Original von AyCaramba44
Du kommst dann wieder mit "Bauchgefühl" an, einfach traurig wie du billigend sehr viel Tote in Kauf nimmst! Nur weil dir keiner konkrete Zahlen nennen kann wie "7000 Tote 80-Jährige durch Corona - die jeweils 3 Lebensjahre verlieren".
Ich gebe dir Recht, dass man versuchen sollte, die Krise allumfassend zu sehen. Bei dir ist das aber für mich gefühlt sehr schwarzweiss zwischen öffnen der Wirtschaft und dem Lockdown.
In dem von dir genannten Artikel steht, dass die Toten durch Sparmaßnahmen von Familien im Bereich Gesundheit und Ernährung entstehen und dass manche Länder Impfprogramme gegen Polio und Masern einstellen. Hier könnte neben der Öffnung der Wirtschaft aber auch eine Lösung sein, auf die Staaten Einfluss zu nehmen und insbesondere sozialschwachen Familien zu helfen. Egal ob Lockdown oder nicht.
Davon ganz abgesehen wird die Wirtschaft so oder so nicht in 4 Wochen wieder da sein, wo sie im März war. De facto werden Leute weniger reisen, weniger konsumieren und vorsichtiger sein. Ein großer Teil der Bevölkerung wird von sich aus auch über die Lockdownzeit hinaus den Kontakt mit anderen Menschen so gut es geht vermeiden. Es ist nicht so, dass alle finanziellen Einbußen auf den Lockdown zurückzuführen sind. Angenommen es gäbe weltweit keinen Lockdown, meinst du, dass Tourismus und Gastgewerbe weiter so laufen würden wie vorher, wenn Infektionswellen über die Länder schwappen?
Im Endeffekt musst du extrem viele einzelne Faktoren gegeneinander abwiegen und vorsichtig bei der Analyse von Ursache und Wirkung sein.
Nicht zuletzt geht es in dem Artikel um weltweite Effekte. Ich wage zu bezweifeln, dass der im Artikel genannte negative gesundheitliche Impact in Deutschland relevant ist. Also muss es dir eigentlich darum gehen, dass die Länder weltweit übergreifend kooperieren und eine gemeinsame Linie finden, was - leider - sehr utopisch ist. Und abgesehen davon, kann man dann tatsächlich einmal anfangen, ethisch zu hinterfragen, wieso wir uns jetzt um die Ernährung auf anderen Kontinenten kümmern, wenn uns verhungernde Kinder dort vorher egal waren.
Wenn du mal Quellen und klare Aussagen dafür hast, wie Deutschland anders verfahren könnte mit insgesamt positiver gesundheitlicher Bilanz, würde ich mich sehr darüber freuen. Bisher habe ich nur sehr isoliert betrachtete oder reine "Hättewärekönnte" Szenarien gefunden, aber keine wirkliche Alternative zu dem jetzigen Szenario.
Edit:
Original von AyCaramba44
Steht ja auch in der Bericht. Klar war es auch vor Corona schlimm, dass es vielen Menschen deutlich schlechter geht und zum Teil von Dir und Mir ausgebeutet werden. Durch die Coronamaßnahmen wird aber nochmal vieles schlechter. Die Frage wäre dann z.B. ob man nicht nur hier direkt helfen sollte, sondern auch mit einem deutlich kleineren Betrag auch in der Welt helfen sollte.
Jetzt erst gesehen. Ich finde diesen Punkt sehr gut und richtig. Allerdings hat er nichts damit zu tun, dass die Wirtschaft in Deutschland schnellstmöglich wieder hochgefahren werden muss, egal ob Menschen sterben oder nicht.