Hi,
Ich nehme hier Bezug auf die Diskussion rund zum Video
http://de.pokerstrategy.com/video/25732/
Brauchen wir Handkombinationen, Trichter - Analysen und so ausführliche Handdiskussionen überhaupt?
Es stimmt, dass wir ingame nur 30sek für eine Entscheidung zur Verfügung haben und dort kommen wir in den seltensten Fällen zu dem Ergebnis, dass Villain von 121 Kombos 58,7 Kombos bluffen muss, wir aber den Read haben, dass er 59 Kombos blufft und somit easy snapcallen können.
Wozu brauchen wir das dann überhaupt?
Wenn man diese Methode nur einmal durchführt, bleibt der Lerneffekt gering. Hier greift aber meines Erachtens das Prinzip: "Übung macht den Meister."
Denn mit der Zeit wird die intuitive Entscheidungsfindung immer besser. Und ganz am Ende erhält man sogar einen Gameplan mit Calldown-Punkten, der die ganze Sache entrandomisiert.
Steht ihr auch oft am River und fangt da erst da an über Villains Range nachzudenken, weil Flop und Turn ja Standard waren? Dann wird eine Entscheidung über Bauchgefühl, River AF und allgemeines Feeling über die Gesamtheit der Gegner getroffen (meistens Call bei mir
)
In dem Video lernt man vor allem sich damit auseinander zu setzen wie oft Villain de facto wirklich bluffen kann und in welchem Verhältnis seine Valuerange zu seiner potentiellen Bluffrange steht. Außerdem wird wieder weiter darauf aumerksam gemacht, dass sich Riverranges auch aus den Entscheidungen von Villain aus den vorherigen Streets zusammensetzen.
Ingame läuft es dann darauf hinaus, dass man sich durch immer wiederkehrende solcher Analysen dafür sensiblisiert, wie sich die Paramter eigentlich wirklich verhalten.
"Draws sind busted, dann muss ich wohl callen, reicht da manchmal leider nicht".
Diese Spots hängen ja von vielem ab:
- Welche Ranges treffen aufeinander? MP Ranges sind stärker als 100% Stealing Ranges aus dem SB. Insgesamt hängt die Stärke von Villains Range entscheidend ab von seiner Openraising Range, seinen Barreling - Tendencies, seiner gewählten Line und Betsizing. Wenn Villain viele Buttons openraist und einen cbet Wert von über 70% hat und am Turn eigentlich jeden aufgepickten Gutshot nochmal barrelt, dann ist seine Riverrange viel weiter als wenn er eine sehr hohe Gap zwischen cbet Flop und Turn hat.
Hier empfiehlt es sich mal über verschiedene Ranges Gedanken zu machen und bestimmte Hände mal mit einer polarisierten / depolarisiertne 3bet Range, MP Range usw. anzuschauen. - Das ganze fürht bei mir zu folgenden Attributen, die ich in meine Entscheidungsfindung einfließen lasse
Weite der Range: (s.o.)
capped/uncapped Range: Hat Villain irgendwo in der Hand behindgecheckt, hab ich ihn geraist und damit Teile seiner Range rausgefoldet? Hat er Tendenzen bestimmte Hände behind zu checken etc.
polarisiert / unpolarisiert: Was ist die dünnste Hand die Villain wohl valuebettet? Reppt er eigentlich nur Backdoor - aufgepicktes Zeug
allgemeine Aggression des Gegners. Viele Spieler auf NL200 haben einfach keine großen Barreling - Freq. als dass mit Bluffcatcher - Calldowns insgeamt viele Blumentöpfe zu gewinnen sind. Entscheidene Werte sind hier WWSF, AQF per Street. Ist der Boardrunout gut zum Bluffen oder schlecht?
mein eigenes Image/Gameplan. Ich hab einen hohen WTS und recht gerine c/r Werte am Turn, das macht meine Riverrange stärker und meine Call Wsk aus Villains Sicht höher. Aber andersrum ist es für Villain ein Ansatzpunkt, wenn ihr eure Valuehands gerne irgendwo c/r spielt und einen kleine WTS habt. Wenn ihr selber viele Rivers checkraist wird Villain nicht so thin Valuebetten wie gegen andere usw.
Boardrounout Wie wirkt sich der Boardrunout auf die beteiligtne Ranges aus? Wieviele Hände kann Villain auf dem Turn barreln? Sind am River alle Draws busted, welche sind angekommen etc.
Damit wir alle möglichst viel Lernen, schlage ich vor, postet ihr hier einfach schwierige Calldown - Spots und jeder gibt zwei Antworten dazu:
Die 30sek ingame Entscheidung und eine analytische Entscheidung.
Mit der Zeit sollte die Gap zwischen diesen beiden Entscheidungne immer kleiner werden (s.a. mein Comment zum Video)
Sobald Stars mir meine Hands geschickt hat, poste ich folgende Hand uach nochmal in schön über die ich mit ghostmaster hier diskutiert hab und die mir gerade in den Sinn kommt.
Grabbed by Holdem Manager
NL Holdem $2(BB) Replayer
SB ($63)
BB ($451)
UTG ($225)
UTG+1 ($203)
CO ($206)
Hero ($217)
Dealt to Hero K♥ A♣
fold, fold, fold, Hero raises to $4, fold, BB calls $2
FLOP ($9) 6♥ A♦ J♣
BB checks, Hero bets $5.70, BB calls $5.70
TURN ($20.40) 6♥ A♦ J♣ 5♣
BB checks, Hero bets $15, BB raises to $43, Hero??
Calldown Spot?
