Ziel ist es ja immer den Gegner zu Fehlern zu zwingen und selbst zugleich möglichst wenig Fehler zu machen. Man könnte auch sagen, dass ein gegnerischer Fehler für uns einen positiven EV hat, EV(Fehler).
Wie kann man nun durch seinen BB-defend den Gegner zu möglichst vielen Fehlern zwingen, sprich EV(Fehler) maximieren?
Es soll hier nicht darum gehen, wieviel wir defenden, sondern darum ob call or 3bet. Wir 3betten, wenn wir einen EQ-edge haben gegen die SB-stealrange und damit a priori einen positiven EV (abgesehen von Fehlern etc.), EV(EQ).
Natürlich hat die 3bet pre auch den Vorteil, dass FE erzeugt werden kann. Das gelingt jedoch auch mit einem passiven defend und z.B. einem c/r. Ich denke, dass der Gegner Schwierigkeiten hat gegen uns perfekt den flop oop zu checken, um unser häufiges c/r zu countern, sprich einen c/r zu verhindern, wenn es für ihn eklig wäre.
Das heißt es spricht erst einmal nichts dagegen, mit jeder defend-Hand passiv zu defenden, zumal eine vergrößerte range unmittelbar EV(Fehler) erhöht.
Was ich mich frage: Wäre es nicht "perfekt", wenn wir randomized (also z.B. vor jeder Session neu gewählt) 50% unserer Hände 3betten und 50% callen, sprich eben nicht die top50% o.ä.? Es ist klar, dass wir dann Hände 3betten, die wir EQ-technisch nicht 3betten sollten, d.h. a priori führt das zu einem negativen EV, EV(EQ). Es ist jedoch dann so, dass villain wesentlich häufiger bessere Hände foldet und schlechtere Hände weiterspielt. Diese Spielweise zwingt villain zu Fehlern und zwar derart, dass EV(Fehler) >> |EV(EQ)|.
Wo ist mein Gedankenfehler, dass ich diese Spielweise als perfekt erachte?