Die Situation:
In 21 Tagen spiele ich seit 1 Jahr Poker und ich muss sagen, dieses Jahr war sehr durchwachsen und bietet, gerade aus der jetzigen Situation imo mal wieder den Anlass, ein paar Worte dazu zu schreiben.
Nach einigen Startfehlern und der Investition von viel weniger Zeit ins eigentliche Pokern, als ich mir so vorgenommen habe, war ich nach nem halben Jahr traurigerweise immernoch nicht besonders weit mit der Züchtung einer Bank Roll. Im August/September hatte ich so 600$ und spielte noch auf .5/1 6-max, da damals das Gerücht umging, 1/2 sei nur schwer oder garnicht zu schlagen. Also Dachte ich mir, spiele ich nochn bissl mehr 8-tabling .5/1 bis ich 800-900$ hab und geh dann auf 2/4. Gesagt getan. Nach erstaunlich kurzer Zeit (8-tabling 6-max bei 5BB/100 bedeutet selbst auf .5/1 schon ne ziemliche Menge Geld in recht kurzer Zeit xD). Weils immerschön bergauf ging, hatte ich auch mal genug Motivation für Sessions >2h/Tag und kam vielleicht sogar auf einen Monatsdurchschnitt von mehr als 2h/Tag. Auf 2/4 lief es erstmal auch recht gut (aber nicht ganz so gut wie auf .5/1) und ich mühte mich so auf 1800$ hoch. Dann bekam ich unheimliche Lust mir mal eine Warhammer40k Armee zu holen, weshalb ich 1k auscashte und diese für eine Tau Armee und noch anderen Kram (Kino, DVD, halt einfach fun haben) in recht kurzer Zeit verballerte (ich glaub es gibt keine Geldmenge die ich nicht in einer Woche
verballern kann ohne zu merken, wies passiert ^_-). Klar, ich war auf dem aufsteigenden Ast. Es ging mir gut und bei dem Aufschwung den ich hatte, konnte ja mit dem Geldnachschub nichts schief gehen... und wer jetzt nicht wei�?, was jetzt kommt, der hat noch nie auch nur einen einzigen Film gesehen 8[
Ab dem Moment, wo ich das dachte (1k bereits ausgecasht, aus den übrigen 800$ so rund 900$ gemacht), irgendwann im Oktober, ging es nurnoch bergab. Da ich gerade bei Pechsträhnen dazu neige, pessimistisch und risk-averse zu werden, stieg ich also dem downswing folgend bei 1/2-BB auf 1/2 ab. Doch der DS wollte nicht aufhören, also bei 400$ auf .5/1 runter, wo ich so seit Dezember bin. Auch da wollte es aber nciht aufhören mit dem DS. 3 Monate und 20k Hands später (hab im November weil ich so tot war eigentlich garnicht gepoert. hier und da mal 20 hände, aber mehr wohl nich) bin ich bei sage und schreibe 233$. Wenn ich meinen DS-Regeln folge, bin ich nach der nächsten .5/1 session wieder auf Pokerstars.
Die Feelings:
Ich denk mal einen DS in der grö�?e kommt nicht allzu oft vor, weshalb ich mal ein bisschen versuche zu beschreiben, wie sich das so anfühlt.
Am Anfang, wo ich noch dachte, dass es garnicht mehr Bergab gehen kann, da war es wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hab rumgequengelt und bin wütend von den Tischen gegangen und hab was anderes gemacht, als ich mal wieder nicht in die grünen kommen "wollte".
Mit der Zeit verwuchs sich das zu einer audauernden Wut, die anhielt, unabhängig davon, ob ich poker spielte oder nicht. Ich kam mir wertlos, kümmerlich und unfähig vor, ein paar Fische zu besiegen. Ich fühlte mich vom Schicksal verraten.
Das war imo auch der Moment wo ich anfing, exzessiv blödsinn-Threads zu erstellen (oder zumindest die Inhalte nicht so zu formulieren, dass sie für den Leser ersichtlich werden, was bei vielen zur Vermutung führte, es sei kein Inhalt da). Da ich nebenbei noch Zivi hab, nen Bruder der auch an den Rechner will, ne Mutter, die will, dass ich dieses und jenes tue (zB vor um 12 ins bett gehen 8[ ), hab ich eigentlich nur Zeit für ein einziges Hobby, wenn ich es mit halbwegs akzeptabler Intensivität betreiben will. Dieses eine Hobby war jetzt halt Poker. Ich kann also schlecht sagen, wenn meine Motivation beim Pokern in der Hose is, dass ich dann halt wieder BW spiele (da müsste ich fast von Vorne anfangen...) oder Skulpturen baue oder meine Violine rauskrame (ich hab sogar eine, aber kann sie nicht spielen xD).
