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[Geschlossen] [NL] Games softer machen!

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eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Danke nochmal, ETBrooD,

was konkret machst du denn an Mindsetübungen?

Das mit dem Heater stimmt sogar z.T. Es ärgert mich schon, wenn mit mal die Winrate schrumft, obwohl es gerade mal 25k Hände sind, das ist gar nicht mal so abwägig. Ich merke das immer bei den Leuten, die im Speedpool ziemlich deep sind (man sieht in der Lobby, wie viel Geld sie an den Tischen haben), dass sie echt spewen, obwohl sie sonst eher solid sind.

Das mit den Setups haut hin, kannst mir glauben. Die paar Mongo-Hände könnte ich posten, ich lass es aber mal lieber, war bspw. overpair im Squeezed pot, beide callen, ich bette, beide callen, Flushdraw kommt an, ich shove (lol), statt zu x/f und noch zwei braindead mongo bluffs direkt in Top of Range. Bin ja die Hände durchgangen und bin erstens erstaunt, wie soft die Games sind und zweitens hab ich wirklich hart Pech gehabt.

Aber dafür hab ich mir ein gutes Image kreiert, ich poste morgen mal paar Hände aus der heutigen NL100 Session^^

@bashpepe89:

Mental Game of Poker ist zu viel Arbeit für zu wenig nutzen imo. Ich habs iwo schonmal geschrieben, es ist ein Eye-opener das Buch, auf jeden Fall, aber die Lösungen für die Probleme, die in dem Buch dargestellt werden, sind nicht zielführend und z.T. fehlerhaft.

Seitdem ich mich wieder fit halte, frustet sowas zwar immer noch, aber ich kann dafür länger A-Game abrufen und bin auch schneller wieder auf den Beinen. Hab bspw. gerade nochmal 2,5k Hände abgerissen und trotz der üblichen FUUUUU-Sachen solide gespielt. Zu meiner Quit-Idee war das anders, da habe ich gerade mal 1k Hände am Tag geschafft und war nur auf Semitilt.

---> Auslastung und Hobbys sind wohl das A und O + Mindfulness und sehr wichtig sind auch buddies, die das kennen und Feedback geben


Original von eroticjesus

---> Auslastung und Hobbys sind wohl das A und O + Mindfulness und sehr wichtig sind auch buddies, die das kennen und Feedback geben

muss das mal hart # dazu noch Pausen einbauen=NUTS!


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

So, ich bin den Schrecken mal durchgegangen, nachdem es wieder up und dann wieder down auf BE ging ;(

PT4 hat ja so eine nette Leak-Tracker-Funktion. Laut Leaktracker defende und steale ich zu viel, aber das ist imo in Ordnung und hat wohl auch den höheren EV. Das dickste Leak sind einfach meine schlechten Rivercalls. Filter: (Saw River OR Saw Showdown) AND ((Saw River OR Saw Showdown) AND (Called River Any Call)) 23 stacks down auf 450 Hände (Alle anderen Sachen sind ziemlich gut/optimal, was auch immer)

Betrachte ich das rational, dann hole ich durch ein ziemlich gutes play vs blinds und in den blinds, sowie gute bluffs, sehr dünne große Valuebets vs nonbeliver usw. so viel Geld raus, dass ich es dann am River in großen Pötten (an denen bin ich z.T. selbst schuld, komme ich noch drauf zurück ggf.) verblasen kann um BE zu kommen.

Ich bin grad einen Haufen Hände durchgegangen, die alle in dem Spot vorkommen und habe zwei Dinge gemerkt:

1. Wenn ich solides A-Game spiele, dann mache ich durchgängig ziemlich gute Herocalls, die zwar dumm aussehen, aber durchdacht sind.

2. Spiele ich autopilot/läuft es einfach mies und ich bin pissed, dann mache ich in den gleichen Spots die gleichen calls, aber gegen ganz andere Ranges und bin noch mehr pissed, dass ich da jetzt behind war. Desweiteren komme ich auch in solche Spots, in denen ich im A-Game nie kommen würde.

