Turnierstrategie für Einsteiger: Erste Tipps zum Start
Hier lernst du, was es mit einem „Poker-Turnier“ auf sich hat und welche Gewinnmöglichkeiten du in Turnieren hast. Zu guter Letzt zeigen wir dir deine erste Turnier-Strategie und wie du diese Testen kannst ohne Risiken einzugehen.
In Turnieren spielst du mit deinem Startgeld gegen viele Gegner um einen großen Preispool.
In einem Turnier erhältst du eine bestimmte Anzahl an Chips für dein Startgeld. Im Gegensatz zum Cashgame kannst du bei Turnieren in der Regel später keine Chips mehr nachkaufen. Ein Turnier endet, wenn ein Spieler alle Chips besitzt. Er ist der Sieger des Turniers. Die anderen Platzierungen werden nach dem Zeitpunkt des Ausscheidens bestimmt. Da in der Regel viele Spieler an einem Turnier teilnehmen, gibt es für die Sieger einiges zu gewinnen. Preisgelder gibt es meist für die Top 15% der Teilnehmer.

Bei diesem Turnier beträgt das Buy-In $200 (plus eine Gebühr von $15) und 8306 Teilnehmer haben sich registriert. Daraus ergibt sich der Preispool von $1.661.200,00. Dieser wurde an die bestplatzierten 1260 Spieler ausgeschüttet (das sind etwas mehr als 15% der Teilnehmer). Der Sieger erhielt dabei $244.367,20 und hat seinen Buy-In somit ver-1200-facht. Bei kleineren Turnieren erhält der Gewinner in der Regel das 50 bis 200fache seines Buy-Ins.
Turniere machen Spaß und du kannst mit schwacher Konkurrenz rechnen
Turniere erfreuen sich sowohl bei Freizeitspielern als auch bei Profis größter Beliebtheit. Bei einem Turnier hat man ein sehr gutes Risk-Reward Verhältnis, da man ein Vielfaches seines Buy-ins gewinnen kann. Außerdem wecken sie den sportlichen Ehrgeiz der Teilnehmer. Wieviele Teilnehmer kannst du hinter dir lassen?! Nicht zu vergessen, dass auch die Poker Weltmeisterschaft WSOP (World Series of Poker) in diesem Format ausgetragen wird.
Jeder der schon einmal ein Turnier gespielt hat, kennt auch den Nervenkitzel wenn die Blinds steigen und jede Entscheidung immer verantwortungsvoller wird.

