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SaaS-Strategy

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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Im Zuge der rasanten Entwicklung im Bereich KI und der damit verbundenen Auswirkungen auf meinen Job als Softwareentwickler, wollte ich mal ein kleines Selbstexperiment wagen. Ich habe mir eine Claude.ai Subscription für $17 pro Monat gegönnt und damit die letzten 8 Wochen in meiner Freizeit an einem Hobbyprojekt gearbeitet. Herausgekommen ist dabei eine SaaS Lösung im Bereich "Utility/Monitoring" mit:
- NextJs Frontend
- .NET Backend
- CLI
- 2x SDKs
- Terraform Provider

Den kompletten Tech-Stack packe ich mal in einen Spoiler

Spoiler

- Domain, Cloud Storage, E-Mail Routing etc: Cloudflare
- Landing Page: Astro Worker Cloudflare
- Server: Hetzner VM
- Dashboard (für registrierte User): NextJs App
- Backend API: C# .NET
- CLI: C# .NET package (NuGet.org)
- Monitoring SDK für Python und .NET

Eine anschaulichere Version gibts hier: click

Um was gehts überhaupt?
Das "Produkt" ist eine recht nischige Anwendung, die hauptsächlich für andere Entwickler gedacht ist. Es handelt sich um eine Plattform zum Erstellen und Monitoren von Cron-Jobs. Die "Marktlücke" besteht darin, eine Plattform zu bieten, die sowohl ausführbare Cron-Jobs als auch Monitoring für bereits existierende Cron-Jobs anbietet und dabei einen Infrastructure as Code (IaC) first Ansatz fährt. Fast alle existierenden Plattformen bieten entweder das eine oder das andere an und sind im Bereich IaC auch eher schwach aufgestellt.

Ein klassischer Usecase
Für diejenigen, die sich noch überhaupt nichts darunter vorstellen können, skizziere ich mal einen typischen Usecase. Der Entwickler irgendeiner App möchte regelmäßige Backups seiner Datenbank durchführen. Dafür hat er eine Routine (Cron-Job), die z.B. jede Nacht ein Backup durchführt und in einen Cloudstorage hochlädt. Nun kann es passieren, dass diese Routine aus welchem Grund auch immer fehlschlägt ohne dass der Entwickler etwas davon mitbekommt, denn native Cron-Jobs haben kein Monitoring. Um diesem Problem entgegenzuwirken kann die Routine dahingehend erweitert werden, dass ganz am Ende nachdem das Backup erfolgreich gesichert wurde, ein Web-Request an meine App geschickt wird, die diesen Request jede Nacht um xx:xx Uhr erwartet. Sollte der Request einmal nicht eintreffen, dann wird der Entwickler per E-Mail, Telegram, SMS, Webhook oder was auch immer darüber benachrichtigt. Es soll also verhindert werden, dass irgendeine wichtige Routine unbemerkt fehlschlägt.

Was hat das ganze mit KI zu tun?
Wie zu Anfang erwähnt, wollte ich in erster Linie mal selbst ausprobieren, wie gut die aktuellen KI-Tools wirklich programmieren können. Ich bin definitiv überrascht, mächtig die Fähigkeiten aktuell schon sind. Meine Kompetenz im Bereich Frontend-Design ist schon eher eingeschränkt, aber mit ein paar gezielten Prompts bekommt man extrem schnell ein solides Ergebnis. Damit gewinnt man vielleicht noch keine Awards, aber es sieht meistens auf Anhieb sehr strukturiert, konsistent und stimmig aus. Auch wenn es darum geht, nicht triviale Bugs im Backend zu finden, kommt man doch recht selten an seine Grenzen. Hier gilt natürlich wie immer: Je besser der Input, desto besser ist auch das Output. Deshalb bin ich auch nach wie vor davon überzeugt, dass schon noch eine gewisse Expertise nötig ist, um eine App zu entwickeln, die mehr als nur eine Demo, Prototyp oder Throw-Away Lösung ist.

Wo soll die Reise hingehen?
Machen wir uns nichts vor. Der SaaS Space ist schon extrem überlaufen und gerade mit den neusten KI-Entwicklungen wird der Trend sich ziemlich sicher noch verstärken. Die Wahrscheinlichkeit hier einen großen Durchbruch zu erlangen, ist relativ gering. Das ganze wird also definitiv ein Hobbyprojekt bleiben. Das Ziel besteht schon darin, über die Zeit mal den ein oder anderen zahlenden User zu bekommen, aber die Erwartungshaltung ist da jetzt auch nicht besonders hoch. Mir gehts vor allem darum, mal wirklich jeden Aspekt mitzumachen, den so ein Projekt mitbringt. Also nicht nur die rein technische Ebene, sondern auch der Business/Marketing-Part oder die Kommunikation mit Usern.