Nun muss ich mir mehr Gedanken übers Herocallen machen um erstmal theoretisch zu wissen, was ich da tue. Was ist für mich ein Herocall? Ein Herocall hat zwei Hintergründe. Ich will Villain keinen Autoprofit durch Riverbets liefern und muss daher einen Teil der Bluffcatchingrange callen, damit er nicht profitabel bluffen kann. Das ist in Ordnung soweit und würde jetzt den Rahmen sprengen, tiefer in die Ranges etc. zu gehen. Deweiteren ist der Herocall ein harter Exploit. Bin ich im A-Game exploite ich auch sehr gut dumme bets von vorn bis hinten. Mit der "Ich brauch hier eine Bluffcatching-Range" ist das halt so eine Sache. Wenn Villain (typischer NL100 Reg) 3mal groß bettet, dann kann ich meine bluffcatcher am River alle aufgeben und exploite durch folden, das bleibt ein exploit, weil idR. kaum 3x groß als bluff gebettet wird (ggf. kann man auch drüber nachdenken, ob der call pre schon so gut war, ob der call am Flop schon so gut war und am Turn ---> auch da habe ich ein paar Hände im Autopilot pre einfach nur gecallt, obwohl 3bet oder fold schlicht den höheren EV hatte, obwohl es "standard-call" sein sollte). Natürlich muss man auch drüber nachdenken, was Villain da wirklich in der Range hat und meine Range capped ist und er ggf. "draufhämmern" will (oftmals wilde bluffs dadurch gecatcht, IM A-GAME).

Also gut, wirres geschreibe. Fakt ist, ich habe hier ein Skill-Leak, was Geld kostet, was leider direkt mit dem Mindset verknüpft ist. Daher, muss das gefixed werden. Dazu brauch ich erstmal generell ein paar Denkanstöße.

Ich analysiere gern Hände, gehe sie aber "nur" durch und gehe nur tiefer, wenn jemand fragt. Leider ist das alles total unstrukturiert. Meine anderen Leaks bin ich immer auf den Grund gegangen, hab ziemlich schnell Muster in den Händen/Spots erkannt, hab geschaut was meine Lieblingscoaches so machen in den Spots und mir selbst überlegt, was am besten in meinen Plan passt und ob noch alles zeitgemäß ist ---> Leak fixed.

Nun stehe ich aber vor einem schwereren Leak, was ich schon seit Jahren mit mir rumschleppe und je besser die Villains werden, desto eher wirds auch exploited (zum Glück Valuetownt mich niemand dünn, das habe ich noch nicht gesehen). Hier muss ich also zwingend versuchen mehr Muster zu erkennen und daher alle Hände von grundauf durchanalysieren, damit sich meine Winrate an meinen restlichen Skill und Spielverständnis angleicht.

Deshalb meine Frage, wie analysiert man von grund auf richtig eine Hand, hat da jemand Strukturen? Frageleitfaden oder sowas?

Ich habe heute früh 10 Hände analysiert und bin jedes mal anders an die Sache rangegangen. Wenn ich mit Schülern Hände durchgehe, dann scheint das auch meist chaotisch, aber am Ende kommt ein gutes Ergebnis bei raus Dann war heute früh Rechner offen, Poker-Ranger offen usw. und ich hab mich in irgendwelche Gedanken verrannt habe, die per se nichts mit dem Leak zu tun hatten, sonder eher ob ne Cbet nicht den höheren EV gehabt hätte oder sowas. Es handelt sich hier aber um 450 Hände, die alle am River enden und somit Street für Street wichtig ist und ich daher Struktur benötige. Hat da einer gute Gedanken? Dann her damit :)

Da ich mit meinem Rake-Pace durch bin den Monat, hab ich jetzt 8 Tage Zeit nur Übungsessions an zwei Tischen zu spielen um daran zu arbeiten und um eine andere Denkweise an den Tischen zu üben, die ich heute Nacht in einem 3h-Gespräch mit ETBroot erörtert habe, will ich nicht näher drauf eingehen, aber auch hier nochmal vielen Dank, war imo das beste U2U was ich hatte, ohne auch nur eine einzige Hand durchzugehen.

Desweiteren arbeite ich dann noch an Teil 3 der Vidserie und versuche möglichst viele der 450 Hände zu analysieren. Ich lasse den Filter auch drin, so sehe ich nur diese Results, was auch ganz praktisch ist.


SonMokuh
Beigetreten: 21.04.2010

Ich geh eigentlich immer nach dem gleichen Prinzip vor: Preflop range erstellen und dann halt postflop "ordentlich" weiterspielen, also möglichst unexploitable, wenn ich keine reads hab.
Wenn villain den Flop pottet, defende ich 50%. Bettet er 3/4 PS, dann halt ~41% usw. Ist zwar nicht ganz korrekt wegen Restequity usw, aber das ist mir bei weiten ranges schon schwer genug erstmal. Du kennst ja ein paar Hände aus meinem Blog. So geh ich eigentlich immer vor, auch bei Handbewertungen.

