So, da bin ich wieder.
Mental Game of Poker habe ich jetzt komplett durch, nur konnte ich aus verschiedenen Gründen nicht grinden, die Tage. Ab nächster Woche ist es aber wieder meine Hauptbeschäftigung.
Durch das Studieren des Buches habe ich eine ganz andere Sicht auf Poker, Tilt, Angst, Selbstvertrauen und Motivation bekommen (also alle Kapitel werden auch im Buch gesondert abgearbeitet und gehen erstaunlich miteinander einher). Diese Aspekte sind miteinander ziemlich verknüpft. Arbeitet man am Tilt, arbeitet man gleichzeitig auch an den anderen Teilaspekten, oder muss daran arbeiten. Wie ich das machen werde, werde ich mir in den nächsten Wochen nach und nach erarbeiten.
Viel wichtiger ist mir eine bessere Zielsetzung.
Das Ziel 100k zu gewinnen, dieses Jahr, ist zwar ein gutes Ziel, aber eine Geldsumme sollte eher aus qualitativen Zielen resultieren, weil man die Geldsumme sowieso nicht beeinflussen kann. Es ist halt sehr wichtig, Dinge einfach auszublenden bzw. das Nachdenken darüber zu unterlassen, die man nicht beeinflussen kann. Das habe ich unterbewusst schon länger gemacht, aber auch da habe ich noch einige Mängel.
Also was sind nun gute Ziele, die nicht resultatorientiert sind?
Man kann eine bestimmte Handanzahl nehmen, was aber auch noch zu stark resultatorientiert ist, weil Hände ein Resultat darstellen. Was ist wenn ich krank werde? Was ist, wenn ich mein Handziel nicht erreiche, aufgrund von Sachen, die ich nicht beeinflussen kann, oder falsch beeinflusse (die Motivation, die ich aufbringen muss um diese Hände zu spielen, z.B.)
Also denke ich, dass eine Handanzahl oder ein bestimmter VIP-Status kein gutes Ziel darstellen, als Longtermziel. Kurzfristig/mittelfristig sehe ich das anders, hier kann man durchaus Handsamples als Motivationsquelle einbauen. Also werde ich die Handanzahl nur mit in die großen Ziele einbauen, nicht aber als direktes Ziel definieren, denn Hände müssen obv gespielt werden, darum geht ja das Ganze hier auch^^, ansonsten kann ich meine Ziele auch nicht erreichen, die das Spielen von vielen Händen erfordern.
Ich habe mir nun durch den Kopf gehen lassen, was ich für langfristige und kurzfristige Ziele im Poker habe. Diese Ziele sind noch nicht vollständig und noch flexibel, weil ich selbst gerade nicht so Recht weiß, was ich überhaupt will. Aber bevor ich die ganze Arbeit dahin werfe, oder irgendwie vor mich hingrinde, nur so viel arbeite, wie es für mein Limit reicht und damit ich leben kann, brauche ich einen soliden Plan. Und ohne Ziele funktioniert kein Plan. Und ein 100k/Jahr-Ziel kann nur von einem Fisch kommen bzw. von einem Spieler, der grobe Leaks in seinem Mental Game hat, also ein Mental-Game-Fisch.
Auch Jahresziele, die am Jahresanfang gemacht werden, sind meist zum Scheitern verurteilt und mein 100k Ziel war sowas in der Art. Also nochmal Reset.
Meine neuen langfristigen Ziele
Langfristig bedeutet hier ein Zeitrahmen von 1 Jahr +
- Mir auf einer großen Samplesize beweisen, dass ich die Smallstakes crushe, was imo ca. 500k Hände sind (ist eine Bankroll-Frage, später mehr)
- Mich als starker Reg auf den höheren Stakes meiner Seite etablieren und es mir wieder auf einer großen Samplesize beweisen
- Alle meine Mängel im Mental Game kennen und jeweils einen Plan entwickeln, wie ich sie los werde
- stetiges Arbeiten an meinem Game, ununterbrochen und ohne Ausnahme, nach dem Process-Modell aus Mental Game of Poker
- 2 stündige A-Game-only Sessions spielen (ist imo das tougheste Ziel)
- Herausfinden welche Stärken auf dem Level der unbewussten Kompetenz sind
- Herausfinden welche Schwächen sich auf dem Level der unbewussten Kompetenz finden und fixen bzw. zu Stärken machen
- Mein heutiges A-Game ist in einem Jahr mein C-Game (das beeinhaltet viel Trackingarbeit abseits von Händen usw.)
Wie ich an die Sache herangehe, dafür erstelle ich mir nach und nach einen Plan, der dann obv unterstützt wird von kurz- mittelfristigen Zielen.
Bankrollfrage: Natürlich ist es obv, wenn ich auf 100k Hände einen totalen heater erwische, werde ich nicht mehr mainly NL200 spielen, es sei denn ich muss viel auscashen, was ich vermeiden will. Hier greift dann das Ziel mich auf den Midstakes zu etablieren, was ein gesundes shotten verlangt. Wie gesundes shotten für mich aussieht, erkläre ich, wenn es soweit ist. Vorher habe ich immer ungesund geshottet, sprich ich hatte die Bankroll und einfach drauf losgespielt. Zum Glück hatte ich immer mehr Skill als der Durschnitt, weshalb das shotten auch gut gelang bzw. gut lief. Nur komme ich an meine Grenzen, die mir bspw. der Ausflug auf Zoom gezeigt hat. Aber wie gesagt, dazu mehr, wenn es soweit ist.
Jetzt wird erstmal gegrindet.