Sie spielt echt ein starkes Turnier. Ist ne beeindruckende Frau. Beim Kandidaten Turnier kann Jan dann ja auspacken, wie du gegen Peter Svidler geblitzt hast. Den finde ich in seinen Banterblitz Videos immer dermaßen sympathisch und offen, dass ich zum Fanboy geworden bin.
Frage an alle GTO-Poker Nerds:

Andere GTO-Tools bestätigen das Checkraise, wenn auch mit etwas weniger Gewichtung. Das Checkraise sieht auf jeden Fall sehr sehr strange aus.
Welche der drei Erklärungen scheint euch am plausibelsten:
A Es ist eine Valuecheckraise, da Villain extrem weit cbetten wird mit 1/2 Size.
Theorie: UTG kann sehr weit (~80%) cbetten mit der Size und BB hat kaum was dagegen in der Hand, da er zu wenig Valuekombos hat. Natürlich muss UTG trotzdem sicherstellen, dass er nicht gegen Bluff-Checkraises exploitable ist. Dadurch defended er recht weit gegen Checkraises und dadurch wird 9Ts auch als Checkraise so profitabel wie Call.
B Es ist more or less ein "Collecting-Deadmoney" Spielzug.
9Ts hat viel Equity gegen UTGs Range, aber schlechte EQR auf Future Streets. Auf der Boardtextur will BB viel Checkraisen und der EV von Call und XR ist eben sehr ähnlich, weil "Isolieren gegen bessere Range" und "schlechte Equityrealisierung nach XC" sich ungefähr ausgleichen. Dadurch wandern eben auch viele random Pairs in die Checkraise-Range. Schließlich werden ja vor allem die Hände mit viel Equity continued.
C Es geht darum, wie unsere Range nach XR - X gebalanced ist.
Wir haben defintiv Hände in der Range die XR-X spielen auf verschiedenen Turns. Da brauchen wir auch etwas mit Equity, was vor allem gegen kleine Betsizes auch Checkraises kann und sonst eben XC spielt. Ist unsere Checking-Range am Turn zu polarisiert, dann kann Villain seine middle Range sehr klein betten am Turn und wir können nicht genug checkraisen. Er exploitet unsere unbalanced Turn-Range.
D Mir egal. Ich XC immer, scheiß auf GTO.
Hab mir A-D nicht durchgelesen aber man will 1. Equityshare rausfolden und 2. schwache x/r Hände haben um seine Range nicht zu stark zu polarisieren um gegen verschiedenen Lines flexibel zu sein und 3. seine x/r Frequenz erhöhen um Villain keinen free Turn zu geben, wenn er viel am Flop stabbt, was wiederum Punkt 1 wäre. So ca. seh ich das.
Spoiler
/e Hab mir D durchgelesen weil es kurz war. Bin für D jetzt!
Original von mnl1337
Hab mir A-D nicht durchgelesen aber man will 1. Equityshare rausfolden und 2. schwache x/r Hände haben um seine Range nicht zu stark zu polarisieren um gegen verschiedenen Lines flexibel zu sein und 3. seine x/r Frequenz erhöhen um Villain keinen free Turn zu geben, wenn er viel am Flop stabbt, was wiederum Punkt 1 wäre. So ca. seh ich das.Spoiler
/e Hab mir D durchgelesen weil es kurz war. Bin für D jetzt!
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wollte ziemlich das gleiche schreiben, finde die line aber ziemlich advanced.
villain sollte uns hier wohl fast nie 4betten, aber oft genug callen.
hab deshalb ziemliche schwierigkeiten am turn. sollten wir hier auf A oder K immer x/f spielen? das A sollte uns doch passen da wir hier auch oft genug AT haben, anderseits sollte villain auch sein AK/AQ vllt sogar AJ defenden und alle overcard spade (und kreuz?) combos.
wo sich für mich wieder die frage stellt ob wir eine spade barreln sollten, da wir gegen seine flop calling range behind sein sollten.
gibts eine overcard die wir barreln?
spielen wir x/c bei einem paired board?
wie spielen wir blanks?
lass diese plays fast immer aus weil ich zu planlos bin.
wenn du darauf eingehen würdest mnl wäre ich dir sehr dankbar.
Turnkarten sind relativ wayne. Wir sollten eine gut gemischte Range haben, die auf allen Runouts flexibel ist. Je nach genauer Range muss man dann gucken was man auf welcher Turnkarte mit welcher Hand macht.
