren Gunsten sollte deshalb gewährleistet sein. Berechnet wird häufig eine jährliche Verwaltungsgebühr (ca. 1,5%) auf das Verwaltete Volumen. Neben dieser Gebühr können diverse Unterverträge / Zusatzoptionen zu weiteren Kosten führen. Der Vorteil für den Anleger: Provisionen werden häufig an den Kunden gereicht, so dass diese Gebühren nicht anfallen.

Honorarberatung (Versicherungswesen):

Ähnlich wie im Vermögensbereich gibt es auch im Versicherungswesen Honorarberatungen. In der Praxis wird diese Beratungsform allerdings sehr selten angeboten. Ihr solltet wissen, dass es bei vielen Maklern die Möglichkeit zur Honorarberatung gibt (Nachfragen hilft hier! ;) ). Eure Versicherungsbeiträge sollten in diesem Falle deutlich sinken (diese müssen dann ohne Provision angeboten werden). Ich persönlich bin kein Fan dieser Honorarberatung da die Kunden häufig nicht bereit sind bei Abschluss einer Lebensversicherung 1.000,- € auf den Tisch zu legen auch wenn sich dies auf die gesamte Laufzeit gesehen rechnen würde. Zu beachten ist auch, dass sämtliche Schreiben wie Schadenmeldungen, Kündigungsschreiben etc. theoretisch in Rechnung gestellt werden können. Es gibt allerdings verschiedene Honorarmodelle, deshalb ist die Pauschalisierung etwas schwierig.

Tendenziell würde ich zu der Aussage tendieren, dass eine Honorarberatung im Versicherungsbereich für Unternehmen passender ist als für Privatkunden.

Wenn ihr hierzu genauere Infos haben wollt bzgl. der verschiedenen Modelle oder der Sätze welche für einzelne Versicherungen ca. anfallen könnt ihr dies gerne im Wirtschafts- und Finanzen Arbeitsthread posten.

Anmerkungen von Jotha:

Ich schließe mich den Ausführungen von Lausbua an und will noch ein bischen Kommentieren.

Die Inhalte eines Gespräches sind ggf. schwierig zu deuten.

Beispiele:
Wurde auf meine Wünsche und Ziele eingegangen?
Wenn man das Gefühl hat, dass das so ist, hat der Vermittler seinen Abschluß "stornosicher" verkauft. Der Kunde ist ja davon überzeugt. Es muß aber halt nicht das richtige Produkt in dieser Situation sein.

Gab es Druck oder konnte ich lange genug überlegen?
Der Verkäufer möchte nach einer guten Beratungsleistung seine Provision haben. Es nützt ihm nichts, wenn er gut berät und eine anderer den Abschluß macht. Es ist nicht unbedingt einfach, ein nachhaltiges gutes Einkommen zu sichern, gerade wenn der Vermittler gut und ehrlich berät und den Kunden zeit läßt und ggf. versucht, die Einstellung des Kunden auf die richtige Bahn zu bringen. Wie gesagt, leichter ist es ein Produkt an den Kunden zu bringen, das er will und nicht das, was das Beste für ihn ist.

Wurdet ihr in allen Bereichen ausführlich beraten?
Auch wenn es nur um Finanzen geht, ist das ganze doch sehr vielfältig. Den wenigsten liegt der komplette Bereich Leben / Sach / Bank / Broker / Fonds / Bausparen / Steuer und das Privat- und Firmengeschäft.... Die Spezialisierung ist wie überall. Auch die Kostenstruktur spielt eine Rolle. Diese zwei Punkte auszuführen wäre hier jetzt zu lang. Mir ist es lieber, wenn der Berater sagt: "Das müßte ich nachlesen / mich informieren ... ".

Meine Einstellung ist wie die von Lausbua. Aber auch beim Strukturvertrieb sind einige gute Leute dabei. Die passen mMn dann auf Dauer nicht in das Konzept. Es fehlt die HMI, die gerade in den Schlagzeilen sind. Das sind eben die Auswüchse.

