.
musst ja nicht 1:1 iwelche GTO ranges runter klicken, kannst dir aber anhand derer doch easy selber was bauen, was a) keine gewichtungen drin hat und b) grundsätzlich etwas tighter ist. dazu kannst du zB alles was mixt zwischen open/fold, also 0EV ist, weg lassen. jetzt muss man dazu sagen, dass die 0EV hände 0EV sind, weil alle anderen positionen ebenfalls GTO spielen. das ist aber in der realität zumindest auf den lowstakes nicht der fall. kannst dir also, je nachdem wie der pool spielt, gedanken machen in welche richtung du da abweichen willst (mehr/weniger openen, größer/kleiner sizen, kombo AB > kombo XY usw). es geht auch gar nicht darum zu versuchen das möglichst perfekt nachzuspielen, es geht viel eher bei solchen "range studies" um das was man "zwischen den zeilen" rauslesen, also lernen kann.
du schreibst du hast ein problem damit so "schwache" hände wie A5s UTG zu openen. der EV von A5s im UTG open ist
- höher als der EV von händen wie 77, AJo oder T9s
- in etwa gleich dem EV von händen wie 88, KQo oder JTs
- nur ein wenig niedriger als der EV von händen wie KTs, QJs oder A9s
ich behaupte einfach mal, dass die meisten der hier genannten hände für dich standard opens sind. wieso dann nicht A5s? ist halt ne recht gute hand, wie gesagt alles unter der annahme dass die leute hinter dir GTO/3b only spielen und da ständig 8-12% range reinhauen, je nachdem welche position obv. im leben findet das so nicht in diesem pool statt -> sammelst viel öfter die blinds ein als du eigentl "dürftest" und wenn es mal gegenwehr gibt, dann wohl öfter mal durch cold calls, siehst also zumindet mal nen flop und musst nicht so oft folden oder 4betten.
sowas mein ich mit sachen lernen. oder schaust dir an wie sich defend ranges ändern wenn villain nur ne minimal kleinere 3b size verwendet (und umgekehrt auch ne größere). nimm zB den spot SBvBB. wenn du 3bb openst und der BB 3b auf 10bb, dann sieht dein defend so aus: 60% fold, 19.5% call, 16% 4b und 4.5% 4b shove. ändert er jetzt seine size von 9bb auf 10bb, also wirklich minimal, dann defendest du so: 48.5% fold, 32% call und 19.5% 4b, keine 4b shoves. es geht hier nicht darum iwelche prozentzahlen auf die zweite nachkommastelle auswendig zu lernen. es geht darum zu erkennen, wie massiv sich defends ändern, wenn villain kleiner/größer sized.
ich würds so machen: nimmst dir ne solution, ka, als bsp mal diese: 500NL, 100bb, 3b only, 2.5x open, GTO 3b size
dann haut er dir das hier als UT open default raus

das sind 18% range und kann sich so kein mensch merken. dann schaust dir die EVs an; was 0EV ist, kannst größtenteils weglassen oder auch nicht, ist halt wurscht. kannst es auch alles openen, je nachdem wie viel edge du dir aufn pool gibst. mixing fehler sind nicht so dramatisch. da bastelst dir dann zB sowas draus:

zack, sind jetzt 14% open, also sehr tight, sind ausschließlich hände drin, die besser als 0EV performen. lässt evtl bissl was liegen, weil eben manche 0EV opens gegen den pool schon besser als 0EV sein werden, aber groß machen kann dagegen absolut keiner was. das machst dir dann für jede position so, zuerst open, dann defend. dann die 3b und defend vs 4b ranges und dann kann man sich noch bissl squeeze/overcall und cold 4b anschauen. dann ranges lernen, geht am besten indem man sich für jeden spot einfach die bottom kombos einprägt. solange machen bis es sitzt. et voila, bist jetzt ein preflop beast
aber damit musst du anfangen, preflop geht die hand los, wenn selbst die basis nur so ein larifari mal so mal so ist, dann kann postflop schwerlich was gutes bei rauskommen. und nur so kann man auch wirklich exploiten. "ich mach das hier so und so weil explo" ist immer eine sehr bequeme ausrede dafür, dass man eigentl nicht so recht weiss was man macht. will ich dir nicht unterstellen, hab ich nur so schon zichfach von leuten gehört und wenn man dann nachfragt, was der default ist, bekommt man immer keine antwort
ist halt mittlerweile so sau easy geworden preflop gut zu spielen durch die ganzen gratis lösungen die man so findet, da wäre es doch dumm die nicht zu nutzen.
