Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Allgemeine Verhaltensweisen
3. Passwortsicherheit
4. Was tun, wenn man Schadsoftware auf dem PC vermutet?
5. Sonstige Anmerkungen
1. Vorwort
Dieser Guide soll in relativ allgemein gehaltener Form mögliche Sicherheitslücken aufzeigen. Da sich Angriffsformen und -möglichkeiten laufend wandeln, ist es nur schwer möglich konkret auf Gegenma�?nahmen einzugehen. Es handelt sich zudem um ein extrem weites Themengebiet. Aus genau diesem Grund soll auch nicht detailliert auf bestimmte Software eingegangen werden. Es werden vielmehr allgemeine Verhaltensweise vorgestellt, die bei Einhaltung den eigenen PC sicherer machen können. Ich schreibe bewusst nicht "sicher machen", da es keine absolute Sicherheit gibt. Auch jemand, der sich diesen Guide zu Herzen nimmt, kann beispielsweise Opfer eines Angreifes werden und sein Geld verlieren. Aber es ist wie an einem Pokertisch: Warum soll man versuchen von einem TAG Geld zu holen, wenn es Fische gibt?!
Der Abschnitt Passwortsicherheit ist relativ umfangreich gehalten, da man durch unsichere Passworte alle anderen Sicherheitsmechnismen zunichte machen kann.
Dieser Guide nimmt nicht für sich in Anspruch vollständig zu sein.
2. Allgemeine Verhaltensweisen
Bei vielen Dingen wie z.B. Virenscannern hinken die Hersteller den Angreifern hinterher. Trotzdem erreicht ein Schädling den eigenen Computer meist erst mit Verzögerung, so dass man schon gewappnet sein kann. Stellt sich nur die Frage: Habe ich an alles gedacht? Um dieser Frage zu begegnen, folgt eine kleine Aufstellung an Dingen, die man bei der Sicherung des PCs in jedem Fall in berücksichtigen sollte.
Die folgenden Dinge mögen zwar trivial erscheinen, die Nichteinhaltung ist aber nach wie vor die Hauptursache für unsichere Rechner:
1. das Betriebssystem und Mailprogramm regelm�ig updaten
2. Möglichst Alternative Browser und Mailprogramme verwenden
3. einen aktuellen Virenscanner einsetzen
4. keine unbekannten Programme oder Programme aus unbekannten Quellen öffnen
5. eine Firewall einsetzen
6. Rechtebeschränkung in Windowsnutzen
7. WLAN verschlüsseln
Zu 1.:
Da die meisten Pokerclients zur Zeit ausschlie�?lich unter Windows laufen, muss man sich zuerst um die Sicherheit von Windows kümmern. Windows ist zur Zeit das meistverwendete Betriebssystem für PCs und daher auch ein sehr beliebtes Ziel für Angriffer. Da quasi täglich neue Sicherheitslücken bekannt werden und von Microsoft mit Patches behoben werden, sollte man sein Betriebssystem regelmä�?ig updaten.
Das Update kann man bei Windows XP und 2000 manuell über
Start -> Hilfe und Support -> Windows Update
starten. Auf der Webseite von Microsoft ist zudem oben rechts ein Link zu finden, mit dem man den Zeitpunkt für automatische Updates einstellen kann. Die Autoupdate-Funktion sollte man in jedem Fall nutzen, denn ein PC mit aktuellen Patches ist absolut notwendig.
Zu 2.:
Der Browser stellt neben E-Mail und heruntergelanden Dateien das Haupteinfallstor für Schädlinge dar. �?ber Skripte auf Webseiten lassen sich Viren automatisch herunterladen und installieren, der Browser verändern, usw.. Auch hier gilt im Prinzip das, was oben schon über Windows gesagt wurde: Der Internet Explorer von Microsoft ist sehr weit verbreitet und daher ein beliebtes Ziel. Alternative Browser sind nicht zwangsläufig sicherer, aber es gibt weniger Bemühungen mögliche Schwachstellen zu finden. In jedem Fall gilt aber auch hier, dass eine veraltete Software unsicher ist.