Versicherungsmakler
Sind das wirklich "Einzelgänger". Das glaube ich nicht. Es muß ein größerer Zusammenschluß sein, um auch entsprechende Rabatte von den Gesellschaften zu bekommen. Das ist auch ein Grund der Bündelung von manchen Produkten, die dann nicht unbedingt optimal Kundenfreundlich aber im Gesamtkontext doch passend sind. Die Kostenstruktur darf man nicht unterschätzen. Für gute Arbeit soll auch gutes Geld reinkommen.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

3. Vermögensanlage
3.1. Risikoklassen
3.1.1 Konto, Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Sparbrief, (Geldmarktfond)

Die Risikoklassen haben wir so gewählt, dass ansteigend die Rendite steigt, aber auch das Risiko. Diese Einteilung sagt überhaupt nichts über einen optimalen Mix, eine Empfehlung oder ähnliches. Sinn des Ganzen ist es, euch einen Überblick, einen Einstieg sozusagen ein kleines Fundament zu geben.

Spätestens mit der ersten Gehaltsabrechnung / dem Ausbildungsstart oder dem Studium eröffnet man ein Konto. Für viele ist es nicht das erste Konto: häufig haben junge Menschen bereits ein Sparbuch, dass die Eltern oder Großeltern angelegt haben.

Konten, speziell Girokonten sind die erste Anlaufstelle für Gelder. Je nach Vorliebe bei einer regionalen Bank oder teilweise auch schon komplett online. Häufig werden für diese Konten Gebühren verlangt und keine Zinsen für Guthaben gezahlt. Dafür hat man vor Ort Ansprechpartner, die einem bei kleinen Dingen wie Überweisungen, Umbuchungen, Daueraufträgen etc helfen können (natürlich gegen Gebühr). Gegenüber Onlinekonten sind die Gebühren bei „Vor-Ort-Banken“ häufig wesentlich höher. Das ist auch normal, das Gebäude, Angestellte, Ausbildung der Angestellten etc. viel Geld kosten.

Mit dem Girokonto erhält man fast immer eine EC Karte, mit der man Geld abholen kann, Kontoauszüge drucken kann, überweisen oder Guthaben aufladen kann. Die EC Karte wird in vielen Geschäften und im Ausland akzeptiert.

Verzinst werden einige (ca. 3-5% aller Konten) Girokonten mit 0,5 -1%. Grundsätzlich aber sind die Guthaben dort unverzinst.

Wie ich bereits sagte, ist das Sparbuch sicher eines der ersten Konten, das man besitzt. In Deutschland liegen einige Milliarden auf Sparbüchern und schlummern zu sehr sehr tiefen Zinsen vor sich hin. Aus diesem Dornröschenschlaf werden diese Guthaben nur geweckt, wenn große Not vorhanden ist. Diese Konten sind Kostenlos, haben häufig 3 Monate Kündigungsfrist und werden derzeit mit 1-1,5% verzinst.

Seit der „Onlinerevolution“ sind Tagesgeldkonten immer wieder in aller Munde. Dank unserer Drei-Konten-Strategie nutzen wir Tagesgeldkonten für unsere Liquiditätsreserve / Quartals-, Halbjahres und Jahreszahlungen. So bekommen wir für unsere „Rückstellungen“ einen besseren Zins als auf dem Giro oder dem Sparbuch. Vorteil der Tagesgeldkonten: tägliche Verfügbarkeit. Die Zinsen liegen derzeit zwischen 1,8 und 2,5%. Sonderangebote wie Depotwechsel etc lassen den Zins auch mal für 6 Monate auf über 3% steigen.

