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Vater gestorben

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shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008

Hallo zusammen,

ich möchte mir hier einfach etwas Kummer von Seele reden.
Vor einigen Stunden habe ich erfahren das mein Vater gestorben ist. Er litt an Krebs, die Speiseröhre war befallen und durch die späte Feststellung hatte der Krebs auch schon gestreut.
Erfahren habe ich von seiner Erkrankung vor etwa 18 Monaten, er hatte es mir erst einige Wochen später gesagt, nachdem er es erfahren hatte.
So wirklich wahrhaben wollte ich es lange nicht, für mich waren die Ärzte Quacksalber.
Selbst als ich es verstanden hatte, lag der Tod für mich noch in weiter Ferne und ich war immer noch der Überzeugung, dass er am Ende dem Krebs Einhalt gebieten würde, er war schließlich ein Kämpfer.

Gestern wollte ich ihn Zuhause besuchen, wir hatten die Tage davor telefoniert und ich wollte ihm einen MP3 Player schenken, auf dem ich verschiedene Alben die er gerne hörte spielte.
Kurz nach der Arbeit machte ich mich auf dem Weg zu ihm, statt meinem Vater stand einer seiner Brüder an der Wohnungstür und eine Kraft aus einem Hospiz war anwesend.
Mir wurde mitgeteilt das es ihm nicht gut gehe und er im Bett läge.
Ihm fiel das Atmen schwer und er kämpfte förmlich um Luft, jedes Wort war für ihn ein Kraftakt und verstärkte nur die Atemnot.
Ich war vollkommen überfordert mit der Situation und saß einfach nur da, ich wollte nichts sagen, aus Sorge er würde sich dadurch animiert fühlen versuchen zu sprechen.
Ich verließ den Raum zwischenzeitlich auch, in dem Glauben es würde seinen Stresspregel senken.

Als die Medikamente nicht halfen, wurde die ?Caritas? gerufen, welche auch kurze Zeit später eintraf. Es wurde entschieden das er ins Krankenhaus kommt, dessen Wille musste mein Vater selbst äußern...
Mit einer Trageplane haben wir ihn nach unten getragen und er wurde in den Krankentransport geladen.
Uns wurde mitgeteilt das er die Nacht möglicherweise nicht überleben würde.
Kurze Zeit später bekamen wir die Info das wir ihn jetzt besuchen könnten und eine Sondergenehmigung hätten.

Seine Mutter, Brüder und ich waren dort. Mein Vater schlief die meiste Zeit über, ab und zu wurde er jedoch kurz wach, schien durch die ganzen Medikamente aber nicht mehr wirklich viel wahrzunehmen.
Es war still, niemand sagte etwas, ich denke jeder glaubte es würde die nächste Stunde zu Ende gehen.
Es war schlimm, eine Qual ihn so zu sehen, sein geschundener Körper, seine schwere Atmung. Und während ich das schreibe treibt es mir wieder die Tränen in die Augen.
Jeder etwas verzögerte Atemzug von ihm ließ mein Herz stillstehend, immer in dem glauben es könnte der letzte gewesen sein.
Etwas später bekam er weitere Medikamente, da er unruhig wurde. Danach schlief er komplett durch, drehte und wälzte sich nicht mehr, nur noch die schwere Atmung blieb.
Bis etwa 1 Uhr Nachts blieben wir im Krankenhaus, nur einer seiner Brüder blieb die ganze Nacht über.

Heute wollte ich wieder in das Krankenhaus, hatte mich gerade fertig gemacht und wollte eigentlich gerade los, als ich einen Anruf in Abwesenheit auf dem Display sah. Es war sein Bruder der die ganze Zeit bei ihm war und er teilte mir mit das mein Vater heute Morgen um etwa 10 Uhr gestorben ist.
Es zerbricht mir das Herz, dass ich nicht dort war. Auch wenn er es nicht mehr wahrgenommen hätte, wäre ich dennoch gerne da gewesen.
Ich frage mich die ganze Zeit, ob er in den kurzen Augenblicken in denen er Wach war, überhaupt realisiert hat das wir alle da waren.
Ich wünsche es mir so sehr, das er mitbekommen hat das wir alle da waren und er nicht alleine ist.
Ich wollte ihm noch so vieles sagen.
Wisst ihr was einer der letzten Worte waren, die er mir sagte? Während er bei sich Zuhause im Bett lag und um Luft kämpfte, fragte er wie es mir geht.
WIE ES MIR GEHT!

Ich bin froh darüber das er keine Schmerzen mehr hat, kann es aber dennoch nicht wirklich realisieren, das er einfach nicht mehr da sein soll.
Er hat sein ganzes Leben hart gearbeitet und durfte nicht mal in den Genuss des Ruhestands kommen. Selbst als er erkrankt war und es ihm schon nicht mehr so gut ging, klagte er darüber wie gerne er wieder arbeiten würde.
Ich bin kein gläubiger Mensch, aber ich hoffe so sehr das er jetzt an einem besseren Ort ist.