Zu 3.:
Virenscanner sind quasi der Sicherheitsgurt am PC. Wird er regelmä�?ig aktualisiert, blockt er bekannte Viren, Trojaner, usw.. Aber auch hier gibt es einen wichtigen Punkt: Ein Virenscanner ist nur so gut, wie die Virensignaturen, die er kennt. Gegen ganz neue Schädlinge, die dem Hersteller des Antivirenprogramms nicht bekannt sind, richtet er meist nichts aus. Daher muss auch er regelmä�?ig - am besten täglich, wenn man täglich das Internet nutzt - aktualisieren.
Wie beim Auto und dem Sicherheitsgurt gilt auch beim Virenscanner, dass er kein Allheilmittel ist. Es ist fatal seinen gesunden Menschenverstand auszuschalten und sich zu sagen "Ich habe ja einen Virenscanner, da kann ich jede Datei öffnen, ohne das mir was passiert." Tatsache ist, dass solch eine Einstellung von Angestellten in Firmen mit dazu geführt hat, dass sich in der Vergangenheit einige Viren explosionsartig ausgebreitet haben.
Zu 4.:
Dass man nicht einfach eine Datei von einem unbekannten Absender öffnet dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Das aber Programme aus unbekannten oder zweifelhaften Quellen sicherheitskritisch sind, wird häufig übersehen. Man lädt sich beispielsweise in der Filetauschbörse ein Pokerprogramm oder einen Schlüsselgenerator, Hack, etc. für ein Programm herunter und installiert es. Tja und woher wei�? ich, dass aus z.B. der Abschaltung der Lizenschlüsselüberprüfung nicht noch andere Dinge manipuliert wurden? Ein Virenscanner kann unter Umständen alarmschlagen - muss aber nicht. Und so übermittelt vielleicht eine umgebogene Autoupdatefunktion im Hintergrund Passwörter, ohne dass man etwas davon mitbekommt.
Zu 5.:
�?ber die Firewall sagt man, dass Sie nur so gut ist, wie man sie konfiguriert. Eine schlechte eingerichtete Firewall gaukelt einem wohlmöglich nicht vorhandene Sicherheit vor.
Wenn man eine Windowsversion mit integrierter Firewall einsetzt (z.B. Windows XP), dann sollte man diese in jedem Fall einschalten. Zusätzlich kann man sich noch eine Software Firewall installieren. Es besteht aber grundsätzlich die Gefahr, dass so eine Firewall von Programmen umgehen werden kann.
Der grundsätzliche Einsatz ist sinnvoll. Aber sowohl bei einer Software Firewall als auch einer Firewall, die in einem Router integriert ist gilt, dass man sie ordentlich konfiguriert sein muss!
Zu 6.:
Man kann Schadsoftware in einigen Fällen ziemlich die Flügel stutzen, wenn man mit separaten Windowsprofilen, bzw. Usern arbeitet. Man richtet sich also einen Account nur zum Surfen oder Pokern ein. Diesem User entzieht man die Administrator-Rechte, so dass er keine Programme mehr installieren und bestehende Programme nur begrenzt ausführen kann.
Zu 7.:
WLAN ist sehr beliebt und sehr unsicher, da die Daten in der Gegend rumgefunkt werden und leicht abgehört werden können. Es gibt statische Verschlüsselungen wie WEP und dynmische wie WPA. Beide können nachweislich geknackt werden - und das sogar relativ schnell, wenn man erstmal genügend Daten gesammelt hat, um nach Mustern zu suchen. Wer WLAN einsetzt sollte nach Möglichkeit die WPA-Verschlüsselung nutzen. Wenn die Hardware oder Software das nicht anbietet, dann ist WEP das Minimum. Alles andere ist nicht verantwortbar, da die Daten im Klartext übertragen werden und problemlos mitgehört werden können. Regelmä�?iges (wöchentlich/monatlich) �?ndern der verwendeten Schlüssel ist in jedem Fall sinnvoll.
Auch eine MAC-Authentifizierung, also nur das Zulassen von bestimmten Hardware IDs ist sinnvoll. Diese können übrigens auch gefälscht werden...
