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[Geschlossen] [FL] Das ewige Leiden - by umbrella

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DasMike
Beigetreten: 18.02.2007

Original von paraumbrella
Bloggen, ein Mysterium

  • Ueberschriften, ein Strukturelement.

Danke DasMike und Epitaph, dem einen für die netten Worte, dem anderen für die Handbewertung, aber beiden vor allem für den Post und die Beteiligung an diesem Blog.

  • sehr gern

Ich gebs zu, ich bin Blogger-Neuling.
Unerfahren und dazu noch nicht mal bereit der Leserschaft Einblicke in mein Privatleben zu gewähren.

  • Niemand sagt, dass man in einem Blog sein Privatleben ausbreiten muss. Nur weil 90% der privat-Blogger dies tun, ist es noch lang kein notwendiges Kriterium fuer einen Blog.
    (boeses deutsch, wird aber nachfolgend etwas besser...)

Das Problem ist, ich verstehe das Bloggen nicht.
<epic txt>
Prima!
[...]
Ein Forum ist ein Ort der lebendigen Diskussion. Warum sollte jemand Spaß daran finden den Alleinunterhalter zu spielen?

  • Diese Frage stellte ich mir erst vor kurzem in aehnlicher Art und Weise: Warum blogge ich, warum bloggen Andere und was gibt es fuer Blogger-Typen? Letztendlich, nach regem Gedankenaustausch zwischen mir und meiner Wenigkeit, kam ich zu dem Schluss, ich werde wohl am besten in meinem Blog darueber schreiben.
    Darueberhinaus nahm ich mir vor, diese Frage waehrend des Schreibens naeher zu beleuchten um einen Einblick in das Mysterium des Bloggens zu erhalten.
    Und da sind wir beim Punkt; ich kann dieses Raetsel sicher nicht fuer dich aufloesen, aber ich kann dir zumindest sagen, warum Ich blogge: Um meine Gedanken sortiert zu strukturien, sie zu archivieren und aus meinem Wirrwarr an Ideen ein Gesamtbild zu konstruieren, dessen Betrachtung mich dazu bringt, neue Ideen zu spinnen.
  • Quasi als Hilfsmittel zur Selbstfindung.
    Wie andere das handhaben, weiss ich nicht, aber das bedeutet das Bloggen fuer mich im Moment.
    Dies bringt einen aber berechtigterweise zu der Frage:
  • Muss das oeffentlich sein und wenn ja, warum?
    Da stecke ich noch fest. Ich mutmaße, diese Erscheinung zielt mindestens unterschwellig auf das eigene Ego ab. Ob bewusst oder nicht, ich denke, nahezu jedes Menschlein hat einen Hang zur Selbstdarstellung oder wuenscht sich zumindest, auf die eine oder andere Art und Weise gehoert und/oder respektiert zu werden. Dies kann aber logischerweise nur geschehen, wenn man etwas mitzuteilen hat.
  • Hier bietet sich der Blog an.
    Weiter bin ich noch nicht.
    Aber wie sich zeigt, sind auch "fremde" Blogs (wir koennen sie auch elektronische Tagebuecher nennen) dafuer geeignet, genau den oben beschriebenen Effekt auszuloesen.
    Den letztendlich wollte ich nur eine kurze Antwort zu deinen Gedanken bringen, um eine eventuelle Diskussion anzustossen und nun verliere ich mich auch schon im Vorgang des Weiterspinnens dessen, was mich beschaeftigt.

Warum sollte sich jemand finden, die Posts des Alleinunterhalters zu lesen, allerdings kein Bedürfnis verspüren auf diese Posts zu antworten?

  • Warum nicht? Wenn ein Blog schoen geschrieben ist, behandle ich ihn wie ein Buch und vertreibe mir damit die Zeit, interessiert in ihm zu schmoekern. (holprig zu lesender Satz, das gebe ich zu)
    Wie sich hier gezeigt hat, muss es aber nicht dabei bleiben. Die Kommentarfunktion im gemeinen Blog oder die Moeglichkeit, direkt zu antworten in einem Forum, gibt dem geneigten Leser doch schliesslich die Chance, aus einer 1-Mann-Show ein interaktives Buehnenstueck zu gestalten.
  • Und somit ist es immer auch ein Stueck weit Kunst... :f_grin:

Ich verstehe das Bloggen nicht, aber ich tue es trotzdem.

  • ich verstehe Facebook nicht, aber es macht mir einen Heiden-Spass, es zu benutzen. So ist es wohl auch manchmal mit dem Blog (e-Tagebuch, eDiary, ε-διάρροια)

Ich tue es einfach weiterhin. Entweder werde ich es eines Tages verstehen, enttäuscht aufgeben, oder aus dem Blog entwickelt sich eines Tages eine rege Diskussion.
Ja, ich tippe stark aufs aufgeben ;)

  • Hoffen wir, dass es nicht darauf hinauslaeuft. Moege sich eine rege Diskussion entwickeln und/oder dieser Blog dazu beitragen, ein Verstaendnis fuer das Bloggen an sich herbeizufuehren :)

[...]
Über Tilt wollte ich reden. Der Zeitpunkt scheint mir günstig. Immerhin runne ich katastrophal. Naja, das wird sicher noch länger andauern xD

  • Als Vorschlag haette ich zu unterbreiten, dass wir Themen, welche sich in der Schnittmenge unserer Blogging-Interessen befinden, gelegentlich gemeinsam eroerten koennten (inwiefern das bei zwei "Selten-aber-ausfuehrlich-Bloggern" funktioniert muesste sich natuerlich erst zeigen ;) ).
    Ich denke, dies kann einerseits zu interessanten Ergebnissen fuehren, andererseits dazu beitragen, uns beiden die Motivation am Bloggen zu erhalten.

    Beispielhaft 2 potentiell diskussionswuerdige Themen:

    kurzer Gedanke zum Stop-Loss-Limit
    Die Sache mit dem Tilt (untere Haelfte des Posts)

  • Natuerlich besteht die Moeglichkeit, dass dies eine gaenzlich ungeeignete Kombination zweier Existenzen fuer solch ein Vorhaben ist, da es denkbar ist, dass wir dazu neigen, uns eher in den eigenen geistigen Erguessen zu verlieren als eine philosophische Kollaboration zu etablieren.
    Bis man es versucht hat, bleibt dies allerdings Spekulation.
  • Ich denke, ich muss mich nicht dafuer entschuldigen, dein eTagebuch als Flussbett fuer mein eigenes geistiges Gewaesser benutzt zu haben, immerhin sagst du ja selber, du verstuendest das Bloggen noch nicht, wuesstest nicht wohin dieser Blog fuehrt, weswegen sicherlich die Pforten fuer groeberen langatmigen Input momentan noch offenstehen sollten.
    Hoffe ich. :rolleyes:
    Falls dies doch der falsche Platz fuer solch ausfuehrliche Fremdtexte waere, baete ich natuerlich trotzdem um Entschuldigung und wuerde diesen auf Wunsch in andere Gefilde verschieben.
  • An dieser Stelle muss ich nun stoppen, ich sehe nur noch °o(Blog)o° vor meinem Auge, ich denke, ich kann dieses Wort fuer die naechsten Tage nicht mehr sehen :coolface:
    (das haette ich nun wirklich nicht gedacht, dass ich jemals diesen haesslichen Troll nutzen wuerde, aber scheinbar gibt es fuer jeden Topf einen Deckel, somit auch fuer jedes Gesicht eine Wand, an die man es klatschen kann)

Mit bestem Gruss
M
& Einen schoenen Tag noch!