jo das ist schon klar. was mir nicht klar ist, wie sollten wir mit den teil unserer range umgehen die nicht polarisiert ist?
vielleicht mach ich es mir auch zu schwierig, will aber keine merged range ballern am turn, anderseits wird unsere range ziemlich obv wenn wir checken, da unsere klare value range hier immer betten will.
ich tu mir auf jeden fall sehr schwer in solchen spots, und hab keine ahnung wie es sinnvoll ist sich hier zu verbessern.
Hey KTU,
hoffe mal Fragen zu deinen Vids sind hier okay.
Bin noch nicht weit gekommen, dennoch schon ein paar Fragen (bzgl. aktuellem Vid mit Siete:s_thumbsup:):
Wie genau hast du die Tabelle mit den RFs BBvsBTN Call erstellt? Als Grundlage dienen wohl die zusammengefassten und gewichteten Flops (woher hattest du die Rohdaten?), Files schauen nach Pio aus? Gescripted die Ranges auf den unterschiedlichen Boards gegeneinander laufen lassen und dann mit Gewichtung der unterschiedlichen Boards die RFs berechnet? Geht das in Pio automatisch oder hast du die Tabelle "von Hand" in Excel erstellt o.ä.?^^
Danke schonmal.
'valuetection'
xr b70 b100 ist overplayed auf den meisten runouts. das heißt aber nicht dass wir nicht xr können. siehe zb auch cbet xb b lines
ansonsten bzgl 'hände raus folden': ist vielmehr so, dass wir villain dazu zwingen den gerechten preis für den Turn zu zahlen, anstatt ihm das umsonst zu geben. vergleichbar mit ganz normalen valuebet, wir sind IP vs OOP, am River. wir haben unsere x% eq die wir brauchen um zu betten, sind aber zu nittig und checken behind (xb).
und dann gibts den bonus, dass wenn wir xr, wir auch ne gute menge hände semibluff raisen die equity haben, xc aber nicht >= 0 ist.
und donking ranges sind idr die zeit nicht wert zu die man aufwenden muss um das alles aufzusplitten.
bzgl C
nur weil eine line theoretisch verfügbar ist, heißt das nicht dass wir da 'balancen' müssen
praktische postflop ranges sind zu unassymetrisch für solche spielereien.
Ich find den XR - im Nachhinein selbstverständlich
- zwar überraschend, aber auch verständlich. Wir starten gegen die komplette EP Range mit "nur" ~62% EQ, verglichen zu BTN gegen den wir ~70% EQ haben. Schwierig find ichs eher das Play in dem Spot als sinnvoll zu erkennen und dann am Turn und River keinen Fehler zu machen.
Nehme an OC's und Underpairs zum Folden zu kriegen ist hier besonders viel wert.
Mich würde interessieren, wie Snowie gegen eine Potsize Bet reagiert?
Original von strikerp
Hey KTU,hoffe mal Fragen zu deinen Vids sind hier okay.
Bin noch nicht weit gekommen, dennoch schon ein paar Fragen (bzgl. aktuellem Vid mit Siete:s_thumbsup:):
Wie genau hast du die Tabelle mit den RFs BBvsBTN Call erstellt? Als Grundlage dienen wohl die zusammengefassten und gewichteten Flops (woher hattest du die Rohdaten?), Files schauen nach Pio aus? Gescripted die Ranges auf den unterschiedlichen Boards gegeneinander laufen lassen und dann mit Gewichtung der unterschiedlichen Boards die RFs berechnet? Geht das in Pio automatisch oder hast du die Tabelle "von Hand" in Excel erstellt o.ä.?^^
Danke schonmal.
Bitte Fragen in den Comments zum Video posten. Hier geht die Diskukssion verloren. Ich hab das von Tackleberry machen lassen. Er hat ein Skript, dass PIO das übernacht machen lässt. Mehr Hintergründe zur Auswahl der Flops: http://forumserver.twoplustwo.com/15/poker-theory/choosing-subsets-flops-studying-game-1408420/
Zur Diskussion: Ich denke persönlich, dass "Balance auf future Streets" das entscheidende Argument ist. Natürlich müssen die EVs von Call und XR auch gleich sein in GTO. Womit das EQR Argument nach XC auch stimmt. Es ist aber nicht der Grund für das Checkraise, sondern nur die logische Folge, wenn XR auch in GTO vorkommt. Vielen Dank für die ganzen Antworten
@ETBrood

