Aus dem Stand dachte ich zuerst, der Checkraise am Flop ist etwas knapp, da die Range von UTG tight ist, aber es ist ja MP3. Dann hat man statt 55% (gegen MP2) am Flop 59%. Das ist dann nicht mehr so knapp.
Am Turn kommt die dritte Flushkarte, die nicht extrem günstig für deine Hand ist, aber auch noch nicht katastrophal (für deine Range ist die Karte sehr gut). Da zieht man am besten weiter durch, da man noch keinen Nachteil hat und ausserdem der Gegner stärkere Paare nicht unbedingt raist, weil deine Range etliche Flushes enthält. Daher ist die Gefahr nicht so hoch, von besseren Händen geraist zu werden und wenn man doch geraist wird, ist die gegnerische Range stark polarisiert, d. h. der Anteil der gegnerischen Semibluffs ist hoch im Vergleich zu seinen Valuehänden. Das kann man dann noch gut weiterspielen.
Es passiert aber nichts und am River kommt eine Katastrophenkarte. Ich würde davon ausgehen, dass Overcards ohne Draws normalerweise am Turn gefoldet werden. Die Turnkarte hat deine Range sehr verbessert, da werden Overcards nicht mehr gerne callen. Das bedeutet, der Gegner hat am River sehr oft die bessere Hand. Jetzt ist allerhöchstens zu überlegen, ob man die Riverkarte zu einem Bluff verwenden kann. In deiner Range sind jetzt auch die oesds angekommen. Du hast auf die Riverkarte keine guten Bluffs mehr in der Range (high Card). Daher kann man überlegen, ob man dann eben einen "schlechten" Bluff versucht (Bluff mit mehr als high Card). Die Idee ist, den Gegner von einer T oder 99/88 runter zu holen. Als Valuehände kannst du auf dem Board eigentlich nur J oder besser betten. Eine T hat daher das Problem, dass sie ausser Bluffs nichts mehr schlägt. Die Alternative ist für mich Aufgabe des Pots, da ich praktisch keine Bluffs mehr beim Gegner sehe. (Und eventuell mögliche Bluffs wie 99/88 nicht mal schlägst)
Was hast du hier für Bluffes? 65s ist am Turn eine Straight geworden, ist also nichts mehr zum bluffen. Ich denke, die 7 ist tatsächlich so ziemlich am unteren Ende deiner Range am River, von daher ein Bluffkandidat. Theoretisch kann man daher bluffen, ob das ein guter Bluff ist in dem Sinn, dass der Gegner oft genug foldet, ist eine andere Geschichte. Gelegentlich bluffen ist nicht verkehrt, um den Gegner auf Trab zu halten, zwingend muss man's nicht.