Puh DasMike, dein Eintrag ist ja länger als mein gesamter Blog ;)
Was hängen blieb waren folgende Dinge: Selbstdarstellung und Stalking (wenn auch nicht genannt^^)
Da fällt mir wieder ein kurzer Dialog ein:

Sie: Morgen gleich mal schauen welche Bilder er wieder in StudiVZ hochgeladen hat.
Ich: Stalkst du den Kerl?
Sie: Komm schon. StudiVZ ist doch zum Stalken da. Für was denn sonst?
Ich: Ahh, k ....

Um den Vorschlag gemeinsamer Blog-Themen gleich aufzugreifen, werde ich heute tatsächlich über Tilt und die von dir angesprochenen Aspekte schreiben.

Tiltresistenz - Tatsache oder Fiktion?

Im Eingangspost hatte ich es bereits angesprochen. Emotionen sind nicht meine Stärke.
Lächeln, um Sympathie zu schaffen.
Trauern, wenn es die Situation bedarf.
Mitgefühl zeigen, um wenigstens etwas Anteilnahme vorzugaukeln.

Das alles muss gelernt sein, sonst wirds schnell peinlich. Und schon ist man das gefühlskalte Schwein:
"Dir ist doch eh alles scheißegal, was nichts mit dir zu tun hat!"

Ja, natürlich!
Emotionen zeigen, das funktioniert doch nur bei persönlicher Verstrickung. Alles andere ist Theater.

Aber Poker, das ist schon persönlicher. Da gehts doch um mein Geld, meine Ehre, mein Image und überhaupt!
Poker ist emotional, denn Poker berührt die drei wichtigsten Gründe für einen Wutanfall:

  • Ehre und Stolz - ich will nicht verlieren, ich will nicht verlieren!
  • Geld - da hört der Spaß auf!
  • Fairness - warum verliere immer nur ICH mit AA gegen 72o, das ist unfair!

Nun, verliere doch mal mit AA gegen 72o einen 20 BB Pot. Am Showdown brechen diese drei Punke gleichzeitig über dich ein. Das fühlt sich etwa so an, als ob es Scheiße regnen würde. Und da sollst du ruhig bleiben? Easy going...

In solch einer Situation soll mich noch einmal jemand als gefühlskalt bezeichnen... obwohl. Wenn man die Situation kennt und meine Körpersprache und Mimik damit vergleicht, wird der einzige mögliche Ausspruch ein lautes "wtf" sein.
Keine Regung, außer das gleiche langweilig anmutende Verschieben und Klicken der Maus. Aber wie?

Hier möchte ich direkt mal auf DasMikes´ Blog verweisen, im speziellen auf das Zitat von Hasufly. Es ist doch einfach so, dass jeder unterbewusst zunächst davon ausgeht, dass AA gegen 72o nie (ja, nie) verlieren kann. 90% vs 10% sprechen doch eine eindeutige Sprache.
Ja, das tuts. Es heißt nämlich folgendes:

Auf 100 Hände gewinnt AA neunzigmal, 72o zehnmal.
Man muss sich einfach bewusst machen, dass AA tatsächlich so oft verliert, obwohl es ja 90% Equity besitzt.
Diese Erkenntnis ist der erste wichtige Schritt von zweien.

Zwei Schritte?
Ja, wer allein von einer verlorenen AA-Hand schon ausflippt, hat ohnehin ein größeres Problem als Poker.
Schlimm wirds doch erst, wenn sich Suckouts wiederholen, man immer nur die zweitbeste Hand hält und ohnehin seine Draws und Overcards aus Prinzip nicht hittet.
Dann, ja dann kommt der Tilt. Plötzlich oder schleichend, je nach Vorliebe des Spielers. Ein wildes Herumfuchteln mit den Händen, Flüche und Beschimpfungen des Gegners, Pokers und allem was gerade in der Nähe steht.
Emotionen! Ja, man zeigt Emotionen und das ist nicht falsch.

Klar, man kann so tun als könnte man seine Emotionen unterdrücken.
Klar, man kann versuchen über komplexe psychologische Verfahren (z.B. automatische Gedanken) seine Emotionen zu kontrollieren.
Man könnte aber auch einfach seinen Emotionen für 3 Sekunden freien Lauf lassen und sich abreagieren.

Man muss sich immer nur folgendes bewusst machen.

  • Suckouts gegen dich beeinflussen die Spielweise der Gegner nicht - sinnlose Adaption ist sinnlos
  • Die relative Handstärke ändert sich nach Suckouts nicht
  • Outs und Odds sind nach Suckouts noch immer ein gültiges Konzept
  • Die Gewinnwahrscheinlichkeit der nächsten Hand ändert sich nach einem Suckout nicht

Warum nach Suckouts (und einem Wutanfall) also anders spielen als sonst?
Warum sollte man inkorrekte Calls machen?
Warum den Gegner plötzlich auf völlig unwahrscheinliche Hände setzen?

Es würde keinen Sinn machen plötzlich anders zu spielen. Man muss sich einfach nur an das gelernte halten und nach Suckouts nicht alle gültigen Konzepte über Bord werfen. Warum denn auch bitteschön?

Wenn man einfach ganz normales Poker weiterspielt, kann man die ganzen Konzepte alla Stop-Loss-Kacke und Psychologie-Schmarrn in die Tonne treten.

Und um den legendären Barney zu zitieren:
Ich bin nie traurig. Wenn ich traurig bin, höre ich einfach auf traurig zu sein und bin stattdessen glücklich

Einfach aufhören zu tilten und in Normalzustand kommen xD

gruß
umbrella

p.s. bluffem, weder dein Blog, noch deine U2U-Coaching-Abteilung blieben mir verborgen. Allerdings bin ich noch lange nicht auf dem nötigen Wissensstand, auf dem ich sein möchte, wenn ich anderen Menschen meine Gedanken (live) über eine gespielte Hand mitteile.
Ab 1/2 oder 2/4 werde ich mich sicher mal intensiv mit eurer Gruppe beschäftigen, vorher beschäftige ich mich lieber noch mit dem ganzen Gold-Stuff und meinen eigenen Problemen. Aber danke fürs Angebot.


