Hallo Leute,
ich werde im Eröffnungspost auch noch einiges in der nächsten Zeit hinzufügen, da 99% der Threads bzgl. diesem Thema mit dem völlig falschen Standpunkt eröffnet werden und werde etwas Klarheit in die ganze Sache bringen.
Edit 5.12.2009
Stats, Selbsteinschätzung und das Bedürfnis aus Stats sich zu verbessern bzw das Bedürfnis sein Spiel an "optimale" Stats anzupassen:
1. Wie entsehen Stats überhaupt?
Stats entstehen dadurch, indem ein Trackingprogramm alle gespielte Hände eines Spieler aus der Datenbank nimmt und bestimmte Spielzüge über eine Formel mittelt. Ein Statusprogramm sieht also NICHT in welchen konkreten Spots jemand limped, openraised, contibettet, C/raised, folded etc., sondern nur das es dieser jemand zu einer bestimmten %-Anzahl tut.
2. Selbsteinschätzung
Immer wieder geistern im Forum (und auch in einigen Strategieartikeln) Zahlenwerte rum, die laut irgendeiner mir unbekannten Quelle anzustreben seien. So werden dort Werte gepostet von, die angeblich erprobt sind und ganz tolle Ergebnisse hervorbringen.
Wichtig: In jeder Pokervariante die POSTFLOP gespielt wird, werden Preflopstats immer irrelevanter, da der Fehler den man Postflop machen kann um EINIGES größer ist in vielen Fällen als der Fehler den man Preflop machen kann.
D.h. ob man jetzt 12/10 oder 20/18 oder 20/12 oder 45/30 spielt und ob das gut oder schlecht ist hängt davon ab ob man
a) darüber bewusst ist das man so spielt
b) darüber bewusst ist was man damit bewirkt
c) die richtigen Schlussfolgerungen und Adaptionen stellen kann
Ab NL1k z.b. gibt es so einige Spieler die mit Stats spielen, die jeder Microlimit als Superfish kategorisieren würde, aber die mit zu den größten Winnern auf diesem Limits gehören. Diese Spieler sind einfach im Gegensatz zum Fisch in der Lage aus jeder Situation das maximal mögliche einzugehen und wissena uch darüber bescheid, dass ihr Spielstil bestimmte Situationen künstlich erzeugt etc.
D.h. Selbsteinschätzung über Stats funktioniert NUR, wenn man überhaupt weiss wieso man mit diesen und jenen Stats spielt. Um das WIESO zu beantworten muss man überhaupt erstmal verstehen was man hier macht und viel weiter in die Basics gehen.
So wissen 99% der Microlimitspieler nicht wieso sie irgendwas machen, sondern machen irgendwas weil ihnen jemand anderes das gesagt hat. Am Anfang ist das natürlich auch okay, aber um mittelfristig erfolgreich sein sollte man sich bemühen mit dem selber Denken anzufangen.
3. Das Bedürfnis sich anhand von Stats zu verbessern:
Alle paar Tage postet hier jemand seine Stats, seine Tabelle und seine Graphen ohne großartig ein Wort über sein eigenes Spiel, das Spiel seiner Gegner und die Hintergründe dieser Stats dazulassen und erwartet dann eine Aussage ala:" Ja du hast hier nicht 74.5234234% was laut XYZ der optimale Stat in dem und dem Spot ist."
Das einzige was daraus folgt ist, dass jetzt krampfhaft versucht wird irgendwelche vermeintlichen Leaks zu stopfen indem man künstlich irgendwelche Spielzüge macht OHNE den Sinn und Verstand dahinter zu verstehen.
Ein Leak was man bei vielen Spielern z.b. in den Stats erkennt ist, dass sie zuwenig am Turn und River setzen und entweder zu oft folden oder callen. Wenn ich das in den Stats erkenne, dann kann ich zwar darauf hinweisen, der User weiss aber nicht im geringsten WIESO er dort mehr betten und weniger callen/folden sollte. Ich kann es ihm auch nicht erklären, da ich nicht die einzelnen Spots in denen er dieses Problem hat kenne und er selber diese Spots nicht erkennt, da er sonst nicht zu wenig betten würde.
