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[Geschlossen] Aktive Blinddefence gegen CO mit 77

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callmeal
Joined: 05.07.2007

Known players:
[tg]Position_Stack:hands/vp$ip/RaisePreflop/AF/WTS/ORL/BBvsSteal/W$SD;Hero$12,17:///////;BB$12,28:213/18/15/6,0/17/18/90/75;MP2$7,79:109/24/8/1,7/14/14/100/33;MP3$11,63:189/21/17/3,0/33/38/75/0;CO$10,00:133/22/15/1,2/38/28/100/67;BU$6,27:52/25/4/-/10/9/100/0;[/tg]
0,05/0,1 No-Limit Hold'em (6 handed)
Hand recorder used for this poker hand: Elephant 0.68 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is SB with 7♠, 7♣
2 folds, CO raises to $0,40, BU folds, Hero raises to $1,20, BB calls $1,10, CO folds.

ist der ORL von Villian groß genug, um hier mal aktiv zu werden?..Kam mir am Tisch jedenfalls so vor, dass er diese Möglichkeit so oft es ging ausnutzt...ist aber eventuell nur subjektive Wahrnehmung.
Flop: ($2,80) 5♥, K♣, 6♥ (2 players)
Hero bets $2,00, BB raises to $6,49, Hero folds.

ich denke die Bet hätte von mir auch kleiner ausfallen können..ca 1,60$ . zudem stellt sich mir hier die Frage, ob die Contibet überhaupt sinnvoll ist wenn ich Villian hier TT+ AQ+ als range gebe ( wenn die Range überhaupt representativ ist )
Final Pot: $11,29


21 replies
Jochenha
Joined: 26.01.2007

77 eignet sich zum 3betten hier sehr gut, da der Aspekt des Setvalue-Calls im BvB oft gefaltet werden kann da du mit dem Set nicht oft genug die benötigte Auszahlung bekommst.

Flop hätte ich dann auch kleiner gecbettet da ich vor möglichen Draws bei dem Gegner eher weniger Angst habe.


77 ist eine der schlechtesten Hände für ne 3-Bet in dem Spot. (wenn du seine Floprange als TT+, AQ oder so angibst)

=> Call Preflop.

Auf dem Flop kommt es eigentlich vorrangig darauf an, ob V mit AK Preflop broke geht oder nicht. Geht er überwiegend mit AK Preflop broke, dann wird ein Großteil seiner Range aus Draws bestehen und du kannst shoven.


callmeal
Joined: 05.07.2007

Original von Ghostmaster
77 ist eine der schlechtesten Hände für ne 3-Bet in dem Spot. (wenn du seine Floprange als TT+, AQ oder so angibst)

=> Call Preflop.

Auf dem Flop kommt es eigentlich vorrangig darauf an, ob V mit AK Preflop broke geht oder nicht. Geht er überwiegend mit AK Preflop broke, dann wird ein Großteil seiner Range aus Draws bestehen und du kannst shoven.

Meine Frage hier lautet nun: Interprätiere ich den ORL-wert bezogen auf CO soweit richtig, dass ich ihm eine range von 56s+ A2s+ QT+, KT+ K9s+etc. geben kann?
(laut Equilator stimmt dass in etwa mit 28%)

Somit sollte ich hier doch nicht auf setvallue callen sondern lieber 3-betten( hab nicht wirklich implide odds gegen stealinghand, gegner hat eine weite Range und ich spiele oop)...oder habe ich das in den Artikeln zur blinddefence missverstanden?


callmeal
Joined: 05.07.2007

hab doch noch eine Frage hier offen ...


SpeedyBK
Joined: 05.02.2006

Naja, es kommt doch darauf an, welche Hände du ihn auf die 3-Bet callen siehst. Und wenn er eben wie in deiner Einschätzung nur AQ+ und TT+ callt, dann isolierst du dich hier gegen eine Range, gegen die du 37% Equity hast.