Diese Liste mag nicht vollständig sein. Aber wer diese Punkte beachtet, hat schon eine ganze Menge für die eigene Sicherheit getan. Es ist allerdings fahrlässig sich auf ein abgesichertes System zu verlassen. Ganz wichtig: 100-prozentigen Schutz gibt es nie! Der grö�?te Schutz ist, sich dies bewusst zu machen und entsprechend zu verhalten.
Links zum Thema
Wie im Vorwort erwähnt sollen allgemeine Richtlinien und Verhaltensweisen vermittelt werden. Trotzdem fühlt man sich manchmal ein wenig überfordert und möchte wissen, wie man etwas macht. Daher folgt hier eine kleine Zusammenstellung von Links, die sich mit einigen der oben angesprochenen Punkte beschäftigen.
Hinweis: �?nderungen am PC und Verwendung der Tutorial genannten Programme geschieht auf eigene Gefahr!
"10 Schritte um den PC sicherer zu machen": http://www.forum.windows-tweaks.info/thread.php?threadid=29840
Für Besitzer von Windows 2000 und XP (ohne SP2) zwei Links zum Abschalten von nicht benötigten Windowsdiensten zur besseren Absicherung gegen beispielsweise Würmer:
http://www.dingens.org/
http://www.ntsvcfg.de/
3. Passwortsicherheit
Dieser Punkt soll recht ausführlich behandelt werden. Das liegt daran, dass zwar die oben angesprochenen allgemeinen Verhaltensweisen häufig beachtet werden, aber an anderer Stelle - den Passworten - sehr nachlässig gehandelt wird. In großen Unternehmen mit guter IT-Infrastruktur stellen Passwort mit die größte Sicherheitslücke dar.
Ums gleich vorweg zu nehmen: Das beste Passwort nützt aber nichts, wenn damit sorglos umgegangen wird!
Fatal ist...
- die Weitergabe an andere Personen
- das Versenden per E-Mail
- sichtbares notieren auf z.B. Zetteln
- das Speichern in Textdateien ("c:\password.txt" - ein Klassiker ...)
- identische Passworte zu verwenden
Man sollte sich vor Augen halten, dass Passwörter nicht nur gegen Eindringlinge von au�?en schützen, sondern auch gegenüber dem Zugriff/Mi�?brauch durch z.B. Verwandschaft, Freunden, etc.. Bei Pokerstrategy.de sind mir mehrere Fälle bekannt, bei denen Freunde und Verwandte Geld verspielt haben. Die Summen waren glücklicherweise relativ klein, aber wer will darauf vertrauen?
Ein zusätzliches Augenmerk auf das Thema Passworte sollten Notebookuser werfen. Notebooks sind sehr viel leichter und schneller geklaut als PCs, so dass sichere Passworte dort besonders wichtig sind.
Was hei�?t Passwortsicherheit? Wie muss ein sicheres Passwort aussehen? Was für Kriterien gibt es? Worauf sollte ich achten?
Nun zunächst einmal sollte man sich vor Augen halten, wie Passwort in Erfahrung gebracht werden können:
1. Keylogger, Trojaner und andere Schadsoftware
2. Wörterbuchattacken
3. Brute Force
Zu 1.:
Gegen Keylogger, Trojaner, usw. hilft selbst das beste und komplizierteste Passwort nichts. Wenn es als Klartext ausgelesen und übertragen wird, dann braucht der Angreifer es einfach abzutippen.
Zu 2.:
Wörterbuchattacken verwenden wie der Name schon sagt, eine Textdatei mit Worten, die nacheinander ausprobiert werden. In diesen Textdateien stehen häufig verwendete Worte wie Vornamen, Eigennamen, gängige Begriffe wie "Passwort", usw..
Achtung: Typische Schreibfehler werden sehr häufig berücksichtigt; gleiches gilt für Wortvarianten.
Zu 3.:
Brute Force setzt die Brechstange an und probiert mehr oder minder stur alle möglichen Kombinationen aus. Gegen Bruteforce hilft letztendlich nur ein möglichst komplexes Passwort (dazu folgt weiter unten auch ein Beispiel).
Wie sollte jetzt ein sicheres Passwort aussehen?