Vielleicht hat da schon jemand von euch Erfahrungen in dem Bereich, die er teilen möchte. Der Thread kann im Prinzip für alle möglichen Diskussionen rund um Softwareentwicklung, KI, SaaS, Hobbyprojekte im Bereich Software, Business/Marketing-Aspekte etc. genutzt werden.

Falls sich noch jemand ein konkretes Bild machen möchte:

Spoiler

Steadycron


Antwort
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25 replies
mart1nus
Joined: 04.02.2009

richtig cool dass du das durchgezogen hast und es auch online hostest und zur Verfuegung stellst. Ich wuensche dir viel Erfolg mit dem Produkt, ich bin mir sicher, der ein oder andere wird deinen angebotenen Dienst zu schaetzen wissen.

Ich wollte deinen Thread nicht derailen - aber da du ja selbst schreibst, dass dieser fuer alle moeglichen Diskussionen und Hobbyprojekte genutzt werden kann, wollte ich auch kurz ein paar Worte ueber mein Projekt erzaehlen. Im Grunde genommen war meine Herangehensweise aehnlich, Claude Subscription gekauft und probiert, wie weit ich mit Vibe-Coding komme.

Die Idee war, eine Text-to-SQL Suche fuer den amerikanischen Immobilienmarkt zur Verfuegung zu stellen. Also ein Portal, aehnlich wie ChatGPT - aber eben fuer Immobilien, wo jemand anhand seiner Anforderungen einen geeigneten Ort zum Wohnen finden kann. Sucht jemand zum Beispiel nach "I'm a nurse earning $75K. I need excellent healthcare access, no provider shortages, and homes under $300K. Where should I move?" - werden ihm/ihr Staedte angezeigt, in denen ihre Anforderungen am ehesten zutreffen. Der Immobilienmarkt wurde permanent "gescannt" - und somit konnten auch Preisaenderungen pro Stadt/Gegend verfolgt werden. Die Suche bewertete verschiedene Faktoren wie z.B. die verfuegbaren Schulen, die oeffentliche Anbindung, den Arbeitsmarkt, Krankenhaeuser, durchschnittliches Einkommen und noch ein paar weitere Kriterien. Hat man sich fuer eine Stadt entschieden, wurden einem die besten Angebote dieser Stadt praesentiert - und es wurde anhand der verfuegbaren Bilder auch evaluiert, wie viel man vermutlich in die Rennovierung investieren muss.

Der "Tech-Stack" bestand aus mehreren VM's die permanent den Markt "gescannt" haben und die Ergebnisse in eine PostgreSQL Datenbank geschrieben haben. Diese Datenbank wurde per Python Scripts mit eingebundener Claude API durchsucht um eben die angeforderten Ergebnisse zu bekommen. Das Frontend war Vite in React, Authentifizierung via Supabase und die Anbindung an Stripe war geplant.

Allerdings ist dieses Projekt nie online gegangen weil die Immobilienmarkt Daten (Miet- und Kaufinserate) natuerlich nicht ganz rechtmaessig "erlangt" wurden - und gerade grosse, amerikanische Portale dafuer bekannt sind, ihre Daten zu schuetzen - auch wenn die Bot Protection umgangen werden konnte - war mir das Risiko doch zu gross, irgendeine Klage zu bekommen durch die Bereitstellung eines Portals, das definitiv die Inserate einer dieser grossen, amerikanischen Portale nutzte. Ausserdem kostete die Anbindung an die Claude API natuerlich auch etwas - wodurch ich leider auch keine "Gratisversion" online bringen konnte. Zusaetzlich war da dann noch die DSGVO - und somit fanden der anfaengliche Enthusiasmus und die Freude relativ schnell ein Ende. Allerdings ist es doch eine lehrreiche Erfahrung, wie verschiedene Dinge zusammenspielen - und wie weit man heutzutage mit "Vibe-Coding" kommt.

https://ibb.co/HfrVyy1S

https://ibb.co/9mzvm9VM

https://ibb.co/218FLQXP


Antwort
Zitat
Zatox11
Joined: 09.01.2011

So ähnlich gings mir auch bei meiner ersten Idee, einem Youtube-Downloader. Da hat mich die KI selber auf mögliche rechtliche Konsequenzen hingewiesen und dann ist auch ganz schnell die Euphorie verflogen.