Und meine Motivation war schon weit unterm Keller. Trotzdem brauche ich, wie jeder Mensch, irgendwo Bestätigung und Verwirklichung einfach um mit mir selbst im Einklang zu sein. Wenn ich dann noch jemandem versuchte zu erzählen, wies mir ging und das ich einfach etwas beistand bräuchte, im Optimalfall, jemanden, der versucht, mich bei der Wiederfindung einer Orientierung und eines ordentlichen Spiels, bekam ich keine Antwort,
oder "Hey, shol. Du bist immernoch auf .5/1? Du noob, gugg mal wie supertoll ich bin. ich bin schon auf 1/2"
8[
Das hat mich richtig runter gerissen. Diese Community war in meinen utopischen Träumen eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig half, das Spiel Poker zu meistern. Der Wert eines Mitglieds wurde in meinen Vorstellungen dadurch bemessen, wie viel es für die Community tut (in welcher Form auch immer) und nicht dadurch, wie gut es mit seinen Erfolgen angab. Dass jeder genug von einer Gemeinschaft zurück bekommt, wenn jeder soviel gibt, wie er kann, ist ja eigentlich seit über 150 Jahren schriftlich festgehaltenes Faktenwissen. Dass Menschen aber nicht in der Lage sind, dass umzusetzen, weil sie fürchten nur ein klein wenig mehr zu geben, als sie wiederbekommen, hätte ich eigentlich wissen müssen.
Naja, wie man sieht, bin ich stinksauer auf einige Mitglieder hier, die zumindest aus meiner Sicht, locker die Zeit und auch den Skill hätten anderen zu helfen, ihre Zeit aber dafür verschwenden anderen das Leben sogar noch schwerer zu machen (leider durfte ich solches Verhalten nicht nu mir gegenüber erleben).
Und ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, was man verlieren kann, wenn man jemand anderem zur Seite steht. Man gewinnt allein dadurch schon Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle der eigenen Fähigkeiten, Verbesserung der eigenen didaktischen und spieltechnischen Fähigkeiten und nicht zuletzt noch den Dank des Schülers. Imo massiv +EV (swingfrei).
Irgendwann hatte ich mich dadurch zu reinem Hass hochgesteigert, auf Pokern, auf diese Community und auf mich selbst. Aber dank relativ ausführlicher Unterhaltungen mit Korny (immerhin mehr als 2 Sätze
) und dem ausdauernden Versuch mich auch aus der dritten Person zu betrachten und objektiv seibst einzuschätzen (natürlich gelingt mir das nicht immer 8( ) stellte ich fest, dass das alles so nix bringt.
Ab da an schalteten sich jede Motivation, jedes Gefühl und alles irgendwie ab.
Im Moment habe ich irgendwie das Gefühl nen Roboter zu sein, wenn überhaupt... (resistance is futile!)
Ich habe au�?er in kleinen Sekundenbruchteilen nichtmal mehr die Erwartung bei dem Spiel nochmal was zu gewinnen und jedes mal wenn ich mich an einen Tisch setze, kriege ich dafür auch die Bestätigung.
Zum skill:
Diese Beobachtung führte bei mir zu folgenden �?berlegungen:
Ein DS dieser Grö�?e kann fast unmöglich nur auf pech beruhen.
Wenn man nichtmehr erwartet zu gewinnen, gewinnt man auch nicht.
Ich sehe wie immer eine ziemlich einfache Möglichkeit da wieder rauszukommen. Findet sich inzwischen vielleicht mal jemand der sich etwas ausführlicher mit mir auseinandersetzen würde?
Ansonsten wei�? ich auch nich... man sieht sich auf 2c/4c 8[
*edit* noch ein paar Worte zum Thema Orientierung:
Was für mich total erstaunlich is, is dass ein Downswing entgegen von dem was ich immer gelesen habe, nicht bedeutet, dass man andauernd ausgedrawt wird, nie einen Pot gewinnt uswusf. Ja, ich komme im Moment mit einem Set Aces viel seltener zu einem Pot, als ich es gewohnt bin, aber es kommt auch vor, dass ich mit Toppair 8's ohne Kicker nen 10BB Pot gewinne. Manchmal kriege ich im Kampf mit QQ gegen AA ein Q und sahne dick ab. Ich drawe also auch die Gegner mal aus. Aber im Schnitt verliere ich so derma�?en häufig gro�?e und kleine Pötte, dass die paar Good Beats fast garnicht auffallen. Kein Wunder dass man denkt, man hätte überhaupt keinen skill mehr (wo man sich ne Woche vorher noch für den �?bergott hielt wo man 5BB/100 gemacht hat
), wenn man trotzdem mal gewinnt.
Ich denke inzwischen, in 2 Punkten, in denen Selbstbewusstsein gefordert ist, macht sich das ncihtmehrvorhanden seien des selben am schlechtesten. Bluffen und Value-bet/raise.
Gerade gestern wo ich den ganzen Tag gemass-tablet hab, war es fast grundsätzlich so, dass ich dann, wenn ich zu ner Value-bet am river angesetzt hab, dass ich dann nen raise kassiert hab, weil der Gegner genau diese zwei Karten hatte, die er brauchte um mich zu schlagen. Wenn ich natürlich genau davor angst hatte, hatte er garnix. Und wenn ich mal bluffen wollte, hatte der eine nen FH und der andere nen 4oaK und solche Sachen, oder er spielt call down mit nem pocket was genau ein Wert über deinem middle pair liegt (HU).