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Den Gegner auf eine Range setzen

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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Abend zusammen.

Seit ein paar Tagen versuche ich mein Spiel zu verbessern.
Es wird hier ja oft der Begriff "Denken in Ranges" erwähnt. Man soll ja den Gegner auf eine Range setzen.

Mich beschäftigt das jetzt auch sein ein paar Tagen. Eigentlich ist es mir sogar etwas peinlich und irgendwie überlege ich mehr ob ich die Frage stellen soll oder nicht.

Mittlerweile ist es mir egal, ob man das jetzt für besonders unterhaltsam findet, oder sich darüber lustig macht.

Wie gibt man einem Gegner eigentlich eine Range?
Mir ist schon klar, dass sich diese Range anhand des Boards und seiner Aktionen reduziert. Und man mit dem Ausschlussprinzip annähernd in die Richtung kommt, was der Gegner halten kann, und wie sich das zum Board verhält.
Aber wie bestimme ich die Range für sein Tun und handeln Preflop. Gehe ich nach Charts oder Beobachtung vor? Nach irgendwelchen Starting Hand Charts, die gerade neben mir liegen, denke ich mal nicht. Es gibt ja Spieler die mit jedem Sch... openraisen, 2betten, 3betten und cappen.

Wer sich jetzt lustig machen will bitte.
Aber das ist gerade etwas was mich ernsthaft beschäftigt, und mich gerade irgendwie ausbremst.


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7 replies
vusp2711
Joined: 14.07.2011

Hey, das hat viel mit erfahrung zu tun und Du wirst auch so gut wie nie 100% richtig liegen. Du kannst auf grund seiner Stats anfangen Ranges grob zu umreißen.
z.B. er callt BB vs BU 20% und 3Betet 12%. dann könnte seine callingrange ungefähr so aussehen
A8s-A2s, KJs-K4s, Q7s+, J8s+, T8s+, 98s, A9o-A5o, KTo-K8o, Q9o+, J9o+, T9o
wenn er dann 65% auf Cbets foldet weißt du das er fit or fold spielt
auf einem Board: KT6r könnte seine callingrang dann so aussehen:
QJs, Q9s, J9s, 98s, QJo, Q9o, J9o, Ad6h, Ad6s, Ad6c, Ah6s, Ah6c, As6h, As6c, Ac6h, Ac6s, KdTs, KdTc, KhTd, KhTs, KhTc, KcTd, KcTs, Kd9h, Kd9s, Kd9c, Kh9d, Kh9s, Kh9c, Kc9d, Kc9h, Kc9s, Kd8h, Kd8s, Kd8c, Kh8d, Kh8s, Kh8c, Kc8d, Kc8h, Kc8s, QdTs, QdTc, QhTd, QhTs, QhTc, QsTd, QsTc, QcTd, QcTs, KdJd, KhJh, KcJc, JdTs, JdTc, JhTd, JhTs, JhTc, JsTd, JsTc, JcTd, JcTs, KdTd, KcTc, QdTd, QsTs, QcTc, JdTd, JsTs, JcTc, Td9h, Td9s, Td9c, Ts9d, Ts9h, Ts9c, Tc9d, Tc9h, Tc9s, Kd9d, Kh9h, Kc9c, Td9d, Ts9s, Tc9c, Kd8d, Kh8h, Kc8c, Td8d, Ts8s, Tc8c, Kd7d, Kh7h, Kc7c, Ah6h, As6s, Ac6c, Kh6h, Kc6c, Kd5d, Kh5h, Kc5c, Kd4d, Kh4h, Kc4c
usw
Das kann und muss man Üben, gute Tools dafür sind Equilab (kostenlos) und Flopzilla (besser aber kostet)


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Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Als erstes überlegt man sich, mit was für einem Spielertyp man es zu tun hat, um seine Aktionen einordnen zu können. Dann bildet man ausgehend von seiner preflop Aktion eine Range, die durch weitere Aktionen eingeengt werden.