DasMike
Beigetreten: 18.02.2007

Ah, der Herr fuehlt sich gestalket...
und schon bin ich weg. _p:

Feiner Text zum Thema tilt, 5 Daumen hoch!


Epitaph
Beigetreten: 29.07.2006

um emotionen vom pokertisch weg zu lassen bringt es wie du richtig sagst nichts sie zu unterdrücken, man kann aber lernen mit ihnen umzugehen. und um das zu schaffen ist schon ein grundlegender schritt in der denkweise notwendig, nämlich der, sich vom ergebnisorientierten denken zu lösen. sich klar zu machen, dass man nunmal 10% der AA hände verliert, dass man mit der erwartung in die hand geht, nicht zu gewinnen (zumindest nicht immer), kann schon einiges verändern.
dann muss man sich vom geldaspekt trennen. du spielst nicht um geld zu gewinnen, du spielst um die bestmöglichen entscheidungen zu treffen. wenn du es longterm schaffst dich nur darauf zu konzentrieren die besten entscheidungen zu treffen und nicht darauf am meisten geld zu verdienen, dann hast du es schon fast geschafft. dann kommt das geld von ganz alleine und ist quasi ein angenehmer nebenfaktor.

der tilt durch suckouts und einen schlechten run während der session lässt sich auch dadurch minimieren, dass man sein stack mit seinem hud abdeckt, etwaige geldbeträge mit Long-Hud von $ in BB umwandeln lässt, somit werden diese zahlen auf dem pokertisch wirklich nur noch irgendwelche zahlen mit denen man kein echtes geld assoziieren kann.


Ja Epitahp, den Geldaspekt auszublenden ist auch ein wichtiger Punkt, an den ich schon gar nicht mehr dachte. Durch die geliebte LongHud-Funktion $2BB spiele ich schon lange nur noch mit 0,5 oder 1 Chips/Bets/Geld.

Vorweihnachtliche Zusammenfassung

Seit dem letzten Update am Samstag ging es gleich richtig schön weiter. (wenigstens mal kurz über BE)

Meine Bankroll leidet derzeit zwar heftigst unter den ständigen Verlusten, ist aber noch groß genug, um weiter auf 0,5/1 spielen zu können.
Dank den bevorstehenden 2 Wochen Urlaub wird in den nächsten Tagen viel gegrindet, dem frohen Weihnachtsfest zum Trotz.

Das Ziel für 2010 soll sein, noch 15k Hände zu spielen, damit ich noch den nächsten 50$ StellarAward freispiele. Wäre sonst sehr schade um das verlorene Rakeback.

Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und viel Spaß an den Tischen.

gruß
umbrella


Weihnachtszeit, frohe Zeit

Die Weihnachtszeit ist vorüber, gute Erinnerungen bleiben.
Natürlich, ich rede vom Poker!
4 Tage - 5k Hände - 250 BB up - Winrate von 5,3 BB/100.

Upswing oder ausgleichende Gerechtigkeit?
Beides natürlich. Abartig wie die Draws immer zur rechten Zeit ankamen, ich sogar mit TPTK 15BB große Pötte gewann und ich die Suckouts fast nur noch als eine schemenhafte Erinnerung kenne.

Nur ein Wehrmutstropfen bleibt zurück: Das geringe Spielpensum.
Trotz 6-8 Tischen kam ich bestenfalls auf 1,8k Hände/Tag.
Das bedeutet, will ich den 50$ StellarAward noch abspielen (immerhin gleichbedeutend mit 50BB), muss ich pro Tag noch 1,9k Hände spielen. Das ist sowohl heute, als auch an Silvester ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Frage ist eben, ob es sich denn überhaupt lohnt. 50 BB... das ist ein kleiner Swing. Gestern auf 200 Händen hatte ich solch einen 50 BB Swing.
Andererseits wird es allerdings auch nicht schaden noch weiterhin zu grinden. Das sollte meine normalen Gewinne ebenfalls steigern.

Momentane BR: 750BB für 0,5/1
Das Ziel 1/2 für Ende 2010/Anfang Januar ist jetzt nicht mehr ganz so utopisch.

Und damit in diesem Blog nicht nur immer Graphen mit negativer Steigung gepostet werden:

gruß
umbrella

P.s. Darf mich jetzt wieder Winningplayer nennen: 0,65BB/100
(Steigerung um 0,85BB/100 auf den letzten 5k)


Fixed Limit - weils einfach cool ist (Liebeserklärung)

Muss man Fixed Limit Spielern in einem FL-Blog und einem FL-Unterforum wirklich erklären warum man FL spielt?

Zum Eingang dieses Blogs hatte ich meine Pokervergangenheit bereits kurz angeschnitten:
Ursprünglich kam ich von den NL Freerolls und NL DONs.

Gut, heute müsste man "donken" sagen, um im Pokerjargon zu bleiben. Natürlich war mir bekannt, dass TT+ und AJs+ gute Starthände sind um direkt mal all die anderen schlechten Spieler mit ihren 72o auszunehmen.
Und weil ich immer einen Tab mit der Reihenfolge der Hände (Royal Flush bis High Card) in meinem Firefox offen hatte, wusste ich schon bald, warum der Flush des Gegners meinen Drilling besiegt hat.
Das Problem war nur, ich hatte noch nicht einmal gesehen, dass am River plötzlich die 3. Karte in Herz ankam... Karo und Herz... war doch eh alles rot.

Sollte es jemanden gewundert haben, warum meine Pokerkarriere vor Pokerstrategy.com ein jähes Ende nahm - ja, das Geld war aus - dem sei nun Aufklärung genug geschehen.

Eine Internetbekanntschaft - der mal so eben seinen Lebensunterhalt mit Poker verdiente - machte mich auf PS.com aufmerksam.
50$ Startkapital, alles was ich brauchte - nur das Geld hatte bisher gefehlt, den Skill hatte ich mir doch bei DSF abgeschaut.
Ein absolut unsinniger Gedankengang, wenn man bedenkt, dass nur die Angst vor dem Verlust das Eincashen verhindert hatte.

Um Content von PS nutzen zu können, musste ich zunächst eine Poker-Variante finden. NL oder FL?
Nein, ich wollte kein NL mehr spielen. Du stellst dein gesamtes Geld mit TT in die Mitte und wirst von AA ausgeluckt. Ne, das wollte ich nicht mehr. Sicherheit, ja das wollte ich. Also Fixed Limit!
Beschränkte Einsätze, geringe Verluste. Easy going!