Gegen die andere Range (56s+ A2s+ QT+, KT+ K9s+etc.), die du ihm hier gibst, bist du Favorit, aber die wird er nicht auf die 3-Bet callen. Da fehlen im Übrigen noch die Pockets und ein paar AXo Hände.


callmeal
Joined: 05.07.2007

Dann stehe ich hier jedoch ganz schön auf den Schlauch.
Ich dachte eigentlich, dass Prinzip des Blindbattles und der Blinddefence verstanden zu haben. Dass man hier wegen fehlener Implieds doch eher 3-bet oder fold spielen sollte. Bzw wenn man called, dann eher mit Broadways.
Zudem spiele ich dann ohne Initiative oop mit einer marginaleren Hand wo am Flop zig OC kommen könnten und ich somit nicht wiess wo ich stehe, obwohl die Hand gegen die Stealingrange gute EQ habe.

Wie gesagt, dachte ich eigentlich die Artikel verstanden zu haben und wollte nur wissen ob ich bei dem ORL auch einen Steal vom CO vermuten darf und welche Line hier am besten wäre.

Die Line call wird ja nun eindeutig empfohlen. Nur das Argument dazu lässt mich nun zweifeln, ob ich das ganze Konzept richtig verstanden habe. Denn auch wenn der Steal vom BU kommte, würde ich hier eher eine tightere Callingrange gegen 3-bet von Viilain sehen, gegen die ich meist hinten liegen würde. Dies trifft dann aber ins besondee auch auf SC und kleinere PP, wo die Line laut Artikel eher 3-bet oder fold und NICHT call sein sollte.

Bitte klärt mich hier auf, was ich hier übersehen und oder nicht verstanden habe.

Oder ist 77 generell schon zu gut im damit 3-bet/fold zu spielen?

Wie sieht dann meine Line aus wenn ich hier calle? Die chance , dass am Flop eine OC zu meienm PP fällt ist doch recht groß. Zudem kann ich oop nur sehr schelcht die Potgröße kontrollieren. Villain wird wohl sehr häufig den Flop Contibetten HU. Was mach ich dann?


callmeal
Joined: 05.07.2007

wäre wirklich schön, wenn die hand weiter behandelt werden könnte, da ich in solchen Spots wohl häufuig die Falsche Line gewählt habe.


Valyrian
Joined: 26.03.2009

geht los:

Villain hat PFR 15 overall und ORL 28, vom CO würde ich ihm daher ~22 PFR geben.

Ich denke eine relativ realistische Range mit der er openraist ist diese:

22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo

nenn doch mal (als ersten Schritt) die genaue Range mit der du gegen so jemand, bzw. diese Range im SB:

a) callst

b) 3bettest

c) 4bet/broke

spielst, dann sehen wir weiter :f_p:


callmeal
Joined: 05.07.2007

Ok erstmal vorweg ist der BB hier ein thinking TAG, der auch mal squeezen kann. Daher würde ich hier nicht allzuviele Hände callen.
QQ+ würde ich 3-bet broke spielen, bzw könnte man sogar überlegen mit AA und KK zu callen um einen Squeeze zu provozieren.

AK würde ich normalerweise 3-betten, jedoch tue ich mich schwer damit, preflop broke zu gehen (ist wohl auch ein Leak von mir). Aber ich denke ich kann damit bei einem call von CO postflop bei hit broken gehen.

Hände die ich in so einer Situation lieber calle sind AJ, AQ und KQ sowie JJ, TT 99. Ich behalte so noch die ganze Stealingrange im Spiel und isoliere mich nicht gegen Hände die mich dominieren. Aber ich brauche hier auch nicht vor zu vielen OC Angst haben wie bei den kleineren PP.

Ich denke es könnten noch mehr Broadways in meiner callingrane sein, wie AT KJ, QJ oder so. Jedoch fühle ich mich noch nicht so firm in solchen Spots und beschränke die Hände auf die oben genannten.

Alle marginaleren Hände 22-88 und SC 54s- JTs würde ich lieber 3-bet oder fold spielen. Besonders da BB zu selten in eine Hand mit einem call einsteigt... bei einer Callingstation im BB wäre das wohl interessanter zu callen.