Danke auch von mir an manic0712 für den Beitrag & superior für das superior formatting!
Spoiler
PS. Total lustig, es gibt hier jemanden, der JEDEN meiner Posts verfolgt, um sie überall downzuvoten. Junge Junge.... Psyyyyyychooooooo
Tja, manche Leute sind eher destruktiv, und nicht am aufbauen der community interessiert, aber unsere Community ist eben nicht abbaubar!
Jo schaut solid aus ♠_drink: Google mal nach FreeBetRange, kannst 1 Monat die Pro Version kostenlos nutzen. Da kann man seine eigenen preflop Ranges eintragen, mit/ohne Gewichtung, color coded etc. und dann im Trainer spielen (kein postflop wie bei GTOW, geht ausschließlich um das auswendig lernen der preflop Charts). Natürlich kann man das auch im Browser während des Spielens öffnen, allerdings haben verschiedene Seiten unterschiedliche Auffassungen davon, ob und wenn ja welche Charts erlaubt sind. PStars erlaubt zum Beispiel nur rudimentäre Charts, GG erlaubt afaik gar keine (darunter Zählen auch Charts in Excel, als Screenshot etc). Wird natürlich trotzdem exzessive gemacht, einfach weil's sehr schwer zu detecten ist (kommt drauf an welche Art Monitoring-Software die Anbieter nutzen und was in den TOS steht wo sie überall ihre Nase reinstecken dürfen während du spielst). Macht jeder, weiß jeder, muss am Ende jeder selber wissen ob er das Risiko eingehen will. Keine Anleitung zum cheaten, aber am wenigsten problematisch (gleichzeitig leider am unbequemsten) sind ausgedruckte Ranges oder Range Viewer auf Zweit-PC/Laptop/Handy obv.
Offizielle Regel von GGPoker ist, dass keinerlei Charts während des Spielens verwendet dürfen. Egal in welcher Form. Selbst ausgedruckt ist verboten ![]()
Halte ich für eine sehr unsinnige Regel da nicht überprüfbar. Die merken auch nicht wenn du eine Bilddatei oder ähnliches offen hast. Aber so lauten die offiziellen Standards. Wusste ich bis vor kurzen auch nicht und bin immer davon ausgegangen, dass auf jeder Seite statische Preflopranges erlaubt sind. Was zB bei Stars nach wie vor der Fall ist.
GGPoker ist damit wahrscheinlich die einzige Seite die keinerlei Charts in irgendeiner Form erlaubt.
Ich hätte eine kurze Frage zu den Preflop-Ranges. Welche Einstellungen nimmt man denn am besten? Beim GTO-Wizard wirken sich diverse Einstellungen ja sehr stark aus.
Wenn man Rake NL50 mit NL500 vergleicht, callt er bei NL50 viel weniger und 3bettet und 4bettet mehr, um den Rake zu vermeiden.
Beispiel:
Btn vs SB 3bet:
NL 50 Rake: 13,2 % 4bet, 10,7% Call, 3,1 % All-in.
NL 500 Rake: 8,4 % 4bet, 24 % Call, 3,1 % All-in.
Ist es denn sinnvoll, auf niedrigen Limits wegen des Rakes IP wenig zu callen und viel zu 3betten/4betten, wie das bei den NL50-Ranges der Fall ist?
Immer daran denken, dass es bei GGPoker Prefloprake gibt, falls du das nicht schon berücksichtigt hattest.