Es ist also schlussendlich EXTREM wichtig, dass ihr euer eigenes Spiel versteht bevor ihr versucht euer Spiel durch Statsoptimierung zu tunen. Und das geht nur, wenn ihr die Basics die Poker ausmachen überhaupt versteht.
4. Thema Non-SD Winnings:
Das Thema Non-SD Winnings ist ein Thema was mich persönlich mittlerweile nervt, da diese Linie ständig falsch interpretiert wird von Anfängern und ständig in diesen Threads verheerende Verschlimmbesserungen empfohlen werden (ähnlich den vermeintlich "guten" Tips bezüglich der Stats).
i) Was sind Non-SD Winnings und was sind SD Winnings und wie entstehen sie?
Non-Sd Winnings entstehen, wenn wir durch aktive Geldinvestition vor dem Showdown Pötte gewinnen.
Bsp: Wir cbetten nachdem unser Gegner Preflop gecalled hat und er folded -> Non-SD Winnings steigen
Bsp: Wir cbetten und unser Gegner raised uns und wir folden -> NON-SD Winnings sinken
Bsp: Wir cbetten unser Gegner called und wir checken am Turn und geben auf die gegnerische Bet auf -> Non-SD Winnings sinken
Sd Winnings entstehen, wenn wir öfter als der Gegner im Schnitt die bessere Hand am SD halten.
Bsp: Wir halten 100 mal AA am SD und können einen 200BB Pot gewinnen. In 55 der Fälle in denen wir gecalled werden halten wir die beste Hand und in 45 der Fälle halten wir nur die zweitbeste Hand. Im Schnitt gewinnen wir aber. -> die SD Winnings steigen
D.h. je öfter wir den Pot VOR dem SD gewinnen, desto wahrscheinlicher wird es das unsere Non-SD Winnings steigen
je öfter wir den Pot am SD gewinnen, desto wahrscheinlicher wird es das unsere SD Winnings steigen.
Die Non-SD Winnings kann man z.b. künstlich steil in die Höhe treiben, wenn wir einfach jede Hand die wir Preflop raisen 3x barreln. Entweder verlieren/gewinnen wir am SD oder wir gewinnen den Pot vor dem Showdown.
Um jetzt aber gezielt die Non-SD Winnings zu optimieren muss man verstehen wie man GEZIELT Spots aggressiv spielt und dazu benötigt es Postflopkenntnisse die der typische Bronze bis Gold Spieler einfach nicht hat. Die Standardstrategien die Anfängern vermittelt werden, haben zur Grundlage, dass sie
a) gegen schlechtere/schwächere Spieler mit starken Händen am SD aufwarten können
b) dementsprechend häufig mit marginalen Händen vor dem SD aufgeben und mit guten Händen am SD aufwarten.
Daher haben auch die meisten Microlimitspieler Graphen in denen die SD Winnings wesentlich größer als die Non-SD Verluste sind und man damit Overall im + ist.
Es gibt kein Patentrezept um mal eben die Non-SD Winnings zu verbessern, da Anfängern einfach dazu die Fähigkeit über Equityeinschätzungen, relative Handstärken, dünnes Valuebetten, dünnes Bluffbetten, etc. Dies sind alles Konzepte die Postflopverständnis benötigen und nicht von heute auf morgen gelernt werden können, sondern sich geziel und sukzessiv angeeignet werden müssen.