Was genau ist denn für dich Vibe-Coding? Für mich besteht Vibe-Coding darin, rein fachliche Anforderungen an eine KI zu stellen und mir lediglich das Resultet anzusehen. Darauf basierend stelle ich neue Anforderungen (das können Korrekturen oder weitere Features sein) und somit komme ich dann iterativ zum finalen Ergebnis ohne jemals eine Zeile Code gesehen zu haben. Für Vibe-Coding nach meiner Definition wären also absolut keine Kenntnisse im Bereich Softwareentwicklung nötig.

Bei meinem Projekt stammen zwar auch so gut wie alle Codezeilen von Claude, allerdings sind Architektur, Tech-Stack in Zusammenarbeit mit der KI ausgewählt worden und ich kenne mich mit der Struktur des Codes auch gut aus. Wenn irgendwo ein Bug auftritt, dann wüsste ich schon in welchen Repositories, Ordnern und Files ich nachschauen muss. Allerdings wäre ich auch nicht mehr in der Lage, jede Codezeile zu erklären (gerade im Bereich Frontend).

Ich finde es allgemein eine recht spannende Frage, zu welchem Grad ein Softwareentwickler in Zukunft den Programmcode noch verstehen sollte.


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janor666
Joined: 08.11.2009

Vielleicht hab ich es auch nicht verstanden, aber jede mittelgroße Unternehmung hat doch ein Monitoring mit dem auch unter anderem z.b. im Windows Umfeld geplante Task oder Unix cron Jobs und vieles mehr gemonitored werden. Desweiteren sensible Daten rausgeben?

Sehe da wenig Potential dass solche Daten nach extern gegeben werden.

Von jemandem der in einem ki Start Up war, sagte die nehmen vibe coding für Prototypen. Wenn es ein Produkt werden sollte haben sie es selbst nachfecodet. Keine Ahnung wie viable die Aussage ist.


Antwort
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MisterB
Joined: 23.04.2006

@Zatox Denke für eine Firma denen eine AWS(Step oder Lambda Durable Functions), oder Azure-gehostete (Durable Azure Functions mit App Insights) Lösung zu teuer ist, wäre es interessant. Das schmälert aber den Klientenkreis schon ordentlich. Ich bastel in meinem Laden schon seit Monaten an einem Developer-Dashboard, dass all dieses Monitoring hat, aber auch unsere gesamte CI/CD-Pipeline zeigt, samt Environment-Status(was ist mit was connected, wer testet was gerade, welches ist frei für Entwicklung z.B.), Überblick welcher Entwickler, Analyst, Enterprise Server Admin für welche App zuständig ist mit Release-Dokumentation und Project-Board-Einbindung. Kann ich hier natürlich nicht sharen, weil das halt nicht in meiner privaten Zeit erstellt ist. Wir arbeiten auch mit .NET, von daher kann ich sicherlich ein wenig fachsimpeln mit Dir, wenn Du interessiert bist.

@martinus Mal AtomData oder BatchData angefragt für US Real Estate Market data? Numbeo API für Cost of Living? Die bieten APIs gegen Zaster, völlig legal. Ich würde mich hier auch von Scrapern und Resellern fern halten und sowieso das ganze nicht realtime für jeden Nutzer pullen, sondern stattdessen mir alle US-Metropolen in einer Datenbank cachen und diese dann dem Agentic-Framework zur Verfügung stellen, halt jeden Monat oder sogar Quarter einmal großes Update pullen. Ich würd den MVP auch erstmal nur mit kostenfreien Daten von öffentlichen APIs basteln (Census ACS, BLS, FBI Crime Data API, NOOA für Klima-Daten, OpenStreetMap/Overpass für Walkability Scores etc).
Das könnte man auch sicherlich mit einigem Wissen wie man ein agentified backend aufstellt zusammenbasteln, das Problem ist eher die Normalisierung der Real-Estate-Daten und die Gewichtung des User-Input zu gegenläufigen Präferenzen. Das wird knifflig werden, Monetarisierung auch, da Du entweder Nutzern Reports verkaufen musst, oder wahrscheinlich erstmal loss-based operierst, bis die Ad-Revenue die Hosting, LLM-Pulls und Caching-Kosten übersteigt.
Die Idee ist erst einmal gut, in den USA ziehen Leute laufend um für neue Jobs, Problem ist jedoch meistens, dass wenn es nicht Digital-Nomads oder WFHler sind, die meistens dann eh begrenzt auf eine Metro-Area sind und dann eher sehr spezifisch sich dort eine Ecke aussuchen, wos die beste Schule, beste Wohngegend etc in einer spezifischen Metro-Area gibt und dann entscheiden ob sie mit ihrer Familie relocaten und den Job annehmen. Du hast also schonmal zwei Use-Cases, den WFHler den eher Dinge interessieren die in Deinem Use-Case erfasst sind und der die besten personifizierten Area-Daten haben will. Dann hast Du aber eine zweite Klientel die sehr spezifische Infos zu genau einer Stadt oder Metro-Area will. Es wird entscheidend sein wie Du Deine Datenbank normalisierst, denn das muss in einer gewissen Weise passieren wenn Du beide Use-Cases machen willst. Auf jeden Fall dranbleiben, selbst wenn das nicht hinhaut, wirst dabei so viel Erfahrung mit dem Aufbau eines AI-Agent-Backend und Data-Management sammeln das es sich schon daher lohnt, wenn Du vor allem erstmal kleine Brötchen backst und Dich nicht zu sehr in Unkosten stürzt.