So wie ich die Artikel zur Blinddefence verstanden habe, bekomme ich halt nicht so tolle implied Odds bei einem Blindsteal. Zudem bin ich wie schon mehrmals erwähnt oop und ohne Intitiative. Treffe zu selten geeignete Boards und muss daher bei fast jeder Contibet, die Villain hier fast immer machen wird, folden. Und könnte bei einem Hit nichtmal davon ausgehen wirklich ausbezahlt zu werden.

Soviel zu dem was ich aus den Artikeln mitgenommen habe und versucht habe in dieser Hand auch umzusetzen.

Was ich mir jetzt bei weitere Überlegung zur Hand vorstellen kann, ist, dass ich bei einem preflopcall einen guten flop auch mal donken könnte... das wäre billiger als eine c/r aber ich würde hier auch Value verlieren die ich durch jede Bluff Contibet bekommen könnte.

Generell tue ich mich mit Mittleren PP recht schwer. Ab wann ist hier ein call besser als eine 3-bet ? Wie spiele ich damit Postflop weiter ?

Mit Bemerkungen( die auch aus den Artikeln zur Blinddefence stammen), dass man mit einem Call auch mal postflop Moven könnte, weiss ich leider nicht so viel anzufangen. Mir fallen da eben nur donk und c/r ein, wenn das board keine Broadways zeigt.
Was gibt es da noch für Möglichkteiten? In welchen Artikeln oder Quellen, kann ich dazu noch was nachlesen?

Vielen Dank schonmal an die Handbewerter und Scooop, die sich mein Problem hier anhören und hoffentlich zu einer Verbesserung meines Spiels beitragen.


Valyrian
Joined: 26.03.2009

deine Gedanken zu der Hand klingen durchaus logisch und gut :f_p:

allerdings hast du eine Sache nicht bedacht, zumindest jedenfalls nicht ausgeführt und das ist halt die Range von Villain wenn er deine 3bet callt. Wie sieht die aus deiner Meinung nach? Denn je nachdem wie die Range aussieht (und wie groß sie ist) kann man erstens sagen wie sinnvoll bluff 3bets überhaupt sind und dann halt mir welchen Händen man value 3betten, aber auch bluff 3betten sollte.

Denn, wenn du seine call 3bet Range kennst oder zumindest abschätzen kannst, wüsstest du (hoffentlich):

1. welche Hände besonders geeignet sind zum bluffen und welche halt nicht
2. wann ne cbet Sinn macht und wann halt nicht.

ich vermute nämlich sehr stark, dass die cbet hier burning money ist, zudem ist die große Frage ob es nicht bessere Hände als 22-88 zum bluff3betten gibt.


callmeal
Joined: 05.07.2007

Klingt alles sehr logisch. Aber wirklich weiter mit arbeiten kann ich damit immer noch nicht.
Die 3-bet Callingrange seh ich bei den meisten Villains bei 99+ und ATs+( eher sogar AJs+ ) und dennoch wird in den Artikeln geraten, mit SC und kleinen PP zu 3-betten. Da ist fast jede Contibet meinerseits burning money.
Ich denke zwar, verstanden zu haben, dass mittlere PP bei tighteren Gegner auch mal gut gecalled werden können.
Aber wie sieht es mit looseren Artgenossen aus? Ich habe wirklich nur selten solche Fishe erlebt, die auf ner 3-bet mit 88 und kleiner callen oder irgendwelche SC oder Axs.
Das ganze Konzept der Aktiven Blinddefence wird durch diese Tatsache für mich nur noch undurchsichtiger.

Ich denke ich sollte mir nochmal alle Artikel zu diesem Thema durchlesen.
Gibt es hierzu vielleicht auch Videos? Habe Letztens mehrer Hasenbraten Reviews angeschaut, aber leider keinen Spot zu diesem Thema ausfindig machen können.

Weiterhin offen bleibt für mich die Frage wie ich am besten postflop bei nem call mit 77 und wenn ich HU mit CO ( und nicht mit BB)bin, mache.