Cbet-Frequenz von UTG bei Pot-Bet: 38,4%
Cbet-Frequenz von UTG bei 1/2 Pot-Bet: 68%
Cbet-Frequenz von UTG bei 2x Pot: 1,66%
Einleuchtend ist, dass EQR gegen eine stärkere Range immer schlechter wird. Warum der EV des XR aber weniger unter der starken Range leidet, ist mir auf Anhieb nicht völlig klar. Muss dann eigentlich bedeuten, dass die Continue-Range vs XR prozentual recht ähnlich ist und damit "Collecting" Deadmoney als Faktor konstant bleibt. Muss ich in Ruhe nochmal drüber nachdenken.
So und jetzt das wichtigste überhaupt. Schaut euch das Video an:

Vielen Dank für alle die gestern zugeschaut haben. Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn ich denke, dass es etwas chaotisch war. Das Format muss noch wachsen.
Im nächsten Coaching werde ich das Coaching in 3 Teile zu gliedern:
• Pro-Idee des Tages
• Gameplan Bastelstunde
• Basics, die sitzen müssen
Zusammenfassung des ersten Coachings
Highstakes-Konzept:
Wir haben uns viel dieser Hand beschäftigt.

Preflop wurde auf 3x $150 geopenraist, was einem ~2.5x Openraise an einem Nicht-Ante Tisch entspricht. Beide Spieler checken nun ihr Top Pair bis zum River durch und wir sind zu dem Arbeitsergebnis gekommen, dass das auch sehr gut so ist.
Am Flop muss BTN eine Entscheidung treffen, wie er c-betten möchte. Ich halte eine 2/3 C-bet mit 50% Frequenz gleichwertig zu einer 1/3 C-bet-Size mit einer Frequenz von 75%. Mir persönlich liegt die 2/3 Size hier besser, weil ich besser meine Range auf Turn und River zu planen. Von nutclubdraw kam allerdings das starke Argument, dass gerade auf kleineren Limits die Regulars immer noch große Probleme haben ihre Foldingrange anzupassen und mehr zu defenden. Gegen eine 2/3 Betsize sollte der Spieler im Big Blind ~50% verteidigen und gegen eine 1/3 Pot Betsize ~70% mit höherer Checkraise-Frequenz.
So sieht die Situation für BB aus:

Hier wird sehr deutlich, dass Hände, die sich als sehr natürliche Folds anfühlen auf einmal zu Defends werden. Hier eine recht natürliche 50% Continue-Range.