Easy going...wenn noch einmal jemand zu mir sagt, Fixed Limit wäre die sicherere Variante im Vergleich zu NL, dem werd ich all meine virtuellen Pokerchips einzeln an den Kopf werfen.
Einmal 50 BB runter und wieder hoch innerhalb von 50 Händen, da hatte der NL-Typ erst eine spielbare Hand.

Aber warum ist FL einfach so mega cool?
Ganz einfach: Fixed Limit = Poker.
Postflop beginnt Poker Spaß zu machen, bedarf es da noch einer weiteren Erklärung?

Eigentlich war meine Anfangsintention tatsächlich, über die einfache Variante Fixed Limit auf NL vorbereitet zu werden, um später dann echtes Poker spielen zu können. Diesem Irrtum lag ich so lange auf, bis ich bemerkt habe, dass ich bereits echtes Poker spiele.

Ab und an donke ich eines der NL-Freerolls mit. Nicht weil ich dort den großen Cashout erwarte (bei FL gewinne ich in einer Hand schon mehr als mein größter NL Turniergewinn war), sondern einfach nur, um ein wenig Ablenkung von FL zu finden, zu sehen, dass NL blöd ist und ich bei meiner Variante hervorrangend aufgehoben bin.

Den ganzen Unkenrufen - FL sei tot - zum Trotz.
Fixed Limit, ich liebe dich!

Ja, so kann nur jemand schreiben, der im dicksten Upswing seiner Karriere steckt. Den Ausruf "Ich habe gehittet wie ein junger Gott" muss man demnächst ändern in "Ich bin gerunnt wie umbrella".

Mittlerweile 350BB up, 6BB/100 auf 5,9k, die BR steht bei 850BB, das Ziel des 50$ Stellarawards wurde aufgegeben, 1/2 ist nicht mehr weit.

gruß
umbrella


Neues Limit, altes Leiden

Ja, es ist vollbracht!
Ich habe heute meine ersten 579 Hände auf 1/2 gespielt.

Diese Tatsache ist ansich schon interessant, habe ich ja quasi in 7 Tagen das Limit gecrusht - wenn man die 1,5 Monate Breakeven mal außen vor lässt^^
Hätte nicht gedacht, dieses Ziel in diesem Jahr noch zu erreichen.

Nachdem ich Poker in diesem Jahr nur noch als Nebenbeschäftigung betreiben wollte, hat mich ein kleiner Swing nochmals 100BB nach oben gespült, wodurch ich sodann 480BB für 1/2 zusammen hatte, was mir für den Limitaufstieg vollauf reichte.

Jeder Limitaufstieg beinhaltete immer dieses komische Gefühl.
Die Angst, die Gegner wären mir plötzlich völlig überlegen, mein Poker reiche nicht mehr aus. Die Fähigkeiten seien zu limitiert.

Nun, jedes mal reichten mir 5 Minuten, um den ersten Fisch anhand seiner 60/0 Stats ausfindig zu machen.
Jedes mal, nur dieses mal nicht.

1/2 - das Monsterlimit?
Nein, natürlich nicht.
Mein Elephant ist kaputt, deshalb konnte ich die 60/0 Stats zu Beginn der Session nicht sehen.
Seit gestern hat mein Elephant nichts anderes mehr zu tun, als zu laggen und abzustürzen. Ein Grund, warum ich Poker für dieses Jahr nicht mehr im Masstabling-Mode betreiben wollte.

Nun, jedenfalls hat 1/2 super viel Spaß gemacht. Der Limitaufstieg war auf jeden Fall notwendig. 0,5/1 hat mich nur noch angenervt, weshalb ich mein Ziel 2k/Tag auch nicht erreichen konnte.

Die Fische sind auf 1/2 auch nicht seltener als auf den Limits darunter, die Regulars nicht besser als wo anders.
Lustigerweise waren im 1/2 Spielerpool auch einige bekannte Gesichter, was mir den Einstieg gleich noch mehr erleichtert hat.

Sollte mich zu Beginn des Limits nicht ein übler Downswing erwischen, dürfte es ein leichtes sein, mich auf 1/2 zu etablieren und mit einer anständigen Winrate das nächste Limit anzuvisieren.
Wahrscheinlich werde ich hier auch bald auf die ersten Pokerstrategen treffen, ist 1/2 doch anscheiend ein recht oft gespieltes Limit.

Nun, wie meine erste Session lief?
87BB down.
Bin gerunnt wie Elefantenscheiße. Die Rache für den dicken 460 BB Upswing. Mal sehen obs mich gleich direkt wieder in die Tiefe (0,5/1) reist.

gruß
umbrella

P.s. Falls man sich nicht mehr liest... Guten Rutsch ins neue Jahr.


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007

Wünsche dir auch einen guten Rutsch und danke für diesen - immer wieder - interessanten und amüsanten Blog!

Für 2011 viele gute Starthände und jede MEnge guter Gedanken bei FL ;-)


2011 - als würde jetzt alles besser werden

Ich war sooo betrunken dass ich... kommt schon. Wer will sowas bitte lesen?

Solange man die 18-Jahregrenze noch nicht erreicht hat, wird sich so manch einer noch damit profilieren, dass er von 2 Bier betrunken war. Aber spätestens nach seinem ersten Blackout, komprimitierenden Fotos bzw. Videos und bruchstückhaften Erinnerungen - von denen man hofft, dass diese nichts weiter als ein böser Traum sind - wird man dem nächsten Vollrausch mit Vergnügen entgehen wollen.

Nun, jedenfalls war dieses Silvester das billigste meiner jüngeren Vergangenheit.
Aufgrund einer nicht von mir verschuldeten ausrüstungstechnischen Fehlplanung, war ich an Silvester für etwa 7h ohne Geldbeutel unterwegs, was den Abend sicher etwas verkomplizierte.
Allerdings weiß ich jetzt wie sich Frauen fühlen, wenn sie ausgehen.
Ja, ich wurde auch dauernd auf ein Bier eingeladen.
Das Problem ist, ich weiß jetzt ganz genau wie sich Frauen fühlen.
Ich wurde auch nur von Kerlen eingeladen - sollte ich mir jetzt Sorgen machen? o.O

Naja, den Körperkontakt, bzw. die geforderten Gefälligkeiten für das Bier hatte ich auf ein absolutes Minimum begrenzt, weshalb ich mir über eine ungewollte Schwangerschaft keinesfalls Gedanken machen muss!
Kopfzerbrechen bereitete mir dagegen mein PC. Am 30. des letzten Jahres war dieser das letzte mal in der Lage zu booten. Fehleranalyse und sonstiger Wannabe-Fachmannkram brachten mich zu dem Schluss, dass mein Mainboard den Dienst quittiert hat. (Könnte auch der Prozessor sein, aber der ists doch nie^^)

Die Frage war:
Neues (5 Jahre altes) Mainboard, Laptop oder gleich neuen PC?
Das Problem ist nur, obwohl mein PC so ewig alt ist, ist er immernoch besser als die Billigprodukte heutiger Generationen.

