Sehe es nicht als Optimum freien Eintritt bei allen Spielen zu erlangen. Nach unserer aktuellen Wirtschaftsform erzeugt Angebot doch Nachfrage. Und da liegt es bei den Vereinen, dass die Preise trotz hoher Nachfrage sozialverträglich gestaltet werden. Was sozialverträglich bedeutet muss mit allen Beteiligten diskutiert werden.
Bei der Kompensation der fehlenden Ticketeinnahmen durch Sponsoren müsste dann natürlich bei jedem Verein geprüft werden, ob erweiterte Einflussmöglichkeiten durch die Sponsoren drohen. Ist ja kein Muss, aber die Gefahr liegt natürlich nahe.
Möchte mich nicht neuen Ideen, die ja grundsätzlich eine gute Intention haben, verschließen, doch steh ich dem Konzept aktuell skeptisch gegenüber.
Zumal das ja auch die Räume in den Stadien durcheinanderwirbeln kann. Bleiben dann alle auf den sichtmäßig nicht so attraktiven "billigen Plätzen" hinter dem Tor oder in der Kurve/Tribüne oder knubbelt sich dann künftig alles auf Höhe der Mittellinie? Wenn Sitzen nicht mehr kostet, wie attraktiv ist dann noch Stehen (außer für diejenigen, die halt gerne stehen wollen)?
Das Zeichen ist halt auch nicht gut: Wir brauchen Eure Kohle nicht, Ihr seid kein Finanzfaktor mehr. Bin da auch eher beim 11Freunde-Artikel:
https://11freunde.de/artikel/duesseldorfer-experimente/8477458 (Bezahlartikel)
Man geht ja durchaus auch ins Stadion, um den Verein mit seinem Eintritt ein bisschen mit zu unterstützen. Ein Stadionbesuch wäre somit nichts mehr "wert".
Den Punkt mit der Partizipation finde ich ja auch spannend. 11Freunde argumentiert ja auch, dass das auch bisher möglich gewesen wäre wenn man denn gewollt hätte.
Aus der PK von Fortuna ging hervor, dass in der Projektentwicklung bei Fortuna niemand auch nicht von Fanseite eingebunden wurde. Wieso nicht, wenn man doch Partizipation möchte?
Mein aktuelles Horror-Szenario sieht eher so aus:
Alle geben im Tausch für freien Eintritt ihre Daten her. Dadurch kann Sponsor HP ein Prestigeprojekt hinsichtlich IT-Lösungen fahren. Außerdem gibt's dann im Stadion nur personalisiertes cashless payment. Und ein paar Spiele später weiß man, wer besonders viel Geld dort lässt und für was. Dann "gewinnen" nur noch die Karten, die auch Geld mitbringen und das Angebot wird immer mehr auf das Konsumverhalten zugeschnitten.
Nicht Teil des Szenarios: Fan- und Mitgliederinteressen.