Valyrian
Joined: 26.03.2009

Ich versuch's mal zu erklären, sorry im Voraus sollte einiges oder gar alles davon dir schon bekannt sein.

Ich habe ihm eine 22% Range first in vom CO gegeben, genau genommen diese:

22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo
Das sind exakt 290 Kombinationen.

Deine call3bet Range von 99+, ATs+ sind 52 Kombinationen.

zu deutsch hieße das, dass er (wenn die Ranges stimmen würden) nur in 18% der Fälle auf deine 3bets weiterspielt und zu 82% foldet.

er openraist auf 4bb, du 3bettest auf 14bb (deine 12bb sind zu niedrig).

Damit du profitabel 3betten kannst, nur alleine aufgrund der FE muss er in 71,05% der Fälle folden -> foldet er öfter man kann ihn theoretisch also mit any2 +EV bluff3betten, weil er zu oft foldet.

Openraist er seltener oder callt er mehr 3bets ändert sich das natürlich. Nehmen wir jetzt einfach mal an, er würde so tight openraisen, dass man ihn nicht mehr profitabel mit any2 bluff3betten könnte.

Jetzt wollen wir eine Range 3betten, die

1. die immer noch sehr hohe FE ausnutzt, also bluffs drin haben, damit wir nicht unsere Monster verbrennen.
2. in den Fällen in denen er weiterspielt noch Equity und eine sehr gute playability hat.
3. wenn er auf unsere 3bet weiterspielt ne klare Entscheidung haben -> fold or broke.

Mit den kleinen PPs ist es nun der Fall, dass du postflop total crusht bist gegen sein call3bet Range, es sei denn du triffst dein Set.
Wenn du die PPs also als pure bluffs mit eventuellem setvalue bei nem call spielst, wieso dann nicht die PPs nur coldcallen anstatt 3betten, immerhin hast du auch dann die setvalue Geschichte drin und es ist nicht so teuer zu setminen. Zudem verschenkst du die PPs nicht in den Fällen in denen er foldet auf deine 3bet.

Nimm lieber Hände wie 56s, 86s, 96s oder ähnliche, also Hände die du eigentlich folden willst, aber die du zum bluff3betten nimmst und die wenn er denn mal callt ab und zu sehr gut treffen und ihn dann oft stacken (weil versteckt + er hat ne starke Hand) während du halt ansonsten postflop einfach durchgehend c/f spielst.
Denn du hast halt pre geblufft hat halt dieses Mal nicht geklappt, weil er ne starke Hand hatte, ok next time und aufgeben.

Genau dasselbe gilt halt auch für deine 77 Hand nur dass natürlich ein PP, gerade wenn es 2nd pair ist verlockend aussieht, aber du sagst doch dass er 99+, ATs+ spielt, nun dagegen hat 77 nichtmal 30% Equity preflop und auf dem Flop Kc6h5h sind's ganze 25% (!) -> c/f du hast geblufft, seine Range crusht dich total -> gib einfach auf.

Also nochmal in der Zusammenfassung:

- versuche herauszufinden wie seine call3bet Range aussieht.
- bestimme das Verhältnis zu seiner Openraiserange
- daraus kannst du deine 3bet Range zusammenstellen: einen bluffteil der zu schwach ist zum coldcallen aber postflop bei calls ne gute playability hat -> SCs, 1gapper, 2gapper und einen valueteil, der seine Range die er auf 3bets weiterspielt crusht.
- Wenn du dann bluffst und gecallt wirst gibst du auf es sei denn du floppst ein Monster.

Also keine PPs mehr bluff3betten, erst recht nicht wenn seine call 3bet Range dich total dominiert und crusht, lieber coldcallen auf setvalue und nur SCs, 1gapper und 2gapper zum bluffen nehmen, weil diese nicht dominiert sind und du mit PPs eben auch so setminen kannst.