Aus der „VorOnlineZeit“ stammt das Festgeld. Früher wurden so Liquiditätsüberschüsse für einen Monat, drei Monate oder ein Jahr fest gelegt. In dieser Zeit kann man über das Geld nicht verfügen. Dafür erhält man einen etwas höheren Zins. Im Moment erhält man für 12 Monate bis zu 3% auf sein Festgeld. Da der Zinsvorteil gegenüber Tagesgeld relativ gering ist, verzichten heute viele auf Festgeld und lassen ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen. Ich persönlich nutze den kleinen Zinsvorteil trotzdem häufig aus. Auch nutze ich diese Anlageform, um für meine Kinder einen Teil ihres Geldes langfristig mit relativ guten Zinsen mit 0,0 Risiko anzulegen. So biete die BKM Mainz im Moment sichere 4,51% auf 10 Jahre an. Bei 10000 Euro kommen so noch mal 5544,57 Euro Zinsen hinzu – stressfrei, ohne Risiko.

Sparbriefe sind ebenfalls gute Möglichkeiten, mit wenig Geld monatlich oder quartalsweise einen kleinen Grundstock aufzubauen oder einfach seine Anlagen zu diversifizieren. Hier bieten Banken häufig recht interessante Produkte an. Als Ausbildungssparplan sind bei unserer kleinen, feinen örtlichen Bank sogar 4% p.a. fest kombiniert mit einem hohen Bonus im letzten Jahr möglich. Sparpläne sind häufig mit Bonuszahlungen nach bestimmten Laufzeiten gekoppelt. Dieser Bonus wird in % Aufschlag auf die letzte Zinszahlung angegeben.

Eine weitere Möglichkeit zur Liquiditätswahrung oder Anlage mit sehr geringem Risiko bilden Geldmarktfonds. Diese Fonds haben häufig keinen Ausgabeaufschlag und eine sehr geringe Verwaltungsgebühr. Die Vorteile gegenüber Tagesgeldkonten sind einmal die Chance auf höhere Renditen (leicht erhöht, keine gigantischen Überrenditen) und der unbegrenzten Anlagesumme. Einige Tagesgeldkonten zahlen die hohen Zinsen nur bis zu einem Maximalbetrag (z.b. 100.000 Euro).

Die Nachteile sind das mögliche sehr geringe Verlustrisiko, die Verwaltungskosten (müssen erst einmal verdient werden) und ein Depot, dass man zur Verfügung haben muss.

Hier kann man gut nach verschiedenen Anbietern suchen und Informationen sammeln.

Soweit ein kleiner Überblick. Im nächsten Schritt werden die Unternehmensbeteiligungen behandelt. Fragen können wie immer im Arbeitsthread gestellt werden.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Damit es hier mal ein wenig weiter geht, hat einer unserer Schreiber einen Einstiegsbeitrag zum Thema Charttechnik verfasst.
Keine Panik, wir arbeiten an den anderen Punkten, die werde ich nach und nach einschieben. Den kompletten Guide wird es dann später als PDF geben.

