Die Berechnungen aus dem 2. Link sind genau das was ich meine...er lässt die Postflop-action völlig außer Acht und rechnet im Prinzip mit all-in-Situationen (aber auch nicht ganz, weil er teilweise auf Draws callt, die er aber ja erst mal noch gewinnen muss...)
Der Denkfehler ist folgender:
"Wenn ich in 1 von x Fällen am Flop eine 'spielbare' Hand treffe, kann ich mit Odds von 1:(x-1) callen und dann die Hand profitabel weiterspielen."
Das ist aber leider falsch, weil, so dumm es auch klingt, wir viele Hände eben nicht profitabel weiterspielen, sondern und Postflop -EV damit einhandeln.
Das gillt vorallem füer Draws:
Man callt auf Grund der Potgröße auf seine Outs...das klingt natürlich erst mal nach +EV, wir callen ja auf unsere Outs...ist es aber nicht, da wir nur auf Grund des preflop entstandenen Pots "profitabel" callen können.
Wer den Gedanken nicht ganz verstanden hat, der sollte sich mal folgendes Beispiel durchdenken:
Wir stellen uns mal ein vereinfachetes Spiel vor:
Preflop können wir immer mit Odds von 1:2 callen und haben eine Chance von 1:2 am Flop eine spielbare Hand in Form eines Draws zu treffen.
Wenn wir nach Odds spielen, callen wir hier natürlich.
Wir haben einen Preflop-Pot von 3Bets. Am Flop wird unser Gegner immer noch mal eine 3Betstarke Bet machen und wir bekommen erneut Odds von 1:2. Nach dem Flop kommt nur noch eine Karte und dann ist das Spiel zu Ende (keine weitere Bietrunde).
Treffen wir jetzt unseren Draw, haben wir eine 1:2 Chance mit der nächstens Karte zu improven...also callen wir wieder.
Das das ganze -EV ist, sollte offensichtlich sein oder lässt sich leicht nach rechnen.
Klar ist das Beispiel stark vereinfacht, aber es zeigt, dass die Mathematik hinter dem ganzen Kram nicht so ganz stimmen kann (vorallem, wenn man bedenkt, dass das ganze auch füer Madehands gillt, da diese ja auch nichts anderes als Drawinghands sind, da man ja nich überholt werden kann).