Das kann man ja als Aggressor auch machen, in dem man die range für villain erstellt und dann schaut, welche Hände man noch valuebetten kann und welche nicht.

Warum sind deine Rivercalls so unprofitabel? Bluffen die Gegner zu wenig, oder callst du zu weit?
Edit: Du sagst die Gegner betten nicht thin for value weil sie glauben du defendest zu weit, also bluffen sie zu wenig!? Geht ja eigentlich nicht anders.


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Danke :)

Der Sache gehe ich auf den Grund, Stats-mäßig calle ich definitiv zu weit. Und anhand der Stats der Gegner bluffen sie idR den River oftmals zu wenig, aber andersrum Valuebetten viele den River auch schlecht.

Mir gehts halt schon um zweierlei Sachen, ich will jetzt nicht zwingend einen unexploitable-Plan haben, sondern herausfinden, was technischer Natur ist und was Mindsettechnischer Natur.

Ausserdem ist es imo oftmals gar nicht sinnvoll vs. Potsize bet am Flop zu 50% zu defenden, v.A. wenn Villain dort schon anhand des betsizing einfach eine zu Valuelastige Range hat. Aber das wäre jetzt wieder zu viel Spot-für-Spot, aber ist schonmal ein guter Ansatz vs. unknwon. Hab aber auf viele Gegner Stats und Reads, die ich verwenden kann.


bayLor
Beigetreten: 18.10.2006

Original von eroticjesus
Heute worst day NL100 gehabt, 1,8k down

18 Stacks an einem Tag? Ich glaube, da könnte mein Mindset garnicht mit klar gehen :f_eek:
Hast du eigentlich ein Stop/Loss-Limit? Oder ähnlich wie ich am "ruhig tilten" und denken: "Wenn ich lange genug spiele, gehts wieder hoch"? :f_love:

Filter: (Saw River OR Saw Showdown) AND ((Saw River OR Saw Showdown) AND (Called River Any Call)) 23 stacks down auf 450 Hände

Dumme Frage: Ist das nicht doppelt gemoppelt mit dem Saw River OR Saw Showdown? :f_biggrin:

Nun aber zum eigentlichen: River Calls sind einfach das teuerste Loose, was es gibt - wie oft kommen wir zum River mit einer guten Hand und betten nicht selber? Nur bei Calldowns oder wenn Villain raised. Letzteres ist selten eine gute Idee zu callen :f_biggrin: und Calldown macht man ja meistens, weil man schon befürchtet, nicht vorne zu sein.

Bei mir ist der Wert 8 Stacks auf 152 Hände, hochgerechnet auf 450 Situationen käme ich also auch auf die 23-24 Stacks. Ich bin zwar ein schwacher Spieler am River, weil ich Villain zu selten was glaube, aber denke, so richtig positive Werte findet man hier selten :f_cool:

P.S.: bisher Blog nur passiv verfolgt, aber da ich ja mal was poste: I'm in ;)


slevink23
Beigetreten: 08.02.2011

Original von SonMokuh
Ich geh eigentlich immer nach dem gleichen Prinzip vor: Preflop range erstellen und dann halt postflop "ordentlich" weiterspielen, also möglichst unexploitable, wenn ich keine reads hab.
Wenn villain den Flop pottet, defende ich 50%. Bettet er 3/4 PS, dann halt ~41% usw. Ist zwar nicht ganz korrekt wegen Restequity usw, aber das ist mir bei weiten ranges schon schwer genug erstmal. Du kennst ja ein paar Hände aus meinem Blog. So geh ich eigentlich immer vor, auch bei Handbewertungen.

Das kann man ja als Aggressor auch machen, in dem man die range für villain erstellt und dann schaut, welche Hände man noch valuebetten kann und welche nicht.

Warum sind deine Rivercalls so unprofitabel? Bluffen die Gegner zu wenig, oder callst du zu weit?
Edit: Du sagst die Gegner betten nicht thin for value weil sie glauben du defendest zu weit, also bluffen sie zu wenig!? Geht ja eigentlich nicht anders.