by DiJohn

4.2. Analysen
4.2.1 Chartanalysen

Was ist Charttechnik?
Wie der Name schon sagt, dreht sich bei dieser Methode alles um den Chart einer Aktie (oder
auch eines Rohstoffes, einer Währung etc.). Der Chart bildet den Kursverlauf der
Vergangenheit ab und mit Hilfe der Charttechnik soll der Verlauf in der Zukunft
fortgezeichnet werden. Und das trotz der alten Weisheit „Aus der Vergangenheit kann man
nicht die Zukunft ableiten“. Wie funktioniert dann das Ganze?
Die einfache Erklärung:
Wenn ein Kurs dreimal bis auf 100 gefallen und dann wieder gestiegen ist, wird das auch
beim vierten Mal so sein. – Charttechnik erkennt Muster in der Vergangenheit und geht davon
aus, dass sich diese Muster wiederholen und projiziert sie in die Zukunft.
Aber warum sollte sich der Kurs eines Unternehmens an solch willkürliche Regeln halten?
Für einen rein analytisch denkenden Menschen klingt das Ganze doch sehr unglaubwürdig.
Denn der Wert des Unternehmens ändert sich ja nicht plötzlich, wegen einem Muster in den
Kurswerten der Vergangenheit. Ja, das stimmt!
Hier kommt ein ganz wichtiges Element der Börse hinzu: Psychologie. Wenn ein großer Teil
der Marktteilnehmer an das oben beschriebene Muster glaubt, dann werden diese auch
entsprechend handeln. Das heißt, wenn der Kurs bei 100 liegt werden viele kaufen, weil sie
glauben, jetzt steigt der Kurs wieder. Und der Kurs steigt, weil viele kaufen. Die klassische
selbsterfüllende Prophezeiung, bei der etwas erst dadurch passiert, weil es vorhergesagt wurde.
Diese zwei Zutaten reichen eigentlich schon, um zu erklären was Charttechnik ausmacht.
Chartmuster und Psychologie.
Die tiefergehende Erklärung:
Für jeden der nur wissen will, was Charttechnik ist, reicht der obige Absatz. Wenn jetzt
jemand tiefer einsteigen will und in Zukunft gar vorhat, selber Charts zu analysieren, dann
hier erst einmal die grundlegendste Anforderung an einen Charttechniker: Man muss an die
Funktionsweise glauben!
Ich lass das mal so stehen und mache direkt weiter.
Mit welchen Werkzeugen sollte sich ein angehender Charttechniker alles befassen?
Da wäre als erstes der Kurs-Chart. Klar! Aber trotzdem nicht so einfach wie es klingen mag.
Es gibt verschiedene Arten von Charts und auch die Skalierung (sowohl bei der Zeit- als auch
der Wertachse) ist nichts fest Definiertes.
Dann das Volumen – denn ein Signal ist nur dann aussagekräftig, wenn das dazugehörige
Volumen dies entsprechend untermauert.
Indikatoren und Oszillatoren. Ja hier ist die intuitive Einordnung des Werkzeugs schon meist
nicht mehr gegeben. Die beiden Werkzeuge fassen eine ganze Bandbreite von Signalgebern
zusammen, aus denen weitere Informationen gewonnen werden, um die vom Chart
abgeleiteten Trends zu bestätigen oder auch nicht.
BTW Trends – neben den ganzen bisher genannten Werkzeugen, von denen Informationen
abgeleitet werden, ist die Darstellung dieser Informationen unser nächstes Werkzeug. Es
umfasst Linien zum Darstellen von Trends, Widerständen, Unterstützungen, Formationen, …
oder einfach das sind die bunten Linien, in den Charts, die uns die Zukunft verraten sollen.
Das alles zu Durchdringen sollte als erster Schritt mehr als ausreichend sein, um in die
Materie einzutauchen. Doch ist der Stoff zu umfangreich, um in einem Artikel tiefer darauf
einzugehen. Für alle die eher Selbststudiumstypen sind, ist das schon mal ein erster
Stichpunktzettel und für alle anderen werden hier wohl noch weitere Inhalte erstellt (vermute
ich – versprechen kann ich leider nichts).
Was kann Charttechnik bzw. was kann sie nicht?
Damit sollten die Grundlage geschaffen ein, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.
Doch bevor jetzt jemand hofft, den heiligen Gral der Kursvorhersage gefunden zu haben, hier
noch ein paar einschränkende Worte.
Charttechnik funktioniert einzig und allein deswegen, weil viele Personen daran glauben und
entsprechend handeln (siehe oben die grundlegendste Anforderung!). Es ist daher nicht von
Vorteil super spitzfindig mögliche Signale zu erkennen, die man aufgrund seiner
individuellen Vorgehensweise und atemberaubender Interpretationskenntnis nur ganz alleine
kennt – gute Charttechniker sind diejenigen, die die meistbeachteten Signale und Muster
frühzeitig erkennen und nutzen.
Charttechnik ist nur ein Aspekt von vielen, der die Kurse beeinflusst. Selbst wenn der
kollektive Glaube extrem stark und ein Widerstand noch so fest ist und 100mal gestestet,
können andere Einflussfaktoren auf die Kurse stärker wirken. Gibt es fundamental zum
Beispiel einen unerwarteten Gewinneinbruch und massiv schlechtere Zukunftsaussichten, fällt
der Kurs trotzdem. Also höchst wahrscheinlich … ;)