- Länge: mindestens 8 Zeichen lang
- Zeichen: 3 der 4 folgenden Kriterien sollten erfüllt sein: Gro�?buchstaben, Kleinuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen
- Begriffe: keine Wörter aus einem Dictionary und keine Eigennamen verwenden
- keine Zeichen mehrfach (�AAAA�) verwenden
- keine Zeichen verwenden die auf der Tastatur nebeneinander liegen (�WERT�)
- keine logischen Zeichenfolgen ("12345" oder "abcde
verwenden
Warum ist aber jetzt ein Passwort wie zu Beispiel F1hrz2$g sicherer als fahrzeug bei einer Bruteforceattacke - beide haben doch 8 Stellen?
Das Geheimnis steckt in der Komplexität:
Es gibt in unserem Alphabet 26 Gro�?buchstaben, 26 Kleinbuchstaben, 10 Ziffern und einen Haufen Sonderzeichen. Wenn ich als Angreifer davon ausgehen kann, dass nur Kleinschreibung verwendet wurde, dann muss ich (bis zu) 26 hoch Stellenanzahl des Passwortes Kombinationen ausprobieren, um das Passwort herauszufinden. Muss ich dagegen mit rechnen, dass auch Gro�?buchstaben und Ziffern verwendet wurden, dann werden es schon bis zu 52 hoch Stellenanzahl Kombinationen!
Bei 2 Stellen hat ein einfaches Passwort gerade mal 676 mögliche Kombinationen (26 * 26), ein komplexes Passwort hingegen 2704 (52 * 52). Mit jeder Stelle potenziert sich dies: Bei 3 Stellen sind dies 17576 Kombinationen (einfaches Passwort) gegen 140608 Kombinationen (komplexes Passwort). Mit jeder Stelle mehr wird also ein komplexes Passwort um ein vielfachfaches sicherer!
Auch wenn ein Passwort wie Passwort1 nach den oben genannten Kriterien sicher erscheinen mag, so ist es trotzdem sehr unsicher gegenüber von Wörterbuchattacken! Das Wort "Passwort" gro�? schreiben ist vollkommen normal und Passworte werden sehr gerne einfach fortlaufend hochgezählt. Man muss sich also noch mehr einfallen lassen...
Komplexe Passworte mögen sicherer sein, aber wie soll man sich die merken?
Eine einfache Möglichkeit besteht darin, Passwörter in 2 Schritten zu generieren:
- ein einfach zu merkendes Passwort auswählen
- danach durch eine weitere Umformung verfremden
Aus dem Wort Lieferant wird zu Beispiel L32f2r$nt wenn die Vokale ersetzt werden (a=1, e=2, i=3, o=4, u=5) und der letzte Vokal das Sonderzeichen $ erhält. (Nach gleichem Schema wurde oben "Fahrzeug" umgewandelt.)
Jeder kann sich leicht einen eigenen Algorithmus ausdenken, der dann immer wieder für neue Passwörter verwendet werden kann. Nur das Basiswort wird jeweils verändert. Dieses kann dann sogar zur Erinnerung im Klartext hinterlegt werden, da es ohne den Algorithmus relativ wertlos ist.
Zur Anregung hier ein paar weitere Vorschläge:
- Einen Satz bauen und die Anfangsbuchstaben der einzelnen Worte verwenden, Ziffer und Sonderzeichen ergänzen
Dies ist ein sicheres Passwort - DiesP - D1iesP9§
Ich denke mir ein Passwort aus - IdmePa - Idme2&Pa
- Einen Namen rückwärts schreiben und durch Zahlen, bzw. Sonderzeichen ergänzen
Maria - airaM - a2ira6M?
- Vokale im Wort durch Zahlen (Position im Passwort) ersetzen, mit Sonderzeichen auf 8 Stellen auffüllen
Hilfe - H2lf5§%/
Ein Passwort wie F1hrz2$g ist also wirklich sicher?
Wie ganz zu Anfang geschrieben geht es in dem Guide darum, die Sinne für potentielle Sicherheitslücken zu schärfen. Ein komplexes Passwort für sich allein gesehen mag sicher sein - aber im Kontext kann es unter Umständen dafür sorgen, dass man sich in falscher Sicherheit wiegt.