Ziehst du diesen Toy-GTO-Ansatz auch schon auf NL 50 durch?(wie erfolgreich, also keine Graphen, sondern wie oft catcht durch wirklich bei der Overbet den Bluff bzw. sind thirdbarrels überhaupt air?) Ich weiß auch ziemlich oft in Spots, wo ich Top-of-my-Range bin. Oder weiß: wenn ich hier nicht meine checkingrange ultraweak machen will, muss ich auch meine Nuts am River mal checken.
Doch oft sind mir die Gegner doch noch zu unbalanced und so folde ich dann am River auf große Bets fast alles oder donke auch mal meine Nuts am River, weil ich weiß, dass kaum ein Villain genug durchbarrelt(teilweise nicht thin genug for Value und halt so gut wie nie mit Air) und somit EV(check)>EV(bet) ist. Andererseits wenn ich dann doch mal downgecallt habe, habe ich schon ab und zu auch mal thirdbarrelbluffs gesehen (habe mich dann aber immer gewundert).

Sehe es ja an Internets und alderfalder, die halt wirklich Toy-GTO spielen. Nur sind das etwas andere Limits Oder würdest du sagen auf NL 50 ist es inzwischen schon soweit, dass so ein Toy-GTO Sinn macht und man mehr die eigene Range, als die gegnerische spielt?


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

@bayLor:

Ja, bei 18 Stacks ists dann vorbei mit A-Game^^ Stopplosses habe ich an sich keine, ich sehe quitten als Skill und bekomms auch ganz gut hin zu quitten. Mir sind die 18 Stacks auch erst am Tagesende so richtig aufgefallen. Ich denke auch nicht, dass man mit den Rivercalls ins positive kommt, aber hier gilt klar, dass man auch dort seine losses minimieren sollte, finds bei mir eindeutig zu hoch.

@slevink23: Was ist Toy-GTO? Wenn du in 3barrel-bluffs schaust und dich wunderst, kann es auch daran liegen, dass du vielleicht zu oft zwei mal callst und den River foldest. Wenn Villain eine große Sample auf dich hat, dann wird er es halt exploiten, wenn er gut ist. Ansonsten ists nicht zwingend sinnlos GTO in sein Spiel auf jedem Limit einfließen zu lassen, denn wenn man die optimale Strategie ansatzweise kennt, dann hat man zwei Vorteile:

1. man kann besser exploiten, weil man das Optimum halt irgendwo kennt und schneller sieht, wer abweicht

2. Neue Dinge im Game entdeckt, die einen vorher verborgen blieben und man für sich nutzen kann. Wer sich mit GTO beschäftigt, der wird immer öfter Lines in seinem Spiel entdecken, die einfach schlecht sind und auch exploitive nicht höchsten EV haben.

Ansonsten bin ich selbst kein Fan vom reinen GTO-Play auf Smallstakes, weil die Villains doch zu viele Schwächen im Game haben, die man exploiten sollte und dabei selbst vom GTO abweicht. Jeder hat Schwächen, alles sind Menschen, keine Robotor. GTO macht nur Sinn, wenn Villain adapted, aber nicht overadapted und das dann auch nur in den einzelnen Spots und nicht im kompletten Gameplan. Wenn Villain bspw. 70% den BB vs SB foldet und 70% auf 4 bets foldet. Du raist immer den SB und er foldet immer, weicht nicht von seinem Standard-Game ab, aber er adapted scheinbar auf deine lighten 4bets, aber auch nicht allzu krass, dann wirst halt eher Richtung GTO 4betten, aber immer noch weit ab vom GTO 100% den SB openraisen.


SonMokuh
Beigetreten: 21.04.2010

@slevink23: Was ist Toy-GTO?

Ich kann nicht behaupten, dass ich wirklich mit einem GTO Ansatz spiele. Insgesamt sind meine bettingranges garantiert zu valuelastig und meine calldown ranges zu tight.
Mit overbets werde ich eigentlich nie konfrontiert, von daher kann ich dazu nix sagen. Ich hab nur von Potsize bets gesprochen, weil man da schön auf 50% kommt.
Third barrel bluffs kommen schon mal vor. Aber wie oft? Keine Ahnung, so oft kommt man auch wieder nicht in die spots.
Ich geh davon aus, dass die Leute im Schnitt zu wenig bluffen (nicht in allen spots - cbetten können die Gegner z.B.), daher folde ich bluffcatcher früher. Wenn's knapp ist folde ich. Top of my bluffcatching range folde ich aber nie. Wenn ich z.B. 60% meiner range gegen ne 3/4 PS riverbet defenden müsste, dann fold ich halt 50% statt 40%, wenn ich der Meinung bin, dass eher zu wenig geblufft wird.