Ich spiele nicht auf GG, und bin ja auch nicht der OP. Ich dachte nur, dass ich diese Frage kurz stelle, da hier die Erstellung von Preflop-Ranges angesprochen wurde.
Original von hugo234
Ich hätte eine kurze Frage zu den Preflop-Ranges. Welche Einstellungen nimmt man denn am besten? Beim GTO-Wizard wirken sich diverse Einstellungen ja sehr stark aus.Wenn man Rake NL50 mit NL500 vergleicht, callt er bei NL50 viel weniger und 3bettet und 4bettet mehr, um den Rake zu vermeiden.
Beispiel:Btn vs SB 3bet:
NL 50 Rake: 13,2 % 4bet, 10,7% Call, 3,1 % All-in.
NL 500 Rake: 8,4 % 4bet, 24 % Call, 3,1 % All-in.Ist es denn sinnvoll, auf niedrigen Limits wegen des Rakes IP wenig zu callen und viel zu 3betten/4betten, wie das bei den NL50-Ranges der Fall ist?
Die Ranges die die Solver ausrechnen sind dahingehend korrekt, dass sie sich dem Rake Environment anpassen. Dementsprechend variieren bestimme Sachen sehr stark wie du schon selber schreibst; ist der Rake höher, wollen die Solver Postflop Play vermeiden, 4b also mehr, folden mehr, openraisen eher Blocker-lastig um die 3b only Range zu dezimieren etc. Jetzt hilft das nur leider recht wenig, wenn keiner deiner Villains zB die ganzen 4b Shoves findet in zB BUvBlind Situationen oder alle IP mehr cold callen als zu 3b. Ich mein klar, machen kann dagegen keiner was, den EV den du durch "falsches Verhalten" deiner Gegner irgendwo einbußt, gewinnst du halt an andere Stelle wieder, verlieren kannst schon mal nicht damit, nur isses halt auch nicht maxEV (Bsp: Villain 3b viel zu wenig, dann isses natürlich nicht wirklich ratsam GTO zu 4b, weil man die ganze Zeit in ne viel zu starke Range reinholzt. Allerdings gewinnst halt auch inf in den Fällen, in denen Villain erst gar nicht 3b, obwohl er sollte, sprich Villain zu oft foldet oder nur callt usw).
Ich hab mir dazu auch schon viele Gedanken gemacht, welche Faktoren einen Einfluss haben, welche sich durch andere Gegebenheiten evtl. egalisieren etc. und bin da auch zu keinem wirklich schlüssigen Ergebnis gekommen. Also hab ich Leute gefragt die mehr Plan haben als ich (random name dropping :rolleyes:: cold_smile, alderfalder, Clanty...). Konsens war, dass es schon Sinn ergibt, sich direkt die 500NL Ranges drauf zu packen, diese etwas ggf. zu modifizieren und dann halt mal zu schauen. Man will ja wahrscheinlich auch upmoven und dann nicht alles neu lernen müssen. Die sind auch näher an der Realiät (wenn auch generell die meisten GTO Ranges recht weit von der Realität auf ich sag mal 10NL oder so entfern sind ♦), gerade was defend Ranges angeht (eher weniger 4b, dafür etwas mehr call vs 3b).
Wirklich sagen ob zB ein openraise gut oder schlecht ist, kann man bei den ganzen Grenzhänden nur schwerlich, da bedarf es inf Hands (zweistelliger Millionenbereich) um dann für genau den Spot "2.2bb openraise bei 5% rake mit 76s UTG" zu wissen, ob das jetzt +EV is oder eben nicht, einfach auch weil preflop EVs sowieso sehr marginal sind, außer halt bei Top Range, is obv. Man kanns also nur schätzen, immer wieder reviewen, wie man so performed. Es wird am Ergebnis am Ende nicht viel ändern.
