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Equity

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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Hallo zusammen.

Hab mir jetzt mal ein paar videos angesehen.

Daruntrr von liverix zum thema euilab/equity.
Die equilabeinführung von pokerstrategy

Fazit. Euqilab ist ein gutes werkzeug, dass allerdings nicht in jeder situation sinn macht.

Aber irgendwie steh ich grerade planlos da.
Dass die equity sich aus meiner hand relativ zur range des gegners zusammensetzt ist mir klar.
Den equitytrainer, welcher im equilab integriert ist, ist mir auch verständlich. Genauso wie man damit am flop die equity seiner hand gegen die range des gegners schätzen soll.

Das der mathematische vorgang komplex bzw. Langwierig ist, wenn man ihn ohne hilfe von equilab macht ist mir auch klar.

Aber wie hilft einen das ganze? Ich steh grad vor der frage wie man die euity seiner hand bemessen an der range des gegner schnell im kopf ermitteln bzw. Schätzen kann, und dabei ein brauchbares ergebnis bekommt?

Würde ich mir nämlich die auswertungen des equitytrainers ansehen, kann ich diese für diese ene hand mit diesem einen speziellen board auswendig lernen. Was aber auch wenn man das mit einer vielzahl an beispielen machen würde, auch nicht wirklich dazu beiträgt ein richtiges gefühl dafür zu bekommen.

Wie entwickelt man dieses gefühl?
Ich bin so der typ mensch dem es nicht genügt, wenn man ihm in der werkstat sagt, dass dieses oder jenes teil getauscht werden muss, sondern auch noch eine erklärung über die funtion dieses teils braucht. Von daher fällts mir schwer zu verstehen wie man ein verständnis für equity ntwickeln kann weil mir irgendwie noch etwas dazu fehlt.

Habt ihr tips? Bzw. gint es noch videomaterial oder artikel dazu?

Ich sag schon mal danke


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6 replies
Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Eine Möglichkeit, wie du vorgehen kannst:

Du stellst dir ein paar Boards mit bestimmten Eigenschaften zusammen, die du dir dann für bestimmte Ranges und bestimmte Hände ansiehst. Die Boards kannst du dir so konstruieren:

Du ordnest sie nach Anzahl der high Cards und Connectedness, also wie viele Draws sie zulassen.

high Cards ----------------------------------------------------------------------- low Cards
nicht connected
A:s Q:d 7:c ----------------------------------------------------------------------- 6:s 6:d 2:c
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K:d Q:d T:d ----------------------------------------------------------------------- 6:d 5:d 4:d
connected

womit du eine Matrix aus 9-16 Prototyp Boardtexturen erhältst (du beschränkst dich auf möglichst unterschiedliche Situationen).

Dann vergleichst du preflop Ranges (je nach Position, limp, raise, 3-bet) mit Händen bestimmter Handstärken. Die sind: top Pair, mid Pair, low Pair, Flush Draw mit oder ohne Overcards, oesds mit oder ohne Overcards, Gutshots mit oder ohne Overcards, Overcards (1 oder 2) mit oder ohne backdoor Draws.

Das sind so ca. 100-200 typische Situationen. Du wirst schnell feststellen, dass du mit top Pair selten unter 75% liegst und dass backdoor Flush Draws ca. 2% mehr bringen als ohne. Der Vorteil ist, dass du viel besser wirst, die marginalen Hände je nach Board und Range des Gegners einzuschätzen. Gutshots, Overcards, low Pairs. Du wirst erkennen, wann scheinbar gute Situationen (top Pair) kritisch werden können oder wann du es dir erlauben kannst, mit mid Pair, low Pair oder sogar high Card für Value aggressiv zu werden, weil du einen Vorteil hast. Du wirst auch sehen, welche Boardtextur für welche Range (tight, loose) gut ist. Wenn du dieses Programm durch hast (es wird dich ein paar Stunden kosten), dann wirst du im Equilab Trainer selten um mehr als 2% Equity daneben liegen. Und dabei nur wenige Sekunden brauchen.

Das ist dann die halbe Miete. In der anderen Hälfte dreht es sich darum, wie oft eine bestimmte Range ein bestimmtes Board zu welchen Handstärken trifft. Daraus kann man dann ableiten, wie es Range gegen Range aussieht, so dass man sein Spiel daran anpassen kann (hat der Gegner einen grossen Rangevorteil, dann sollte man nicht einfach drauflos ballern bzw. contibetten). Oder wie gut man auf bestimmten Boards den Gegner mit Bluffs attackieren kann, wenn er sich nicht auf die Boardstruktur anpasst (z. B. wenn er 100% contibet auf Boards mit einer high Card und zwei low Cards spielt).


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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Also damit ich das jetzt richtig verstehe.

Ich schreib mir eine matrix auf. Von high bis low. Und connected bis nicht connected.
Diese vergleiche ich dann mit preflopranges bestimmter gegner und und und meinen gewählten starthänden, sagen wir mal KQs?
Und dann sieht man wie sich der Flop für meine starhand auswirkt und vergleicht diese mit der range des gegners. Sagen wir mal gegen einen 50/10 limper, flop für flop.
Und je nach flop wird sich dann die range range verändern und ich sehe welche boars günstig oder ungünstig sind?