Edit 16.8.2010
Original von Jonace999
da soviele ihre stats hier posten und bewertet haben wollen, schreib ich mal wie die in etwa aussehen sollten damit jeder nachschaunen kann.. ich hab nirgends ne tabelle gefunden und mir mal selbst diese erstellt (natürlich nicht nach eigenem ermessen sondern durch content recherche)
jetzt poste ich sie hierdas sind nur normalwerte, damit man nachschauen kann wo in etwa man leaks haben könnte!!
mir ist klar und euch hoffentlich auch, dass man auch mit werten ausserhalb dieser range erfolg haben kann, und dass man auch ohne jegliche ahnung zufällig 65% cbetten kann. das sind normalwerte und richtlinien die ihr vergleichen könnt um eventuelle leaks rauszufiltern.
ziel ist das werte die außerhalb dieser ranges liegen als leaks erkannt werden können, wenn man nicht genau weiß warum das so ist.bss sh (bis nl100):
sample size: mind. 10k hände
vpip: 17 - 28
pfr: 14 - 23
(17/14 is eig schon ziemlich nitty für 6-handed)vpip/pfr: 70 - 85%
3bet range: 5 - 8,5
(leute mit mehr als 8% kann man meistens profitabel 4betten. manche 3betten überhaupt nur die nuts.. ez fold dann für villain)call 3bet: 20 - 34%
(nicht mehr! vorallem auf den micros)4bet range : 1,5 - 2,5
Agg: 2,5 - 3,8
Agg Freq: 30 - 40
cbet Flop: 60 -75%
cbet Flop success%: 40 - 55
%fold flop to cbet: 45 - 58
turn cbet: 37 - 48
(weniger is exploitable)%fold flop vs raise: 41 - 56
(fold button is nicht zur verzierung da.)wtsd: 22 - 28
w$@sd: 50.5 - 55
%w$wsf: 41 - 49
die werte sind eig eher breit gewählt dh wer ausserhalb spielt sollte ziemlich genau wissen was er tut. grenzwerte könnten auch schon ein leak sein. werte die oft leaks sind und die mir oft bei anderen spielern auffallen habe ich fett angestrichen.
wichtig: nicht denken: scheiße mein cbet flop ist doch zu hoch naja cbet ich halt weniger. sondern sich das thema cbets nochmal ansehn und schaun ob man vllt in den falschen spots cbettet. einfach irgendwann mal nicht cbetten um nen % zu sparen is kontraproduktiv.
und noch wichtig: das hier lesen <--
so jetzt könnt ihr den thread vollflamen welche ranges nicht alle schwachsinnig gewählt sind und wos nicht überall bessere tabellen gibt.
Original von Jonace999
hab sie doch fertig gestellt.. schließlich hab ichs versprochen.es gilt, (wie für die sh stats -> https://forums.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?threadid=905711 ) dass dies keine richtlinien sind, sondern hilfen seine leaks herauszufinden.
BSS Fullring (bis nl100):
sample size: mind. 10k hände
vpip: 13 - 21
(du hast aber 12? start playing poker)pfr: 9 - 16
(13/9 is sick tight.. is aber bis nl25 machbar denke ich.. würd eher dazu raten etwas looser zu spielen)
(shc ist ziemlich gut und wurde von guten spielern entwickelt, wer sich 99% daran hält macht sicher nichts falsch die ersten paar limits)vpip/pfr: 65 - 85%
3bet range: 3 - 6
call 3bet: 15 - 30%
(ab NL50 sollte man eher mehr als 15% haben.. hab kein winningplayer mit weniger gefunden)4bet range: 1.0 - 1.9
Agg: 2,2 - 3,5
Agg Freq: 28 - 40
cbet Flop: 58 - 75%
cbet Flop success%: 45 - 55
![]()
was sagt leakbuster hier für fr?%fold flop to cbet: 45 - 70
(kommt sehr auf gegner an, lieber zuviel folden auf micros)turn cbet: 35 - 50
%fold flop vs raise: 35 - 55
wtsd: 22 - 28
w$@sd: 52 - 58
%w$wsf: keine ahnung
bitte um korrekturen bzw diskussionen bevor das in den sticky thread kommt.. habe mir nicht soviel zeit genommen wie für sh.. obwohl ich eig fr spieler bin.
WICHTIG: Diese Werte sollten nur als Orientierungshilfe dienen, um sehr starke Ausreisser direkt identifizieren zu können. In den nächsten Tagen werden auch noch die entsprechenden FR Stats hinzugefügt.
Edit 4.4.2012:
http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/2110/1/
Miiwiin hat eine wunderschöne Übersicht über die wichtigsten Stats gemacht.

