Original von Pulow
also das hauptproblem bei dem verständnis dieser situation ist glaub ich "hausgemacht".
Original von wuerstchenwilli
Am Flop bekomme ich mit einem Raise nix zum Folden....
... dann bleibt der Pott kleiner und ich konfrontiere den hinter mir am Turn mit 2 BBs. Dann muss er evtl. gar 6 Outer folden.
denn das betonen von "protection" (ich meine im sinne von jemanden zum folden zu bringen) führt mmn oftmals zu falschen vorstellungen.
wenn wir favorit sind und jemand korrekt foldet, dann geht zwar seine equity auf uns über, aber ein inkorrekter call seinerseits wäre uns natürlich lieber !
ich gehe davon aus, dass er keine inkorrekten Calls macht!
unser ziel ist keinesfalls folds zu erzeugen, sondern unseren ev zu maximieren.
meistens fällt das zwar zusammen, da man im FL wenn man den gegner zu einem korrekten fold zwingt im allgemeinen fast genausoviel gewinnt als würde er inkorrekt callen, aber das ziel ist halt nicht zwingend ihn zum folden zu bringen, sondern ihn mit dem größtmöglichen investment zu konfrontieren(und das nicht unbedingt fokusiert auf einer street um den fold zu "erzwingen").
Hat das nicht mit der Pottsize zu tun? In einem 0 BB Pott bringt uns der Fold natürlich nix. Aber je größer der Pott, umso wichtiger ist es, dass Villain folded. Daher ja auch immer der Spruch, dass Protection in großen Pötten wichtiger ist. cF rT erzeugt doppelte Kosten für Villain im Vergleich zu rF (bT). (ist das überhaupt so? bei rF bT zahlt Villain 2SB + 1 BB = 3 BB bei cF rT nur 1 SB, weil er am Turn dann ja folded. Der Pott wird klein gehalten, damit Villain ja eben den Fold findet.). Wenn Villain seinen 4 Outer am Turn korrekt folded, folded er 8% seiner EQ. In einem 10 BB Pott wären das also 0,8 BB die wir gewinnen. Called er diesen korrekt gehören uns sagen wir 70% (wir sind ja Favorit, der andere Spieler hat auch noch Outs) gewinnen wir nur 0,7 BB, haben allerdings schon am Flop etwas gewonnen und riskieren den Pott zu verieren. oder ist das in einer Rechnung schon drin?
wenn wir nun einer hand die am flop für 2sb einen 0ev call hat für 1sb dabei bleiben lassen, schenken wir ihm ev in höhe von 1sb.
Ist das so?
raisen wir dann den turn und er foldet korrekt gibt er aber 1bb ev auf. das entspricht dem gleichen verhältnis als wenn wir gegen madehands überlegen wo wir for value raisen wollen .. und daher muss man auch nicht extra komplizierte "protection-überlegungen" anstellen, sondern nur sehen wie man das investment maximiert. wenn er dann nicht bezahlt isses auch ok ..
er zahlt ja bei rF bT denn dort macht er ja korrekte Calls.
haben wir hingegen einen draw gegen uns der gerade mal 1sb am flop mit 0ev callen kann, und raisen am flop .. bringt uns ein fold garnichts! wir gewinnen absolut nichts durch die protection. wir gewinnen durch den zugewinn an equity genausoviel wie uns die 1sb von ihm am flop wert gewesen wäre.
das ist ja auch eine falsche Annahme. Es geht ja darum, dass er für 2 SB einen >0 EV Call macht und am Turn dann wieder. Auf rT hingegen den Fold finden muss.
der entscheidene fall ist natürlich die hand, welche am flop einen ev zwischen 1sb und 2sb hat.
nein. Der entscheidende Fall ist, wo er am Flop auf rF einen > 0 Ev Call macht, und dann am Turn auf die bet wieder.
wir also mehr als die 1sb an ev durch den fold gewinnen wenn wir raisen, gleichzeitig der ev aber unter 2sb sein muss weil sonst hätte er ja den raise gecalled. wir gewinnen also zwischen 1-2sb ev durch equity, kriegen aber 1sb weniger von ihm in den pot. -> der ev des raises für uns ist immer kleiner als 1sb.
wenn nun aber der initiale better immer den turn betten wird, gewinnen wir von dem mit dem turnraise ja 1sb mehr! (falls wir nicht 100% gegen den haben kann man das auch alles gewichten, sollte aber aufs selbe hinauslaufen)
es klingt ja in dem zitat oben schon mit "der pott bleibt kleiner". das wollen wir in jedem fall nicht. wir wollen nur zum turn warten, wenn wir dadurch den pott größer machen können (oder halt äquivalente folds kriegen). nun ist durch die "er bettet zu 100 den turn" bedingung fast immer gegeben, dass man den pott mit einem turndelay größer macht. dh unabhängig von der stärke meiner hand würde ich da theoretisch auf den turn warten.
nein. den Pott größer macht man mit rF bT denn dann zahlt der Typ hinter mir 2 SB am Flop und 1 BB am Turn wohingegen er vs cF rT nur 1 SB zahlt und dann folded.
nun sprechen aber natürlich einige sachen dagegen. zunächst sind die 100% bettingrange normalerweise nicht gegeben.
es gibt Boards, wo man sich 100% sicher sein kann, dass die bet kommt. Bspw. JJT Boards eines passiven Spielers, der den Flop checkraised. Der hat einfach immer den J. Und wenn wir AJ halten ist halt die Frage, wann wir den Spieler hinter uns kicken sollen, denn wir müssen vor straights und Flushes protecten., sind aber gegen den Fisch außer gegen TT immer vorne.
wenn man 2 calls am flop kriegt, kann man nicht blind am turn ballern. selbst wenn das der fall ist, möchten wir einige hände schon am flop raisen, nämlich zb inkorrekte folds bei dem hinter uns zu erzeugen, weil er ja gegen unsere range spielt.
Wir gehen davon aus, wir spielen optimal und wissen, dass wir Viallain nicht zum folden bekommen.
gleichzeitig ist es auch nicht gesagt, dass der turnraise auch immer max value bringt, da der better ja nicht zwingend downcalled und auch mal am flop 3b...
Nein, aber genau das ist ja die Frage. Gewinnen wir mehr, wenn wir vor dem SD alle zu korrekten Folds zwingen, oder wenn sie korrekte Calls machen und in einem großen Pott bis zum SD kommen und eben auch mal den Pott gewinnen.
zusammen gefasst: es ist relativ egal ob der flopraise foldequity hat oder nicht. wenn er die max valueline ist, dann sollte er gespielt werden und nicht krampfhaft delayed werden nur um hu zu kommen. hingegen kann ein turndelay natürlich auch leicht die max value line sein. das gilt es abzuwägen.. und nicht unbedingt wer wo foldet.