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Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

So ungefähr. Das Verfahren lässt sich sich etwas effizienter gestalten, in dem du dir nicht deine Starthände Stück für Stück ansiehst, sondern du zuerst das Board auswählst, dann eine Auswahl deiner Starthände, die bestimmte Handstärken getroffen haben und das vergleichst du mit den gegnerischen Ranges (die gegerische Range lässt sich mit wenigen Klicks einstellen, alles andere ist aufwändiger). Nicht auf allen Boards sind alle Arten von Händen möglich.

Beispiel:

Du nimmst dir das Board A:s Q:d 7:c vor (aus der obigen Matrix). Deine Range sei die big Blind Call Range gegen BU. Wäre sie so wie die vordefinierte Range im Equilab, dann ist sie 33-22, A5s-A2s, KTs-K2s, Q2s+, J3s+, T4s+, 95s+, 84s+, 74s+, 63s+, 53s+, 43s, A7o-A2o, KTo-K4o, Q8o+, J8o+, T8o+, 97o+, 87o, 76o. Die verschiedenen Handtypen, die du untersuchen willst, sind:

Top Pair: A:h 4:h (exemplarisch, es gibt auch top Pairs mit backdoor Flush Draw)
mid Pair: Q:h 7:h (hier gibt's bessere und schlechtere Kicker und mögliche backdoor Draws, da kann man sich die Unterschiede anschauen)
low Pair: 8:h 7:h (auch hier gibt's mögliche backdoor Draws, z. B. J7s)
Pocket: 33
Gutshots: K:h T:c und J:s T:s z. B.
high Card mit backdoor Draws: K:c 8:c
Trash mit backdoor Möglichkeiten: J:s 8:s
totaler Trash: 6:h 3:h

weitere Möglichkeiten:
88, was du gegen einen Raise aus MP2 oder MP3 nicht mehr 3-betten würdest
KK, JJ, was du ge-3-bettet hättest, kannst du mit gutem Gewissen contibetten?
KQ, AJ ebenso, hat der Gegner eine sehr gute Range (3-bet oder Cap), dann verändert sich viel

Das vergleichst du mit verschiedenen Gegnerranges, z. B. MP3 open raise, BU open Raise, 50/10 Limp. Zwar wirst du nicht gegen jede Range jede Hand haben, weil du gegen verschiedene Ranges verschieden verteidigst, du kannst sie dir aber trotzdem alle ansehen, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie sich die Qualität deiner Hände im Vergleich zur gegnerischen Range ändert.

Daneben kannst du dir auch anschauen, wie oft der Gegner ein Pair oder einen Gutshot oder besser getroffen hat. Da wirken sich deine Handkarten als Blocker aus (Handstärkenverteilung, das Kreisdiagrammsymbol gleich links neben den Equityzahlen). Damit kannst du abschätzen, wie hoch deine Foldequity ist, solltest du einen Move versuchen.

Eine weitere Sache, die du machen kannst, ist, den Szenario-Analyser zu benutzen (unter Tools). Damit kannst du dir den Einfluss der Turnkarten ansehen. Da tut sich nicht nur etwas, wenn du Outs triffst.


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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Hab gestern ein quiz in den basic artikeln zum thema equity gemacht.

Eine frage war die ob call oder fold am river mit AT auf der habd gegen die range des gegners.

Gegner 36 kombos for value, 11 kombos bluff
Bin falsch gelegen bei meiner antwort.
Die erklärung: Fold meine Equity ist nur 23%. Das wären genau die 11 bluffkombos. For value raist der gegner ab AJ. Und noch ein paar andere karten.

Kann ich jetzt daraus ableiten dass die equity meiner hand oder meiner range der prozentuelle anteil der range des gegners ist, der meine hand bzw. Range überlegen ist?


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Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Ja. Equity ist die Gewinnwahrscheinlichkeit am Showdown. Hast du eine Equity von 23%, dann gewinnst du den Showdown in 23% der Fälle. Bei der Frage Call oder nicht steht sie in Zusammenhang mit den Odds. Für 23% Equity brauchst du Odds von etwas besser als 3:1. Die Beziehung ist

Equity = 1 / (Odds +1)

woraus sich ergibt

Odds = 1 / Equity - 1

Hier also Odds = 1/0,23 - 1 = 3,35 = 3,35:1

Eine ausführlichere Betrachtung (Calldown über mehrere Streets) findest du in meinem Skript
Der selektive Calldown


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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Damit ist mir schon mal viel geholfen, wenn ich den zusammenhang verstehe.

Natürlich kann man ja keine ewig langen berechnungen anstellen. Aber mit card removal die range einschränken.

So weiß ich jetzt mal wie ich die die euqity schnell schätzen kann sofern die kombinatorik schnell im kopf abrufbar ist.
Einfach nur im trainer zu schätzen und mich dan berichtigen zu lassen ohne zu wissen warum das so ist scheint mir nicht so ganz richtig.
Jetzt hat sich die lücke geschlossen, damit es für mich sinn ergibt.


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