Viel wichtiger ist, dass man diese ganzen Faktoren die Ranges beeinflussen überhaupt kennt, um dann eigene Schlüsse ziehen zu können und evtl in-game davon dann in eine bestimmte Richtung abzuweichen. Was ich damit meine ist zB sowas: ich bekomm 76s UTG gedealt, ich weiß jetzt die Hand ist indiff zwischen Open und Fold, für alle Sizes zwischen 2-2.5x. Jetzt spiel ich grad ne Session auf BetOnline 10NL, der Rake ist sau hoch und es gibt kein RB, erster Grund wieso es wahrscheinlich kein open sein sollte. Dann sitzt noch der Whale am CO, mit dem ich zwar gern spielen würde, der callt aber die ganzen besseren 7x und 6x pre weg und die ganzen besseren suited Hände, dann bin ich wieder OOP und der BU kanns auch nicht lassen noch mit reinzugehen, also direkt mindestens mal 3way. Auch nicht geil. Dann sitzt noch der aggro Russe im BB, der sowieso wieder drüber knallt. Wieder Mist. Ergo, ich fold das lieber. Spielst jetzt WPN 200NL Blitz, Rake low, RB hoch, 5x 16/12/5 Spieler hinter dir, sieht die Welt komplett anders aus. Es ist einfach ein Mix aus "wissen was gut ist im Equilibrium" und "adaptierfähigkeit in-game", weil man weiß auf was es ankommt.
Nichtsdestotrotz braucht es einen Default. Die meisten nehmen die 500NL General Ranges, GTO open size, GTO 3b size. Die sind ganz gut. Will man gänzlich ohne 4b Shoves und Cold Calls spielen, einfach die Simple Ranges nehmen (haben u.a auch für den SB raise only und keinen Limp). Ansonsten kann man auch immer einfach schauen, was passiert wenn Rake höher ist, was passiert wenn RFI size sich ändert, 3b Size sich ändert etc. Daraus kann man ableiten was in-game evtl. ganz gut ist, da weiß man ja wie die meisten so spielen.
Die eierlegende Wollmilchsau unter den Preflop Ranges gibt es so einfach nicht. Viel zu viele Faktoren, die viel zu viel beeinflussen. Es wäre vermessen zu sagen mach das und das, weil nur das ist gut, wer was anderes macht ist n Fisch. Aber man kann sich ne sehr gute Baseline basteln, gegen die man erstmal nicht viel machen kann und mit der man dann für kommende Streets stabil aufgestellt ist.
Hoffe ich hab nix vergessen ![]()
€: Eine Sache ist mir noch eingefallen, was diese ganzen preflop Range Studies vor allem bringen. Das ist das Vermeiden von random Spew. Ich hab das so oft schon gesehen, da wird dann zB auf einmal QTo am BU gegen den CO 3betted, weil "der ja so viel opened". Mal abgesehen davon, dass viele erst gar nicht wissen, was viel und was wenig RFI ist in dem Spot, wird dann einfach random Kombo X gepickt für den "Exploit", dann geht's auf einmal doch postflop, da wird nochmal reingesprüht und am Ende verliert man 30bb die man sich easy hätte sparen können, hätte man auch nur einmal in seinem Leben ne Stunde in Preflop investiert. Ist ja jetzt ein recht spezifisches Bsp, aber das gilt grundsätzlich. Denn hätte man das getan, wüsste man, dass die schlechteste Offsuit Kombo in dem Spot KJo ist, dass man, wenn man schon meint etwas exploiten zu können, viell. zuerst mal KTo oder QJo mit rein nimmt usw. Man wüsste auch, dass der CO mit seinen 32% open gar nicht so weit vom Equilibrium weg ist, wie man viell. dachte usw. Lauter solche Sachen. Darum ist es wichtig solche Sachen zu studien. Nicht um zu wissen, dass man 0.001bb an EV macht, wenn man 55 UTG minraist.
Und da sag mal noch Jemand PokerStrategy.com sei tot.