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Natürlich entscheidet auch bei Turnieren die richtige Strategie.
5 Tipps für deinen profitabeln Einstieg in die Turnier-Welt
1. Spiele tight-aggressive
Tight bedeutet, dass du nicht alles spielst, was dir in die Finger kommt. Es gibt eine Menge Karten, die sehen schlecht aus und sind es auch. Es gibt aber auch welche, die sehen gut aus, sind es aber trotzdem nicht, König Bube zum Beispiel.
Nach dem Flop musst du dich nicht an jedem Paar festbeißen. Zu wissen, wann man geschlagen ist oder der Preis unvertretbar hoch, kann einem viel Geld sparen.
Die richtige Startkartenauswahl ist die halbe Miete und viele deiner Gegner auf den kleinen Limits verbrennen genau dabei ihren Buy-in. Sie spielen zu viele Blätter oder wissen nicht, wann sie sich lieber aus der Schusslinie halten sollten mit Karten, die ihrer Meinung nach doch ganz gut aussehen.
Aggressiv bedeutet, dass du das Maximum aus deinen Monstern herausholst. Bette groß, wenn du eine starke Hand hast und versuche dich nicht im Slowplay.
Die Raise-Size mit der du in ein Turnier einsteigst, richtest du nach der Turnierphase. Zu Anfang, während es noch keine Antes gibt, solltest du 3 bis 4BB openraisen. Sobald Antes einsetzen kannst du diesen Betrag zunächst auf 2,5BB, später (wenn du bereits ein Preisgeld sicher hast) sogar auf lediglich 2BB reduzieren.
2. Call-20-Regel
PocketPairs können eine Möglichkeit darstellen mit geringem Einsatz große Pötte abzustauben. Wenn bereits ein oder mehr Spieler in eine Hand eingestiegen sind, kann ein Call sehr profitabel sein.
Als Faustregel sollte der zu zahlende Betrag maximal 5% eures Stacks entsprechen (ihr also noch 20 mal so viele Chips übrig haben) und eure Gegner sollten über einen vergleichbaren oder größeren Stack verfügen wie ihr.
Trefft ihr am Flop euer Set (Drilling), so spielt ihr die Hand natürlich aggressiv weiter. Trefft ihr hingegen nicht, könnt ihr sie einfach aufgeben ohne viel investiert zu haben.
3. Der Limp ist keine Option
Ein häufiger Anfängerfehler. Du hältst eine spekulative Hand wie Q :spade:T
oder 9 :heart:8
und würdest dir damit gerne den Flop anschauen. Der günstigste Weg scheint hier der Limp zu sein, d.h. den Big Blind einfach nur zu callen. Das ist falsch!
Der Limp mag verlockend sein, ist aber in den wenigsten Situationen sinnvoll. Viel sinnvoller ist es mit einem Raise in die Hand einzusteigen, da es euch dieses ermöglicht den Pot auch Preflop bereits einzusammeln.
4. Spiele Continuation-Bets
Wenn du Preflop geopenraist hast und von ein oder zwei Spielern gecallt wurdest, solltet du stets eine Continuation-Bet setzen.
Folgende Vorraussetzungen müssen hierfür gegeben sein:
• Du hast maximal 2 Gegner
• Du hast Preflop eine starke Hand repräsentiert und bist mit einem Raise in die Hand eingestiegen
• Am Flop gab es bislang keine Bet eines anderen Spielers
Erfüllt ihr diese Vorraussetzungen, solltet ihr eine Continuation-Bet setzen die etwa 50% der aktuellen Potsize beträgt.
5. Push-or-Fold
Sobald du weniger als 15BB übrig hast, befindest du dich in der Push-or-Fold Phase. In dieser Phase solltest du auf open raises verzichten und stets Preflop die Entscheidung zwischen pushen (direkt All-in gehen) und folden treffen. Halte dich dabei an die folgende Strategie.
Vorraussetzung: Du hast weniger als 15BB und vor dir ist kein Spieler mit einem Raise in die Hand eingestiegen. Limper beeinflussen unsere Entscheidung nicht.
Die Positionen:

UTG bis MP1:

MP2 bis CO:

BU und SB:

Und das bedeuten die Farben:
rote Hände pushen wir sobald unser Stack 15BB oder weniger umfasst.
blaue Hände pushen wir zusätzlich wenn unser Stack zwischen 5 und 10BB groß ist.
grüne Hände pushen wir sobald unser Stack weniger als 5BB umfasst.
Bankroll-Management.
Wenn Du Poker langfristig angehen möchtest, solltest du ein Bankroll-Management benutzen. Sieh das Geld, mit dem du dich an einen Tisch setzt, immer als Investition an. Du investierst nur, wenn sie eine gute Rendite versprechen und sich das Verlustrisiko überschauen lässt. Das erreichst du im Poker, indem du ein Bankroll-Management anwendest.
Es sagt dir, in welche Buy-ins du investieren kannst, also wie hoch du spielen solltest, um ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen deinem Wunsch...
• ... bei einem erfolgreichen Turnier möglichst viel Geld zu holen.
• ... die Verluste zu überbrücken, wenn es mal eine Zeit lang nicht gut für dich läuft.
Das erreichst du zu Beginn, wenn deine Bankroll zumindest 150x so groß ist, wie dein Buy-in. Bankroll-Managment wird wichtig, wenn du dich entscheidest Turniere sehr regelmäßig zu spielen. Zum Testen der Variante musst du natürlich nicht mit 150 Buy-Ins starten. Je höher die Limits werden die du spielst desto konservativer sollte auch dein Bankroll-Management werden.