Achtung: Die Grafik ist nicht 100% korrekt, da hier nur nach Equity, aber nicht nach Equityrealisierung Hände ausgewählt wurden. Trotzdem ist es augenscheinlich, dass wir Hände wie AXo, KTo und suited Kings gefahrlos folden können. Wenn wir unseren Gegner durch die kleinere Size zu einer weiteren Defend-Range zwingen, wie:
Dann sehen wir, dass viele natürliche Folds nicht mehr grau sind. Diese Hände korrekt weiterzuspielen ist für Villain nicht einfach und wenn er sie foldet, realisieren wir sehr einfach Equity mit der Mitte und dem Bottom unserer Range.
Gegen sehr kompetente Gegner sollte man so keinen EV erzeugen kann, weil sie sowohl ihre Defends als auch Gameplan auf Turn und River zur Hand haben, aber gegen schlechtere Gegner bis ~NL200 wird man das so gut wie nicht sehen.
Der andere sehr klassische und gute Ansatz für BTN ist am Flop recht polarisiert 50% zu cbetten. Wir müssen aufpassen, dass wir von unserer Cbet Range nochmal 50% gegen eine unbekannte Checkraise-Range defenden können, da wir sonst evlt schlimm exploitet werden, wenn Villain Bottomhands ohne Equity profitabel checkraist ist das eine ganz schöne Katastrophe sonst. Auf das Levelgame können wir uns hier nicht verlassen, weil Villain genug Valuekombos in seiner Range hat und wir unseren Fehler nur vergrößeren, wenn ihr ihn dann auf "overblufft doch" setzen.
Cbetten sollten wir dann die meisten unserer 9x Kombos, KK, 50% AQ, 30% unserer Flushdraws und den Rest mit Bluffs auffüllen. Gerne dabei nicht nur Bottom-Hands, sondern auch Hände wie KT sollten im Bluff-Teil unserer Range sein.
Checken werden wir 70% unserer Flushdraws, 50% AQ und schlechter, sowie AA und ein paar 9x Kombos.
Am Turn
Viele Spieler würden hier an Buttons stelle in Panik geraden mit einer Hand wie Q8 und wollen unbedingt ihre Equity beschützen. Tatsächlich ist es hier aber gut am Turn wieder wiefolgt zu betten: AA, AQ, KQ, 70% unserer verbliebenen Draws + weiteren Trash loswerden. Dadurch passiert etwas sehr sehr gutes: Wir zwingen so Villain seine Tophands am Turn selbst zu betten. Schließlich möchte er genau Qx, Ace high und andere Pairs nicht günstig zum SD kommen lassen. Dadurch sind wir am River mit unserer verbliebenen Range dann aber wieder nur absolut capped, aber nicht relativ zu Villains Range. Villain hat auch keine Nut-Combos mehr übrig. So ist tatsächlich die gute alte Bet-Check-Bet Line rehabilitert druch geschicktes Range-Splitting. Das ist sehr sehr wichtig zu verstehen.
Am River
BTNs Calls ist hier ein Nobrainer. Da gibt's nicht viel zu erzählen
Gameplan
Wir haben uns den Spot BTN vs BB angeschaut und sind zu folgenden Ergebnissen gelangt:

Wir openraisen im Standard-Gameplan weiter 50%, obwohl wir 2019 vermutlich bei 40-45% sind. Grund ist, dass heute die Blinds noch nicht aggressiv genug verteidigt werden und wir so in der Realität immer noch eine weitere Raise/Fold Range spielen können als es gegen sehr starke Gegner möglich ist.
Wir gehen davon aus, dass im Big Blind recht polarisiert ge-3bettet wird und dagegen ist eine polarisierte 4-Bet mit kleiner Size (2.25x) ein sehr schöner Counterexploit. Schließlich kann Villain nicht mehr gegen 4-Bets rebluffen. Im Standard-Gameplan ist unsere Bluff-4-Bet Range aber auch nahe dem Optimum mit einer Value zu Bluff Ration von 1 : 2. Wir gehen davon aus, dass BB viele 4-Bets callt und darum haben unsere Bluff-4-Bets im Zweifel mehr Playability gegen eine starke Range als Equity. Die wichtigen Exploits sind auch klar: 3-bettet unser Gegner zu viel (20%+) und bluffshoved gegen 4-Bets, dann lassen wir ihn voll ins Messer laufen und 4-betten nur noch JJ+ und nehmen mit Kußhand die 70% Equityedge im 200BB Pot mit. Wir callen unsere Bluff-4-Bets einfach nur auf seine zu weite 3-Bet Range. 3-bettet unser Gegner zu polarisiert, aber foldet zu viel auf 4-Bets, dann wandern K9,Q9,J9 und T9 in usere 4-Bet Range. 3-bettet unser Gegner streng linear, dann 4-betten auch Value-heavy und er wird mit Equity-Nachteil fast alle 4-Bets callen müssen. Ansonsten ist die Call-Range relativ stabil gegen die meisten Gegnertypen. 3-bettet ein Gegner viel zu wenig (<9%) sollten wir exploitiv ein Bisschen overfolden (K6s, K7s, Q7s) aber selbst dann passt die Range ungefähr.
Für BB kamen wir zu folgendem Arbeitsergebnis:

Wir defenden 50 bis 57% und unsere 3-Bet Range ist sowohl linear als auch polarisiert. So nehmen wir das beste aus beiden Welten mit. Man kann auch gerne mit 2 15% 3-Bet Ranges spielen, wovon die eine streng polarisiert ist und die andere streng linear. Das macht's dem Gegner auch unmöglich im Schnitt auf unsere Ranges zu adapten.
Ansonsten haben wir uns noch mit dem Konzept des Iterieren befasst:
http://boxcar2d.com/
Meist es beim Pokern sinnvoll nicht direkt nach der perfekten Range/Strategie zu suchen, sondern einfach erstmal intuitiv seine erste Strategie zusammenzuklicken. Später kann man diese dann immer weiter verbessern. Verbessern ist meist sinnvoll, wenn es an die Evolution angelehnt ist. Sprich: A) Schau, was sich bewährt hat und probiere was Neues. Bitte oben dem evolutionären Algorithmus mehrfach am Tag zuschauen. "Intelligente" Konzepte entwickeln sich so aus dem Nichts!
Vielen Dank allen für's Zuschauen.
Das Coaching findet jeden Donnerstag von 19 bis 20 Uhr statt.
Hi,
das Video kommt am Samstag raus. Hier trotzdem schonmal wichtige Fragen für die ambitionierten Spieler unter euch:
Frage 1 (Adaption): Was callt ihr da am Cutoff?
Frage 2 (Spieltheorie): Warum sollte MP eine Donk-Range haben?
Frage 3 (Handreading): Was pusht KTU?
Draft - Im Gameplan Teil machen wir diesen Donnerstag UTG-Ranges. Hier schonmal vorab meine ersten Gedanken. Stellt gerne eure Fragen und/oder postet Stats von euren Gegner.
UTG
Openraise - Range

Size: 3 Big Blinds
Range: 55+,A2s+,K9s+,Q9s+,J9s+,T9s,98s,87s,AJo+,KQo (#204)
Diskussion, Adaptions & Quellen
Spoiler
Diskussion:
Es gibt Trends aus UTG mit einer 19-22% Range auf 2bb oder 2.5bb zu openraisen. Größere Openraises wie 3.5bb sind sehr selten. Viele Gegner haben ihre Strategien gegen UTG am klassischen 3 Big Blind Openraise ausgerichtet und sind schlecht auf das kleinere Openraise vorbereitet. Durch die kleinere Size stellt man vor allem Regulars Probleme. Der Spieler im Big Blind sollte dank der guten Odds weit passiv verteidgen. Snowie empfiehlt: 
Das passiert in der Praxis nicht sehr oft und wenn overfoldet BB erfahrungsgemäß oft am Flop, da die Erfahrungswerte der Pokerspieler dazu führen, dass C-bets aus UTG hier zu stark wahrgenommen werden. Die Situation ist objektiv ähnlicher einer normalen CO vs BB Situation, aber das über die Jahre trainiere Pokergehirn überschätzt die Rangestärke von UTG hier. Nachteil des 2x Openraise ist, dass unsere Valuebets einen kleineren Pot aufbauen und ein Multiwaypot wahrscheinlicher wird. Auch ist es nicht einfach eine 22% Range gegen 3-Bets out of position zu verteidgen. Tipp: Es macht euch schwerer zu spielen, wenn ihr auch über eine 2x UTG-Openraisestrategie verfügt und insbesondere mit tighten Regulars in den Blinds macht dieses Vorgehen auch explotive sehr viel Sinn. Der Standard sollte dennoch 3x sein, da die UTG-Range anteilig zu viele starke Hände enthält, die an Value im kleineren Pot oder Multiway verlieren.
Population der Winning-Player

