BORDERLINE DECISION
Mr. Orange spielt nervös mit den Chips in seiner Hand. Ein paar schwarze fallen auf die Tischplatte, doch der eigentlich störende Laut geht einfach unter, weil "Soul Vibration" mit 120db aus den Lautsprechern dröhnt und sogar den dichten Qualm, der das ganze Zimmer erfüllt, in Schwingung versetzt. Aus der Küche vernimmt man das charakteristische Klicken eines Zippos: Ja genau Mr. White ist auch zugegen. Heute geht es um Viel und darum ist auch der Dandy des Bonner Blogs, Vincent Vegas, hergekommen. Er mustert mit wachen Augen Mr. Orange, überzeugt sich davon, dass alles richtig läuft und nimmt auf der Couch platz. Ein Blick auf seine Armani Uhr verrät ihm, dass noch Zeit für einen Whisky ist. Mit einem müden Lächeln schlägt er den von Mr. White angebotenen Jameson 1780 aus. Nein, diese irische Pisse hilft ihm wohl kaum dabei nachher die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mr. White erkennt geistesgegenwärtig das zornige Funkeln in seinen Augen und serviert einen Ardbeg Ugedail um die Atmosphäre zu entspannen. Aber die Luft brennt. Jeder weiß, was folgen folgt: Die Jagd auf das Geld wurde gerade von Mr. Orange eröffnet und es läuft nicht gut. Der an schnellem Geld interessierte Mr. White ist bereits sichtlich verärgert und beginnt bedrohlich mit seinem Messer zu spielen und ja Mr. Orange weiß die Zeichen zu deuten: Jetzt heißt es even kommen oder er wird den Rest seines Lebens auf der Flucht vor Mr. Black verbringen. Der Psychopath des Bonner Blogs, Mr. Black, ist zwar nicht zugegen, weil er gerade daran arbeitet sein Auto mit einem neuartigen Waffensystem auszustatten um seine Kindheitsvisionen endlich wahr werden zu lassen, aber Mr. Orange ist er als latente Gefahr durchaus bewusst. Und eben aus diesem Grund setzt Mr. Orange seine gesamten Debattierfähigkeiten ein Mr. White zu beruhigen und ihm Konzepte wie "Varianz" und "G-Bucks" näherzubringen. Doch der Boss ist daran gar nicht interessiert und gesellt sich lieber zu Vincent Vegas um mit ihm die neusten Entwicklungen aus dem Hause Laphroiag zu besprechen. Der 15yo old wird aus dem Programm genommen und durch einen 18yo ersetzt. Das ist interessant für ihn, da der Fall Mr. Orange schon klar ist: Er hat 60min das Geld zurückzuholen oder er wird den Anruf tätigen, der Mr. Orange auf die lange Liste gescheiterter Mafia Persönlichkeinten befördert.
Debattierfähigkeiten hin oder her.
Dann überschlagen sich die Ereignisse: Wagners Walküre erfüllt das Zimmer und Mr. Orange übertönt die Musik noch mit einem: "Yaaaah, owned!!!!", reißt Vegas und White aus ihrer Diskussion und geht in die Küche um eine Cherry Coke zu enjoyen. Er ist in Sicherheit, wovon sich gerade in diesem Moment auch Vegas und White überzeugen. Jeder auf seine Weise natürlich: "789TJ. das ist eine Straße": erkennt Vegas, während das Wie und Warum White egal ist, ein Blick auf "your current Bankroll" lässt nämlich sein Herz höher schlagen: Orange, der alte Fuchs, hat nicht nur das Geld zurückgewonnen, sondern ihm auch noch mit 170$ Gewinn beschert. Seine Gedanken kreisen schon darum, in welcher Form er dieses Geld in Zigarren verwandeln wird. Er schätzt die dominikanischen sehr und weiß auch darum, dass die kubanischen schlechter sind als ihr Ruf und ihr Wert mehr aus Handelsembargo gegen Kuba resultiert als aus ihrem überzeugenden Geschmack. Naja.
Vincent Vegas hat es sich derweil vor dem Monitor bequem gemacht. Er wirkt lässig, ist aber hochkonzentriert. Nach kurzer Zeit hat er 500$ erwirtschaftet und nimmt wieder auf der Couch platz.
Die Arbeit war getan. Nein doch nicht: Orange nimmt nochmal Platz und fabriziert folgendes:
http://www.pokerhand.org/?3912249
Zeit für White Mr. Black anzurufen oder greifen hier die oben gennanten Argumente: Varianz und G-Bucks?