(Wenn das was ich hier ausgeführt habe den Artikeln von PS.com widerspricht, so be it -> Scooop hat Recht :f_p: )


Mh, gute Handdiskussion Jungs.
An sich finde ich die (Bluff)3bet preflop OK, zumindest besser als einen Call. Folden wäre auch in Ordnung.

Wenn du nur callst, ist es zwar richtig, dass wir gegen seine Range equitytechnisch ganz gut dastehen, allerdings werden fast immer Overcards auftauchen und wir folden oop oft die beste Hand, was natürlich auch suckt.

Deswegen die 3bet. Ich gehe mal vom Standard TAG davon aus, dass er auf die 3bets sowas wie TT,JJ,AJ,AQ,QK callt und mit QQ+,AK drübergeht.
Deswegen würde ich das Board ebenfalls cbetten, da Villain bessere Hände folden kann. Bei einem Call kann man hier imho auch 2ndbarreln, da er außer QK nichts in seiner Range haben dürfte, womit er 2 Streets callen kann.

Nun raist Villain aber. Hier hängt dein Play davon ab, ob du ihm zutraust, dass er auch mal (semi)bluffraist mit einem PP oder Highcards, wogegen du noch eine Menge Foldequity hast und pushen solltest.


callmeal
Joined: 05.07.2007

Genau das Problem mit den OC am Flop sah ich halt auch. Daher schienen mir die Artikel zur Blinddefence in denen eindeutig steht, dass man PP lieber 3-betten sollte o. Folden sollte( mit dem fold trifft wohl nur bei 22-66 zu), sehr einleuchtend. Andererseits hat Scooop und die Handbewerter auch recht, wenn sie sagen, dass ich ja noch EQ gegen die Openraisingrange habe ( wenn ich dass auch so richtig verstanden habe) jedoch die Range zu meinem Ungunsten polarisiere, sollte ich 3-betten.

Wäre schön wenn sich hier nochmals eine Handbewerter melden könnte und mal kurz die Pros und Kontras eines calles, sowie Alternativen am Flop kurz nochmal erleutern könnte.


Bin zwar kein HB, kann es aber auch gern zusammenfassen:

Fold:

+ günstig
+ ersparen uns schwierige Entscheidungen oop postflop

Call:

+ gute Equity gegen Villains OR Range
+ Setvalue (vorallem gegen agressive Gegner, die mehrere Barrels feuern)

- spielen einen Pot oop ohne Initiative
- werden oft die beste Hand folden, weil wir auf vielen Boards nicht weiterspielen können

3bet:

+ bekommen Initiative
+ bei Sethit häufigere Ausbezahlung
+ können auf guten Boards bessere Hände (PPs oder OCs die noch Equity gegen uns haben) zum folden bekommen

- spielen einen großen Pot oop (--> man sollte sich postflop recht sicher fühlen)

--> gegen Unknown einfach sehr schwer zu spielen


larqez
Joined: 05.10.2008

Original von Scooop
Ich versuch's mal zu erklären, sorry im Voraus sollte einiges oder gar alles davon dir schon bekannt sein.

Ich habe ihm eine 22% Range first in vom CO gegeben, genau genommen diese:

22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo
Das sind exakt 290 Kombinationen.

Deine call3bet Range von 99+, ATs+ sind 52 Kombinationen.

zu deutsch hieße das, dass er (wenn die Ranges stimmen würden) nur in 18% der Fälle auf deine 3bets weiterspielt und zu 82% foldet.

er openraist auf 4bb, du 3bettest auf 14bb (deine 12bb sind zu niedrig).

Damit du profitabel 3betten kannst, nur alleine aufgrund der FE muss er in 71,05% der Fälle folden -> foldet er öfter man kann ihn theoretisch also mit any2 +EV bluff3betten, weil er zu oft foldet.

Openraist er seltener oder callt er mehr 3bets ändert sich das natürlich. Nehmen wir jetzt einfach mal an, er würde so tight openraisen, dass man ihn nicht mehr profitabel mit any2 bluff3betten könnte.