Ein Beispiel:
Ich bin Angreifer und wei�?, dass ich das Passwort des Pokerprogramms meines Opfers nur sehr schwer knacken kann. Daher suche ich mir einen einfacheren Weg: Ich benutze einfach die Funktion zum Anfordern von vergessenen Passworten. Die E-Mail-Adresse eines potentiellen Opfers herausfinden ist meist extrem einfach und somit auch das Abfragen von E-Mails .... denn das Passwort für den E-Mail-Account ist ja noch nicht komplex gewesen...
Wie gesagt, es geht darum sich über solche Möglichkeiten bewusst zu werden und Gegenma�?nahmen zu ergreifen.
Ein anderes Beispiel:
Es gibt häufig die Möglichkeit zu Anforderung von vergessenen Passworten über persönliche Sicherheitsfragen. Bei sowas ist es zum Beispiel überaus dumm "Wie hei�?t Dein Hund?" zu wählen und gleichzeitig in diversen Foren, ein Foto vom eigenen Hund als Avatar zu haben, auf dessen Halsband "Waldi" zu lesen ist. Oder aber alternativ auf der eigenen Homepage, bzw. dem Blog solche Informationen preiszugeben. So abwegig das klingt, solche Fälle passieren - sogar recht häufig. Ursache ist meistens Achtlosigkeit.
Was ist sonst noch bei Passworten zu beachten?
- Ein Passworte sollte grundsätzlich nicht mehrfach verwendet werden.
- Passworte sollten regelmä�?ig geändert werden.
- Passworte sollten nicht fortlaufend hochgezählt werden.
- Verwenden mehrere Personen einen PC sollten Funktionen zum Speichern von Passworten (Pokerclient, Browser, usw.) nicht verwendet werden!
- Passworte sollten im Browser für Seiten wie z.B. Netteller grundsätzlich nie gespeichert werden!
Ach ja: Das Tastaturlayout sollte man im Auge behalten. Insbesondere bei Windows 2000 schaltet man schnell man von deutsch nach englisch und umgekehrt. Gerade bei der Verwendung Sonderzeichen funktionieren Passworte ganz schnell nicht mehr. ♦
4. Was tun, wenn man Schadsoftware auf dem PC vermutet?
Das Wichtigste überhaupt: Wenn ich sicher wei�?, dass mein Rechner z.B. von einem Trojaner oder Keylogger befallen ist, dann sofort die Verbindung zur Aussenwelt trennen! Sprich Netzwerkabel ziehen oder WLAN-Karte deaktivieren. Dabei unbedingt auch die Verbindung zu anderen PCs im Netzwerk kappen. Anschlie�?end sollte man einem unabhängigen PC aus die wichtigsten Passworte, die man online verwendet, ändern.
Da einige Schädlinge Virenscanner au�?er Kraft setzen, sollte man unbedingt mit einem sauberen Betriebssystem booten. Nur so kann man sicher gehen, dass alles gefunden wird. Damit man im Schadensfall die Möglichkeit dazu hat, sollte man vorher ein bootfähige CD/DVD erstellen, auf der auch Virenscanner und andere Tools zu finden sind. Es gibt auch schon einige fertige Lösungen hier, die man hier finden kann: http://www.datenschutzzentrum.de/systemdatenschutz/meldung/sm98.htm
Wenn der Rechner nicht vollständig gesäubert werden konnte oder aber man sich nicht sicher ist, ob der Schädling wirklich vollständig beseitigt wurde, sollte man im Zweifelsfall den Rechner komplett neu aufsetzen. Anschlie�?end - insbesondere wenn man nicht wei�?, woher der Schädling kam - nur die nötigste Software installieren und die neuesten Patches einspielen.
Ein weiteres Problem kann Spyware sein, die man sich schnell durch Free- und Shareware einhandelt. Zum Aufspüren und Entfernen von Spyware wurde hier im Forum auf einen guten Artikel verlinkt. Da ich nicht alles abtippen will verweise ich einfach mal direkt darauf:
http://www.forum.windows-tweaks.info/thread.php?threadid=19204
Ein kleiner Hinweis noch dazu: Mit Spybot Search & Destroy (siehe Link) kann man das System auch immunisieren, so dass sich bekannte Spyware gar nicht erst einnisten kann.