Antwort
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Zatox11
Joined: 09.01.2011

@janor666 & MisterB
Danke für den Input. Wie ihr schon richtig festgestellt habt, taugt mein Projekt nicht als Enterprise Lösung. Mittelgroße Unternehmen aufwärts arbeiten fast immer mit Azure, AWS und co. Die Zielgruppe besteht eher aus Solo-Devs, kleineren Teams und Leuten, die selber ein Hobbyprojekt starten. Ich habe auch kein Problem damit, einen sehr hohen Anteil an Free-Tier-Usern zu haben. Mir gehts erstmal darum, ein cooles Produkt auf die Beine zu stellen, was von vielen Leuten genutzt wird und einen echten Mehrwert bietet. Langfristig sollten natürlich schon ein paar Einnahmen dabei rumkommen, die zumindest mal die Selbstkosten decken.

Die top Ergebnisse bei Google in dem Bereich sind aktuell Cron-Job.org (Cron-Job Scheduling) und Healthchecks.io (Monitoring). Die Userzahlen dieser Seiten sprechen schon dafür, dass es gewissen Bedarf in dem Bereich gibt. In Sachen Funktionalität, Design und overall User-Experience sollten die genannten Angebote schon zu schlagen sein. Vor allem Cron-Job.org ist sehr basic. Dazu muss man natürlich sagen, dass diese Seite vollkommen kostenfrei ist und gerade deshalb wohl so hohe Popularität erreicht hat. Mit Cronitor.io gibt es auch eine richtige Enterprise Lösung in dem Space. Die Seite zeichnet sich durch ein deutlich professionelleres Design aus. Preislich ist man da aber auch nicht mehr weit weg von den großen Cloud-Anbietern, weil pro Job bezahlt wird.


Antwort
Zitat
mart1nus
Joined: 04.02.2009

@zatox: bei Projekten, die man legal monetarisieren will (also nicht Crypto bzw. andere nicht nachverfolgbare Methoden) ist leider halt oft schnell schluss wenn es um Ideen geht, die einem vielleicht selbst nuetzlich waeren - z.B. ein Youtube Downloader.

Ich sehe das wie du, Vibe-Coding heisst fuer mich auch, die Anforderung zu definieren und dann durch einen iterativen Prozess zum Ergebnis zu kommen, ohne viel selbst zu coden - maximal eben die Infrastruktur bereitzustellen (Conda, Rust, Redis, etc.) allerdings ist die Technik inzwischen so weit (sie ist sogar sicherlich schon weiter, aber mein aktueller Stand eben) dass du, wenn du Claude-Desktop unter Linux z.B. mit desktop-commander verwendest - und eben definierst, welche Rechte Claude Desktop mit dem desktop-commander hat, Claude-Desktop ja direkt auf deiner VM/whatever den Code und alle notwendigen Abhaengigkeiten selbst installiert - und sogar soweit testet, soweit es eben moeglich ist. Hast du da z.B. einen oder mehrere Agenten (mit unterschiedlichen Aufgaben), die dein Ziel kennen - und Claude ansteuern, kannst du sogar relativ autonom Projekte erstellen - allerdings sprengt dass dann die Kosten fuer Claude. Aber heute ist der Stand der Dinge tatsaechlich, dass man meiner Meinung nach, wenn man eine Idee hat und technikaffin ist, fast jede Idee in die Realitaet umsetzen kann - und wie du sagst, ohne Kenntnisse im Bereich Softwareentwicklung. Ich kann den Code, wenn ich ihn sehe, zwar meist nachvollziehen, selbst programmieren koennte ich allerdings gar nichts von dem, was mir Claude ausspuckt.

