Du blockst ein paar Kombodraws am Flop (KQs/QTs), aber es gibt viele Kombodraws. Wenn du 3-betten willst, dann möchtest du das mit Händen, die die Häufigkeit gegnerischer Monster minimieren, was dann der Fall ist, wenn er neben den Monstern noch etliche andere Hände hat, die er checkraist. Da Checkraises von Draws sehr häufig von besonders starken Draws kommen, wäre es günstig, wenn er möglichst viele davon hat. Die haben aber trotzdem noch viel Equity, da sie Straight Outs und Pair Outs habben.
Da die Gegner eher schlecht balanciert sind, wenn sie Checkraises spielen, spielt die Überlegung, dass man genügend Bluffs haben will, wenn man 3-bettet, eine sehr untergeordnete Rolle. Die Linie checkraise/fold Flop gibt's auf drawlastigen Boards praktisch nicht (auf trockenen Boards, insbesondere gepairten Boards, schon, weil da pure Bluffs und Pairs dabei sind, die einer 3-bet nicht standhalten).
Es geht also um Equity und Equityrealisierung. Mit Equityvorteil ist eine 3-bet immer gut, ohne geht es um eine Steigerung der Equityrealisierung. Wenn der Gegner durch die 3-bet daran gehindert wird, einen später aus dem Pot zu schiessen, weil seine Aggression unterdrückt wird, dann kann eine 3-bet eine gute Strategie sein. Das lohnt sich vor allem dann, wenn man viel Equity hat. Wenn die verloren geht, ist es problematisch. Wenn man wenig Equity verliert, weil man kaum welche hat, ist es unproblematisch.
Der Gegner hat auf dem Flop alle Sets, aber vielleicht nicht alle 2-Pairs. Wahrscheinlich hat er J9s, bei den anderen ist es etwas fraglich. (VPIP 17 ist nicht viel, er defendet gegen early raise). Ich weiss nicht, ob er alle 2-Pairs checkraisen würde. T8s, 87s wird er haben, T7s und 75s sind unklar. 85s wahrscheinlich nicht. Also vielleicht 3-4 Kombodraws.
Wenn er callt, dann ist seine Aggression wahrscheinlich unterdrückt. Aber sehr häufig wird er es am Flop dann einfach reinstellen.
Ich vermute, du hast knapp 40% Equity. Da der Reststack noch ziemlich gross ist gegen das Geld im Pot, ist ein All-in auf dem Flop eher ungünstig. Du hast etwas zu wenig Equity.
Andererseits wirst du auf viele Karten am Turn callen können. Da das Stack to Pot Verhältnis auf dem Turn nach einem Call noch nicht klein ist, wirst du dort ausreichend implied Odds auf eine Bet bekommen, wenn der Gegner nicht gerade eine Monstersize bettet.
Die wäre aber nicht so gut für ihn bei Stack to Pot von 3. Die geometrische Size am Turn wäre etwas unterhalb Potsize. 3x Pot wird er am Turn nicht spielen wollen, weil ihn dann kaum noch etwas callt, andere Sizes über der geometrischen Size erzeugen ungünstige Situationen für ihn am River.
Ich glaube, dass man einen Call am Flop gut spielen kann. In der Regel wird man auf dem Turn fortsetzen können.
Die Turnkarte versaut es dann etwas, weil FH Gefahr entstanden ist. Das ist kein geringer Anteil an seiner mutmasslichen Range (wahrscheinlich ca. die Hälfte). Das reduziert die Outs sehr. Die implied Odds noch mehr, weil du jetzt reverse implied Odds hast. Dafür ist die Size dann am Turn tatsächlich zu gross.
War halt eine ungünstige Turnkarte, aber meistens passiert das ja nicht.