Snowie

UTG vs MP 3-Bet

rot (4-Bet): AA, A5s-A2s, 98s (#26)
gelb (Call): KK-88, ATs+, KQs, QJs, JTs, T9s, AQo+ (#92)
Bitte unbedingt die Adaptions gegen lineare 3-Bet Strategien beachten.
Diskussion, Adaptions & Quellen
Spoiler
Diskussion
Die 4-Bet Strategie ist darauf ausgerichtet, dass Regulars in MP im Schnitt immernoch 57% auf 2.5x 4-Bets folden, nicht bluffshoven und wir im 4-Bet Pot uncapped mit einer QQ+ lastigen Range perceived werden. Als Bluff 3-Bets finden sich viele Hände, die gegen 4-Bets chancenlos sind, wie z.B. KQo, KJo, 65s und 44. Problematisch ist, dass manche Spieler in MP nahezu 3-Bet only gegen UTG Openraises spielen und dann deutlich weniger auf 4-Bets folden.
wichtige Adaptions
• Adaption auf lineare 3-Bet Strategien
Read: MP spielt 3-Bet only (4-6%).
Adaption: 4-Bet-Range: QQ+,AKs mit 28bb (statt 23bb).
Fold statt Call: AJ, AQ, A2s-A5s, T9s,98s
Insgesamt ergibt sich damit die Snowie-Empfehlung:

Durch die große Size wird Villain vor die Frage gestellt, ob er deine Valuebet callen will oder schon vor dem Flop seine Equity aufgeben möchte. Gegen viele Gegner sollte das der Standard-Gameplan sein.
• Adaption auf zu tighte 3-Bet Strategien
Read: MP 3-bettet fast gar nicht (2-3%).
Adaption: 4-Bet: AA.
Fold statt Call: AQo, AJs, ATs, KQs, QJs, JTs, T9s, 98s, A2s-A5s
Openraise Range ggf auf 17-20% erweitern.
Villain 3-bettet KK+ und ab und zu packt er den random Bluff dazu. Wir haben sehr wenig Spielraum gegen diese Strategie. Am meisten profitieren unsere Openraise/Fold Hände von seiner zu geringen 3-Bet Frequenz, aber auch das ist mit Vorsicht zu genießen und ob wir wirklich unsere OR-Range erweitern sollten, hängt natürlich vor allem von den anderen Spielern am Tisch ab.
• Adaption auf zu loose 3-Bet Strategien
Read: MP 3-bettet zu viel (8%+) und shoved mit Händen wie AKo, JJ Preflop.
Adaption: Unsere Strategie ist schon ziemlich gut dagegen.
zusätzliche 4-Bet/Fold Hand: KQo, sonst alles wie gehabt. Es scheint in der Realität trotzdem schwierig Hände wie AJo oder KJs oop profitabel zu spielen. Mehr Bluff 4-betten ist dagegen gut, da Villain aufgrund des schlechten Risk-Reward-Verhältnis nicht 5-Bet bluffen kann. Wichtig: Du kannst diese zu weiten Angriffe gegen UTG Openraises auch gut als Spieler im CO/BTN mit cold-4-Bets angreifen. Insbesondere, wenn UTG 20% mit 2bb openraist und MP zu ambitioniert versucht dies zu bestrafen.
UTG vs CO/BTN