Ich finde schon, dass es essentiell ist (fuer Softwareentwickler in Zukunft) den Code noch zu verstehen, gerade aus meiner Erfahrung nach kann es vorkommen, dass die KI auch nach der fuenften Iteration einen klaren Fehler nicht erkennt - sie schreibt zwar immer "here is the smoking gun" - aber das tatsaechliche Problem loest sie meist nicht nachhaltig - aber das liegt vielleicht auch am falschen Prompting.

@MisterB: angefragt habe ich dort nicht, allerdings anhand der oeffentlich verfuegbaren Preise recherchiert - und dadurch bin ich zum Entschluss gekommen, dass sich das bei dem Volumen fuer meine Idee nicht wirklich rentieren kann. Wenn ich mich richtig erinnere, wuerden schon die initialen Daten im 5-stelligen Euro bereich kosten. Vielleicht habe ich das gestern falsch ausgedrueckt, ich habe initial alle oeffentlich US-Postleitzahlen in einen Redis Cache geschickt und diese wurden nach und nach abgearbeitet und die Ergebnisse in eine Datenbank gespeichert. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber fuer 1.5 Millionen Anzeigen hat das ungefaehr 3 Tage gedauert. Danach wurden alle Miet-Inserate gecrawled und auch in die Datenbank gespeichert. Realtime wurden nur Inserate fuer die Bewertung der Rennovierungskosten aufgerufen, also wenn sich der User schon fuer ein spezifisches Objekt interessierte. Also wenn der User einen Prompt ausfuehrt, war das immer gegen die lokale, gecachte Datenbank. Und ja, die Idee mit Quaterly oder sogar Monthly hatte ich auch - dadurch dass das manche "Konkurenzprodukte" allerdings auch haben, wollte ich das woechentlich machen. Ich denke, jegliche Daten von oeffentlichen API's habe/hatte ich integriert, also Cencus ACS, BLS etc, aber ich bin mir nicht mehr hunderprozentig sicher was alles, das war schon im Maerz. Ja, dass die Normalisierung und die Gewichtung schwierig ist, das habe ich auch bemerkt - und eben nur auf "best effort" den System-Prompt fuer den API-Call zu Claude gestaltet - aber es war ja auch nur ein Prototyp. Dankeschoen auf alle Faelle fuer die (ausfuehrliche) Bewertung des Projektes und den Input, das Problem bei mir ist leider, wenn ~80 Prozent des Projektes erreicht sind - und das spannende "Engineering" vorbei ist, dann fehlt mir der Antrieb wenn es keine Resultate gibt. Dann springe ich von einem Projekt, zum naechsten - und von heute auf morgen sind dann FinRL, Crypto Trading, Polymarket Arbitrage, Sportwetten ML Prediction und andere Alternativen interessant, bei denen man nicht auf Kunden angewiesen ist/waere, sondern ein wirkliches "passives" Einkommen generieren kann.


Antwort
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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Original von mart1nus
[...] Dankeschoen auf alle Faelle fuer die (ausfuehrliche) Bewertung des Projektes und den Input, das Problem bei mir ist leider, wenn ~80 Prozent des Projektes erreicht sind - und das spannende "Engineering" vorbei ist, dann fehlt mir der Antrieb wenn es keine Resultate gibt. Dann springe ich von einem Projekt, zum naechsten - und von heute auf morgen sind dann FinRL, Crypto Trading, Polymarket Arbitrage, Sportwetten ML Prediction und andere Alternativen interessant, bei denen man nicht auf Kunden angewiesen ist/waere, sondern ein wirkliches "passives" Einkommen generieren kann.

Ich glaube die 80% sind ein Trugschluss. Du hast vielleicht 80% des Codes geschrieben bzw. generiert, aber das bedeutet noch lange nicht, dass du 80% des Projekts erreicht hast. Vermutlich sind es eher um die 5%. Der wirklich harte Part fängt erst an, wenn man sein Projekt gelauncht hat. Die aller meisten SaaS Projekte scheitern genau an diesem Punkt. Wenn man auf der grünen Wieso anfängt, ist es relativ einfach jeden Tag signifikante Fortschritte zu erzielen und mehrere major Features rauszuhauen. Gerade dort ist KI besonders stark. Aber man darf sich davon nicht blenden lassen. Wirkliche Produktivität ist es erst dann, wenn am Ende echte User die Applikation nutzen und einen Mehrwert draus ziehen.