Doch gerade in letzter gibt es vermehrt Schadsoftware wie Trojaner, die mit sogenannten Rootkits versteckt werden, damit normale Antivirenprogramme sie nicht finden.Diese Rootkits machen sowohl Dateien als auch Systemprozesse quasi unsichtbar.
Ein praktischer Fall im Zusammenhang mit Poker ist ebenfalls schon aufgetreten: Eine Version vom "rbcalc" (auch bekannt als "rake calculator
beinhaltete einen Trojaner, der mit einem Rootkit installiert wurde. Im Hintergrund übertrug der Trojaner unbemerkt Passworte von Pokerclients. (Das Programm stammt übrigens von einer vertrauenswürdigen Webseite. Der Trojaner wurde aber von einem externen Entwickler eingebaut. Selbst vertrauenswürdige Download-Quellen sind also nicht zwangsläufig sicher. Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass der Betreiber sofort nach Bekanntwerden umfassend gehandelt hat.)
Zum Aufspüren von solcher mit Rootkits versteckter Software gibt es 2 Programme, die relativ weit verbreitet sind und häufig weiterempfohlen werden:
F-Secure Blacklite ( https://europe.f-secure.com/blacklight/ )
RootkitRevealer ( http://www.sysinternals.com/Utilities/RootkitRevealer.html )
Während F-Secure Blacklite z.T. selbstständig Rootkits entfernt, liefert der RootkitRevealer auf mögliche Rootkits. Die �?berprüfung, ob es sich wirklich um Schadsoftware handelt, muss man beim RootkitRevealer selbst vornehmen - genauso wie dann die Löschung.
Hinweis zur Software:
Man kann es eigentlich nicht häufig und deutlich genug sagen, aber nur weil Scansoftware nichts finden, muss das nicht unbedingt hei�?en, dass der Rechner sauber ist. Das einzig sichere Mittel ist im Zweifelsfall den Rechner neu aufsetzen und nur Software zu installieren, von der man wei�?, dass sie keine Schadroutinen enthält.
5. Sonstige Anmerkungen
- Da ein Schädling im Zweifelsfall bedeutet, dass man sich entschlie�?t den PC neu aufzusetzen, sollte man sich Gedanken über Datensicherungsstrategien machen.
- Notebookbesitzer, die ihr Notebook auch mal au�?er Haus dabei haben, sollten ihr Festplatte verschlüsseln. Man kann einen Rechner mit Bios-Passwort und Windowsanmeldung absichern. Aber bei einem geklauten Notebook wird einfach die Festplatte ausgebaut und von einem anderen Rechner aus ausgelesen. Eine Verschlüsselung schützt davor recht zuverlässig.
- Nach Möglichkeit sollte man sich über aktuelle Sicherheitsentwicklungen informieren. Das Lesen von IT-Newstickern wie z.B. http://www.heise.de/security ist daher zu empfehlen.
- Verhaltet euch kritisch gegenüber Pokersoftware, die märchenhafte Gewinnzuwächse oder Vorteile verspricht, die man aber absolut kostenlos bekommt. (Ich spreche hier ganz klar nicht von deals, die Pokerstrategy.de mit irgendwelchen Herstellern getroffen hat.)
Abschlie�?ende Bemerkung:
Wenn Ihr Fragen habt oder glaubt ein Problem mit Schadsoftware zu haben, dann sprecht das im Forum an. Wenn tatsächlich eine Pokersoftware solche "Probleme" verursacht, ist das für alle interessant. Ich war selbst durch den Trojaner im Rackback Calculator betroffen. Mein Virenscanner sagte mir vermutlich erst Wochen nach der Infektion bescheid, so dass ich eingreifen konnte. Die Infektionsquelle habe ich aber im Forum erfahren. Viele andere, die das noch nicht gemerkt hatten, konnte das Ding deinstallieren, ohne dass es zu Schäden kam.
Es handelt sich also nicht um abstrakte Bedrohungen, sondern es kann wirklich jeden treffen. Ein aktuelles, abgesichertes System, kritische Aufmerksamkeit und nicht zuletzt gesunder Menschenverstand können aber mögliche Schäden vermeiden oder zumindest minimieren.
Falls es au�?er oben verlinkten Tutorials noch andere gute gibt, ergänze ich diese gerne.