Nun, dank Pokerstars und den CadoozGutscheinen habe ich jetzt für 70€ ein Mainboard aus dem Jahr 2005 gekauft o.O
Eigentlich abartig teuer, wenn man den Technikfortschritt in dieser Zeit betrachtet. Aber als einziger Hersteller von Mainboards mit 939er Sockel kann man sich das wohl erlauben^^

Jedenfalls werden sich die PC-Probleme noch ein paar Tage hinziehen, bis dahin muss Poker auf ein Minimum reduziert werden.
Ein wenig Pokermüdigkeit ist allerdings auch daran Schuld, schade nur, dass ich so die ganzen Neujahrsfische verpasst habe.

Ach ja. Frohes neues Jahr.
Träumt ruhig weiter. Als würde sich auch nur irgendetwas ändern, weil jetzt plötzlich 2011 ist.

gruß
umbrella


Mit neuer Ausrüstung auf ins Glück!

Tatsächlich sitze ich bereits wieder an meinem PC und kann fröhlich vor mich hin bloggen.
Meinem eingestaubten PC-Wissen sei Dank, konnte ich das neue Mainboard gestern bereits ohne größere Zwischenfälle einbauen. Allen Unkenrufen und Zweifeln meines Unterbewusstseins zum Trotz, lag der Fehler tatsächlich am alten Mainboard und das Neue funktionierte tatsächlich gleich im fünften Anlauf.

Zum Glück blieb am Ende auch nur ein einziges Kabel und gerade mal 3 Schrauben übrig, was meine Erwartung völlig übertraf.
Gut, man mag jetzt kritisch hinterfragen, warum bei einem einfachen Mainboardaustausch überhaupt etwas über bleibt, doch darf ich hier jegliche Mitschuld von mir weisen.
Im Gegenteil, jede Schuldfrage darf ich direkt an den Designer des ASRock 790GX weiterleiten!

Da das Mainboard tatsächlich 5 cm kürzer als mein altes ist und mich bei der ersten Inspektion direkt zu einem "wtf"-Ausruf verleitete, konnte ich nicht mehr alle Schrauben zum Einsatz bringen, so dass das Mainboard nun eben etwas wackeliger im Gehäuse sitzt.
Den kleineren Ausmaßen geschuldet, hatte der Designer offenbar auch gleich ein paar Pins weggelassen, weshalb mein Power-LED an der Frontseite seinen Dienst nun einstellen musste, da nur noch zwei der nötigen drei Pins übrig waren. Ohnehin wurde der System Panel Header einfach mal halbiert und die Dummi-Farbmarkierung ebenfalls eingespart. Schade eigentlich.

Nun, wer jetzt schon glaubt nach dem Zuschrauben des PCs wäre die Tortur schon zu Ende, sieht sich getäuscht. Das Windows wollte natürlich auch gleich nochmals neu installiert werden, was mich letzlich dazu zwang all meine Standardprogramme neu aufspielen zu müssen.

Da ich den Elephant - den ich durchaus als eine völlige Fehlplanung im Design als auch in der Funktionalität betrachte - ebenfalls neu aufspielen musste, hatte ich den gesamten Abend nichts anderes mehr zu tun, als jede Importfunktion auszuprobieren, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass der Elephant freezed und die DB leer bleibt.

Warum auch immer, hat es dann heute bereits im zweiten Versuch geklappt und ich kann auch etwas über die Pokererfolge erzählen.

Seit meinem ersten Gehversuch auf 1/2 kam ich nicht oft zum spielen, hatte viel mehr das RL genossen und war aber auch durch die PC-Probleme gehandicaped.
Mit meinem Spiel selbst bin ich absolut überhaupt nicht zufrieden. Ich baue so viele Fehler, dass das derzeitige BE einem kleinen Wunder gleicht. Außerdem muss ich mich erst noch an das showdownboundere Spiel der TAGs, bzw. das klügere Spiel der Callingstations gewöhnen.
Raise, Bet, Bet, Bet mit any2 ist leider nicht mehr so erfolgreich, wie noch auf 0,50/1

Allerdings ist es auch abartig, wie oft ich zwar die MegaPremiumKarten ausgeteilt bekomme, andererseits dann entweder nicht hitte, oder die Megapötte damit in den lustigsten Setups und Suckouts verliere.

Um dem uninteressanten Gelaber ein Ende zu setzen noch der Graph von 1/2

gruß
umbrella


2011 - schon wieder ein Vorsatz?

Vorsätze zu Silvester, Jahresziele und Challenges.
All das dient zur Selbstmotivation und -kontrolle, da man sich am Ende an den selbst gesteckten Zielen messen lassen muss.
Habe ich nun die Ziele erreicht, kann ich getrost von einem erfolgreichen Jahr sprechen, andersherum muss ich mich vor mir selbst, vorallem aber vor Anderen rechtfertigen.
Ziele nicht öffentlich anzukündigen wäre eine elegante Möglichkeit den unnötigen Rechtfertigungen aus dem Weg zu gehen, doch wäre die Motivation ebenfalls sofort dahin.

Der einfachste Ansatz um jedes Ziel zu erreichen, wäre es, das Ziel möglichst niedrig anzusetzen, um die Herausforderung auf einen sehr geringen Level zu halten.
Statt mit dem Rauchen aufzuhören, kann man es auch nur aussetzen - ohne Angabe des Zeitraums.
So erreicht man auf jeden Fall das Ziel, kann sich selbstzufrieden zurück lehnen und das kommende Jahr in froher Erwartung begrüßen.

Nun, wenn man sich allerdings schon vor dem Stecken eines Zieles, dem Ausspruch eines Vorsatzes, mehr mit der Frage des Umgehens eben jenes beschäftigt, es also nicht mit voller Überzeugung erreichen will, der kann dies alles auch bedenkenlos sein lassen.