Antwort
Zitat
mart1nus
Joined: 04.02.2009

Original von Zatox11
Ich glaube die 80% sind ein Trugschluss. Du hast vielleicht 80% des Codes geschrieben bzw. generiert, aber das bedeutet noch lange nicht, dass du 80% des Projekts erreicht hast. Vermutlich sind es eher um die 5%. Der wirklich harte Part fängt erst an, wenn man sein Projekt gelauncht hat. Die aller meisten SaaS Projekte scheitern genau an diesem Punkt. Wenn man auf der grünen Wieso anfängt, ist es relativ einfach jeden Tag signifikante Fortschritte zu erzielen und mehrere major Features rauszuhauen. Gerade dort ist KI besonders stark. Aber man darf sich davon nicht blenden lassen. Wirkliche Produktivität ist es erst dann, wenn am Ende echte User die Applikation nutzen und einen Mehrwert draus ziehen.

das stimmt sicherlich - die 80 Prozent beziehen sich auf meine mir selbst gesteckten Anforderungen an den Funktionsumfang - der Weg zu einem fertigen SaaS mit dem ganzen Drumherum ist natuerlich viel weiter, gerade wenn es dann um Security Vulnerabilities, Prompt Hacking und alle dem, was dann kritisch werden koennte, wenn die DSGVO zum Tragen kommt, geht. Nicht zu vergessen das Marketing, das Monitoring, der Betrieb und die Skalierung des Ganzen.


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MisterB
Joined: 23.04.2006

Redis-Hosting ist auch schweine teuer, zumindest wenn Du es skalierbar haben willst. Ich würde mich nicht zu sehr an einem Projekt aufhängen wo schon großer finanzieller Druck hinter sitzt oder Haftung, z.B. wenn man die Bezahlung selber handled um sich Stripe, Square, oder andere Zahlungsprozessoren zu sparen mit ihrem Cut. Da ist man schnell der Dumme wenn etwas hakt.


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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Ich wollte das hier mal als Referenz für später dalassen. Wenn man eine Website ins Internet stellt und diese von Google indexiert wird, bedeutet das noch lange nicht, dass man auch Traffic bekommt. Für die meisten Suchanfragen landet man irgendwo auf Seite 4 abwärts, wodurch man mehr oder weniger "unsichtbar" ist.

Laut Claude sollen sich die Impressionen über die Zeit deutlich nach oben entwickeln, während die Klicks konstant auf extrem niedrigen Niveau bleiben, sofern man kein aktives Marketing betreibt. Gemini ist da etwas optimistischer und sieht auch die Klicks zukünftig nach oben wandern. Beim Zeitrahmen sind sich beide darin einig, dass erst nach ca. 6 Monaten nennenswerte Fortschritte zu erwarten sind.

Ich würde hier einfach mal regelmäßige Updates reinhauen und dann schauen wir mal, ob der Graph dann in einem halben Jahr immer noch so traurig aussieht, oder ob tatsächlich etwas passiert. Ich denke ein monatliches Update wird ausreichen. Wenn jemand Tipps zur Optimierung hat, gerne raus damit :f_biggrin:.


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mart1nus
Joined: 04.02.2009

ich bin auch kein SEO Experte aber was mir auffaellt ist, dass wenn ich von deiner Landingpage "Cron jobs as code. Finally." suche - deine Seite als erstes Resultat angezeigt wird, wenn ich vom Blog Bereich "Quartz.NET vs Hangfire: the right scheduler for .NET apps" suche, wird die entsprechende Seite in den Such-Resultaten gar nicht angezeigt. Kann es sein, dass du nicht alle URL's crawlen laesst ( https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/ask-google-to-recrawl?hl=de)?
Ich meine mich zu erinnern, das (frueher zumindest), je oefter ein Schlagwort in der zu crawlenden Seite vorkommt, diese nach oben gereiht wird - weshalb es auch eine beliebte Methode ist, einen Blog zu fuehren wo eben typische Suchbegriffe vorkommen - die dann eben von Google aufgeschnappt werden. Ich glaube, da gab es auch noch Methoden, z.B. weisse Schrift auf weissem Hintergrund, um die SEO Engine auszutricksen (also tausende Male ein "unsichtbares" - Wort zu schreiben) - aber das wird inzwischen sicherlich erkannt. Aber das der Blog eben nicht in den Such-Resultaten aufscheint, ist schon komisch und deutet eventuell darauf hin, dass du eine unvollstaendige oder keine Sitemap eingespielt hast. Aber das ist leider alles gefaehrliches Halbwissen.


