so, der punkt ist erreicht. ich kann nicht mehr. ich kann nicht mehr als pro poker spielen.
der werdegang:
ich wurde im Feb. 09 arbeitslos und lebte seit Juli 09 ausschliesslich vom Poker. Teilweise Live, überwiegend online.
ich hatte nie große Rücklagen, da ich nicht ganz freiwillig pro wurde, da meine Firma dicht gemacht hat, trotzdem hatte ich schon vorher den wunsch und die vorstellung langfristig vom pokern leben zu können.
Geblendet war ich damals schon, durch einen dicken (glücks)cash den ich im Juli 08 hatte und der mir etwas die bodenhaftung nahm. zwar war die kohle relativ schnell wieder unter den leuten, doch der wunsch davon zu leben, das "coole" pokerleben zu leben blieb.
Die Kündigung kam mir dadurch recht gelegen und ich bekam bis Juli 09 auch noch Geld und hatte erstmal nicht so den druck.
ab august begann dann die sache ernst zu werden und es lief von anfang bis heute durchwachsen.
ich habe hauptsächlich mtts oder mt-sngs gespielt und ja, ich weiss, es ist swingy, die varianz < jesus usw usw.
ich war in diesem guten jahr jetzt insgesamt glaub ich 4 mal broke und kurz vorm exitus kam immer der cash der mir den arsch rettete.
nen wirklichen upswing hatte ich wohl bis auf zwei 9k cashes innerhalb einer woche im februar wohl nicht abbekommen.
die meiste zeit liefs einfach nur kacke. und ihr wisst und ich weiss, wenns kacke läuft, spielt man schlechter und ist scared money wenn man halt auf die kohle angewiesen ist.
nach diesem kleinen up im februar gings erstma brutal down bis april, da ging gar nix.
ich bin sicherlich nicht der überskiller, weiss mich durchaus realistisch einzuschätzen. meist mach ich mich sogar schlechter als ich eigentlich bin, obwohl mir einige leute bestätigen das ich es eigentlich kann. mit können mein ich: das es für die donks eigentlich reichen müsste.
nur scheint es die varianz nicht gut mit mir zu meinen. ich hab sogar jetzt auch teilweise gestaked gespielt, soweit gings runter.
da bin ich zwar jetzt raus, geändert hat es nichts.
es folgt eine horrorsession der nächsten. Leute die mir zugucken sagen schon: da wird einem ja schlecht beim zuschauen, so krieg ich badbeats in a row.
gerade ein guter freund der mir sehr oft zuschaut, versteht die welt nicht mehr und kotzt schon vom zusehen ab. es ist einfach nicht mehr in worte zu fassen wie ich runne.
die letzten monate waren dann gezeichnet von platzierungen im bereich final 3 bis final 2 tables bei durchaus attraktivem preispool bei größeren teilnehmerfeldern.
weiss gar nicht wie oft ich FT gebubblet oder 12ter oder so geworden bin.
kann man hier ja nachschauen:
na ja, es läuft halt dann irgendwann darauf hinaus, dass der druck geld machen zu müssen immer größer und der vertrauen ins eigene spiel immer kleiner wird. es ist wohl ein kreislauf in den man reinkommt, da kann man wohl nicht viel dran machen.
hab auch versucht cg zu spielen. sicherlich bin ich dort nicht besser als in mtts, aber halt auch kein fish, trotzdem ändert es nichts dran wie ich runne.
auf jeden fall hab ich mich entschlossen das ganze zu beenden, zumindest davon zu leben, bzw. zu überleben, weil mehr ist es am ende leider nicht mehr. mittlerweile hab ich auch ein paar schulden angehäuft, was das ganze nicht angehmer und besser macht. ist nicht die welt, aber der druck ist halt da.
natürlich könnt ich jetzt schreiben, alles rigged, bla blub. wer mir zuguckt, wie ich runne kann den eindruck das mit meinem Account was nicht stimmt, auf jeden Fall bekommen.
aber ok, dass ist eigentlich nicht das thema. nur wenn man halt dauerhaft von 10 flips 8 verliert, von 10 70/30 sit. 3 gewinnt, 3 verliert und 4 mal splittet usw usw, dann verliert man irgendwann den glauben dran das man longterm eigentlich gewinnen müsste und das online alles mit rechten dingen zu geht.
man kann halt nix machen, als es mit der besseren hand reinzukriegen und hoffen das es hält bis zum SD.
wenn ich irgendwie versuche meinen bigstack zu spielen, gehts schief.
wenn ich mal nen move mache, gehts schief.
jeder hauch von slowplay bei mir geht schief. am Turn, spät. River kommt die killerkarte.
also kurzum wie man es macht, macht mans verkehrt.
und das zermürbt einen, es macht die psychisch total fertig. so fertig, das ich kurz vorm nervenzusammenbruch während einer session war.
und darauf hab ich einfach keinen bock mehr. ich will mich nicht durch diesen kack kaputt machen, bzw. machen lassen. es reicht einfach.
warum schreibe ich das jetzt eigentlich alles hier? hm, gute frage. muss mir halt mal bisschen was von der seele schreiben und vielleicht auch, dass ich es niedergeschrieben habe, das der entschluss jetzt feststeht.
was folgt jetzt?
nun ja, ich hab ne abgeschlossene ausbildung, der arbeitsmarkt brummt wieder (im gegensatz zum sommer 09 als die krise mittendrin war).
mit 37 bin ich denk ich auch noch nicht zu alt um wieder einzusteigen und ich weiss auch was ich kann.
ich werde mich jetzt erstmal ans AA wenden und zuschauen das ich vielleicht noch verspätet erstmal Arbeitslosengeld beantragen kann und mich dann in ruhe wieder nach nem job umsehen kann ohne den druck zu haben.
so, das wollte ich einfach mal loswerden.
wusste auch nicht genau wo es hinpasst. wohl am besten in die Kategorie "Selbstmanagement".
falls jemand nen tipp bzgl. Job im Großraum Mainz hat, immer her damit. ![]()
ach ja, ich werde nicht komplett aufhören zu pokern und hoffe, wenn ich es wieder als hobby bzw. nebenverdienst betreibe, auch wieder den spass am spiel zu finden.