Kaum ein Mensch wird es zugeben, doch wer erinnert sich am Ende des Januars schon noch daran, was er sich zu Beginn des Jahres vorgenommen hatte? Sicher, man hat noch vage Erinnerungen, kann noch auswendig aufsagen, was man denn erreichen wollte, doch letzlich wird kaum einer lange an den hehren Zielen festgehalten haben.
Natürlich hatte auch ich - wohl auch dem Alkohol geschuldet - keine 30 Minuten nach Beginn des neuen Jahres, gemeinsam mit einer Person, die ich noch keine 10 Minuten kannte, den Vorsatz gefasst mit dem Rauchen anzufangen.
Kaum war es ausgesprochen, schon hatten wir uns die erste Zigarette erschnorrt.
Doch es kam, wie es kommen musste:
Mangels regelmäßigen Zigarettennachschubs blieb es bei dieser einen und der Vorsatz war schon gebrochen.

Gut, man mag den Vorsatz selbst kritisch betrachten und hinterfragen, welchen Sinn ich dahinter sah. Denoch ist er ein gutes Beispiel für die Unzweckmäßigkeit von Vorsätzen.

Sicher, auch ich setze mir Ziele.
Ich plädiere hier keinesfalls für ein ziel- und planloses Leben. Jeder Mensch benötigt ein Ziel das er verfolgen kann, andernfalls werden ihn Selbstzweifel und Unzufriedenheit auffressen und zerstören.
Denoch ist es nicht sinnvoll eine gewisse Leistung bis Tag X absolviert haben zu wollen.
Ich betrachte Zielsetzungen aus einem anderen Blickwinkel, einer Ecke, die sich auf langfristige, aber denoch schwammige Planung bezieht.
Natürlich weiß ich, wie die nächsten 5 Jahre meines Lebens aussehen werden. Denoch weiß ich nicht, ob in 2 Jahren nicht ein Ereignis eintritt, das meinen 5 Jahresplan in eine völlig neue Richtung lenken wird.
Ich werde dann nicht enttäuscht sein, niemanden Rechenschaft ablegen müssen oder gar ein schlechtes Gewissen haben, weil mein Ziel nicht in Erfüllung ging. Wenn ich Entscheidungen bewusst treffe, wird es nie einen Grund geben diese in Zukunft zu bereuen.

Natürlich habe ich mir auch bei Poker ein Ziel gesetzt.
Oder besser formuliert:
Ich hatte mir ein Ziel gesetzt, das ich mit Poker erreichen möchte.

Anders als die meisten hier, bestreite ich es eben nicht, Poker ausschließlich aus monetären Gründen zu spielen.
Natürlich, ich will mit Poker Geld verdienen!
Noch besser: Ich möchte meinen Lebensunterhalt - für eine gewisse Zeit - mit Poker bestreiten können.

Warum spiele ich Poker sonst in einem so großen Umfang, mit dieser Intensität und Regelmäßigkeit?
Würde ich Poker nur aus Spaß spielen wollen, wäre es tödlich sich mit Theorie zu beschäftigen.
Sobald man mehr von Poker versteht als nur zu wissen, dass AA die Monsterhand ist, verliert man die jungfräuliche Unschuld, die Naivität eines Kindes.
Man verliert diesen naiven Spaß, den Reiz des Gambelns und die Unwissenheit.

Also, ich spiele Poker ausschließlich um Geld zu verdienen.
Wollte ich am PC Spaß haben und mich mit anderen messen, zeigen dass ich der Beste bin, werde ich das nicht in einem Spiel tun, das einen so hohen Glücksfaktor beinhaltet.
Würde ich theoretische Konzepte in Perfektion entwickeln und diese praktisch anwenden wollen, würde ich dies in Browsergames tun, da dort - wie auch in Poker - ein geschlossenes Spielsystem mit vorgegebenen Regeln besteht, dem blöden Glücksfaktor allerdings ausgeschlossen.

So, ich bin mir bewusst, dass ich Poker nur spiele um Geld zu verdienen.
Ich kann mir nicht einreden, dass ich es spiele um immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Aber trotzdem, ich bin nicht auf scared money, ich tilte auch nicht bei Suckouts. Warum?

Nun, weil alles bewusste Entscheidungen waren.
Ich weiß, dass Poker ein Glücksspiel ist.
Ich weiß, dass ich damit Geld verdienen will.
Ich weiß aber auch, dass Poker nichts weiter als eine Erleichterung in meinem Leben ist. Eine kleine Zwischenstation, mit der man für wenig Aufwand, viel Geld verdienen kann.

Und hier komme ich zurück zu Poker, den Vorsätzen und Zielen.
Mein Ziel ist es, in den Limits weiter aufzusteigen.
1/2 ist sicher das erste Limit, auf dem man Geld verdienen kann, doch sehe ich hier mein Potential noch lange nicht ausgeschöpft.
Ich weiß um meine Schwächen im Spiel, kenne meine groben Fehler und weiß, wie ich diese ausmerzen kann.

Ich setze mir nicht das Ziel täglich 1 Stunde Theorie zu lernen, nur der Selbstbefriedigung wegen oder äußeren Zwängen, wie den im Forum oft gelesenen Empfehlungen, geschuldet.
Ich verbessere mein Spiel punktuell, aber auch konsequent.
Natürlich könnte ich alle Artikel lesen und Videos anschauen, doch wieviel nehme ich davon mit? Wenn ich mich nicht ganz bewusst mit einem Thema, einem Leak in meinem Spiel befasse, kann ich dieses Thema auch keinesfalls 100% verstehen und in mein Spiel aufnehmen.
Im Gegenteil, ich glaube danach zwar jeglichen PS.com Content aufgenommen zu haben, mein Spiel selbst ist jedoch immer noch ziehmlich weak, da ich jedes Thema nur an der Oberfläche angekratzt habe.

Ziele zu setzen, nur damit man ein Ziel hat, ist nicht sinnvoll.
Man muss ein großes Ziel verfolgen, dieses immer wieder bewusst überprüfen und seinen Kurs nötigenfalls korrigieren. Andernfalls wird man ewig Zielen nachjagen, diese sicher auch ab und an erreichen, aber letzlich niemals sein gesamtes Potential ausschöpfen können.

Das alles ist sowohl bei Poker, als auch im echten Leben gültig.
Es ist jedem selbst überlassen, was er mit seinem Leben und der Pokerkarriere anstellen will. Ich habe allerdings schon immer in großen Dimensionen gedacht.
Nur eines kann mich davon abhalten erfolgreich zu sein - meine angeborene, grauenhafte Faulheit.

gruß
umbrella


exsmo
Beigetreten: 02.01.2007

Super Blog. I`m in


Ein Fehler wie kein anderer

Sicher, an den Tischen passieren ständig Fehler.
Mal übersieht man eine Karte, dann verklickt man sich und zum Abschluss kommt noch der gröbste Fehler von allen: Man wählt die falsche line aufgrund inkorrekter Annahmen.