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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Das ist interessant. Laut Google Search Console ist diese Seite indexiert:

Spoiler


Ich habe mal ein paar weitere Google Tests gemacht:
- Wenn ich einfach nur "steadycron" suche, taucht kein einziger Direktlink zu meiner Website auf. Die meisten Resultate sind irgendwelche Vergleiche auf SourceForge.
- Wenn ich die Domains mit angebe erhalte ich für steadycron.com, steadycron.app, steadycron.dev jeweils den ersten Treffer und für steadycron.de gar keinen Treffer. Die .de Domain habe ich nicht von Cloudflare, sondern von Hetzner. Vermutlich ist das der Grund.
- "steadycron github" liefert ziemlich gute Ergebnisse auf Seite 1 allerdings alles direkt auf steadycron und nicht auf die public GitHub Repos, was ich eher erwartet hätte.
- "cron job terraform" liefert immerhin schon ein Ergebnis auf Seite 2
- Bei den ganzen hart umkämpften Begriffen wie "cron job", "cron job monitoring" etc. keine Treffer, was wohl zu erwarten ist.

Ich gehe mal davon aus, dass all dieses Verhalten zum aktuellen Zeitpunkt relativ normal ist.


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ElhombreAlleman
Joined: 01.06.2017

Kann man das entsprechend beeinflussen, wenn man dann Kohle für bestimmte Buzzwords in SEO investiert oder gibts da auch die Möglichkeit kostenlos zu wachsen?


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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Man kann auf jeden Fall bezahlte Werbung schalten und es gibt massig SEO-Boost gegen Geld Angebote. Das ganze Thema ist eine Wissenschaft für sich und ich habe da definitiv noch nicht genug Durchblick. Aktuell plane ich erstmal nicht damit, zusätzliches Geld zu investieren. Sollte nach 6 Monaten wirklich gar nichts passiert sein und die Ergebnisse aus der Google Search Console noch genauso aussehen, dann bin ich bereit, das erneut zu evaluieren. Von diesen ganzen Methoden, um den Google Crawler "auszutricksen" nehme ich auch Abstand. Ich gehe stark davon aus, dass so ein Verhalten schnell auffällt und bestraft wird.


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Zatox11
Joined: 09.01.2011

Hat schon mal jemand mit Claude Fable experimentiert? Das Modell hat ja durch das Verbot einen ziemlichen Hype bekommen und ist nur noch bis zum 07.07. in meiner Subscription enthalten. Deshalb habe ich mal ein bisschen was ausprobiert und konnte auf jeden Fall schon mal feststellen, dass der Tokenverbrauch exorbitant hoch ist. Für Programmieraufgaben ist es für mich damit erstmal recht ungeeignet. Was die Qualität der Antworten angeht, kann ich aufgrund der Samplesize noch nicht viel sagen, aber eine Sache ist dennoch erwähnenswert. Ich bin ja aktuell in der Post-Launch-Phase und habe nach Möglichkeiten, um den Traffic anzukurbeln gesucht. Ich habe dann gefragt, ob eine Strategie sinnvoll ist, bei der man den Kern seiner Applikation open sourced. Laut Gemini ist das eine uneingeschränkt grandiose Idee, während Claude Fable das Vorhaben für mehr oder weniger Zeitverschwendung in Bezug auf SEO hält. So eine krass gegensätzliche Antwort zwischen verschiedenen KI Modellen zu derselben Frage, habe ich bislang noch erlebt.

Gemini

Spoiler

Launching an open-source "SteadyCron Core" dockerized image is a phenomenal B2B marketing play. In developer marketing, this is widely known as the Open-Core Model, used brilliantly by companies like PostHog, Plausible, and Gitlab.

For your specific target audience (.NET developers and DevOps engineers who care about Infrastructure as Code), this is highly strategic. However, to make it work effectively as an SEO engine, you have to configure the boundaries perfectly.

Why "Open-Core" Explodes Developer SEO
1. It Captures High-Intent "Problem Keywords"
Right now, you are fighting for standard commercial keywords. An open-core version opens up high-volume, organic long-tail traffic on Google, Reddit, and GitHub for keywords like:

"Self-hosted alternative to Cronitor"

"Open source heartbeat monitoring docker"

"Local dev environment cron trigger"

"Free distributed cron job manager"

2. The GitHub Authority Loop
GitHub has a massive Domain Authority (DA 99). When you publish an open-source repo for "SteadyCron Core," every link from your GitHub README back to [steadycron.com/docs]( https://steadycron.com/docs) passes high-quality link equity to your landing pages. This will single-handedly accelerate your Google Search Console impressions because Google deeply trusts GitHub codebases.

