Original von NiceToMeetYou
waren eure Eltern alle in der Stasi oder warum hattet ihr ein Telefon?
ne mein Opa war imo major bei volksarmee
Original von NiceToMeetYou
waren eure Eltern alle in der Stasi oder warum hattet ihr ein Telefon?
ne mein Opa war imo major bei volksarmee
15-16 zur Wende
Die Volkspolizei war nur mäßig beliebt... - so richtig unbeliebt war aber die Transportpolizei (TRAPO) Zuständigkeit an Bahnhöfen etc...
Mädels haben sich Windeln gekauft + Färbetabletten - so manche Küche versaut - und hatten dann prima Tücher... Haare wurden mit Zuckerwasser hochtoupiert...
Mutter hat ihre Kleider selbst genäht... - doch unsere Bekleidung kam von unsere Verwandschaft, welche diese schon vor uns getragen hatte... oder manchmal mit dem Westpaket...
In der Schule sollten wir keine Plastiktüten aus dem Westen verwenden... - war aber natürlich trotzdem irgendwie in (Westverwandschaft oder im Intershop einkaufen waren ein Statusbooster). Hat also ein Lehrer die Westtüte gestört, musste man diese auf links drehen und siche fragen lassen, ob man den etwa bei Eduscho oder Kaisers, etc. einkaufen gehe - und die Tüte doch nächste mal besser zu Hause lasse.
Viele aus der restlichen Republik haben uns Berliner gehasst, weil wir ja so priveligiert waren und die Versorgungslage besser war als im Rest der Republik... Für meine Familie kann ich zumindest sagen, dass wir wieder alles fein weiterverteilten an den Rest der Verwandschaft in der "Provinz" ♦
Ich vermisse heute die Fähigkeit der Menschen geordnete Schlangen zu blilden...
Von der 8 bis zur 10 Klasse ging es für 4 Stunden jede 2. Woche in die sozialistische Produktion, wo wir im Klassenverband Ausschuß produzierten... und dabei halfen, die Qualitätsquoute weiter zu senken... Die andere Woche ging es 4h zum Unterricht: Einführung in die Sozialistische Produktion... - ein Renner... ![]()
Als Kind machte ich ein paar mal Witze zu Mitkindern über die Stasi am Telefon, da ich vermutete, dass wir abgehört würden... die Leitung knackte öfter komisch, was natürlich auch nur technische Ursachen haben konnte...
Die gewöhnlichen Herren von der Stasi waren leicht auszumachen... - 2 Männer mit geblümten Einkaufsbeuteln gehen spazieren... Eines Tages war ich mit einem Freund ein Kind eines Angehörigen der ständigen Vertretung in Ostberlin besuchen... Der Freund klärte mich auf, das von nun an wohl auch mein Name in den Akten stände...
Um den "Familienruf" mal ein bisschen aufzupolieren und die Staatsgewalten zu verwirren, gingen mein Vater und ich mal zu einem 6 Augengespräch mit einem Bewerbemajor an meine Schule, um mich da für die 3 jährigen Offzierslaufbahn in der NVA zu "interssieren", an der ich jedoch keineswegs interessiert war...
Wir hatten nicht nur ein Telefon (Vater Berufs wegen/ in Berlin war Telefon aber eh weiter verbreitet), sonder zuletzt auch 2 Fernseher - davon einer mit Fernbedienung... - ein Onkel arbeitete im Fernsehwerk - oder so ähnlich... - da wir aber 4 Kinder waren, konnten wir uns trotzdem nicht so leicht auf das Programm einigen... was erst um 16.00 Uhr losging... Da ich nicht so dicht wie die meisten meiner Schulkameraden an der Grenze wohnte ... kriselte aber Sat.1, die glaub ich schon ein wenig früher sendeten nur, und ich konnte nie bei den über General Hospital mitreden...
Als Kind war so weit ich mich erinnere, ab der 2.ten? Klasse Pflicht jedes Jahr (an unserer Schule) 100. Mengeneinheiten (1kg Altpapier o. 1. Flasche/ Glas/ etc.) abzulierfern - am besten noch viel mehr - die besten Kinder erhielten Belohnungen und vermerkt wurde alles im Altstoffheft... Mit den Bündel Altpapier, den langen Weg zur Schule war als kleiner Steppke kein Vergnügen...
Auch wurden die Klassenzimmer nicht von Personal gereinigt, sondern von uns Schülern... - jede Klasse bestand aus 3. Brigaden, die auch sonst in meherer Hinsicht miteinander konkurrierten... und jede Woche war eine zuständig... - auch mal für hofkehren...
Ab und zu war FDJ oder Pionernachmittag. Auch war eine Wandzeitung ab und zu zu gestalten... Außerdem hatten 5 Schüler Funktionen in der Klasse... Gruppenratsvorsitzende, etc...
1 mal in der Woche war früh morgens Fahnenappell... mit Auszeichnugnen, politischen Informationen etc. Die Pioniere hatten auf "Seid Bereit" mit "Immer Bereit" und die FDJler ab Klasse 8. mit "Freundschaft" auf "Freundschaft" zu antworten... - ich antwortete gern mit "immer breit" und als Pioniere versuchten wir auch im Basston mit ins "Freundschaft" einzustimmen...
Ungefähr der 75% der Pioniere und FDJler waren in meiner Gegend nicht aus Überzeugung dabei... was die Truppen zu ziemlich laxen Haufen machte... - und das ganze dann doch eher zu einer entspannten Angelegenheit... Aber auch ich war ja schließlich gegen meinen ursprünglichen Willen in die FDJ eingetreten, nachdem mich meine Klassenlehrerin und meine Mutter innigst darum baten, mein Nein doch noch mal zu überdenken... weil es sonst ja nur Nachteile gäbe... Mein Begründung nicht eintreten zu wollen, war ironischerweise die, dass ich keiner Organisation angehören, wollte in der die Meisten nicht aus Überzeugung sind.... Innerlich war ich zwar Kommunist, aber trotzdem nicht von der Art überzeugt, wie viele Dinge liefen...
Zwischen der 9.ten und 10ten. Klasse fuhren die Jungs ins Wehrlager... (erklärt sich denk ich selbst) und die Mädels mußten mit zusammen mit den Versehrten und denen die nicht wollten (mußten natürlich einen guten Grund finden sich zu drücken) in einer gräulichen Uniform 2 Wochen durch die Schule rennen und Katastrophenschutz üben). Dank des Wehrlagers, kannte ich dann endlich Hinz und Kunz aus meinem Stadtbezirk, die Jungs die zu Hause blieben kannten dafür unser Mädchen etwas besser...) Im Wehrlager durfte ich dann auch das erstemal mit rechten und sozialdarwinistischen Tendenzen unter meinen gleichaltrigen Mitgenossen Bekanntschaft machen.
Na klar gabs auch Schuldisco... und meistens lief Westmusike ♦
Wir hatten auch eine AG-Computer... allerdings nur einen Atari 800 mit Datassette, der einemal ein Spiel 10 Minuten lud... und dann nach 10 Min nochmal anfing, wei jemand die falsche Tast drückte...