Das sind schon geile Beiträge die hier bei Spinshot im Blog fallen
Jo, ich hab mir damals sowas von nem Fiverr Inder für paar Mark fuffzisch coden lassen, war auch innerhalb von 48 Stunden fertig. War nur ne ganz einfache Oberfläche mit paar Knöpfen die dann nen Screenshot der jeweiligen Range gezeigt hat wenn man drauf geklickt hat. Also hast im Endeffekt alles screenshotten können was du wolltest, mit ner bestimmten Auflösung und dann hast das File mit nem Code benennen müssen der dem jeweiligen clickable Button zugeordnet war. Dann alles in einen Ordner auf den das Programm Zugriff hatte und aus dem es sich die Screens ziehen konnte. Ka, openraise CO hieß meinetwegen ABC123. Hab das nur leider nicht mehr und den Dude erreich ich nicht mehr, ist schon etliche Jahre her.
Sah im Endeffekt ca so aus (serious Paint Skills8-)), nur halt mit weitaus mehr Buttons, eben für jede erdenkbare Position. Konnte auch noch über nen anderen Button zwischen verschiedenen Rangeordnern switchen, zB für 2.5x open, 3x open usw

Ist halt ein reiner Viewer, kein Trainer, aber war für in-game echt nuts.
die idee mit dem dienstleister ist eigentlich super ♦
ich habs mal selber versucht. mit open office und nach 10min aufgegeben ♦
Original von AdoRn0
Die Ranges die die Solver ausrechnen sind dahingehend korrekt, dass sie sich dem Rake Environment anpassen. Dementsprechend variieren bestimme Sachen sehr stark wie du schon selber schreibst; ist der Rake höher, wollen die Solver Postflop Play vermeiden, 4b also mehr, folden mehr, openraisen eher Blocker-lastig um die 3b only Range zu dezimieren etc. Jetzt hilft das nur leider recht wenig, wenn keiner deiner Villains zB die ganzen 4b Shoves findet in zB BUvBlind Situationen oder alle IP mehr cold callen als zu 3b. Ich mein klar, machen kann dagegen keiner was, den EV den du durch "falsches Verhalten" deiner Gegner irgendwo einbußt, gewinnst du halt an andere Stelle wieder, verlieren kannst schon mal nicht damit, nur isses halt auch nicht maxEV (Bsp: Villain 3b viel zu wenig, dann isses natürlich nicht wirklich ratsam GTO zu 4b, weil man die ganze Zeit in ne viel zu starke Range reinholzt. Allerdings gewinnst halt auch inf in den Fällen, in denen Villain erst gar nicht 3b, obwohl er sollte, sprich Villain zu oft foldet oder nur callt usw).
Ich hab mir dazu auch schon viele Gedanken gemacht, welche Faktoren einen Einfluss haben, welche sich durch andere Gegebenheiten evtl. egalisieren etc. und bin da auch zu keinem wirklich schlüssigen Ergebnis gekommen. Also hab ich Leute gefragt die mehr Plan haben als ich (random name dropping :rolleyes:: cold_smile, alderfalder, Clanty...). Konsens war, dass es schon Sinn ergibt, sich direkt die 500NL Ranges drauf zu packen, diese etwas ggf. zu modifizieren und dann halt mal zu schauen. Man will ja wahrscheinlich auch upmoven und dann nicht alles neu lernen müssen. Die sind auch näher an der Realiät (wenn auch generell die meisten GTO Ranges recht weit von der Realität auf ich sag mal 10NL oder so entfern sind ♦), gerade was defend Ranges angeht (eher weniger 4b, dafür etwas mehr call vs 3b).
Wirklich sagen ob zB ein openraise gut oder schlecht ist, kann man bei den ganzen Grenzhänden nur schwerlich, da bedarf es inf Hands (zweistelliger Millionenbereich) um dann für genau den Spot "2.2bb openraise bei 5% rake mit 76s UTG" zu wissen, ob das jetzt +EV is oder eben nicht, einfach auch weil preflop EVs sowieso sehr marginal sind, außer halt bei Top Range, is obv. Man kanns also nur schätzen, immer wieder reviewen, wie man so performed. Es wird am Ergebnis am Ende nicht viel ändern.