Jetzt wollen wir eine Range 3betten, die

1. die immer noch sehr hohe FE ausnutzt, also bluffs drin haben, damit wir nicht unsere Monster verbrennen.
2. in den Fällen in denen er weiterspielt noch Equity und eine sehr gute playability hat.
3. wenn er auf unsere 3bet weiterspielt ne klare Entscheidung haben -> fold or broke.

Mit den kleinen PPs ist es nun der Fall, dass du postflop total crusht bist gegen sein call3bet Range, es sei denn du triffst dein Set.
Wenn du die PPs also als pure bluffs mit eventuellem setvalue bei nem call spielst, wieso dann nicht die PPs nur coldcallen anstatt 3betten, immerhin hast du auch dann die setvalue Geschichte drin und es ist nicht so teuer zu setminen. Zudem verschenkst du die PPs nicht in den Fällen in denen er foldet auf deine 3bet.

Nimm lieber Hände wie 56s, 86s, 96s oder ähnliche, also Hände die du eigentlich folden willst, aber die du zum bluff3betten nimmst und die wenn er denn mal callt ab und zu sehr gut treffen und ihn dann oft stacken (weil versteckt + er hat ne starke Hand) während du halt ansonsten postflop einfach durchgehend c/f spielst.
Denn du hast halt pre geblufft hat halt dieses Mal nicht geklappt, weil er ne starke Hand hatte, ok next time und aufgeben.

Genau dasselbe gilt halt auch für deine 77 Hand nur dass natürlich ein PP, gerade wenn es 2nd pair ist verlockend aussieht, aber du sagst doch dass er 99+, ATs+ spielt, nun dagegen hat 77 nichtmal 30% Equity preflop und auf dem Flop Kc6h5h sind's ganze 25% (!) -> c/f du hast geblufft, seine Range crusht dich total -> gib einfach auf.

Also nochmal in der Zusammenfassung:

- versuche herauszufinden wie seine call3bet Range aussieht.
- bestimme das Verhältnis zu seiner Openraiserange
- daraus kannst du deine 3bet Range zusammenstellen: einen bluffteil der zu schwach ist zum coldcallen aber postflop bei calls ne gute playability hat -> SCs, 1gapper, 2gapper und einen valueteil, der seine Range die er auf 3bets weiterspielt crusht.
- Wenn du dann bluffst und gecallt wirst gibst du auf es sei denn du floppst ein Monster.

Also keine PPs mehr bluff3betten, erst recht nicht wenn seine call 3bet Range dich total dominiert und crusht, lieber coldcallen auf setvalue und nur SCs, 1gapper und 2gapper zum bluffen nehmen, weil diese nicht dominiert sind und du mit PPs eben auch so setminen kannst.

(Wenn das was ich hier ausgeführt habe den Artikeln von PS.com widerspricht, so be it -> Scooop hat Recht :f_p: )

Sehr guter Post imo. Erklärt das ganze wirklich sehr übersichtlich und stimmig. Damit sollten OPs Probleme mit der Hand auch passé sein. ;)


Das einfachsten Argument GEGEN die 3-Bet mit 77 ist:

Wir haben Postflop 2 Outs wenn wir kein Set machen
Wir spielen OOP
Wir sind nur 100BB deep und nicht 300 oder so und zerstören durch die 3-Bet unsere Implied Odds
Ein Gegner der nicht ständig am Flop folded und auch nicht ständig seine Hand nach dem Flop offensichtlich spielt wird uns zu großen Fehlern zwingen
4-bettet der Gegner Preflop AK und hin und wieder mal AQ oder sowas, dann machen wir mit dem Fold auch einen großen Fehler.


Original von Scooop
Ich versuch's mal zu erklären, sorry im Voraus sollte einiges oder gar alles davon dir schon bekannt sein.

Ich habe ihm eine 22% Range first in vom CO gegeben, genau genommen diese:

22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo
Das sind exakt 290 Kombinationen.

