Original von nbchiller
Servus.
Ich soll eine Strategie entwickeln, wie Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen ihre Prozesse selbst optimieren können. Sprich Mitarbeiter zur eigenen Prozessoptimierung qualifizieren, die qua natura damit erstmal nichts am Hut haben.
Somit würde die Fachabteilung Prozessentwicklung/-optimierung obsolet, bzw. nur noch als Berater agieren.
Hat jemand so etwas schon mal ausgearbeitet, gemacht, Tipps, Links?
Thank you.
Einige Voraussetzungen aus meiner Sicht:
- Es wird klar kommuniziert, dass es wünschenswert ist, wenn jeder Mitarbeiter Prozesse optimiert (bzw Vorschläge dazu macht).
- Es ist transparent, welche Prozesse es gibt & wer sie ownt. Also irgendeine "Source of Truth", und sei es ein Spreadsheet.
- Dort, wo das eher über Vorschläge laufen wird, sollte es eine transparente Pipeline der Vorschläge geben & was daraus wird. Dafür gibt es mehrere Gründe, siehe unten:
Gründe warum die Pipeline mit Verbesserungsvorschlägen transparent sein sollte:
- Es erlaubt einem Mitarbeiter, seine Vorschläge zu beobachten & später auch sich mit umgesetzten Vorschlägen zu "schmücken" (bspw Mitarbeiterbewertung).
- Erhöht das Vertrauen in die Umsetzung. Zyniker "die ignorieren meinen Vorschlag doch eh".
- Mitarbeiter / Teams, welche Vorschläge ignorieren, können identifiziert werden. Man kann bspw aus der "Vorschlags-Pipeline" messen, wo besonders wenig oder langsam umgesetzt wird & dann genauer hinschauen / nachfragen.
- Es lässt sich später besser die Veränderung der Performance eines Prozesses mit dem Log an Optimierungen vergleichen. Eine "Optimierung" kann ja auch negative Effekte haben.
Im Detail hängt viel von der Art der Prozesse ab, und wie flexibel die Firma dann tatsächlich ist.
Man könnte existierende Prozesse bspw plotten auf den Dimensionen "est. Maturity" (also ob geschätzt wird, ob der Prozess schon sehr optimiert ist -- könnte der Fall bei absoluten Standardprozessen sein, für die es viel Benchmarks gibt) "est. Cost of change" (also ob eine Prozessänderung teuer wäre -- bspw Industrieprozess vs Prozess mit simplen digitalen Tools wie Mail, Office).
Persönlich würde ich nicht direkt zu irgendwelchen Frameworks wie Lean Six Sigma gehen -- finde das Risiko da, dass man nicht mehr über das konkrete eigene Problem nachdenkt, sondern sich in solchen Frameworks & ihrem Ökosystem verliert.