Viel wichtiger ist, dass man diese ganzen Faktoren die Ranges beeinflussen überhaupt kennt, um dann eigene Schlüsse ziehen zu können und evtl in-game davon dann in eine bestimmte Richtung abzuweichen. Was ich damit meine ist zB sowas: ich bekomm 76s UTG gedealt, ich weiß jetzt die Hand ist indiff zwischen Open und Fold, für alle Sizes zwischen 2-2.5x. Jetzt spiel ich grad ne Session auf BetOnline 10NL, der Rake ist sau hoch und es gibt kein RB, erster Grund wieso es wahrscheinlich kein open sein sollte. Dann sitzt noch der Whale am CO, mit dem ich zwar gern spielen würde, der callt aber die ganzen besseren 7x und 6x pre weg und die ganzen besseren suited Hände, dann bin ich wieder OOP und der BU kanns auch nicht lassen noch mit reinzugehen, also direkt mindestens mal 3way. Auch nicht geil. Dann sitzt noch der aggro Russe im BB, der sowieso wieder drüber knallt. Wieder Mist. Ergo, ich fold das lieber. Spielst jetzt WPN 200NL Blitz, Rake low, RB hoch, 5x 16/12/5 Spieler hinter dir, sieht die Welt komplett anders aus. Es ist einfach ein Mix aus "wissen was gut ist im Equilibrium" und "adaptierfähigkeit in-game", weil man weiß auf was es ankommt.
Nichtsdestotrotz braucht es einen Default. Die meisten nehmen die 500NL General Ranges, GTO open size, GTO 3b size. Die sind ganz gut. Will man gänzlich ohne 4b Shoves und Cold Calls spielen, einfach die Simple Ranges nehmen (haben u.a auch für den SB raise only und keinen Limp). Ansonsten kann man auch immer einfach schauen, was passiert wenn Rake höher ist, was passiert wenn RFI size sich ändert, 3b Size sich ändert etc. Daraus kann man ableiten was in-game evtl. ganz gut ist, da weiß man ja wie die meisten so spielen.
Die eierlegende Wollmilchsau unter den Preflop Ranges gibt es so einfach nicht. Viel zu viele Faktoren, die viel zu viel beeinflussen. Es wäre vermessen zu sagen mach das und das, weil nur das ist gut, wer was anderes macht ist n Fisch. Aber man kann sich ne sehr gute Baseline basteln, gegen die man erstmal nicht viel machen kann und mit der man dann für kommende Streets stabil aufgestellt ist.
Hoffe ich hab nix vergessen
€: Eine Sache ist mir noch eingefallen, was diese ganzen preflop Range Studies vor allem bringen. Das ist das Vermeiden von random Spew. Ich hab das so oft schon gesehen, da wird dann zB auf einmal QTo am BU gegen den CO 3betted, weil "der ja so viel opened". Mal abgesehen davon, dass viele erst gar nicht wissen, was viel und was wenig RFI ist in dem Spot, wird dann einfach random Kombo X gepickt für den "Exploit", dann geht's auf einmal doch postflop, da wird nochmal reingesprüht und am Ende verliert man 30bb die man sich easy hätte sparen können, hätte man auch nur einmal in seinem Leben ne Stunde in Preflop investiert. Ist ja jetzt ein recht spezifisches Bsp, aber das gilt grundsätzlich. Denn hätte man das getan, wüsste man, dass die schlechteste Offsuit Kombo in dem Spot KJo ist, dass man, wenn man schon meint etwas exploiten zu können, viell. zuerst mal KTo oder QJo mit rein nimmt usw. Man wüsste auch, dass der CO mit seinen 32% open gar nicht so weit vom Equilibrium weg ist, wie man viell. dachte usw. Lauter solche Sachen. Darum ist es wichtig solche Sachen zu studien. Nicht um zu wissen, dass man 0.001bb an EV macht, wenn man 55 UTG minraist.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Soll jetzt kein Bashing sein, nur ein nett gemeinter Rat den ich eigentlich auch allen Einsteigern geben würde, die sich an den neuen Einsteigerranges von Paxis & Fallout orientieren:
Wenn du jetzt mit GTO Ranges anfängst, dann wird das (vermutlich) einen negativen Einfluss auf deine Winrate haben.