Ich denk der größte Vorteil einer halbwegs gebalancten range ist das mindset. Ich seh manche Gegner in Spots z.T. krass "adapten" oder totalen Unsinn spielen, weil sie scheinbar meinen, sie wüssten was los ist und könnten besser leveln.

Das ist mir bei Zoom zum ersten mal aufgefallen, früher war das nicht so. Die Spieler sind manchmal komplett out of line. Bei Zoom meinen scheinbar einige, sie könnten nur Geld machen, wenn sie alles und jeden exploiten, dabei ist ein solides game das einzige, was man für ne ordentliche winrate braucht.

Sowas passiert einem halt nicht, wenn man sich an ordentliche ranges hält. Dann blufft man vielleicht mal in spots, in denen es unprofitabel ist. Aber wen juckts wenn der Gegner nicht foldet, das Geld holt man sich beim nächsten mal mit der valuerange zurück.

Wenn ich der Meinung bin, dass der Gegner hier nie blufft oder nie foldet wenn ich bluffe, dann lass ich's natürlich auch weg. Aber so genau weiß man das fast nie.


Toy GTO ist halt der Versuch GTO zu spielen aber auf jeder einzelnen Street betrachtet _cool:


slevink23
Beigetreten: 08.02.2011

Original von SonMokuh
@slevink23: Was ist Toy-GTO?
Ich kann nicht behaupten, dass ich wirklich mit einem GTO Ansatz spiele.
Insgesamt sind meine bettingranges garantiert zu valuelastig und meine calldown ranges zu tight.

Hast es selbst schon beantwortet. Toy-GTO ist halt eigentlich jeglicher Versuch irgendwie sich dem GTO zu nähern (z.b. wie habeichja es sagt).

Damit gibt man zu, dass man nicht einmal im Ansatz am GTO dran ist (was wohl momentan kein Spieler von sich behaupten kann), da GTO ein multistreetding ist.

Und da Sonmokuh mit seiner Betrachtungweise: Ich defende hier mindestens 50% meiner Range am Turn, sehr weit von GTO weg sein wird, nenne ich seinen Ansatz auch Toy-GTO(klingt abwertend entspricht aber nur der Realität). Da sowohl seine Preflop als auch Floplines schon nicht GTO sind.


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Find den Begriff jetzt nicht so krass abwertend, irgendwie muss man es ja bezeichnen^^

Trotzdem hat es Sinn. Nehmen wir an, man versucht sein Game so zu gestalten, dass man nur SEINE RANGE spielt und das ganze immer weiter zu Optimieren, Spot für Spot. So kommt man zumindest nicht auf die Idee random-Kram aus langer Weile zu machen.

Aber jemand der optimal spielt, nimmt sowieso immer die Line mit dem maximalen EV, auch wenn die nicht GTO ist.


Infreed42
Beigetreten: 08.07.2007

Aber ist nicht eine optimale spieltheroteische Strategie gleichzeitig maxEV? Haken ist doch nur, dass es diese optimale Strategie in der Realität nicht gibt.


Campernator
Beigetreten: 15.09.2011

Logischerweise nicht.

Theoretisch richtig zielt ja darauf ab möglichst nicht exploited werden zu können.

Wenn wir jedoch exploiten um max. Value zu generieren werden wir ja gleichzeitig selbst exploitbar und spielen deswegen nicht mehr theoretisch korrekt.

Wir verlieren zwar mit einer GTO Strategie nicht (Rake mal außen vorgelassen bei zwei ideal Strategien gegeneinander), generieren jedoch meist nicht max. EV!


alderfalder
Beigetreten: 16.01.2010

Original von Infreed42
Aber ist nicht eine optimale spieltheroteische Strategie gleichzeitig maxEV? Haken ist doch nur, dass es diese optimale Strategie in der Realität nicht gibt.

anschauliches Beispiel:

Schere, Stein, Papier...

GTO ist in dem Fall randomisiert alles zu 33% zu nehmen (Villain hat keinen Anreiz eine andere Strategie zu spielen als selbst GTO zu spielen).

Wenn du jetzt aber weißt (weils dein Hud anzeigt:D), dass villain Immer Stein nimmt, ist die max EV Line obv zu 100% Papier zu nehmen und damit wiederum selbst exploitbar ohne Ende.