3. Native Dev Environment Adoption
Developers hate signing up for a SaaS cloud just to test a workflow locally. By offering a Docker image, a developer can drop steadycron-core into their local docker-compose.yml file, configure their local .NET Web API, and test their Terraform scripts entirely on their local machine. Once they want to push to production, they will naturally transition to your managed SaaS to avoid managing high-availability infrastructure in production.
[...]

Claude Fable

Spoiler

Firm take: don't do this now. It's the third "build something" answer to a distribution problem, and this one is the most expensive of the lot.

The core argument against

Backlinks from GitHub/DockerHub are the weakest part of the pitch. github.com links are heavily discounted (near-treated as nofollow in practice), Docker Hub links are nofollow outright. Neither moves domain authority meaningfully. What does move SEO is people writing about the repo — and that requires the repo to be genuinely good and actively promoted. So OSS doesn't skip the launch/promotion work; it multiplies it. You'd be maintaining a second product to earn the same launch you could do next week for free.
You'd open-source your own moat's substitute. Your positioning is "procurement-grade EU hosting, DPA, SLA." Your competitor analysis already notes Healthchecks.io is the open-source, self-hostable player — that segment is owned, by a mature project with years of head start. A "SteadyCron core" enters the one lane you explicitly said you won't fight in ("we don't undercut on free monitoring"), against the incumbent, with v0.1.
The cost is structural, not one-time. An OSS core forces a permanent architectural split: which features are core vs. cloud, a second release train, issue triage, security patches, upgrade paths, and the eternal "why isn't X in the core edition" community friction. As a solo founder with zero users, every hour there is an hour not spent finding the 10 users who tell you what to build. Your own ARCHITECTURE.md §10 has "self-hosted edition: decide by month 6" as an open question — that instinct was right; it's not a week-2 decision.
[...]

Ich muss dazu sagen, dass das Wording der Frage nicht exakt identisch war und Claude etwas mehr Projektkontext hat als Gemini. Dennoch finde ich es sehr erstaunlich, dass die eine Quelle sagt, dass Open Source Repos ein genialer SEO boost sind, während die andere Quelle das klar verneint.


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Plastichamer
Joined: 04.11.2009

Für Programmieraufgaben ist es für mich damit erstmal recht ungeeignet.

Nicht für einfachen Standardkram, aber wenn es drum geht einen seltsamen Bug zu finden an dem die normalen Modelle scheitern dann sollte doch gerade da die Stärke liegen.
Bei einer Frage wie deiner macht es vermutlich kaum einen Unterschied. Da bekommst du immer mehr oder weniger eine Zusammenfassung von average Reddit. Je nach Prompt und Kontext mit einer gesunden Ladung Randomness.

Bei deinem Service würd ich schon gute Argumente für Open Source sehen. Als vibe Anwendung hast du ja vermutlich keinen krass ausgefuchsten Algorithmus den du als IP schützen müsstest. Gleichzeit ist der Marketingeffekt hoch, da erstens deine Zielgruppe überdurchschnittlich auf Open Source stehen dürfte und zweitens da du als junges Unternehmen Probleme hast Vertrauen aufzubauen und dir Open Source genau dabei hilft.


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WarTop
Joined: 08.01.2007

Gemini hat auch unterschiedliche Modell Klassen, aber mit Fable kann es keins im Software Engeneering schlagen.
Am besten im Planungsmodus mit Fable arbeiten, und die umsetzung dann mit kleineren Modellen wie Sonnet oder gemini.


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MisterB
Joined: 23.04.2006

Sonnet für Token-Estimate für Opus/Fable und Prompt-Optimization. Fürs Planning reicht in meinen Augen meist Opus. Fable nur für komplexes debuggen in meinen Augen, ist einfach echt happig.


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jonnyyman12
Joined: 10.01.2011

Schau mal, ob du irgendwie backlinks von seiten mit hoher Autorität bekommen kannst. In der Regel kostet das was, bringt aber nach wie vor sehr viel für deine Positionierung auf suchmaschinen. Ich glaube ahrefs hat einen backlink checker, den du kostenlos testen kannst.

Hast du geprüft, ob deine website dsgvo konform sein muss oder schon ist?
Lg


Antwort
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