Antwort
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DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

3.1.2 Unternehmensbeteiligungen
3.1.2.1 Aktien

Aktien oder besser Unternehmen mit der Rechtsform AG (Aktiengesellschaft) sind eine Kapitalgesellschaft. Das Grundkapital ist in Form von Aktien mit einem bestimmten Nennwert ausgegeben. AG’s sind weltweit die wohl am häufigsten vorkommende Gesellschaftsform bei mittelgroßen und sehr großen Unternehmen. In der Regel sind Aktien einer AG übertragbar – man kann sie an der Börse handeln. Einige Gesellschaften halten ihr gesamtes Kapital selbst oder ein Mehrheitsaktionär hält alle Anteile.

Aktien sind also Anteile an einer Aktiengesellschaft. Dementsprechend ist man je nach dem wie viele Aktien man hat, an einem Unternehmen beteiligt. Hierdurch macht sich schon alleine das höhere Risiko deutlich als zum Beispiel bei Tagesgeld.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Aktien. In der Regel haben Unternehmen heutzutage nur noch eine Aktienform. Die Unterteilung in Stammaktien (kurz immer nur Stämme genannt) und Vorzugsaktien (Vorzüge) gibt es kaum noch. Alte Unternehmen haben aber noch diese Bezeichnungen (z.b. VW). Der Unterschied entsteht durch das Recht als Aktionär, seine Stimmrechte bei Entscheidungen wahr zu nehmen. Stammaktien haben z.b. auf der Hauptversammlung ein Stimmrecht bei Entscheidungen. Bei Vorzügen verzichtet man auf dieses Recht, erhält aber in der Regel eine etwas höhere Dividende als die Stämme.

Das Thema Dividende wird später noch ausführlich behandelt.

Neben dieser Unterscheidung gibt es noch „junge Aktien“. Diese resultieren aus Kapitalerhöhungen und werden in erster Linie Altaktionären angeboten. Dies geschieht mit Hilfe von Bezugsrechten. Der Altaktionär erhält also das Recht, neue Aktien, die ausgegeben werden zu erwerben, damit sein Anteilswert nicht „verwässert“ wird. Diese Bezugsrechte kann er wahrnehmen oder einfach verkaufen.

In der Regel kauft man sogenannte Inhaberaktien. Damit hat der Besitzer alle damit verbundenen Rechte und Pflichten. Früher hat man häufiger Namensaktien ausgeben. Dabei wurde der Name des Aktionärs in die Aktionärsliste eingetragen.

Die letzte Form sind Nennwertaktien oder Stückaktien. Bei Nennwertaktien wird ein bestimmter Nennwert pro Aktie definiert – häufig ein Euro – und das Stammkapital durch den Nennwert geteilt. Damit hat man dann die Anzahl an Aktien. Das ist später wichtig, wenn das Thema Bilanzanalyse an der Reihe ist. Stückaktien sind im Endeffekt ähnlich: man teilt hier das Kapital durch eine feste Anzahl an Aktien.

Es ist so, dass eine Aktie verschiedene Arten haben kann. So ist eine Vorzugsaktie in der Regel auch eine Inhaberaktie und eine Nennwertaktie. Aus jeder Kategorie kann aber immer nur ein Merkmal auftreten.

Mit dem Erwerb einer Aktien hat man as Recht auf eine Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft und an den Kurssteigerungen der Aktie. Umgekehrt ist man natürlich auch bei Kursrückgängen und teilweise am Verlust beteiligt.