Ich sitze hier alleine Zuhause und wollte mir einfach nur ein paar Worte von der Seele reden.
Danke.


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17 Antworten
Binipoker
Beigetreten: 21.08.2007

Tut mir leid.
Kann nicht viel dazu sagen, Kopf hoch


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In dem Moment kann man nicht viel mehr, als dir Kraft für die nächste Zeit zu wünschen. Mein herzliches Beileid


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FlyingSheep
Beigetreten: 16.11.2007

würde mich an deiner stelle mit dem gedanken trösten, dass er am schluss wohl wenigstens kaum mehr leiden musste.

auch wenns jetzt schwer vorstellbar ist möglicherweise: der schmerz wird mit der zeit weniger und irgendwann wirst du dankbar auf die gemeinsame zeit zurückblicken können


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Chrizzzzzz
Beigetreten: 17.09.2006

Das einzig wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.
- Albert Schweizer

Mein aufrichtiges Beileid.


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DiscoD
Beigetreten: 11.02.2006

Ich habe fast die identische Geschichte erlebt. Anderer Krebs, aber auch lange nicht realisieren wollen etc.

Ist jetzt 6 Jahre her. Es wird mit der Zeit besser, aber Narben werden immer bleiben.


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feinheit
Beigetreten: 07.04.2008

Herzliches Beileid und alles Gute!


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MrPGrey
Beigetreten: 27.08.2008

Mir fiel es schwer deinen Text bis zum Ende zu lesen.
Versuche dich an die glücklichen Momente mit ihm zu erinnern und bewahre sie in deinem Herzen.

Herzlichstes Beileid.


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Wiseguy01
Beigetreten: 19.08.2009

Ich kann mich sehr in deine Situation hineinversetzen. Letztes Jahr ist einer meiner besten Freunde an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Er war wie ein Bruder für mich. Das letzte Mal, als ich in sah, konnte ich ihm nicht mehr sagen, wie sehr ich ihn liebe, da er kaum etwas mitbekam und nur noch aus Haut und Knochen bestand. Er starb mit Anfang 40 und hinterliess Frau und einen kleinen Sohn. Sein Tod hat mir bewusst gemacht, wie vergänglich alles ist. Seitdem lebe ich bewusster, als ich es schon früher tat.

Der Tod deines Vaters hat euch nur scheinbar getrennt. Durch euer Blut bleibt ihr verbunden. Der Schmerz wird hoffentlich bald vergehen. Wichtig ist zu erkennen wohin auch für uns die Reise geht und dementsprechend den richtigen Focus im Leben zu setzen.

Ich wünsche dir alles Gute und deinem Vater Gottes Segen.


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Hennes
Beigetreten: 06.03.2006

Mein Beileid, ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft


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Moderator
Eem01ofEEnGe
Beigetreten: 02.05.2011

Mein Herzlichstes Beileid.
Ich wünsche dir viel kraft für die kommende Zeit!


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wursty888
Beigetreten: 03.05.2007

Alles Gute und mein herzliches Beileid. Ich wünsche dir viel Kraft und vor allem gute Freunde, damit du jemanden zum Reden hast und nicht hier in einem Forum schreiben musst.


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shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008

Vielen Dank für die lieben Worte.


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Invidious
Beigetreten: 07.12.2009

Vielleicht hilft dir ja der Gedanke, dass dein Vater krank war und der Tod damit für ihn eine Art Erlösung war. Als mir das klar geworden ist fiel es mir leichter los zu lassen. Ich wünsche dir viel Kraft.


Antwort
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Mein herzliches Beileid!


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eAsy2fOld
Beigetreten: 26.04.2011

Auch von mir mein herzliches Beileid!

Es gibt wenig was einen in so einer Situation tröstet. Mein Dad ist auch vor mittlerweile 9 Jahren von mir gegangen als ich 18 war und ich wusste nicht damit umzugehen. Habe gedacht kann es mit mir selbst ausmachen, aber dass auch ich damals hier einen Thread eröffnet hatte, hat gezeigt, dass einem meist einfach der bloße Austausch darüber mit Leuten wie hier oder Menschen die einem nahe stehen oft sehr gut tut.

Gehe deinem Gefühl nach und nimm dir Trost dort wo du Ihn bekommst ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, höre einfach auf dich selbst und das was du brauchst.

Ich weiß, es ist leichter gesagt von außen, aber auch in der Situation wirst du wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.

Wünsche dir und deiner Familie nur das beste!


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shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008

Nochmals danke für die lieben Worte.