rot (4-Bet, 28bb): 100: KK+, JTs, T9s, 98s, 50: QQ (#27)
gelb (Call 3-Bet): 100: JJ-88, ATs+, KTs+, QTs+, AKo, 50: QQ (#75)
Diskussion, Adaptions & Quellen
Spoiler
Interessant, dass die meisten Spieler deutlich differenzieren, ob sie aus MP oder aus CO/BTN gegen UTG 3-betten und deutlich seltener polarisierte Bluffs spielen. Problematisch ist hier natürlich, dass die Coldcall und 3-Bet Strategien gegen UTG sehr unterschiedlich sind. Manche Spieler callen nur die guten Paare und andere callen bis AJo, 89s und ATs in der Hoffnung viel multiway mit dem Big Blind zu spielen. Dementsprechend unterschiedlich müssen wir auch aus UTG Postflop Spots mit sehr verschiedenen Rangeannahmen beleuchten.
Hier zum Vergleich Snowie-Empfehlung CO vs UTG:

Entspricht 3.5% CC und 5% 3-Bet
und die Population der guten Spieler auf NL400 CO vs UTG:

UTG vs SB 3-Bet

Spoiler
Diskussion: Villain hat hier keine ernsthafe Alternative zu einer linearen 3-Bet Strategie. Out of Position ist dafür sein Handlungsspielraum gegen 4-Bets zu niedrig. Darum können wir hier gut selber for Value 4-betten und insgesamt müssen wir darauf achten, dass auch unsere Call-3-Bet Range nicht zu schwach wird.
UTG vs BB 3-Bet

Hey Arne,
ich habe mir mal ein Alias gebaut für die Micros Samplesize leider nur 100k Hands und die betrachteten 3bet Werte sind zusammen 5k Hands.
dabei habe ich folgende Werte erhalten(für NL2/NL5)
- MP vs UTG 2,8% 3bet
- CO vs UTG 3,2% 3bet
- BU vs UTG 3,4% 3bet
- SB vs UTG 3,5% 3bet
- BB vs UTG 2,8% 3bet
Wie man sieht alles sehr sehr tight, meine UTG Range sieht so aus.

Etwas tighter als dein Vorschlag, da auf den Limits wie oben gesehen quasi nichts ge3bettet wird. Defende ich auch ähnlich wie in deinem einen Spoiler sehr tight, Bsp. vs MP mit JJ+ und AQs+ AKo+. Und das ist irgendwie zusammengebaut damit ich überhaupt was defende. So jedenfalls mein Gefühl.
Ich habe jetzt das Problem, das ja aus den Blinds SB/BB auch sehr wenig 3bets kommen.
Daher jetzt meine Fragen:
- Welche 3bet Werte hat deine Population SB vs UTG bzw. BB vs UTG
- Du defendest ja UTG vs BB deutlich über 50% deiner Range, also bemisst du Position einen sehr hohen Stellenwert, wie sieht das gegen eine 2.8% bzw. 3,5% ~~ rund 3% 3bet Range aus? Fliegen da die dominierten KTs QJs JTs AQs AJs alle raus und dafür pockets rein?
- Oder hälst du generell einen vielleicht overfolden in den Spots für angebracht weil, es scheinbar niemand exploited und in dem Spot wenig Geld zu gewinnen/verlieren gibt?
bis Morgen
In der Pro-Idee des Tages behandeln wir einen Spot, wo SB open-completed.
Hier schonmal die benötigten Ranges:

rot : Openraise
türkis: Limp - 3-Bet
Gelb: Limp - Call
grün: Limp - Fold
BB's Strategie gegen den Opencomplete:

Gelb : Check
Rot: Isoraise (3 - 3.5x)
UM 19:00 GEHT ES LOS