Ja ja, das alles drückt die Winrate erheblich. Auf 1/2 passieren mir solche Dinge andauernd. Das liegt unter anderem daran, dass sich so viel mehr Regulars herumtreiben, als auf allen Limits darunter zusammen.
Mein Spiel war perfekt auf die Fische angepasst, leider eben auch ziehmlich exploitable, was der ein oder andere nun tatsächlich ausnutzt.

Aber das alles zusammen genommen, ist nichts im Vergleich zu dem größten aller Fehler. Dem Fehler, den ich gestern begann:
Ich kalkulierte meine zukünftigen Gewinne!

Ja, nehmt euch an dieser Stelle ruhig Zeit den Schock zu verdauen. Ich verdaue noch immer.
Gut, ich kann beruhigend wirken: Ich plane keine Karriere als Pro, sehe mich nicht schon auf den Highstakes und glaube auch nicht, jemals im Duell hasufly vs PA eingreifen zu müssen.

Andererseits sollte dies wohl ehr noch beunruhigender sein.
Große Träume ziehen immerhin eine Zeit großer Motivation nach sich. Mein Gefühl war ehr... Zufriedenheit.

Sicher, Zufriedenheit ist das schönste Gefühl das bleiben kann, wenn Glück und Fröhlichkeit langsam abflachen. Aber Zufriedenheit bedeuted Stagnation. Stagnation heißt auf der Stelle zu treten und stehen bleiben darf man bei Poker nicht, da sonst jeder an einem vorbei zieht.

Nein, ich hatte natürlich nicht mit einer Winrate von 10BB/100 gerechnet, nur weil ich gerade in einem Upswing stecke. Ich rechnete ehr mit +-0BB/100, wohl dem "kleinen" Swing nach unten geschuldet.
Doch bevor man mich hier vorschnell verurteilt, habt ihr schonmal das Rakeback auf 2/4 mit 40k Händen pro Monat ausgerechnet?

Es war bisher viel zu einfach.
Innerhalb kürzester Zeit auf 1/2 aufgestiegen, finde ich mich hier als lockeren BE-Spieler wieder, kenne meine großen Leaks, mein riesen Potential, das noch auszuschöpfen ist.
Dieses Wissen um meine Schwächen konkurriert derzeit erheblich mit der Zufriedenheit des bereits erreichten, dem Wissen bereits jetzt besser zu sein als so viele andere.

Die Zufriedenheit zu besiegen, den unbändigen Willen zur Verbesserung wieder zu finden, das muss mir gelingen.
Nicht nur einmal, immer und immer wieder muss ich mich neu aufrichten, der Stagnation in den Hintern treten, dann und nur dann gibt es keine Grenzen.
Wenn mir das gelingt, dann ist 5/10 nicht das Ende.

Große Worte, gesprochen in Euphorie und Überschwang. Aber auch gesprochen in vollem Ernst.
An diesen Worten werde ich mich messen lassen müssen und ich stelle mich ihnen gerne.

gruß
umbrella

P.s. Immer wieder schön zu lesen, dass der Blog Anklang findet. Es wurde tatsächlich mehr, als die platten Gründe, die ich in meinem Eröffnungspost genannt hatte. Eine interessante Wendung.


5TRA1GHT
Beigetreten: 19.12.2007

Wow.
Bis jetzt liest sich das echt gut!

Werde weiter mitlesen und mich evtl. ab und an zu Wort melden.

Weitermachen!


tiltingjoe
Beigetreten: 05.05.2009

guter Blog, mach weiter so _thumbsup:


Die Pause von der Pause

Puh, jetzt ist es wirklich ein ganzes Stück her seit dem letzten Eintrag.
Um ehrlich zu sein, ist seither allerdings auch nicht viel passiert. Um genauer zu werden, waren es nur vier Sessions mit einem Gesamtvolumen von 2,5k Händen. Für einen Zeitraum von sieben Tagen nicht wirklich eine große Sache.

Besonders nach meinen letzten beiden Einträgen, die teilweise suggestierten, meine Pokerkarriere ginge jetzt mit einem rasanten Tempo gen Highstakes, mag das für den geneigten Leser einer kleinen katastrophal großen Enttäuschung gleich kommen.
Mir allerdings nicht.

Die Pause war gut und nötig.
Nach 2 Wochen Relaxing-Urlaub musste sich mein Körper und Geist erst wieder auf den Alltag einstellen, so dass intensive Feierabendarbeit wie Poker nicht unbedingt an erster Stelle stand. Außerdem ist mein Nerdpotential nicht ganz so groß, um mich über einen ewig langen Zeitraum täglich intensiv mit ein und der selben Sache zu beschäftigen. Das merkt man unter anderem auch sehr gut an meinen nicht vorhandenen Grinder-Qualitäten.

Heute - nach 1k Händen, einem guten Durchschnitt für einen Sonntag - war der Spaß beim Spielen auf jeden Fall wieder zurück. Table- und Seatselection waren wieder pretty nice, die Fische in einem fast schon vergessenen Ausmaß an den Tischen und die Boardstruktur gefiel mir ebenso gut.
Nur, ja nur der River. Der River hasste mich heute.
Ich will nicht klagen, das tat ich an den Tischen ja auch nicht.
Eine Form von Tilt konnte ich jedoch mittlerweilen bei mir ausmachen, auch wenn ich behauptete, Suckouts am River würden mich nicht negativ beeinflussen.
Klar, ich fange freilich nicht plötzlich an schlecht zu spielen, aber denoch vergeht mir die Lust. Mein Spielpensum verringert sich dadurch. Bei meinem ohnehin schon sehr geringen Pensum ist das durchaus eine schlimme Art von Tilt.

Heute ging der Tag wieder BE mit -20 BB aus. Ein kleiner 90BB Swing auf 250 Händen lässt meine Tagesgewinne ein wenig mickrig aussehen.
Insgesamt bin ich auf 1/2 nun 105BB auf 8k Händen down, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich Loosingplayer auf diesen Stakes sein soll. Die Fischdichte spricht einfach dagegen.

Graphen und sonstige Späße sind auf diese kleine Samplesize wohl kaum von Interesse. Ohnehin werde ich versuchen die wenige Freizeit mehr in Poker, statt diesen Blog zu investieren.... dieser Versuch scheitert in diesem Moment einmal mehr.
Viel Spaß an den Tischen, man trifft sich dort sicher.

gruß
umbrella

P.s. Ganz vergessen, ich bin Platin geworden und habe keine Ahnung wie das ging. Der Rake (in Dollar) ist auf 1/2 einfach schon so massiv, dass ich selbst für Supernova dieses Jahr nicht große Anstrengungen unternehmen muss.


