@Martschi: Alles noch nicht schlimm, ich bin ja noch auf der Sachebene geblieben :-) Und mit der Kritik an ps.de hast du völlig recht. Was mich damals (die Wahls-Kampagne in den Schachzeitschriften) überzeugt hatte, war das Geschäftsmodell: je erfolgreicher ich spiele, desto mehr Rake produziere ich, und desto mehr Geld verdient ps.de an mir. Wenn ich broke, war’s das, und ps.de verdient nichts mehr. Von dem Modell ist man abgekommen und verlässt sich drauf, dass Loser immer und immer wieder nachschießen. Und während es nach wie vor guten Content gibt, gibt es auch immer mehr Zeugs zur Bespaßung der Verlierer, um die bei Laune zu halten, damit die noch mehr Geld in den Kreislauf pumpen. Ist halt leider auch nötig. Und da muss man halt stark selektieren, was man selbst verwerten kann und wovon man die Finger lässt.
Bevor es aber jetzt einreisst und ja doch kein Mensch im Archiv schaut, was ich bislang so getrieben habe, und damit sich der geneigte Leser ein halbwegs realistisches Bild machen kann, wer ich vielleicht sein könnte, mal eine Kurzbio, natürlich mit Schwerpunkt Poker.
Ich bin 49 und seit 2006 dabei. Ich spiele, weil mich die mathematischen und psychologischen Konzepte interessieren. Dass es dabei Geld zu gewinnen gibt, interessiert mich zur Zeit nur am Rande (war mal kurzfristig anders, s.u.).
Ich hab damals FL gespielt. Wie damals üblich: Party bis 0,5/1 FR, Umstieg auf SH, FullTilt, Titan und Mansion (wg. Bonus), Aufstieg bis auf 3/6. Der Anfang ging einfach, auf 0,5/1 bin ich dann dreimal aufgestiegen, bevor es weiterging. 1/2 hat ewig gedauert. 2/4 schien mein Wohlfühllimit zu sein. Auf 3/6 wurde dann der finanzielle Aspekt interessant: Ab dem nächsten Aufstieg hätte ich bei Beibehaltung meiner Winrate vom Pokern leben können. Aber ...
Der Pokerboom ging langsam zuende, die Fische gerade im FL wurden weniger. Ich hätte jetzt anfangen müssen, massiv an meinem Spiel zu arbeiten. Also wirklich massiv, da wäre für einen normalen Beruf keine Zeit gewesen. Einfach nur, um das Limit zu halten. Der Aufwand für einen weiteren Aufstieg wäre noch größer gewesen, und weil die Fische weg waren, wäre auch die unterhaltssichernde Winrate auf 5/10 fragwürdig. Ich bin also Hobbyspieler geblieben. Und dann hats mich auch nach unten auf 0,5/1 durchgereicht. @dNo84: Ich habe das Absteigen von der Pike auf gelernt :-)
Ich habe dann den Spaß am Grinden verloren und wirklich nur noch for fun gespielt. Mal mehr, mal weniger. Mal FL, mal SnG. Mal FR, mal SH. Hab auch andere Varianten mal probiert. Omaha ist wirklich nichts für mich, Hi-Lo-Stud fand ich ganz amüsant.
Und jetzt will ich mal NL lernen. Woanders gibt es ja fast nur noch Regs, wobei ich gelegentlich FLSH 2/4 shotte (wenns um Status geht), und da kann ich immer noch mithalten. Aber generell sitzen die Fische im NL, und da entweder online SH oder live FR. Und da will ich ran. Das ist eine ziemliche Umstellung in der Denke, und das wird noch ein wenig dauern. Auf NL2 und NL5 braucht man ja nur die Hand aufzuhalten, seit NL10 muss man sich doch ein klein wenig bemühen.
Und es geht ums lernen. Deshalb ist Blitz-BRM für mich definitiv der falsche Ansatz, wie ich inzwischen einsehe. Ich habe auch keine Dollarzeichen in den Augen :-) Wobei ich merke, dass ich für Statusfragen anfällig werde. Die Redline-Serie von eroticjesus würde mich interessieren. Aber wahrscheinlich ist es geschickter, wenn ich mir mal nen Monat Gold kaufe, anstatt auf den falschen Limits oder auf Zoom rumzushotten.