Deine call3bet Range von 99+, ATs+ sind 52 Kombinationen.

zu deutsch hieße das, dass er (wenn die Ranges stimmen würden) nur in 18% der Fälle auf deine 3bets weiterspielt und zu 82% foldet.

er openraist auf 4bb, du 3bettest auf 14bb (deine 12bb sind zu niedrig).

Damit du profitabel 3betten kannst, nur alleine aufgrund der FE muss er in 71,05% der Fälle folden -> foldet er öfter man kann ihn theoretisch also mit any2 +EV bluff3betten, weil er zu oft foldet.

Openraist er seltener oder callt er mehr 3bets ändert sich das natürlich. Nehmen wir jetzt einfach mal an, er würde so tight openraisen, dass man ihn nicht mehr profitabel mit any2 bluff3betten könnte.

Jetzt wollen wir eine Range 3betten, die

1. die immer noch sehr hohe FE ausnutzt, also bluffs drin haben, damit wir nicht unsere Monster verbrennen.
2. in den Fällen in denen er weiterspielt noch Equity und eine sehr gute playability hat.
3. wenn er auf unsere 3bet weiterspielt ne klare Entscheidung haben -> fold or broke.

Mit den kleinen PPs ist es nun der Fall, dass du postflop total crusht bist gegen sein call3bet Range, es sei denn du triffst dein Set.
Wenn du die PPs also als pure bluffs mit eventuellem setvalue bei nem call spielst, wieso dann nicht die PPs nur coldcallen anstatt 3betten, immerhin hast du auch dann die setvalue Geschichte drin und es ist nicht so teuer zu setminen. Zudem verschenkst du die PPs nicht in den Fällen in denen er foldet auf deine 3bet.

Nimm lieber Hände wie 56s, 86s, 96s oder ähnliche, also Hände die du eigentlich folden willst, aber die du zum bluff3betten nimmst und die wenn er denn mal callt ab und zu sehr gut treffen und ihn dann oft stacken (weil versteckt + er hat ne starke Hand) während du halt ansonsten postflop einfach durchgehend c/f spielst.
Denn du hast halt pre geblufft hat halt dieses Mal nicht geklappt, weil er ne starke Hand hatte, ok next time und aufgeben.

Genau dasselbe gilt halt auch für deine 77 Hand nur dass natürlich ein PP, gerade wenn es 2nd pair ist verlockend aussieht, aber du sagst doch dass er 99+, ATs+ spielt, nun dagegen hat 77 nichtmal 30% Equity preflop und auf dem Flop Kc6h5h sind's ganze 25% (!) -> c/f du hast geblufft, seine Range crusht dich total -> gib einfach auf.

Also nochmal in der Zusammenfassung:

- versuche herauszufinden wie seine call3bet Range aussieht.
- bestimme das Verhältnis zu seiner Openraiserange
- daraus kannst du deine 3bet Range zusammenstellen: einen bluffteil der zu schwach ist zum coldcallen aber postflop bei calls ne gute playability hat -> SCs, 1gapper, 2gapper und einen valueteil, der seine Range die er auf 3bets weiterspielt crusht.
- Wenn du dann bluffst und gecallt wirst gibst du auf es sei denn du floppst ein Monster.

Also keine PPs mehr bluff3betten, erst recht nicht wenn seine call 3bet Range dich total dominiert und crusht, lieber coldcallen auf setvalue und nur SCs, 1gapper und 2gapper zum bluffen nehmen, weil diese nicht dominiert sind und du mit PPs eben auch so setminen kannst.

(Wenn das was ich hier ausgeführt habe den Artikeln von PS.com widerspricht, so be it -> Scooop hat Recht :f_p: )

Finde das auch von Scoop sehr gut erklärt. Hätte noch eine frage am Rande, trifft das auch auf SSS zu oder kann ich so geschichten nur mit der BSS anwenden?


sarc
Joined: 06.06.2008

Ich möcht mich an der Stelle einfach mal darüber bedanken, dass dieser hervorragende Thread es in die News geschafft hat. War in diesen Spots auch immer ziemlich unsicher und konnt da so einiges rausziehen. Besten Dank insbesondere an den Theoretiker... ;)