Mittlerweile komme ich damit recht gut klar. Dennoch ist es immer noch etwas seltsam, dass ein Mensch der einen das ganze Leben begleitet hat, plötzlich einfach nicht mehr da ist.
Anfangs hatte ich mich noch klar dagegen entschieden, Lebensmittel oder Verbrauchsgegenstände an mich zu nehmen. Doch als wir anfingen die Wohnung zu räumen, entschied ich mich doch dafür, da es mir blödsinnig erschien, die Dinge zu verschenken oder gar zu entsorgen, wenn ich diese doch selbst benötigte.
Nun, es ist jetzt dennoch jedes mal ein merkwürdiges Gefühl, diese Dinge zu nutzen. Jedes mal wenn ich irgend etwas davon verwende, z.B. zum Kochen, muss ich daran denken wie er in der Küche gestanden wäre und sich damit etwas gekocht hätte.

Schlimm ist die ganze Bürokratie. Es sind so viele Dinge um die man sich kümmern muss, so viel was beachtet werden muss, haufenweise Probleme die entstehen könnten.
Ein Ding der Unmöglichkeit, sich alleine um alles zu kümmern, ganz zu schweigen wenn man Berufstätig ist. Zum Glück hatte ich Hilfe, ansonsten wäre das nicht machbar gewesen.

Es gab noch 2 andere Kinder, zu denen aber kein Kontakt mehr herrschte. Laut Gesetzgebung ist es so, dass nur alle Erben gemeinsam Entscheidungen treffen können.
Laut Gesetz wären mir also die Hände gebunden gewesen, mich um den Hausrat zu kümmern, die Wohnung zu kündigen oder sonstige Entscheidungen über die Erbmasse eigenständig zu treffen. Ich hätte nicht mal die Fische hergeben dürfen, da möglicherweise ein anderer Erbe diese hätte haben wollen.
Wenn also Miterbe existiert, ist man alleine quasi Handlungsunfähig und man kann schauen wie man diesen Erben ausfindig macht.
Denn angeschrieben wie viele meinen, wird man nicht unbedingt. Das Nachlassgericht wird in der Regel überhaupt nicht tätig, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt. Und selbst wenn das der Fall wäre, kann das Schreiben bis zu 6 Monate auf sich warten lassen.
Und der Punkt ist, dass erst mit der Erkenntnis darüber, dass man möglicher Erbe geworden ist, eine Frist von 6 Wochen (Inland) beginnt, das Erbe auszuschlagen.

Bei einem der Kinder war völlig unklar, wo es überhaupt Wohnt. Es waren keinerlei Daten vorhanden, um in Kontakt treten zu können.
Über das Einwohnermeldeamt konnte ich dann etwas später an die Adresse kommen. Diese Möglichkeit zog ich überhaupt nicht in Betracht, da es mir völlig unmöglich erschien, im Bezug auf den Datenschutz so einfach an eine Adresse zu kommen. Doch es hat einfach funktioniert, mehr als den Namen, Geburtsdatum und die letzte bekannte Anschrift war nicht nötig, um diese Auskunft zu erhalten.

Letztendlich lief alles Problemlos ab, die beiden anderen bestätigen mir das Erbe ausschlagen zu wollen und taten es auch einige Wochen später.
Es fiel mir ein Stein vom Herzen, nicht weil es viel zu Erben gab, ganz im Gegenteil, mein Vater besaß nicht viel, sondern weil ich mich eigenmächtig bereits um viele Dinge gekümmert hatte, was Miete, Hausrat etc. betrifft und mich damit Schadensersatzpflichtig gegenüber den anderen Erben gemacht hätte.

Nun steht für mich noch der Antrag für einen Erbschein an, was auch wieder mit einem gewissen Maß an Aufwand verbunden ist, da wieder verschiedenste Dokumente benötigt werden, das persönliche Erscheinen wegen der EV notwendig ist und der aufwendige Antrag auszufüllen ist.
Der ganze Spaß kostet dann auch noch Geld.
Und den Erbschein wiederum benötige ich einzig und allein für die Bank, um das Konto verwalten zu können. Auch dafür muss nach erhalt des Erbscheines wieder ein persönlicher Termin mit der Bank vereinbart werden, um das ganze zu klären.

Der Steuerberater greift auch noch mal mit 500€-600€ zu, da mein Vater selbstständiger Maler (1 Mann Betrieb) war und er noch so lange er konnte weiterarbeitete.
Zwar waren das nicht mehr viele Aufträge im Jahr 2019, da er bereits im 2 Quartal quasi nichts mehr tat, dennoch scheint es einen pauschalen Preis für die Erstellung einer Einnahmenüberschussrechnung laut dem Steuerberater zu geben.
Und dann lass ich mich noch überraschen, was das Finanzamt noch gerne hätte.
Ich hoffe danach habe ich endlich Ruhe und es ist wirklich alles erledigt.


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ambientswatertight
Beigetreten: 28.10.2007

Mein herzliches Beileid und alles Gute!


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