Wenn du Q2s aus dem SB openraisen, oder mit T3s gegen einen Steal deinen BB defenden möchtest, dann ist es verdammt wichtig zu wissen wie man mit so weiten Ranges auf verschiedensten Boardstrukturen weiterspielen sollte.
Sonst geht's mit Q2s im SB ständig check/fold und die Redline droppt und KTU weint.
Wenn du also nach wie vor kein Interesse daran hast dir Postflop GTO Wissen anzueignen, würde ich lieber bei deinen gewohnten Ranges bleiben.
Und weil mir im Stream wieder deine kleine oop 3bet size aufgefallen ist und du hier immer das Argument bringst, dass du Action möchtest...
Folgendes Beispiel:
BU open 2.5bb, BB raise 9bb
Wenn BU foldet gewinnt BB 4bb.
2,5bb openraise + 0,5 sb + 1 bb
Wie stark denkst du muss die Hand vom BB sein, damit der EV einer 3bet höher als 4bb ist? (Nur dann willst du wirklich Action auf die 3bet)
(Die Antwort ist: Sehr sehr stark.)
Noch ein anderes Beispiel, schaue dir dazu die UTG Range an welche AdoRn0 auf der vorigen Seite gepostet hat:
UTG raise 2.5
Welche Hände haben einen größeren EV als 1.5? (Also das was du erhältst, wenn einfach alle folden.)
(Die Antwort ist: Klar, wenn alle folden und UTG hat AA, dann tut das weh. Wenn UTG aber JJ oder AKs hat, dann freut sich der Solver darüber wenn alle folden.)
Du hast noch nicht ganz verstanden welchen Nutzen GTO bringt.
Es geht NICHT darum möglichst balanced zu spielen!
Klar, das ist zwar ein wesentlicher Aspekt warum GTO überhaupt das spieltheoretische Optimum ist.
Aber das ist nicht der Nutzen den DU aus GTO ziehen sollst.
Poker ist ein wahnsinnig komplexes Spiel. Besonders mit weiten Ranges und vor allem oop.
Wichtig ist, das du lernst welche Hände sich auf welchen Boards für einen check-raise (oop) oder eine tripple barrel (ip) eignen. Und andersherum welche Hände man gegen einen checkraise defenden sollte (ip) bzw. welche Hände man 3 streets runtercallen sollte (oop).
Und das macht NIEMAND intuitiv richtig.
Wenn man die Konzepte verstanden hat, dann erkennt man zwar irgendwann auch den Sinn (und die Muster) dahinter.
Aber die Lösungen sind teilweise so abstrakt, das man mit purer Intelligenz und viel Nachdenken nicht von selber darauf kommt.
Niemand hier legt dir GTO nahe, weil es wahnsinnig wichtig ist zu Wissen welche Hände man in einer bestimmten Situation zu 13 % betten und zu 87 % checken sollte.
Es geht um das Fundament für ein solides Spielverständnis.
Schau mal in den Blog von superior.
Der Typ beißt richtig rein, macht Content und hat teilweise echt schon viel Ahnung von dem was er schreibt.
Respekt dafür.
Trotzdem spielt er noch auf den Microstakes.
Das liegt ganz einfach daran, dass das Spiel mit GTO Preflop-Ranges echt schwierig wird sobald es Postflop geht.
Ich bin mir aber sicher, sobald er auf NL5/NL10 Zoom ein starker Winningplayer ist, wird der weitere Aufstieg sehr schnell funktionieren.
Einfach weil man Poker schon ganz gut verstanden haben muss, um mit GTO Preflop Ranges ein solider Winningplayer auf den Micros zu sein.
(Ich hoffe übrigens du hast den Post bezüglich der 3bet Size nicht überlesen. War für mich damals ein echter eye-opener. Es geht um die kleinen Pötte. Wir wollen keine Action.)