Man braucht nicht immer einen fett gedruckten Text, der ohnehin nie das Thema beim Namen nennt. Manchmal soll ein direkter Einstieg besser sein, sagt man zumindest.

Seit das neue Jahr begonnen hat komme ich einfach nicht mehr zum spielen. Ständig stehen andere abendliche Aktivitäten an, was ich weder verstehen noch akzeptieren mag. Für das lesen der fremden Blogs, das Staunen über deren Erfolge, ist noch genügend Zeit übrig, doch der eigenen Bankroll hilft das leider nicht.

Freilich, man sollte sich kaum über ein unterhaltsames RL ereifern, aber leider sind die Aktivitäten nicht immer erfreulich und außerdem könnte man diese sicher auch auf passendere Uhrzeiten legen. Eben nicht auf die Anglerzeit ab 20 Uhr.

Erfreulicherweise konnte ich gestern und heute (bereits) jeweils ~550 Hände spielen. Mein Gefühl hatte mich jeweils vor dem Blick auf den Graphen auf eine super Winningsession vorbereitet, der Graph selbst stand jedoch jedes mal seltsamerweise auf dem Kopf.
Die Stats wollten die Verkehrtherum-Theorie jedoch nicht stützen und boten mir beide male 26% WTS und 42% W$@SD an.
Wenn ich solche Sessions subjektiv als gut empfinde, wies dann wohl erst läuft, wenn ich ein schlechtes Gefühl habe?
Richtig! Ein 100BB Swing hat mich wieder erwischt.

Zum Glück gings insgesamt nur ~60BB down, was nun wahrlich nichts Schlimmes ist. Wenn ich allerdings endlich mal größere Pensen spielen könnte, würde der nächste Upswing sicher schon bald kommen. Und hier kommt nun meine eigentliche Frage:

Leute, wie schafft ihr es euch nach 1 oder 2 Stunden Poker nochmal zu motivieren, nach einer kuren Pause weiter zu spielen? Ich hab dann immer absolut gar keine Lust mehr, weshalb ich über 1k Hände selbst an freien Tagen nur selten hinaus komme.
Wie bekomme ich endlich diese blöden Grinder-Qualitäten?

Über Ratschläge und Tipps aller Art würde ich mich sehr freuen.
Und nein, ich meine das pure Grinden, nicht den Vorschlag bringen, sich anstatt dessen mit Theorie zu beschäftigen.

gruß
umbrella


Epitaph
Beigetreten: 29.07.2006

mir fehlen sie auch, die grinder-qualitäten. es gibt allerdings mittel und wege sich langfristig wenigstens gewisse skills anzueignen. kontinuität ist da zb ein faktor. man muss zwar nicht täglich spielen aber 4-5 mal die woche auf jedenfall. dann sollte man versuchen die sessions nach und nach zu verlängern, und das nicht zu schnell. lieber ruhig angehn und vielleicht pro woche um 5 minuten steigern. kurze sessions zu spielen geht auch obwohl es grad auf höheren limits schwieriger wird weil man eh nur so wenig tables mit fischen findet. bis 1/2 zumindest sollte es trotzdem kein problem sein mal so kurz 4 tische mit fischen zu finden, also hat man die option immer 45-60 minuten zu spielen, eine kurze pause einzulegen in der man sich entspannt (auch kein fernsehn oder so, aufs bett legen zb oder ruhige unterhaltung mit jemandem) und danach erneut eine 45-60 minuten session zu spielen. das gestaltet sich natürlich schwer wenn man berufstätig ist oder andere verpflichtungen hat, aber in den ferien durchaus realisierbar.


Danke Epitahp, wobei ich momentan noch an der Umsetzung scheitere^^
Ich glaube allerdings, dass das auch sehr stark damit zusammen hängt, wie wunderbar ich runne. Wenns nicht läuft, machts eben ein wenig weniger Spaß als sonst.

Im Grunde müsste ich mir wirklich die Frage stellen, ob ich für 1/2 zu schlecht bin. Eine Winrate von -1,45BB/100 auf 11,5k lassen jedenfalls darauf schließen. Meine BR schmilzt ebenfalls immer weiter. Möchte ich mich weiter an mein 500BB-BRM halten, habe ich nur noch 80BB Puffer bis zum regulären Abstieg.

Die Sache ist nur... sowohl heute als auch gestern habe ich an den Tischen fast keine Regulars getroffen. Ich will gar nicht von guten Spielern reden, nur von solchen, deren PFR-Wert nicht unter 15 oder über 50 liegt. Im Grunde waren an jedem Tisch mind. 3 Fische gesessen, ehr mehr. Trotzdem ging mein Graph auf Talfahrt.

Wenn ich beim Limit-Aufstieg nicht all meine Pokerskills verloren und mich zum Fisch verwandelt habe, sollte ich auf die Mehrzahl der 1/2 Spieler noch immer eine riesen Edge haben. Dass sich das momentan nicht im Ergebnis niederschlägt ist natürlich schade, oder ehr ärgerlich.
Heute war ich schon so weit, dass ich erst kurz vor diesem Eintrag - nach 3 kleineren Sessions - das erste mal auf dem Graph geschaut hatte. Mir war das Ergebnis schon egal, ich wusste ja dass es im Minus endet.
Mir macht diese Einstellung ein wenig Angst, obwohl es ja immer heißt, man müsse ergebnisgelöst spielen.

Allerdings kann ich sagen, dass ich auf 1/2 postflop looser geworden bin. Mein WtSD ist auf 37% gesprungen, im Vergleich zu den 35% auf 0,5/1. Allerdings ist ja selbst 37% ehr unterer Standard und keinesfalls ein Leak.

An meinem Turnplay habe ich intensiv gearbeitet. Mein CBet-Wert ist auf 79% gefallen, was vorallem gegen den Exploit ccF crT wichtig war, den die TAGs kurz nach meinem Limitaufstieg ständig gegen mich anwandten.
Mein Turnplay mit Initiative fühlt sich unimproved jedoch recht weak an, da ich nun öfters checke, um am River evtl. noch als Bluffcatcher zu callen. Wie erfolgreich das ist, muss ich erst noch mal nach ein paar analysierten Händen feststellen.
Allerdings habe ich auch angefangen auf die Standardline cF rT mit 3bets zu antworten, wenn die Range des Gegners dies zulässt. Früher war ich nach dieser Line selbst mit Overpair zu scared und callte einfach nur noch... was wohl auch der passiven Art der Gegner geschuldet war.

Mal sehen ob mein derzeitiger Down wirklich nur glücksbedingt ist, oder fundamentierte Leaks als Grundlage hat. Das wird sich wohl bald zeigen.

Zum Abschluss mal wieder ein kleiner Graph.
gruß
umbrella


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