Prinzipiell würdest du schon gerne bluffen, weil du mit 9 high keinen Blumentopf gewinnst. Natürlich fragt sich, ob das gegen die ungewöhnliche Linie des Gegners Erfolg hat und mit welcher Linie man am besten blufft.
Ein Bluff am Turn hat den Vorteil, dass du dort noch einiges an Equity hast. Sie hat den Nachteil, dass du sicher eine 3-bet kassierst, wenn der Gegner den J hat und du dann callen musst. Es ist schwer einzuschätzen, wie oft der Gegner einen J hat, da die Linie des Gegners ungewöhnlich ist.
Ein Call am Turn kommt sehr in Frage, da du jede made Hand so weiterspielen kannst. Einen J kannst du sehr gut erst am River raisen und eine T oder eine 6 callst du eben runter. Du kannst daher auch mit dem Draw am Turn callen und den Raise erst auf den River verschieben. Ein Raise würde folgen, wenn am River kein Kreuz fällt. Die Idee dabei ist, dass der Gegner am Turn oft einen Flush Draw semibluffen wird, wenn er keine made Hand hat.
Ich würde lieber die call Turn Linie spielen. Ein Problem eines Bluffs dabei ist vielleicht, dass man auf Grund des Boards nur Trips repräsentieren kann, die man nicht so oft hat. (Gilt auch für raise am Turn.) HU kann man den J natürlich mit jedem Kicker haben. Dennoch sind das ziemlich begrenzt viele Hände, so dass man nicht so viel bluffen kann, wenn man balanciert bleiben will. Das sind weniger als 100 Kombos für den Valueraise und 1/8 kann man als Bluff raisen, also 12. 98 sind 16 Kombos. Ich würde nur 98 ohne Kreuz bluffen und vielleicht noch ein paar andere ohne Kreuz (es gibt ja noch andere Straight Draws in deiner Range). Das hat auch den Vorteil, dass es die Zahl der möglichen geplatzten Flush Draws für den Gegner maximiert, was die Foldequity erhöht (sogar ziemlich deutlich).