Hat man ein HUD, dann kann man die preflop Range des Spielers oft aus seinen Werten ablesen. Dabei muss man die Position des Spielers berücksichtigen, sofern man noch keine positionsbezogenen Werte hat. In späten Positionen sind die Spieler looser als in frühen Positionen. Nicht positionsbezogene Werte wie VPIP / PFR geben typischerweise die Range in MP3 bei 6max Spielen wieder. Die Abweichungen in früheren oder späteren Positionen kann man abschätzen, in dem man einen Multiplikationsfaktor für die Position berücksichtigt. Z. B. kann man für BU alle Werte *2 nehmen. Raist ein Spieler 20% der Hände first in in MP3, so raist er auf dem BU 40-50% first in. Raises, 3-bets und Caps erfolgen typischerweise mit top Händen, also die besten x Prozent.

Ab dem Flop muss man das Board mit einbeziehen. Das Board ermöglicht verschiedene Handtypen. Passive Spieler betten und raisen meistens vor allem starke made Hände, aggressive Spieler raisen auch Draws und weniger starke made Hände. Loose Spieler haben einen grösseren Anteil marginaler Hände in ihrer Range.

Im Skriptservice zu meinem vergangenen Coaching findest du ein paar Skripts, die sich mit Handreading, Ranges und Statistiken beschäftigen.
Einführung in das Rangekonzept
Gegnertypen
Der Umgang mit Statistiken
Statistiken und Gegnertypen
Das Denken in Ranges

Das letzte Skript enthält einige Beispiele, wie man Ranges erhält und wie man mit ihnen umgeht.


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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Danke für die Skripte. Muss ich mir dann in ruhe durchlesen.

Das heißt, wenn ich jetzt mit dem euitycalculator in PT4 spielen könnte ich anhand der werte VPIP und PFR, Eine Standardprefloprange anzeigen lassen, wenn ich im rangeselector nicht manuell auswähle sondern der range schon mal einen gewissen prozentwert gebe?


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Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Ich kenne den Equitycalculator von PT4 nicht (ich benutze selbst HM 2), aber so würde es mit dem Equilab laufen. Im Equilab hast du zwei Schieberegler. Der eine beschränkt die Range von unten, der andere von oben. Also angenommen, der Gegner spielt raise/call und hat ein PFR von 20% für diese Position. Dann schiebt man den unteren Regler so, dass die top 20% der Hände angezeigt werden. Geht man davon aus, dass der Gegner 5% cappen würde, dann schiebt man den oberen Regler so, dass die besten 5% ausgeblendet werden. Der Rest ist dann die Range, die der Gegner mit dieser Aktion spielt.


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Serdna777
Joined: 15.01.2010

Liverix hat 2,3 Videos,in den er Equilab nutzt, gemacht.


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wolf1983
Joined: 14.09.2016

Original von cjheigl
Ich kenne den Equitycalculator von PT4 nicht (ich benutze selbst HM 2), aber so würde es mit dem Equilab laufen. Im Equilab hast du zwei Schieberegler. Der eine beschränkt die Range von unten, der andere von oben. Also angenommen, der Gegner spielt raise/call und hat ein PFR von 20% für diese Position. Dann schiebt man den unteren Regler so, dass die top 20% der Hände angezeigt werden. Geht man davon aus, dass der Gegner 5% cappen würde, dann schiebt man den oberen Regler so, dass die besten 5% ausgeblendet werden. Der Rest ist dann die Range, die der Gegner mit dieser Aktion spielt.

Wohl die schieberegler gibts bei PT4 auch. Muss nur mal schaun wie man die stellen muss damit sie den von dir geschilderten Effekt haben.
Dann kann ich mal meine hände vernünftig auswerten.


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TigerTom
Joined: 16.07.2006

Hallo Wolf,

Cornholio hat mal vor längerer Zeit eine Videoserie gemacht, die hieß der Umstieg auf shorthanded. Es waren drei Videos und eines davon war über denken in Ranges. Auch das ist ein sehr gutes Video.


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