Original von FiftyBlume
Original von topspit
Der Wochenbericht des RKI hilft da eventuell etwas weiter. Hier wird die Impfeffektivität vor Erkrankung je nach Impfstatus und Altersgruppen abgeschätzt:Spoiler
Da die Werte zwischen den Altersgruppen 12-17 und 18-59 nicht wirklich stark abweichen, kannst du die wahrscheinlich auch für die 40 jährigen übertragen.
Die Übertragbarkeit der Abschätzung auf gesunde Personen U40 ist aber schwierig.
Die Impfeffektivität wird hier auf Basis einer relativ geringen Fallzahl (171 Hospitalisierungen in 4 Wochen) abgeschätzt. Dann ist die Frage, ob die geimpften/geboosterten Minderjährigen überhaupt eine sinnvolle Vergleichsgruppe bilden - schließlich werden in dieser Gruppe sowohl mehr Kinder mit Vorerkrankungen sein (= niedrigere Effektivität der Grundimmunisierung und höhere Effektivität der Boosterimpfung) als auch mehr Kinder mit Helikoptereltern (= geringeres Ansteckungsrisiko aber auch frühzeitiges zum Arzt/KH laufen) sein.
Könnten sicher valide Kritikpunkte sein. Dann muss man aber auch sagen dass die Todesrate wie auch die Gesamtauslastung auf den Intensivstationen isoliert betrachtet nicht zu einer Bewertung der Maßnahmen führen könnten, weil durch die Maßnahmen ja alle Infektionskrankheiten in der Verbreitung verlangsamt wurden. Oder auch z.B. weniger Verkehrstote 2020 wegen dem Lockdown, etc.
Und man muss halt sagen dass es ja massiv mehr Infektionen gab mit Omnicron - es wurden also nicht nur die 171 Fälle betrachtet, sondern die 40000 symptomatischen Infektionen in der Altersgruppe bzw. sogar eigentlich noch viel mehr wenn man die ganzen Infektionen ohne Symptome hinzu nimmt.
Es mach insgesamt eben keinen Sinn im Nachhinein Maßnahmen zu bewerten, wenn man unterschiedliche Strategien zugrunde legt.
Die Regierung, RKI etc. haben Maßnahmen erlassen mit dem Ziel - wenig Tote, wenig Infektionen keine Überbelastung. Das Ziel haben sie offensichtlich erreicht.
Unter den Gesichtspunkten der Strategie - möglichst nah am Limit arbeiten, Alte sterben sowieso, möglichst wenig Einschränkungen oder was auch immer man da will, waren die Maßnahmen natürlich nicht die richtigen, aber das war eben nicht die Strategie.
Und auch nicht vom Wähler gewollt - die Maßnahmen haben ja selbst im Dezember noch breite Zustimmung in der Gesellschaft gehabt, und eine AFD die eben die lockere Coronastrategie vertritt und mit Abstrichen vielleicht die FDP haben im Vergleich nicht viele Stimmen bekommen. Man darf ja nicht vergessen dass hier im September noch gewählt wurde. Dementsprechend kann Scholz schon sagen dass die Deutsche Strategie erfolgreich war und die Maßnahmen loben, denn das Ziel haben sie erreicht.
Das es jetzt eine andere Situation ist und für die Zukunft jetzt eine andere Strategie Aufgrund von Omnicron und vielleicht auch einer anderen Ansicht der Bevölkerung notwendig und sinnvoller ist, steht ja außer Frage.
