Hallo Leute,
schon mal vielen Dank für Eure Beiträge, da werden doch schon so einige Dinge deutlich, wie ich meine.
Da ich es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft hatte, ein paar Beispiele und meine persönliche Meinung im 2. Post unterzubringen, lasse ich den jetzt einfach mal frei und stelle das hier ein.
Ich muss vielleicht noch dazu sagen, das ich persönlich bisher ausschließlich FR spiele und mir durchaus bewusst ist, das es SH noch mal wieder anders aussieht.
Ein weiterer Punkt ist hier ebenfalls mehrfach schon angeklungen; immer wieder wird betont, das es Gegnerabhängig ist, das man so und so spielt wenn der Gegner diese und jene Charakteristika aufweist usw. ... ich denke das ist auch allen klar.
ABER, es geht eigentlich erstmal darum, wie wir diese Hände spielen wenn wir eben noch KEiINE weiteren Info's über Villain haben.
Das unsere Entscheidungen mit jeder zusätzlichen Info die wir über Villain haben einfacher werden ist natürlich unbestritten.
Und wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, dann ging die Diskussion auch so das man auch first in wenigstens meistens und mit einem Limper eigentlich immer "nur" mitlimpt/callt.
Ich weiss jetzt auch nicht mehr genau mit wem aus der Runde ich das so intensiv diskutiert hatte; vielleicht kann derjenige sich ja hier auch noch mal zu Wort melden und noch mal ausführlich seinen Standpunkt darstellen.
Um noch mal zu verdeutlichen worum es mir geht hier mal 2 Beispiele.
Das hier aus der "Crushing NL 50" Kolumen Part 1/6:
Aus dem Kapitel "Isolation":
BEISPIEL 5
100BB StacksUTG+1 (straightforward TAG)
SB + BB (tighte SSSler)
Preflop: Hero is BU with 67sUTG+1 limps,
Hero???
Auch hier kann isoliert werden. Das Beispiel wurde schon angesprochen, der TAG hält hier in der Regel ein Pocketpair, das er OOP nach dem Flop ohne Set selten weiterspielt. Die Blinds steigen hier auch sehr selten ein, weswegen das Preflopraise und die Continuationbet zusammengenommen +EV sein werden.Auch wird ihr EV höher als der eines Limp sein.
Wichtig bei der Handauswahl ist hierbei wieder das Potential auf sehr starke Hände, welche auch ein Set schlagen können. Der Grund ist einfach: Dein Gegner wird ohne ein Set den Showdown nur selten sehen, weswegen du kaum darauf achten musst, welche Stärke mögliche Paare haben, die du triffst.
Ok, hier wissen wir wieder das der Limper ein "straightforward TAG" ist, was uns die Spielweise wieder etwas einfacher macht ...
Das 2. Beispiel stammt aus dem Artikel "Wann lohnt sich eine 2nd oder 3rd Barrel?":
BEISPIEL 1A
Villain ist TAG.
Du weißt, dass er meist 9 Tische gleichzeitig spielt und somit den Händen, in denen er nicht involviert ist, wenig Aufmerksamkeit schenkt. Auch hast du noch nicht allzu oft gegen ihn gespielt, so dass er von dir wohl nur deine PT-Stats kennt.
NL 100 6max
Stacks:Hero: 130$BB: 152$
Preflop: Hero is CO with 98
2 folds, Hero raises to 4$, 2 folds, BB calls.
Als weiteren Read hast du, dass Villain seinen BB gegen Stealraises mit starken Assen, Pocket Pairs, suited Connectors und suited Broadways verteidigt. Ein Reraise würde er wohl mit AQ+, TT+ machen.
Du vermutest bei ihm also folgende Range: AT, AJ, 65s-KQs, 22-99, KJs, QTs.
Flop: (8,5$) 322BB checks, Hero bets 5$, BB calls.
Da er deine Continuation Bet callt, vermutest du bei ihm ein Pocket Pair. Alles andere hätte den Flop verpasst. Draws sind bei seiner Range auch nicht möglich. Er hält also entweder ein Full House oder ein Overpair. Ein Call mit AJ oder AT ist nicht ganz auszuschließen, da er sich mit diesen Händen noch vorn sehen könnte.
Turn: (18,5$) ABB checks, Hero bets 11$, BB folds.
Das Ass ist natürlich eine ideale Scarecard, die du zu einer 2nd Barrel an dieser Stelle nutzen kannst. Angenommen, der Gegner callt jetzt nur noch mit AJ und AT und checkraist mit 22 oder 33. Da er nicht immer mit AJ bzw. AT am Flop callen wird, nehmen wir zudem an, dass er das genau mit der Hälfte aller AJ/AT-Kombinationen tut. Für AJo/ATo bleiben also noch jeweils 8 Kombinationen, für AJs/ATs jeweils 2. Zusätzlich ist noch 22 möglich, sowie 3 Kombinationen für 33.Dem gegenüber stehen jeweils 6 Kombinationen von 44-77 und jeweils 3 Kombinationen von 88-99. Du erwartest hier also, dass er in 30 Fällen foldet und in 24 Fällen nicht. Er wird also zu 55,55% folden, womit deine Bet definitiv +EV ist, da er immer eine bessere Hand foldet.
OK, auch kein ganz ideales Beispiel, da wir einerseits wieder eindeutige Reads haben und es diesmal andererseits "nur" 6Max ist.
Aber ich denke die Beispiele verdeutlichen nochmal worum es geht.
Und hier noch mal ein paar eigene Beispielhände, die alle aus einer Sesion stammen (wobei sie nicht aus der Lerngruppensession stammen ...).
Hand was converted using Tonnek's Cake hand converter
0.05/0.10 (6 handed)
Known Players:
[tg]MP2$7.38:///////;MP3$4.10:///////;CO(Hero)$10.74:///////;BU$15.99:///////;SB$10.98:///////;BB$16.74:///////;[/tg]
Preflop: ($0.15) Hero is CO with 7:s 6:s.
MP2 folds, MP3 folds, Hero raises to 0.35, BU folds, SB calls 0.30, BB folds
Flop: ($0.8) 3:d,3:h,A:c (2 players)
SB checks, Hero bets 0.54, SB folds
Hand was converted using Tonnek's Cake hand converter
0.05/0.10 (9 handed)
Known Players:
[tg]UTG2$10:///////;UTG3$4.09:///////;MP1$8.60:///////;MP2$4.40:///////;MP3(Hero)$10.49:///////;CO$16.14:///////;BU$10:///////;SB$16.74:///////;BB$10:///////;[/tg]
Preflop: ($0.15) Hero is MP3 with T:c 9:c.
UTG2 folds, UTG3 folds, MP1 folds, MP2 folds, Hero raises to 0.35, CO folds, BU folds, SB calls 0.30, BB folds
Flop: ($0.8) 3:s,7:c,6:c (2 players)
SB checks, Hero bets 0.54, SB folds
Hand was converted using Tonnek's Cake hand converter
0.05/0.10 (9 handed)
Known Players:
[tg]UTG2$8.24:///////;UTG3$9.42:///////;MP1$6.28:///////;MP2(Hero)$10.42:///////;MP3$3.79:///////;CO$9.40:///////;BU$15.36:///////;SB$10.09:///////;BB$3.57:///////;[/tg]
Preflop: ($0.15) Hero is MP2 with T:s 9:s.
UTG2 folds, UTG3 folds, MP1 folds, Hero raises to 0.35, MP3 folds, CO calls 0.35, BU folds, SB folds, BB folds
Flop: ($0.85) A:c,Q:s,8:c (2 players)
Hero bets 0.57, CO folds