Die Vorteile von Aktien sind:

Gute Handelbarkeit, gute / schnelle Liquidität für den Anleger
Beteiligung am Gewinn durch z.b. Dividenden
Hohe Kurssteigerungen möglich

Die Nachteile sind:
Hohe Kursschwankungen können zu Verlusten führen – bis hin zu 100% Verlust
Gewinn hängt immer vom Erfolg des Unternehmens ab


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dak113
Beigetreten: 25.04.2009

Die Resonanz war damals ja leider äußerst gering bzw der andere Thread ist nicht mehr da aber wurde der Guide vielleicht dennoch fertig gestellt und ist noch irgendwie zu bekommen? Ansonsten würde ich mich freuen, wenn man hier weiter machen würde :f_thumbsup:


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miniskiller
Beigetreten: 05.11.2007

Habe die ersten Kapitel echt super gefunden! Schade das der guide nicht komplett veröffentlicht wurde... gibt es eine Möglichkeit ihn dennoch zu bekommen?


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sH0rT
Beigetreten: 09.09.2006

#


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Invidious
Beigetreten: 07.12.2009

lel dachte auch schon: yay, das ist aber lieb, da werde ich als Anfänger an die Hand genommen und eingeführt. Schade.


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IngolPoker
Beigetreten: 05.09.2006

Ah ich hab mich auch so gefreut, auch um es Verwandten/Freunden zu zeigen und nicht alles selbst erklären zu müssen. Gestolpert bin ich dann über die ganzen Festgeldkontovorschläge mit 3-4% Zinsen und hab auf das Datum geschaut :f_biggrin:


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Invidious
Beigetreten: 07.12.2009

Könnt ihr ein gutes Buch für den Einstieg empfehlen? Ich lese lieber, als dass ich mir Videos anschaue, weil ich dann wichtige Sätze einfach in die Mitschrift kopieren kann. Definitionen von Fachbegriffen zB., da ich ja wirklich bei 0 anfange. Zu Videos würde ich dann erst übergehen, wenn ich die Leute auch verstehen kann. Ich versuche hier ja mitzulesen aber bei der Lingo bin ich leider erstmal raus. Verstehe kaum einen Satz.

Ich möchte den Thread aufgrund des Stickies nicht vollspamen, daher editiere ich hier im Spoiler

Spoiler

Ich will ja erstmal mit Cryptos zocken Zumindest das erste Jahr. Kann es nicht verknusen, dass ich nem Kumpel "Als dein Anwalt rate ich dir all dein Erspartes in Dogecoin zu investieren" gesagt hab als die Dinger 0,4 Cent wert waren und dann paar Monate später 7 Cent. Und bisschen Bitcoin investieren für eher langfristiges halten.
ETF und generell Börsenhandel wäre dann für später angedacht, da ich glaube, mir dafür wesentlich mehr Wissen anlesen zu müssen. Zumindest für alles, was über ETF hinausgeht. Bei den Shitcoins ist es leichter früh am Start zu sein, wenn man die gängigen Quellen im Auge behält.

Danke für die Links xn!


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xn321
Beigetreten: 13.01.2008

ich schlag einfach mal ein paar vor:
#1
#2
#3
#4


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topspit
Beigetreten: 07.02.2008

Original von Invidious
Könnt ihr ein gutes Buch für den Einstieg empfehlen? Ich lese lieber, als dass ich mir Videos anschaue, weil ich dann wichtige Sätze einfach in die Mitschrift kopieren kann. Definitionen von Fachbegriffen zB., da ich ja wirklich bei 0 anfange. Zu Videos würde ich dann erst übergehen, wenn ich die Leute auch verstehen kann. Ich versuche hier ja mitzulesen aber bei der Lingo bin ich leider erstmal raus. Verstehe kaum einen Satz.

Ich hab mir mal oben die Kapitelstruktur durchgelesen und für 99% der Privat-Anleger brauchen das meiner Meinung nach nicht. Spar die den Stress den Markt schlagen zu wollen (den nämlich 99% der Profis nicht mal schlagen)

3-6 Monatsgehälter Cash auf der Hohen Kante und der Rest geht in einen MSCI oder ACWI wahlweise ESG.

Was viel wichtiger wäre und oben noch fehlt ist, wie kann man den monatlichen Teil der in die Sparrate fließt maximieren? Was sind gute Steuertipps für Angestellte? Welche Zusatzversicherungen braucht man / sollte man haben?


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