Aufs poker bezogen stellen sich die Frage:
- Wie zuverlässig ist die Info, dass villain wirklich immer Stein nimmt
- Wie weit wollen wir adapten um das auszunutzen (Im Vakuum obv immer, aber wenn wir wissen wir spielen 10mal hintereinander gegen ihn könne man vll auch immer mal Stein einfließen lassen, dass es nicht so offensichtlich wird, dass wir ihn hart exploiten:D )


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Sehe ich auch so. Ich hab in meinen Games so viele Autoprofit-Gegner, wo mir echt die Finger jucken, sie dauernd zu exploiten. Bspw. Jemand foldet halt 70% auf 4bets, OVERALL und 3bettet aber ziemlich viel. Nun stelle ich meine Range stark auf Blocker um und 4bette ihn ohne Ende. Problem ist halt, dass kein Gegner so saudumm ist, das nicht zu bemerken. Gegen ihn wird mein fold-vs-5bet Wert halt in die höhe schnellen, oder ich werde sehr viel x/f am Flop. Ich versuche halt schon ein paar 4bets dann auszulassen, damit er auch weiter fleißig foldet. Wenn jemand nämlich adapted (oder es den Anschein macht), dann steht man vor einem Problem imo. Mein weiß halt nicht, ob er sich vernünftig anpasst, overadapted, oder einen Run hat. Deshalb lege ich mir für einen solchen Gegner lieber eine Strategie zurecht, die ziemlich vom Optimum abweicht, hab aber trotzdem noch eine solide calling und foldingrange, so dass es von meiner Seite aus nicht obv wird und ich halt nicht immer Stein nehme, wenn Villain Schere nimmt.

Ich versuche overall eher Dinge zum Exploiten zu finden und versuche damit Geld zu drucken, wenn ich einen Spieler in gewissen Spots als nicht "exploitbar" oder schwer exploitbar befinde, dann schaue ich schon irgendwas optimales zusammen zu schustern. Das ist aber ziemlich schwer imo, vor allem 6max wirds wohl so schnell keine GTO-Lösung geben, HU wirds wohl anders sein, aber auch da benötigt der eigene Kopf viel zu viel Rechenleistung um das umzusetzen imo ---> Es ist ggf. nicht menschenmöglich 100% GTO zu spielen, werfe ich mal so in den Raum. Es gibt sicherlich Spots, in denen man da ran kommt (je kleiner die Stacks, desto leichter gehts), aber mit 100bb gibts halt viel zu viele Variablen und Möglichkeiten + Problem vor denen man steht. Desweiteren bezweifel ich, ob es sich lohnt, sich da großartig Gedanken zu machen, wenn man nicht grad vs. Ben Sulsky HU spielt^^


SonMokuh
Beigetreten: 21.04.2010

Ich denk dass es schwerer wird exakt GTO zu spielen, je looser die ranges sind. Daher sollte HU schwieriger werden als 6max oder nicht? Eine 10% FR opening range fast perfekt GTO zu spielen dürfte nicht zu schwer sein. Zumindest annäherungsweise hab ich mit meine UTG/MP ranges kein Problem. Blindbattle ist dagegen unendlich viel aufwendiger.


TriplexXxAA
Beigetreten: 29.12.2009

Naja dafür spielt man immer gegen einen Gegner und muss seine Ranges den betsizes entsprechend anpassen bei HU ... multiway hat man das Problem das aufgrund mehrerer Gegner soviel Variablen entstehen, die man einfach nicht alle berücksichtigen kann. also ingame mit 15sec timer


eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009

Original von TriplexXxAA
Naja dafür spielt man immer gegen einen Gegner und muss seine Ranges den betsizes entsprechend anpassen bei HU ... multiway hat man das Problem das aufgrund mehrerer Gegner soviel Variablen entstehen, die man einfach nicht alle berücksichtigen kann. also ingame mit 15sec timer

genau darin liegt der Grund. Desweiteren gibts noch haufenweise weiterer Probleme. Facing over/underbets, oder dass man halt selbst verschiede betsizes wählen kann und vor allem da das optimum zu finden/errechnen. Wer also an einem GTO-Game arbeitet, wird seines Lebens nicht fertig damit, jedenfalls liegt es ausserhalb meiner Vorstellungskraft^^

Aber gut, darüber kann man wohl gut philosophieren.

Heute btw. 1k Tag gehabt, aber up, wurd auch mal wieder Zeit.


TriplexXxAA
Beigetreten: 29.12.2009

Original von eroticjesus
Heute btw. 1k Tag gehabt, aber up, wurd auch mal wieder Zeit.

Gratz ;-)